Peter Mattes

Dieser Eintrag stammt von Eleonore Zorn (*1939 ) aus Mannheim , November 2006 :

Peter Mattes wurde am 30. Juli 1890 in Szentfülop, Komitat Bacz in Ungarn geboren. Nachdem er am 18. Dezember 1914 zum Landsturmdienst mit der Waffe in Hodschag (heute OdÂ?aci, Nordserbien) eingezogen wurde und am 14. Januar 1915 seine Ausbildung begonnen hatte, wurde Mattes am 25. März 1915 zur 3/9. m. Kompanie eingeteilt. Er starb am 15. Mai 1916. Eleonore Zorn ist die Enkelin des Tagebuchschreibers.
Erstes Kriegstagebuch (12. April 1915 – 10. Jan. 1916)

11. Mai: Um 8 Uhr abends aus dem Lager abmarschiert, bei Regenwetter über Gibavarty, Siet nach Vasitze ist ca. 15 km schwerer Marsch. Ankunft um 12.30 in der Nacht.

13. Mai: Abmarsch von Vasitze [oder Vasice] unbekannt wohin an dem Fest Christi Himmelfahrt um 10 Uhr 30 Minuten vormittags einwaggoniert in Siet um 12.30 Uhr. Nachmittag Ankunft in Vincovce um 4 Uhr Nachmittag. Nachtmahl in Brod um 8 Uhr abends.

14. Mai: Frühstück in Agram um 7 Uhr morgens, Steinbruk a.d. Krain, Steir.Grenze, 12 Mittagsmahl.

14. Mai halb 2 Uhr Ankunft in Laibach/Krain. Ausgestiegen und einquartiert in Provacina um 8 Uhr abends.

16. Mai: Abmarsch von Provacina nach der italien. Grenze um 1/2 5 Uhr früh. Ankunft in Görtz um 7 Uhr. Über Görz 1 1/2 Std. Rast. Ankunft in Plava a.d. italien. Grenze um 1/2 2 Uhr Sonntag Nachmittag. Es war ein 8-stündiger Marsch bei großer Hitze.

17. Mai begannen wir mit der Befestigung der winzigen Burgen im Grenzgebiet

20. Mai nach den Deckungen abmarschiert. 2 italien. Gefangene hat die Grenzpolizei einfangen müssen. Noch mehrere Kanonenschüsse waren zu hören. Das war der Anfang, was wird noch kommen.

23. Mai, Pfingstsonntag. Vormittag Deckung gegraben, Nachmittag frei. Heute war es der erste Tag wo es nicht regnete seit wir hier sind. Die Lage ist gespannt.

23. Mai: Abends kam die Nachricht, der Krieg mit Italien ist ausgebrochen.

24. Mai, Pfingstmontag morgens fünf Uhr gingen die ersten Kanonenschüsse los. Jetzt beginnt es.

25. Mai in den Deckungen gelegen. Den ganzen Tag Kanonendonner.

26. Mai hat unsere Batterie ein Dorf halb rechts circa 2 km von unserer Stellung mit Granaten beschossen.

27. Mai: Früh halb 2 Uhr stand ich auf Posten, da entwickelte sich etwa 2 km von links ein Infanteriegefecht den ganzen Tag. Batt. König liegen den ganzen Tag i.d. Deckungen..

28. Mai: Keine bes. Ereignisse. Geschützkämpfe

29. Mai: Keine bes. Ereignisse. Aber der Hunger fängt an.

30. Mai. Sonntag früh Patrol.Gefecht den ganzen Tag. Kein Bissen im Mund.

31. Mai: Abmarsch aus den Deckungen bei Plava um 11 Uhr nachts bei wolkenbruchartigem Regen. Es war fast unbeschreiblich. Ankunft in der Gegend bei Görz um 5 Uhr Nachmittag. Hunger und Not überall.

1. Juni: 7 Uhr früh weitermarschiert bis 12 Uhr über 1.100 km hohe Berge in Gercsenyi. Mittagsmahl im nächsten Dorf. Seit 5 Tagen das erste Brot. Es war schimmelig und faul und stinkend.

