Der Westfeldzug

Als Westfeldzug wird die siegreiche militärische Offensive der deutschen Wehrmacht im Westen während des Zweiten Weltkriegs vom 10. Mai bis 25. Juni 1940 bezeichnet. Sie führte zur Besetzung der Niederlande, Belgiens und Luxemburgs (Fall Gelb) sowie zur militärischen Niederlage Frankreichs (Fall Rot) und endete mit dem Waffenstillstand von Compiègne. Der Westfeldzug ist als Blitzkrieg bekannt geworden.

Im Rahmen ihrer Kriegspolitik gegen Deutschland  hatten Frankreich und Großbritannien die deutsch-polnische Kriese zu Eskalation gebracht um einen Vorwand zu erhalten Deutschland den Krieg erklären zu können. Diese Gelegenheit bot sich Für England und Frankreich am 3. September 1939 nachdem Deutschland auf die polnischen Grenzverletzungen militärisch antworten lies.

Der Polenfeldzug nahm seinen Anfang

DOKUMENTE BRITISCH-FRANZÖSISCHER KRIEGSAUSWEITUNGSPOLITIK:

  • Britsch-Polnischer Kriegsplan gegen Deutschland vom 17. Julie 1939 (5 S.)
  • Freytagh-Loringhoven – Deutschlands-Aussenpolitik 1933 bis 1939 (261 S.)
  • Auswaertiges Amt – Dokumente polnischer Grausamkeit (459 S.)
  • Auswaertiges Amt – Ein französischer Diplomat über die bolschewistische Gefahr (186 S.)
  • Auswaertiges Amt – Amtliches Material zum Massenmord in Katyn (343 S.)
  • Auswaertiges Amt – Weissbuch Nr. 2 – Dokumente zur Vorgeschichte des Krieges (369 S.)
  • Auswaertiges Amt – Weissbuch Nr. 3 – Polnische Dokumente zur Vorgeschichte des Krieges (128 S.)
  • Auswaertiges Amt – Weissbuch Nr. 4 – Dokumente zur englisch-franzoesischen Politik der Kriegsausweitung (134 S.)
  • Auswaertiges Amt – Weissbuch Nr. 5 – Weitere Dokumente zur Kriegsausweitungspolitik der Westmaechte (107 S.)
  • Auswaertiges Amt – Weissbuch Nr. 6 – Die Geheimakten des franzoesischen Generalstabes (399 S.)
  • Auswaertiges Amt – Weissbuch Nr. 7 – Dokumente zum Konflikt mit Jugoslawien und Griechenland (108 S.)
  • Auswaertiges Amt – Weissbuch Nr. 8 – Dokumente ueber die Alleinschuld Englands am Bombenkrieg gegen die Zivilbevoelkerung (94 S.)
  • Auswaertiges Amt – Weissbuch – Urkunden zur letzten Phase der deutsch-polnischen Krise (30 S.)


    Hier geht es zum Artikel: >>>DER POLENFELDZUG<<<


    Frankreich und England griffen jedoch nicht militärisch wirksam ein. Dieser „Sitzkrieg“ endete erst Anfang April 1940, als der britische Versuch das neutrale Norwegen zu besetzen scheiterte und Deutschland diesen Plan zuvor kam. Das „Unternehmen Weserübung“ war Anfang Mai weitgehend zugunsten des Deutschen Reichs entschieden.


    Hier geht es zum Artikel: >>>DER NORWEGENFELDZUG<<<


     Nach dem Sieg der Wehrmacht in Nordeuropa und nach mehreren von England und Frankreich abgelehnten Friedensangeboten des Führers, wurde im Westen der Angriffsbefehl erteilt. In einer Art „Sichelschnitt“ drangen deutsche Panzerverbände, teils eigenmächtig handelnd, binnen weniger Tage durch die Ardennen bis zur Kanalküste vor und kreisten die teilweise nach Belgien vorgerückten britisch-französischen Truppen ein. Das Gros des britischen Expeditionskorps und Teile der französischen Armee wurden während der Schlacht um Dünkirchen von der Wehrmacht restlos aufgerieben. Am 14. Mai um 20:30 Uhr wurde per Rundfunk die Gesamtkapitulation der niederländischen Streitkräfte verkündet. Am 28. Mai um 4 Uhr stellte die belgische Armee das Feuer ein und kapitulierte bedingungslos. In Belgien wird die – vergebliche – Verteidigung des Landes als Campagne des 18 jours bezeichnet (10. bis 28. Mai = 18 Tage).

