Der Norwegenfeldzug

Der Norwegenfeldzug oder auch dessen Deckname: Unternehmen „Weserübung“ (auch: Fall „Weserübung“) bezeichnet die Besetzungen Dänemarks und Norwegens während des Zweiten Weltkrieges durch die deutsche Wehrmacht um zu verhindern das die Briten und Franzosen Norwegen zum Aufmarschplatz gegen Deutschland missbrauchen konnten.

Nachdem englische Neutralitätsverletzungen in norwegischen Gewässern vorgefallen waren und alliierte Besetzungspläne bekannt wurden, reagierte die um ein vielfaches zahlenmäßig unterlegene deutsche Kriegsmarine mit einem tollkühnen Unternehmen, dessen einzige Erfolgschance die völlige Überraschung der englischen und französischen Truppen mit einen deutschen Gegenangriff war.

Die militärische Offensive vom 9. April bis 10. Juni 1940 hatte das Ziel, die von den Briten bereits angelaufene Besetzung Norwegens und Dänemarks zu verhindern.

„Ich bin der Überzeugung, daß dieser Schritt des Führers einen altehrwürdigen Teil Europas vor dem sicheren Untergang und der absoluten Vernichtung, die unseren englischen und französischen Feinden offensichtlich gleichgültig sind, bewahrt hat.“(Quelle: Joachim von Ribbentrop, deutscher Außenminister, in seiner Erklärung vor der Auslandspresse vom 9. April 1940)

DOKUMENTE BRITISCH-FRANZÖSISCHER KRIEGSAUSWEITUNGSPOLITIK:

  • Britsch-Polnischer Kriegsplan gegen Deutschland vom 17. Julie 1939 (5 S.)
  • Freytagh-Loringhoven – Deutschlands-Aussenpolitik 1933 bis 1939 (261 S.)
  • Auswaertiges Amt – Dokumente polnischer Grausamkeit (459 S.)
  • Auswaertiges Amt – Ein französischer Diplomat über die bolschewistische Gefahr (186 S.)
  • Auswaertiges Amt – Amtliches Material zum Massenmord in Katyn (343 S.)
  • Auswaertiges Amt – Weissbuch Nr. 2 – Dokumente zur Vorgeschichte des Krieges (369 S.)
  • Auswaertiges Amt – Weissbuch Nr. 3 – Polnische Dokumente zur Vorgeschichte des Krieges (128 S.)
  • Auswaertiges Amt – Weissbuch Nr. 4 – Dokumente zur englisch-franzoesischen Politik der Kriegsausweitung (134 S.)
  • Auswaertiges Amt – Weissbuch Nr. 5 – Weitere Dokumente zur Kriegsausweitungspolitik der Westmaechte (107 S.)
  • Auswaertiges Amt – Weissbuch Nr. 6 – Die Geheimakten des franzoesischen Generalstabes (399 S.)
  • Auswaertiges Amt – Weissbuch Nr. 7 – Dokumente zum Konflikt mit Jugoslawien und Griechenland (108 S.)
  • Auswaertiges Amt – Weissbuch Nr. 8 – Dokumente ueber die Alleinschuld Englands am Bombenkrieg gegen die Zivilbevoelkerung (94 S.)
  • Auswaertiges Amt – Weissbuch – Urkunden zur letzten Phase der deutsch-polnischen Krise (30 S.)


    Dokumentarfilm über den Feldzug in Norwegen aus dem Jahr 1940:

    KAMPF UM NORWEGEN



    Überblick der Seeoperation

    Der Einsatz der sechs Kampfgruppen, deren Landungstruppen nur leicht bewaffnet waren, war so abgestimmt, daß sie gleichzeitig ihre Ziele erreichten, wo sie auf die Schiffe der „Ausfuhrstaffel“ stoßen sollten. Tatsächlich waren alle verfügbaren Überwasserkriegsschiffe eingesetzt. Im Falle einer Gefechtsberührung mit der übermächtigen Royal Navy wäre sowohl das Unternehmen als auch der Bestand der Flotte gefährdet gewesen, wie es sich bei der Narvik-Operation später zeigen sollte. Es kam zu einem Wettlauf nach Norwegen. Faktisch waren beide Flotten gleichzeitig unterwegs, so daß es zu gelegentlichen Zusammentreffen kam, was die Deutschen nach Möglichkeit vermeiden wollten.