2. Juni wieder Abmarsch. Den dritten Tag marschiert und im Gebirg um Görz herum Ankunft in einem kleinen Dorf nahe am adrian. Meer. Nachmittag um 2 Uhr abermals gelagert. Hier bleiben wir vorläufig.

3. Juni: Fronleichnam. Rasttag. Kirchgang. Ein kleines schönes Kirchlein. Noch immer kein Brot.

4. Juni: Ausrückung Vormittag.

5. Juni: In der Frühe heftiger Geschützdonner westlich von uns.

6. Juni: Sonntag Ausrückung. Schützen und etwas Exerzieren.

7. Juni: Früh Batallions-Übung. Eine feindliche Flotte aus vier Einheiten beschoss eine Stadt an der Küste, ganz in der Nähe, es wurde nach etwa halbstündiger fürchterlicher Kanonendonner in die Flucht geschlagen.

8. Juni: Abmarsch von Vojziice nach der Front bei Gewitter, Donner und heftigem Kanonendonner. Ankunft hinter der Front abends 6 Uhr. Eben ist ein Gefecht im Gange.

9. Juni: Artillerie-Kämpfe . Abends Abmarsch von Jamiana gegen Montfalcone zur Unterstützung der 101er. Morgens wieder zurück nach Mediaza in der Nacht entwickelte sich ein Gefecht. Wir waren aber Reserven. Es sollen 1200 Italiener gefallen sein.

10. Juni: Abends Abmarsch nach der Front, in der Nacht ereignete sich nichts. Morgens Rückmarsch ins Lager.

11. Juni: Nachmittags starkes Artilleriefeuer von den Kriegsschiffen und abends wieder Abmarsch nach der Front. Es entwickelte sich ein Nachtgefecht und hatten keine Verluste.

12. Juni: Morgens zogen wir uns als Reserve in das Tal zurück, bauten Deckung gegen Artillerie. Währenddem erhielten wir Schrappnellfeuer, aber ohne Schaden. Abends bezogen wir Deckung. In der Nacht wird der Wald von uns in Brand gesteckt. Infanteriefeuer ab und zu.

13. Juni: Fünf Uhr begann der Feind unsere Deckung zu beschießen, ca. 500 Granaten bekamen wir 2 Verwundete von unserem Zug. Es war Sonntagmorgens schrecklich, fürchterlich in der Nacht. Inf. plünderten.

14. Juni: Morgens verließen wir die Deckung vor der schönen Stadt Montfalcone, bezogen das rückwärtige Tal als Reserve. Vormittags bekamen wir heftiges Granatfeuer. Nachmittags begann die feindliche Batterie unsere ganze Front mit Granatfeuer zu beschießen, langsam begann die Infanterie den Angriff. Wir mußten um 1/2 6 Uhr als Reserve vor, die Berge hinauf in schrecklichem Schrappnellfeuer. Heute sind mehrere Verwundete und auch ein Toter. Die Italiener wurden unter schweren Verlusten zurückgeschlagen. Heute war der erste Angriff auf unsere Stellung in Montfalcone.

15. – 16. keine besonderen Ereignisse. Unsere Batterie beschoß mehrere Bauten in Montfalcone. Morgens um drei Uhr bekamen wir etwas schwarzes Wasser. Es soll Kaffee sein. Dann nichts. Bis abends 9 Uhr ein elendes Gulasch. Kein Stückchen Brot. Die Mattigkeit ist groß und der Hunger schrecklich.

17. Juni: Vormittags beschoss die feindliche Artillerie eine Schein-Batterie links von uns, nachmittags die Stellung rechts von unserem Regiment 101 mit schweren Geschützen. Die Wirkung war groß. Es gab 7 Tote und viele Verwundete.

18. Juni: Keine besonderen Ereignisse.

19. Juni 1915: Früh Infanterie-Gefecht. Unter Tag heftiges Granatfeuer.

20. Juni früh 2 Uhr. Infanteriegefecht. Danach zogen wir uns als Abschnitts-Reserve zurück. Auf Mittag bekam jeder Mann 10 Stück Zigaretten als Anerkennung für tapferes Verhalten vor dem Feind.