    Von den besetzten Benelux-Ländern aus erfolgte Anfang Juni der Angriff auf das französische Kernland, der mit der Besetzung von Paris am 14. Juni vorentschieden wurde. Der Waffenstillstand, der am 25. Juni 1940 in Kraft trat, teilte Frankreich in ein unbesetztes Gebiet im Südosten, in eine deutsche Besatzungszone, die den Großteil Frankreichs im Westen und Norden umfasste, sowie in eine italienische Zone in den Westalpen, die sich Benito Mussolini durch seinen Kriegseintritt in der Endphase des Feldzugs sichern konnte.

     Der Krieg gegen den Haupt-Aggressor Großbritannien wurde mit dem Unternehmen „Adlerangriff“ und im Seekrieg (Atlantikschlacht) fortgeführt.


    Dokumentarfilm über den Westfeldzug aus dem Jahr 1941:

    SIEG IM WESTEN


    Taktische Grundlagen

    Das operative Nachkriegsdenken Frankreichs wurde geprägt von Marschall Philippe Pétain, dem Generalinspekteur der französischen Armee. Angesichts der schrecklichen Verluste, die Frankreich bei seinen Offensivoperationen im Ersten Weltkrieg erlitten hatte und gestützt auf persönliche Abwehrerfolge („Held von Verdun“) räumte er der Verteidigung Priorität ein und forcierte den Ausbau eines starken Verteidigungswalls, der Maginot-Linie. Zur Rolle der Panzerwaffe enthalten seine Grundsatzweisungen von 1921 nur den Satz: „Panzer unterstützen das Vorgehen der Infanterie durch Niederkämpfen von Feldbefestigungen und von hartnäckigem Widerstand der Infanterie.“ Der junge Panzeroffizier Charles de Gaulle schlug hingegen in seinem Buch Vers l’Armée de Métier vor, als Kern der Landstreitkräfte hochmobile, gepanzerte Großverbände aus Berufssoldaten zu rekrutieren, die die Entscheidung im Angriff suchen. Mit diesen Ideen konnte er sich allerdings erst nach Deutschlands Sieg in Polen durchsetzen; bis zum Beginn des Westfeldzuges kam es zu keiner wesentlichen Umsetzung der neuen Strategie.

    Unter dem Eindruck der Sicherung des Rheinlandes durch den Führer und der Inaktivität Frankreichs erklärte Belgien am 14. Oktober 1936 seine Neutralität. Der Beistandspakt mit den Westmächten wurde durch die grobe Geheimabsprache ersetzt, im Falle einer französisch-britischen Invasion gegen Deutschland in der „Dyle-Breda-Stellung“ gemeinsam eventuelle deutsche Gegenangriffe abzuwehren und dem französisch-britischenVorstoß nach Deutschland Deckung zu geben. Diese Linie verlief entlang der belgischen Maas bis Namur, dann über die sogenannte „Lücke von Gembloux“ nach Wavre und von dort entlang der Dyle über Antwerpen und Breda bis Moerdijk mit Anschluss an die so genannte Festung Holland.

