Kurt Adolf Wilhelm Meyer („Panzermeyer“)

Kurt Adolf Wilhelm Meyer („Panzermeyer“) (Lebensrune.png 23. Dezember 1910 in Jerxheim; Todesrune.png 23. Dezember 1961 in Hagen, Westfalen) war (ab 1944) ein deutscher SS-Brigadeführer und Generalmajor der Waffen-SS.

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Kurt Meyer

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Militärischer Werdegang

Kurt Meyer trat Ende der 1920er Jahre in den Polizeidienst ein. Am 1. September 1930 trat er der NSDAP und später dann auch der SS bei. Er kam zunächst zur 22. SS-Standarte nach Schwerin, bis er im Jahre 1932 SS-Untersturmführer wurde. 1934 wechselte er zu der noch jungen Leibstandarte (LSSAH) und 1936, nach der Beförderung zum SS-Obersturmführer, bekam er das Kommando über die 14. Panzerabwehrkompanie der Standarte, die zu diesem Zeitpunkt Regimentsstärke hatte.

1939, noch im Dienstgrad eines SS-Hauptsturmführers, durchlief er im Laufe des Krieges eine rasante Karriere. Er nahm zunächst als Chef der 14. Panzerabwehrkompanie der Leibstandarte am Polenfeldzug teil. Am 20. September 1939 wurde ihm das Eiserne Kreuz II. Klasse verliehen. Da ihm die Aufgaben in der Panzerabwehrkompanie aber nicht lagen, wechselte er dann später zu den Kradaufklärern und nahm mit seiner neuen Kompanie am Westfeldzug teil, in dessen Verlauf ihm am 8. Juni 1940 das Eiserne Kreuz I. Klasse verliehen wurde. Bereits 1941 wurde er zum SS-Sturmbannführer befördert und erhielt aufgrund seiner Leistungen das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes.

Meyer kämpfte während des Krieges mit seinen Soldaten in Griechenland, an der Ostfront und bei der Invasion in der Normandie erneut in Frankreich.

Zunächst wurde er als „Schneller Meyer“ bekannt, da er als Kommandeur der Aufklärungsabteilung der LSSAH und später als Kommandeur eines Regiments und einer Kampfgruppe immer wieder Freund und Feind durch seine blitzschnellen Manöver und die daraus resultierenden Erfolge überraschte. Seinen Spitznamen “Panzermeyer” erhielt er, weil er Ende der 1920er Jahre als Polizist von einem Dach gestürzt war und mit vielen Knochenbrüchen überlebte. Aus diesem Sturz resultierte die Verkürzung eines seiner Beine, wodurch er gezwungen war, einen orthopädischen Schuh tragen zu müssen. Außerdem hatte er bis zum Ende seines Lebens starke Schmerzen.

1944 wurde er zum SS-Brigadeführer und Generalmajor der Waffen-SS befördert und galt damit als der jüngste General der deutschen Streitkräfte. Er übernahm während der Kämpfe in der Normandie das Kommando über die 12. SS-Panzerdivision „Hitler-Jugend”, die 1943 aufgestellt und, mit Ausnahme der Offiziere, der rangältesten Unteroffiziere und der Stamm-Mannschaften der Einheiten aus der Hitlerjugend heraus rekrutiert worden war.

Zunächst unterstand Meyer das SS-Panzergrenadierregiment 25 der 12. SS-Panzerdivision. Er übernahm, nachdem Fritz Witt bei einem Artillerieschlag getötet worden war, das Kommando der Division. Nach den Kämpfen direkt in Folge der Invasion wurde er mit seinen Männern in Caen eingeschlossen.

Es gelang Meyer, mit etwa noch 5.000 von ursprünglich 22.000 Mann, Caen zu räumen. Mit den Resten seiner Division nahm er nun an den Kämpfen um Falaise teil, wurde dort abermals eingeschlossen und von den Alliierten fast pausenlos bombardiert. Trotz der aussichtslosen Lage gelang ihm abermals, jetzt mit nur noch ungefähr 1.500 Mann, der Ausbruch.

Bis Mitte Juli zerstörte die 12. SS-Division „Hitler-Jugend“ 219 feindliche Panzer und verhinderte den Durchbruch der Engländer ins Hinterland. Für diese außergewöhnlichen Leistungen wurde Kurt Meyer am 27. August 1944 mit dem Eichenlaub mit Schwertern zum Eisernen Kreuz ausgezeichnet.

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Kurt Meyer

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Gefangennahme

Kurt Meyer geriet im September 1944 in die Hände einer belgischen Partisanenbande und wurde von diesen dann den Alliierten übergeben.

Nachdem er an die Alliierten ausgeliefert worden war, kam er zunächst in ein Gefangenenlager in Frankreich. Von dort wurde er später in ein Lager nach England überstellt, wo er mehrmals Verhören unterzogen wurde. Hier im Generalslager Enfield (Trent Park) traf er auch auf seinen Untergebenen und Kameraden Max Wünsche, der im Kessel von Falaise in Gefangenschaft geraten war. Nach einiger Zeit wurde er schließlich nach Aurich, Deutschland geflogen und dort in ein Gefängnis der Alliierten gebracht.