21. Juni: In Reserve, keine Ereignis an der Front. Geschütz in der Nacht. Gewehrkampf.

22. Juni: Am Tag Reserve. Abends bezogen wir die Stellung. In der Nacht Patroul-Kampf.

22. Juni früh fürchterliches Art.Feuer auf der ganzen Front. Es war ein Feuer wie noch nie. Wir sind wiederum Reserve. Es gab mehrere Tote und Verwundete. Auch der Landsmann Kühner wurde leicht verwundet.

24. Juni: Kanonen-Volltreffer in einen Unterstand. Auf 1 Schuss gab es 7 Tote und 13 Verwundete von der 4. Kompanie.

25. Juni: Keine bes. Ereignisse. Abends lösten wir die 2. Kompanie ab. Die lag leicht gegen den [unleserlich]

26. Juni: Morgens früh zogen wir uns über Tag in eine Bach-Mühle zurück. Hier wurden wir ohne Schaden mit Granaten beschossen. Abends besetzten wir eine Höhe.

27. Juni: Sonntag zogen wir uns über Tag in den Unterstand zurück. Den durften wir über Tag nicht verlassen. Abends 10 Uhr bekamen wir Nachtmahl. Es war der erste Bissen, den wir seit 27 Stunden im Munde hatten.

28. Juni: Keine Vorfälle.

29. Juni: Früh griffen starke feindliche Kräfte unsere Feldwache an. Es entwickelte sich ein Nachtgefecht.

30. Juni früh machten die Italiener auf den Stützpunkt der 2. Komp., kamen bis an Drahthinderniss. Von dort wurden sie unter schweren Verlusten zurückgeschlagen. Vor den Hindernissen lagen viele Tote und Verwundete. Unsere Verluste waren 2 Tote und 3 Verwundete. Mittag machten auf einen 121 m-Hügel, der von den 50. besetzt war, Sturm, wurden zurückgeschlagen und ließen ca. 500 Gefangene in unseren Händen, ließen Gewehre, Rüstungen und Kappen im Stich und liefen Hals über Kopf davon.

1. Juli 1915 besetzte unser 5. Zug die Höhe 77. Da lagen wir wieder den ganzen Tage ohne den Kopf heraus in einem Schweinstall und den ganzen Tag nichts zu essen als ein Stückchen elendes Kukuruz-Brot.

2. Juli noch i.d. Unterkunft. Das war ein heißer Tag. Die Italiener griffen rechts von uns an. Es gab eine fürchterliche Schlacht, die den ganzen Tag bis in die Nacht hinein dauerte. Es war fürchterliches Artilleriefeuer den ganzen Tag. Es waren wenige Sekunden, wo keine Kanonenschüsse hören waren. Wir waren am Gefecht nicht direkt beteiligt, doch bekamen wir auch etliche Granaten und viele Schrappnells. Der Feind mußte sich zurückziehen. Er soll riesige Verluste haben. Die Verwundeten und Toten sollen Tausende sein. Auch 7 Kanonen sollen sie im Stich gelassen haben. Das war bisher der bangste und längste Tag meines Lebens.

5. Juli 1915: Abends großer Inf. Kampf rechts von uns.

6. Juli bezogen wir abends eine Stellung als Reserve, in der Nacht bauten wir Deckungen.

7. Juli: In Reserve. Abends wurden drei Mann von unserer Komp. mit der Bronzenen Anerkennungsmedaille ausgezeichnet. Bei dieser Gelegenheit wurde auch das Resultat der Schlacht bei der 3. Brigade bekannt gemacht, die rechts von uns liegt. Auch unser rechter Flügel nahm teil. Es war ein großer Kampf. Die Italiener griffen vier Armeen stark an, wurden aber immer wieder zurückgeworfen. Dabei hatten sie riesige Verluste. Auch bei uns sind einige Batterien sehr geschwächt worden.

8.-10. als Reserven. Keine Ereignisse. Es ist auch zieml. ruhig.