    Im Deutschen Reich wurde die Taktik von Generaloberst Hans von Seeckt bestimmt, der ab 1920 die Reichswehr führte. Er war überzeugt, die Kriege der Zukunft würden von gut ausgebildeten, hochmobilen und von Fliegern unterstützten Heeren gewonnen werden. Da man Deutschland ein solches Heer in Versailles verwehrt hatte (Verbot von Panzer- und Luftfahrzeugen, Beschränkung auf 100.000 Mann Berufssoldaten), wollte er zumindest die Voraussetzungen dafür schaffen. Zur Sicherstellung der Verteidigungsfähigkeit Deutschlands nach dem Wegfall der Restriktionen erhielt die Masse der Reichswehrsoldaten eine weit über ihre aktuelle Funktion hinausgehende Ausbildung als Führungskräfte oder Spezialisten. Diese Männer waren der Grundstock des späteren Offizierskorps der Wehrmacht. Bezüglich der Entwicklung moderner Waffensysteme wurde die Kooperation mit dem Ausland angestrebt. Bedeutsam war vor allem die von 1922 bis 1933 laufende deutsch-sowjetische Zusammenarbeit (Panzer,Kampfflugzeuge). Die Restriktionen fielen am 17. März 1935 im Rahmen der Wiederherstellung der vollen deutschen Souveränität mit der Wiedereinführung der Wehrpflicht durch den Führer. Die Aufstellung deutscher Streitkräfte begann. Ihre Taktik: Panzerkräfte erzwingen gemeinsam mit der Infanterie und mit Luftwaffenunterstützung den Durchbruch und stoßen dann rasch in die Tiefe des Gefechtsfelds vor. Die (motorisierte) Infanterie folgt, schaltet Widerstandsnester aus und sichert die Flanken des Vormarsches mit Hilfe von Panzerabwehrkanonen ab.


    Der Kampf

    Die Kampfhandlungen begannen am 10. Mai 1940 um 5.35 Uhr mit Aktionen des Luftlandekorps (Heeresgruppe B) unter seinem Kommandierenden General Kurt Student. Mit dem Unternehmen „Sichelschnitt“ begann der Durchmarsch deutscher Verbände (Fall Gelb) mit insgesamt sieben Armeen durch die angeblich neutralen Staaten Niederlande, Belgien und Luxemburg. Neben Fort Eben-Emael (Teil der Grenzbefestigungen der Belgier am Albert-Kanal) griffen sie vor allem Brücken und Flugplätze in der Tiefe des Raumes an und besetzten sie. Der rasche Zugriff sollte zumindest in Holland ein Eingreifen der Alliierten unterbinden und die Verteidigungskräfte aufsplittern. Die Inbesitznahme der Ziele gelang fast überall, oft aber unter schweren Verlusten. Zahlreiche strategisch wichtige Brücken in Belgien und den Niederlanden konnten durch Kommandoeinsätze kleiner Trupps während des Unternehmens „Morgenröte“ kurz vor Beginn des Überraschungsangriffs (in der Nacht zum 10. Mai) bis zum Eintreffen regulärer deutscher Bodentruppen gesichert werden.

    UFA-Tonwoche Nr. 506 vom 15. Mai 1940

    136 deutsche standen gegen rund 137 alliierte Divisionen. Bereits an diesem Tag wurde die für uneinnehmbar gehaltene belgische Festung Eben-Emael durch deutsche Fallschirmjäger der Sturm-Abteilung „Koch“ eingenommen. Am 14. Mai überschritt General Guderian mit seiner Panzergruppe die Maas. Die Royal Air Force versuchte, die deutschen Pionierbrücken über dem Fluß zu zerstören, verlor dabei aber einen Großteil der Flugzeuge. Erst am 17. Mai trat die französische 4. Panzerdivision unter Charles de Gaulle zu einem Gegenangriff auf Montcornet an, der aber wegen starker Attacken deutscher Sturzkampfbomber abgebrochen werden mußte. Am 17. Mai wurde Brüssel kampflos eingenommen.

    Die Niederländer wurden in kürzester Zeit geschlagen. Bedingt durch den Venlo-Zwischenfall hatte das Land zuvor aufgrund der Zusammenarbeit mit dem feindlichen englischen Geheimdienst seinen angeblichen Neutralitätskurs bereits verlassen. Eine Besetzung dieses Landes im Kriegszustand war von daher nachvollziehbar. Die Kapitulation der niederländischen Truppen wurde nach der Bombardierung Rotterdams am 14. Mai eingeleitet. Einen Tag später kapitulierten die niederländischen Truppen, und die Regierung sowie Königin Wilhelmina ließen die Niederländer im Stich und flohen nach London ins Exil. Als Reichskommissar für die Niederlande wurde Arthur Seyß-Inquart eingesetzt.