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Kurt Meyer in den Mühlen der kanadischen Siegerjustiz

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Anklage

Hier wurde ihm dann am 10. Dezember 1945 durch die Kanadier, in deren Gefangenschaft er sich nun befand, der Prozess gemacht. Die Anklagepunkte der Kanadier, die selbst mit dem Befehl „no prisoners were to be taken“ kämpften, lauteten wie folgt:

  1. dass Meyer Kriegsverbrechen begangen hat, im Königreich Belgien und der Republik Frankreich, im Laufe des Jahres 1943 und vor dem 7. Juni 1944, als Kommandeur des SS-Panzergrenadierregimentes 25, in Übertretung der Gesetze und Gebräuche des Krieges, indem er Truppen unter seinem Befehl aufgehetzt und beraten hat, alliierten Truppen Pardon zu verweigern.
  2. dass Meyer ein Kriegsverbrechen in der Normandie begangen hat, indem er als Kommandeur des SS-Panzergrenadierregimentes 25 verantwortlich war für die Tötung von sieben Kriegsgefangenen in der Nähe seines Gefechtsstandes im Kloster Ancienne Abbaye Ardenne.

Meyer wurde schließlich am Ende des Prozesses zum Tode durch Erschießen verurteilt.

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Kurt Meyer in der Todeszelle

Während Kurt Meyer in der Todeszelle saß, bemühten sich eine Reihe von Leuten um sein Leben, darunter u.a. der Bischof von Münster, Clemens August Graf von Galen. Die Todesstrafe wurde schließlich in lebenslange Haft umgewandelt. Da Meyer Gefangener der Kanadier war, wurde er nach Umwandlung des Todesurteils nach Dorchester, Kanada in ein Gefängnis gebracht. In der Zeit, die er dort in Haft saß, setzten sich wiederum eine ganze Reihe von Persönlichkeiten für ihn ein. Am 17. Oktober 1951 wurde er dann von Dorchester nach Werl, Deutschland, verlegt.

Meyer wurde am 6. September 1954, nach 9 Jahren, frühzeitig und nach einer Intervention durch Bundeskanzler Konrad Adenauer bei den Westalliierten aus der Haft entlassen. Er veröffentlichte schließlich, auch bestärkt durch den jubelnden Empfang, der ihm bei der Rückkehr in seine Heimatgemeinde bereitet wurde, sein Buch „Grenadiere!“, in dem er seine Erlebnisse während des Krieges und seiner Zeit in Haft schildert. Er engagierte sich in exponierter Position in der HIAG. Nach seiner Haftentlassung wurde Meyer als Vertriebsleiter in der Andreas-Brauerei in Hagen eingestellt. Der Brauereieigentümer Karl-Horst Andreas war ebenfalls Offizier der Waffen-SS.

Tod

Im Alter von nur 51 Jahren verstarb Kurt Meyer am 23. Dezember 1961 „infolge der schweren Kriegsverletzungen und der großen gesundheitlichen Belastungen während der Gefangenschaft …“ an einem Herzinfarkt. Bei seiner Beisetzung am 28. Dezember in Hagen-Delstern gaben nahezu 5000 das Geleit, darunter auch Bundestagsabgeordnete, Politiker und hohe Offiziere der Wehrmacht, wie Generaloberst a. D. Sepp Dietrich und der Bundeswehr.

Auszeichnungen (Auszug)

  • Medaille zur Erinnerung an den 13. März 1938
  • Medaille zur Erinnerung an den 1. Oktober 1938 mit Spange Prager Burg
  • Eisernes Kreuz (1939) 2. und 1. Klasse
  • Deutsches Kreuz in Gold am 8. Februar 1942
  • Medaille Winterschlacht im Osten 1941/42
  • Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes mit Eichenlaub und Schwertern

    • Ritterkreuz am 18. Mai 1941 als SS-Sturmbannführer und Kommandeur der SS-Aufklärungsabteilung „Leibstandarte-SS Adolf Hitler“
    • Eichenlaub am 23. Februar 1943 (195. Verleihung) als SS-Obersturmbannführer und Kommandeur der SS-Panzer-Aufklärungs-Abteilung 1 „Leibstandarte-SS Adolf Hitler“
    • Schwerter am 27. August 1944 (91. Verleihung) als SS-Standartenführer/SS-Oberführer und Kommandeur der 12. SS-Panzer-Division „Hitlerjugend“
  • Nennung im Wehrmachtbericht am 29. Juni 1944

3 Gedanken zu “Kurt Adolf Wilhelm Meyer („Panzermeyer“)

  1. Mein „Alter Herr“ war zusammen mit der Siegerländer HIAG bei Panzermeyers Begräbnis. Wie er später berichtete war der Friedhof rappelvoll. Nach Polizeiangaben befanden sich zwischen 6.000 und 12.000 Kameraden in der Friedhofsregion. Andere sprachen von 30.000 angereisten Männern der Waffen-SS. Stimmung und Haltung der SS-Männer waren wie im Kampf derart geschlossen, daß sich niemand aus der Kollaboration auch nur in die Nähe der Veranstaltung wagte.

    Noch ein verspäteter Gruß nach Walhall

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  2. Mein Großvater hat in der Aufklärungsabteilung der LSSAH als Untersturmführer gedient. Gestern ist er gestorben. Friede seiner Seele und seinen letzten Gedanken an sein großes Abenteuer in der LSSAH, welches ihm zwar seine Beine, jedoch nicht seine Ehre und Treue gekostet hat.

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