10. abends besetzten wir unseren Stützpunkt, wo wir vor drei Wochen abgelöst wurden. Jetzt gibts wieder schwere Tage. In der Nacht wurde der Wald rechts von uns in Brand geschossen, wurde aber durch einen Gewitter-Regen ziemlich gelöscht. Infant.- u. Gewehrfeuer die ganze Nacht wie halt immer.

11. Juli: Abends war wieder rechts von uns ein Gefecht. Rechts von uns wenige km trachteten die Italiener mit Gewalt durchzubrechen, während hier am linken Flügel nur 4-5 km vom Meere der Druck nicht so stark ist. Die erste Zeit erhielten wir täglich schweres Granat- und Schrappnellfeuer, auch griffen sie manchmal unsere Stellung an, wurden aber immer wieder leicht abgewiesen. Bisher hat unser Batt. ca. 30 Tote und vielleicht etwas mehr Verwundete. Seit der dreitägigen Schlacht an unserem rechten Flügel u. bei der 2. Brigade ist bei uns ziemlich Ruhe. Einige Granaten und Schrappnells, das sind die täglichen Ereignisse, weiter nichts.

12. Juli blieben wir über Tag i.d. Deckung unserer Schwadron. Um 2 Uhr gab es ein schwarzes Wasser, auf Mittag ein elendes Gulasch, den ganzen Tag kein Brot und kein Wasser. Aber eine schreck Hitze und große Mattigkeit.

13. Juli im Unterstand. Nichts Neues.

14. Juli Kanonenfeuer.

15. Juli früh lagerten wir in einem Fichtenwald in Reserve.

16. Juli gingen wir abends am o. Stützpunkt als Reserve. In der Nacht bombardierte ein Luftschiff versch. Stellungen.

17. Juli: Ziemliche Ruhe. Abt. Res.

18. Juli: Sonntagfrüh begann der Feind unsere Stellung mit fürchterlichem Granatfeuer und Schrappnell zu überschütten. Viele tausend Schüsse wurden abgegeben. Wir lagen im Fichtenwald als Reserve. Auf einem kleinen Fleck zählten wir manchmal in wenigen Sekunden bis 20 Schrappnells. Das Feuer dauerte den ganzen Tag. Gegen Abend griff auch die Luftw. an. Das Luftfeuer dauerte den ganzen Tag und Nacht. Das war aber etwas rechts von uns. Abends lösten wir die 3. Kompanie ab. Unser Zug besetzte die Höhe 77.

19. Juli zogen sich die meisten zurück i.d. Unterstand. Ich blieb freiwillig in Deckung, denn in den Schweinestall wollte ich nicht. Das Kanonenfeuer war so arg wie gestern, an unserer Stellung weiter nördlich ist heute mehr Ruhe.

19. zwei Uhr morgens bekam ich einen Kaffee, kein Stückchen Brot habe ich nicht, um 9 oder 10 Uhr abends gibt es wahrscheinlich Nachtmahl, also heute ist wieder einmal strenges Fasten. Eine Granate schlug in eine Deckung. Einem spaltete es den Kopf. Er wachte nimmer auf. Einer wurde schwer verwundet. Alle zwei blieben wie ich freiwillig in der Deckung.

20. Juli: Nachts a.d. Front, über Tag i.d. Bach-Mühle.

21. Juli dasselbe. Abends begann ein Kampf etwas rechts von uns am Monteliffics (?), der allmählich sich zur Schlacht entwickelte. Es dauerte bis morgens 6 Uhr.

22. Juli: Nichts von Bedeutung.

23. Juli früh gingen wir zum Fichtenwald als Reserve.

24. Juli: Abends Gewitter und großer feindlicher Angriff, ganze Nacht gr. Kampf, welcher die ganze Nacht anhielt bei starkem Regen.