    Am 19. Mai erreichte die deutsche 6. Armee den Fluß Schelde und stieß bis Abbeville vor. Der Vormarsch in diese Gebiete erfolgte so schnell, daß die britischen und französischen Einheiten bei Dünkirchen eingekesselt wurden.

    Tobis-Wochenschau Nr. 22 vom 22 Mai 1940

    Als die Trümmer der britischen Expiditionsstreitkräfe über den Kanal nach England flüchteten, bereitete sich Frankreich auf die Verteidigung vor. Fall Rot, so der deutsche Deckname für die zweite Offensive in Frankreich, begann am 5. Juni mit einer deutschen Offensive an der Aisne und der Somme. Am 9. Juni überschritten Soldaten der 6. Infanteriedivision die Seine. Mussolini beschloß, am 11. Juni in den Krieg gegen die britisch-französische Allianz einzutreten.

    Am 14. Juni besetzten Teile der 18. Armee die französische Hauptstadt Paris. Um die Stadt nicht zum Kriegsschauplatz werden zu lassen, war sie zuvor von den Franzosen geräumt worden. Gleichzeitig durchbrach die Heeresgruppe C die Maginot-Linie und die symbolträchtige Festung Verdun konnte ebenfalls eingenommen werden.


    Der Sieg

    Am 17. Juni erklärte Philippe Pétain, Ministerpräsident der neu gebildeten französischen Regierung, die Niederlage Frankreichs:

    „Das Unglaubliche war geschehen. Deutschland hatte den Krieg in Europa gewonnen“

    Rede des Führer nach Beendigung des Westfeldzuges:

    Am 21. Juni wurden die französischen Unterhändler im Wald von Compiègne von Hitler empfangen. Zur Unterzeichnung der vergleichsweise maßvollen Waffenstillstandsbedingungen kam es gegen Abend des 22. Juni 1940. Der deutsch-französische Waffenstillstand trat am 25. Juni um 01.35 Uhr in Kraft.

    Nur sechs Wochen und drei Tage hatte der Blitzkrieg im Westen gedauert. Er forderte das Leben von über 135.000 alliierten und etwa 46.000 deutschen Soldaten. Die Schweiz konnte bis dahin ihre Unabhängigkeit wahren. Ab 1944 kam es jedoch dann auch zu angloamerikanischen Terrorangriffen auf Schweizer Städte. (siehe auch: Die Schweiz im Zweiten Weltkrieg).

    Frankreich wurde in zwei Zonen geteilt: Der Norden und der Westen Frankreichs waren von der Wehrmacht besetzt. Hier befanden sich wichtige Flugfelder und Marinebasen für die Verteidigung gegen Großbritannien. Die Häfen am Atlantik, insbesondere Brest, wurden die wichtigsten Operationsbasen der deutschen U-Boote. Der östliche und südliche Teil Frankreichs blieb unter französischer Kontrolle, und Philippe Pétain wurde von der französischen Nationalversammlung zur Regierungsbildung beauftragt. Er regierte von Vichy aus den Rest Frankreichs, der seine politische Autonomie vollständig behielt und auch von den Alliierten anerkannt wurde (Marschall Pétain wurde nach dem Zweiten Weltkrieg als Kollaborateur zum Tode verurteilt, dann aber noch begnadigt).

    General Charles de Gaulle (1890–1970) floh ins Exil nach London, wo er sich ohne rechtliche Grundlage zum „Führer des freien Frankreichs“ ausrief und die Stabilität des französischen Staates vor allem in den Kolonien unterminierte.

    Am 22. Juli 1940 übermittelte der englische Botschafter Lord Lothian aus Washington, Deutschland habe „überaus befriedigende“ Friedensbedingungen übermittelt. Der englische Außenminister Halifax lehnte das deutsche Angebot auf Anweisung Churchills ab. Hugh Dalton, der Minister für ökonomische Kriegsführung, notierte in Churchills Auftrag, Europa in Brand zu stecken. „Setzen Sie Europa in Brand!“ befahl Churchill.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s