    • Kampfgruppe 1 mit Ziel Narvik:
      • Die Kampfgruppe 1 bestand aus zehn Zerstörern mit 2.000 Gebirgsjägern der 3. Gebirgs-Division an Bord. Fernen Geleitschutz gaben die beiden Schlachtkreuzer „Scharnhorst“ und „Gneisenau“. Die Zerstörer versenkten die beiden alten norwegischen Küstenpanzerschiffe „Norge“ und „Eidsvold“ (rund 4.000 t). Narvik konnte vorerst besetzt werden.

    • Kampfgruppe 2 mit Ziel Trondheim:
      • Die Kampfgruppe 2 bestand aus dem Schweren Kreuzer „Admiral Hipper““ und vier Zerstörern mit 1.700 Mann. Die „Admiral Hipper“ versenkte den Zerstörer „HMS Glowworm“. Das Fort Agdenes bei Trondheim mußte sich nach dreistündigem, heftigem Kampf ergeben.

    • Kampfgruppe 3 mit Ziel Bergen:
      • Die Kampfgruppe 3 bestand aus den Leichten Kreuzern „Königsberg“ und „Köln“, dem Artillerieschulschiff „Bremse“, dem Transporter „Karl Peters“, zwei Torpedobooten und fünf Schnellbooten mit 1.700 Mann. Die Forts von Bergen beschädigten drei Schiffe, mußten sich aber innerhalb von Stunden ergeben. Am 10. April wurde die „Königsberg“ im Hafen von britischen Trägerflugzeugen versenkt.

    • Kampfgruppe 4 mit Ziel Kristiansand:
      • Die Kampfgruppe 4 bestand aus dem Leichten Kreuzer „Karlsruhe“, drei Torpedobooten, sieben Schnellbooten und dem Begleitschiff „Tsingtau“ mit 1.100 Mann. Die „Karlsruhe“ wurde vor Kristiansand von einem britischen U-Boot torpediert und sank.

    • Kampfgruppe 5 mit Ziel Oslo:
      • Die Kampfgruppe 5 bestand aus dem Schweren Kreuzer „Lützow“, dem Schweren Kreuzer „Blücher“, dem Leichten Kreuzer „Emden“, drei Torpedobooten und acht Minenräumbooten mit 2.000 Mann. Die „Blücher“ wurde durch Artillerie- und Torpedobatterien von der Festung Oskarsborg aus versenkt, wodurch die Besetzung von Oslo verzögert wurde. So konnten das Königshaus, der Storting (Parlament) und die Regierung nach Norden fliehen.

      • Kampfgruppe 6 mit Ziel Egersund: 
      • Die Kampfgruppe 6 bestand aus vier Minenräumern mit 150 Mann. Die Besetzung Egersunds erfolgte, ohne auf wesentlichen Widerstand zu stoßen

    DER KAMPF

    Die militärische Offensive wurde eingeteilt in die beiden Operationen „Weserübung Süd” und „Weserübung Nord”. Die deutsche Besetzung Dänemarks spielte lediglich eine strategische Nebenrolle. Es wurde dem Land gestattet, seine Regierung zu behalten und es soll zu nur einem Schußwechsel zwischen deutschen und dänischen Truppen gekommen sein.


    UFA Tonwoche No. 502. (17 April, 1940) zur Besetzung Dänemarks:


    Norwegen jedoch war kriegswichtig. Das Reich bezog aus dem skandinavischen Raum den Großteil seiner Eisenerz- und Nickellieferungen. Dies wollten die Engländer durch die Verminung der Westküste Skandinaviens unterbinden. Mit der Operation „Wilfried“ plante England selbst die Besetzung. Einen Tag nach Beginn dieser Operation am 5. April 1940 startete die Operation „Weserübung“, wobei sich die gesamte deutsche Flotte nach Norden bewegte. Nur um wenige Stunden entschieden die Deutschen den Wettlauf nach Norwegen für sich. Die Operation kam jedoch erst am 9. April mit der Landung deutscher Gebirgsjägereinheiten richtig in Gang. Die deutsche Führung hoffte auf eine friedliche Besetzung, aber die norwegische Regierung entschloß sich zum aussichtslosen Widerstand. Dabei hatte sie auch den Weg der Neutralität verlassen, als der Befehl, auf deutsche Schiffe zu feuern, auf britische aber nicht, erteilt wurde. Die erbittertsten Kämpfe gab es um den kriegswichtigen Hafen Narvik.

    Es kam deutscherseits nur zum Einsatz einer einzigen kleinen Panzerabteilung, darunter aber ein paar der wenigen schweren Panzer, über die das deutsche Heer damals verfügte, sogenannte Neubaufahrzeuge mit drei Türmen.

    Am 13. April kam es zu einigen schweren Seegefechten, bei denen es neun britischen Zerstörern und dem Schlachtschiff HMS „Warspite“ gelang, im Ofot-Fjord alle dortigen deutschen Zerstörer, denen der Rückzugsweg abgeschnitten war, zu versenken. Die schiffbrüchigen Matrosen dieser Schiffe verstärkten danach die deutschen Gebirgsjäger und konnten so in der Folge gegen die große Übermacht der feindlichen Truppen aushalten. Weiterhin gingen die leichten deutschen Kreuzer „Karlsruhe“ (englische U-Boot-Torpedos) und „Königsberg“ (englischer Luftangriff) sowie etliche Frachter durch Angriffe alliierter See- und Luftstreitkräfte verloren. Der nagelneue Schwere Kreuzer „Blücher“ mußte nach Torpedotreffern einer den deutschen Streitkräften nicht bekannten norwegischen Küsten-Torpedobatterie aufgegeben werden.

    Am 17. April landeten die Alliierten schließlich und setzten die Truppen der Wehrmacht auch durch massiven Beschuß seitens der Royal Navy unter starken Druck. Bis zum 19. April wurden umfangreiche alliierte Verbände, unter anderem auch polnische Soldaten und Reste der Fremdenlegion, in Norwegen angelandet.

    Inzwischen verbesserte sich, bedingt durch die Jahreszeit, das Wetter in Norwegen, so daß die Wehrmacht ihre Fronten festigen konnte. Bei schweren Angriffen der deutschen Luftwaffe wurden am 2. Mai ein britischer und ein französischer Zerstörer vor der Hafenstadt Namsos versenkt.

    UFA-Tonwoche Nr. 504 vom 3. Mai 1940

    UFA-Tonwoche Nr. 505 vom 8. Mai 1940

    Noch im selben Monat beschloß Winston Churchill wegen der deutschen Erfolge in Frankreich den Abzug der Alliierten aus Norwegen. Bevor die 24.500 Soldaten evakuiert werden konnten, gelang es ihnen jedoch noch, in Narvik einzudringen und den wichtigen Hafen zu zerstören. Der englische Befehlshaber ließ dem norwegischen Kommandanten noch einen Brief zukommen, in dem er ihm noch viel Glück bei der weiteren Verteidigung wünschte, und machte sich sodann aus dem Staub. Der Norweger war darüber dermaßen empört, daß er das Schreiben dem deutschen Befehlshaber Dietl persönlich zeigte. Er war aber weder der erste noch der letzte, der in diesem Krieg den Wert der englischen Hilfe und Treue kennenlernen sollte. Am 10. Juni kapitulierten schließlich die verbliebenen norwegischen Soldaten, womit das Unternehmen „Weserübung“ abgeschlossen war.

    Der deutsche Sieg war strategisch und wirtschaftlich von großer Bedeutung, noch größer vom Prestige her, brachte aber auch erwartungsgemäß empfindliche Verluste für die im Vergleich zur englischen oder französischen kleine deutsche Flotte. Durch die Torpedokrise, die viele mögliche Erfolge der deutschen U-Boote zunichte machte, waren die englischen Verluste auch kleiner als erhofft. Immerhin konnte noch der Flugzeugträger „Glorious“ samt seiner Zerstörereskorte „Ardent“ und „Acasta“ von den Schlachtschiffen „Scharnhorst“ und „Gneisenau“ versenkt werden.

    Am 9. Mai richtete Der Führer an den Oberbefehlshaber der deutschen Truppen in Norwegen folgenden Befehl:

    Entgegen dem Willen des deutschen Volkes und seiner Regierung haben König Haakon von Norwegen und sein Kabinett zum Kriege aufgefordert.
    In diesem Kampfe konnten folgende Feststellungen gemacht werden: Anläßlich des Krieges im Osten wurden von den Polen deutsche Soldaten, die das Unglück hatten, verwundet oder unverwundet in ihre Hände zu fallen, meist in der grausamsten Weise mißhandelt und zu Tode massakriert. Zum Unterschied muß von der norwegischen Armee festgestellt werden, daß sich in ihr nicht ein Fall einer solchen entwürdigenden Entartung der Kriegführung gezeigt hat.
    Der norwegische Soldat hat alle feigen und hinterlistigen Mittel, wie sie bei den Polen an der Tagesordnung waren, verabscheut. Er hat offen und ehrlich gekämpft und unsere Verwundeten und Gefangenen nach seinem besten Vermögen anständig behandelt, geachtet und versorgt.
    Die Zivilbevölkerung hat eine ähnliche Haltung bewiesen. Sie beteiligte sich nirgends am Kampf und nahm sich in fürsorglicher Weise unserer Verletzten an.
    Ich habe mich daher entschlossen, in Würdigung dieser Umstände die Genehmigung zu erteilen, die gefangenen norwegischen Soldaten wieder in Freiheit zu setzen. Nur die Berufssoldaten müssen so lange in Haft behalten werden, bis die ehemalige norwegische Regierung ihren Aufruf zum Kampfe gegen Deutschland zurückgezogen hat oder bis sich Offiziere und Soldaten durch feierliches Ehrenwort im einzelnen verpflichten, unter keinen Umständen an weiteren Kampfhandlungen gegen Deutschland teilzunehmen.(Quelle: Adolf Hitler Reden: Der Großdeutsche Freiheitskampf – Band II, Zentralverlag der NSDAP, F. Eher Verlag 1941, S. 5)

    Norwegen wurde Reichskommissariat, sollte jedoch nach dem Willen des Führers als selbständiger Staat bestehen bleiben und Teil des deutschen Verwaltungsgebietes sein. Im weiteren Verlauf wurde Norwegen stark befestigt, weil der Führer mit einer erneuten alliierten Invasion rechnete. Im Februar 1942 wurde eine neue Regierung unter Vidkun Quisling zugelassen. Deutscher Reichskommissar wurde Josef Terboven. Der norwegische König hatte bereits sein Land im Stich gelassen und sich nach England abgesetzt, um dort eine Exilregierung von Churchills Gnaden zu bilden.

    Fallschirmjäger

    Eine wesentliche Rolle nahmen die Fallschirmjäger der deutschen Luftlandetruppen im April 1940 bei der Durchführung des Feldzuges gegen Dänemark und Norwegen ein. Zu ihren Aufträgen zählten vor allem die taktischen Aufträge zur Einnahme von Flugplätzen und operativ wichtigen Verkehrsknotenpunkten; sie ermöglichten damit die Anlandung weiterer deutscher Verbände (Flughäfen von Oslo [Fornebu], Kristiansand [Kjevik] und Stavanger [Sola], so daß Luftbrücken für schnellen Nachschub und Verstärkung entstehen konnten).

    Flughäfen Oslo und Stavanger

    In den ersten Stunden des Unternehmens „Weserübung“ (am 9. April) wurde versucht, die 1. und 2. Kompanie des I./Fallschirm-Jäger-Regiments 1 auf dem Flugplatz Oslo-Fornebu abzusetzen. Dichter Nebel verhinderte dies. Nach dem Aufreißen des Nebels kämpften deutsche Tiefflieger die Verteidiger des Flugfeldes nieder und ermöglichten den Ju 52 mit den Soldaten an Bord die Landung. Die 3. Kompanie der Fallschirmjäger hatte den Befehl, im Sprungeinsatz den Flughafen von Stavanger zu erobern, was auch nach kurzer Zeit gelang.

    Dänemark

    Die 4. Kompanie des I./Fallschirmjägerregiments 1 kam in Dänemark zum Einsatz. Ihr Ziel war die Brücke zwischen den Inseln Seeland und Falster. Die dänischen Brückenwachen wurden überrascht und nach kurzem Widerstand entwaffnet.

    Dombås

    Eine der Kompanien, die in Oslo eingesetzt waren, bestieg nach Klärung der Lage am 14. April wieder die Maschinen und wurde östlich von Dombås abgesetzt. Sie sollte dort die Vereinigung der in Namsos gelandeten Alliierten mit den Norwegern verhindern. Zudem sollte die Bahnlinie unterbrochen und die Straße weiter südlich gesperrt werden. Das Unternehmen stand unter Leitung von Oberleutnant Schmidt. Bereits im Anflug wurden jedoch drei der 15 Maschinen abgeschossen, beim Absetzen der Fallschirmjäger dann weitere fünf. Die Sprengung der Bahnlinie gelang, jedoch waren die feindlichen Verbände zu stark, so daß die Sperrung der Straße nur kurzfristig gelang. Nach fünf Tagen mußte sich der aus nur noch 34 Männern bestehende Rest der Truppe den eingetroffenen Engländern ergeben. Kurz vor dem Abtransport über Narvik wurden sie von Soldaten der eigenen Division befreit.

    Narvik

    Schlacht um Narvik

    Nach der Anlandung deutscher Gebirgsjäger in Narvik entwickelten sich schwere Kämpfe mit den in Namsos angelandeten französischen und britischen Streitkräften. Die Nachschublage für die deutschen Truppen gestaltete sich schwierig, da der Landweg versperrt war. Um die dort kämpfenden Truppen zu verstärken, wurden nicht mehr benötigte Truppenteile der Fallschirmjäger (7. Flieger-Division/1. Fallschirmjäger-Division) Ende Mai 1940 im Sprungeinsatz über Narvik abge

    Die Schlacht um Narvik

    Die Schlacht um Narvik war Teil des Unternehmens „Weserübung“ während des , sie fand vom 24. April bis 28. Mai 1940 um den norwegischen Ort Narvik statt. 24.500 Mann aus vier Nationen (Großbritanien, Norwegen, Polen und Frankreich) standen den deutschen Kräften aus 2.000 Gebirgsjäger, 2.600 Marineinfanteristen und 1.000 Fallschirmjäger gegenübe

    Nachdem englische Neutralitätsverletzungen in norwegischen Gewässern vorgefallen waren und alliierte Besetzungspläne bekannt wurden, kam die um ein vielfaches zahlenmäßig unterlegene deutsche Kriegsmarine in einem tollkühnen Unternehmen, dessen einzige Erfolgschance die völlige Überraschung der englischen und französischen Führung war, der feindlichen Besetzung Narviks, durch die Landung des Kärnter (→ Ostmark) Gebirgs-Jäger-Regimentes 144 der 3. Gebirgs-Division um kurze Zeit zuvor. Zehn deutsche Zerstörer hatten die Soldaten, unter dem Befehl des bayrischen Generals Eduard Dietl, in den hohen Norden gebracht und vor dem Ausschiffen die norwegischen Küstenpanzer Eidsvold und Norge versenken müssen, nachdem diese keine friedliche Lösung akzeptieren wollten.

    Die Zerstörer wurden dann in den Fjorden durch übermächtige englische Flotteneinheiten vom Weg zur offenen See abgeschnitten und gingen kämpfend unter bzw. setzten sich auf Strand. Die schiffbrüchigen Matrosen konnten aber der kleinen deutsche Truppe gegen den Angriff der großen Überzahl feindlicher Kräfte eine wichtige Verstärkung geben.

    Die Stadt konnte nicht gehalten werden, aber die Deutschen leisteten rund um diese weiter Widerstand. Gebirgsjäger General Dietl, unterstützt von Fallschirmjägern des FJR 1 und Marine-Stoßtrupps der Kriegsmarine, hielt in einer Lage aus, die das OKW als absolut hoffnungslos eingestuft hatte so das man ihm daher einen Übertritt ins neutrale Schweden freigestellt hatte. Dietl aber hielt stand! Durch diese Leistung wurde Dietl einer der populärsten deutschen Heerführer im Zweiten Weltkrieg und offiziell als der Held von Narvik bezeichnet. Nur die Luftwaffe konnte etwas Entlastung bringen, ansonsten war man auf sich gestellt.

    Generaloberst Eduard Dietl

    Ein Salzburger Regiment machte sich auf den unglaublich beschwerlichen Weg durch die zerklüftete Wildnis, um den Narvikkämpfern zu Hilfe zu kommen (Unternehmen „Büffel“), kam aber nicht mehr rechtzeitig an, um in die Kämpfe eingreifen zu können. Infolge der gewaltigen Erfolge der Wehrmacht im Westfeldzug mußten die Alliierten Narvik und Norwegen nämlich schon vorher fluchtartig, wie auch auf dem Festland nach der Schlacht von Dünkirchen, räumen. Sie haben im weiteren Verlauf des Krieges nie wieder versucht, Norwegen anzugreifen.


    Das Ergebnis

    Obwohl die Verluste groß waren, für die deutsche Kriegsmarine eigentlich unersetzbar, war der strategische Gewinn für Deutschland mehr als lohnend:

    • die Erzzufuhr nach England war unterbunden und für die deutsche Schwerindustrie ab Anfang 1941 gesichert;
    • die Besetzung Dänemarks sicherte die Verbindung nach Norden und zur Ostsee;
    • eine britische Blockade war verhindert und nach dem Westfeldzug in eine deutsche Gegenblockade mit U-Booten und Flugzeugen umgewandelt worden;
    • die nordnorwegischen Stützpunkte sollten sich auch gegen die späteren arktischen Geleitzüge nach Murmansk und Archangelsk von unschätzbarem Wert für die Einsatzführung erweisen;
    • im Gegensatz zur passiven Flottenstrategie – „fleet in being“ – des Ersten Weltkrieges konnte Deutschland nun aufgrund seiner flankierenden Außenbasen trotz seiner gegenüber damals wesentlich kleineren Flotte Großbritannien mit Handelsstörern und U-Booten blockieren und in seiner Existenz als kriegführende Macht gefährden.

     

3 Gedanken zu “Der Norwegenfeldzug

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