25. Juli: Sonntag. Ganzen Tag fürchterl. Kanonenkampf, gegen Abend wieder Angriff. Sonntag geht es immer heiß zu. Die Stellung uns. Batt. liegt nicht strategisch wichtig, bei uns ist es auch nicht gefährlich. Bei den Batterien rechts von uns gehts schon 2 – 3 Tage recht heiß zu. Das 38. Batt., die eingesetzt und uns jetzt abgelöst haben, erzählt, dass am Monte Capitos und auf dem Plateau von Doyeroto liegen vor dem Drahthindernis meterhoch italien. Leichen und der Geruch soll schon fürchterlich sein. Heute wurden 7 Mann von uns. Komp. wegen tapferem Verhalten vor dem Feind ausgezeichnet und erhielten die Silberne 2. Klasse und fünf die Bronzene Tapferkeitsmedaille.

26. Juli: In Reserve. Am Abend löste unsere Komp. das Batt. 50 ab, besetzten die Höhe 121. Hier ist es schon gefährlicher, denn die ital. Stellung ist auf demselben Berg, etwa 3-400 Schritte von uns. Heute Nacht beschossen sie uns ohne Schaden. Wir haben nicht geschossen.

27. Juli: Wir halten die Höhe 121 besetzt. Auf dem Plateau von Dogneto (?) das rechts von uns liegt, wird fürchterlich gekämpft. Tausende von Schrappnells hört man dort explodieren, Gewehr und Maschinengewehr hört man schon seit vier oder fünf Tagen. Heute beschoss uns. Batt. einen italien. Flieger. Mit dem 11. Schrappnellschuss machten sie einen Volltreffer, sofort eine große Flamme. Der Apparat stürzte m. gr. Geräusch senkrecht herab. Es war furchtbar schön zu sehen. Die Nacht war wunderschön mondhell. Wir standen vor unserer Deckung und schauten dem schaurig schönen Spiel einer modernen Schlacht zu. Geknatter von Gewehren und Masch.-Gewehren, Kanonengeheul aus unzähligen Geschützen, allerlei Kaliber. Das ganze Plateau zuckte und blitzte. Die Blitze tanzten auf dem ganzen Berg herum. Es war gerade schön.

28. Juli wieder Fasttag, vom 27. Mittag – 28. abends kein Bissen im Mund. Wir halten die Höhe 121 besetzt. Der Kampf rechts lässt heute etwas nach.

29. Juli 1915: In der Nacht wurden wir durch Landsturm abgelöst, marschierten nach Jamiana, frühstückten, dann marschierten wir wieder gegen das Plateau von Dogneto (?).

30. Juli rasteten wir in einem kl. Ort. Abends marschierten wir wieder durch Dogneto. Auf dem Weg kamen sehr viele Verwundete. Dogneto schaut auch sehr traurig aus, zerschossene Häuser, auch die Kirche. In der Nacht marschierten wir unter Kugelregen etwa 600 Schritte hinter die Schwarm-Linie, als Reserve vor uns ist die 4. Komp.. Die ganze Nacht Gewehr, Schrappnell- und Maschinengewehrfeuer.

31. Juli zogen wir uns als Res. zurück, lagen in einem Dreckloch bis abends, rückten wir wieder vor unter heftigem Gew.- und Schrapp.-feuer, war die ganze Nacht. Tausende Kugeln pfiffen über unsere Köpfe. 2 Angriffe wurden zurückgeschlagen. In der Frühe gingen wir unter heftig. Gewehrfeuer in ein kleines Tal.

1. August 1915: Über Tag zieml. Ruhe, abends lösten wir die 7. Komp. ab. Erhielten ein fürchterl. Gewehrfeuer ( MG-Feuer). Wir lagen aber gedeckt und hatten keinen Schaden.

2. August: lag unser Zug in Schwarmlinien etwa 200 Schritte v.d. Inf. Linie. Wir schossen nicht, aber die Italiener beschossen uns den ganzen Tag rechts vom Monte dei Sei Basi. Griffen die It. mehrmals an und wurden jedesmal zurückgeworfen, trotzdem sie in gr. Übermacht waren.

3. August lagen wir als Res. etwa 300 Schritt hinter der Schwarmlinie, hier erhielten wir Art.-Feuer. In der Nacht wurden wir wieder abgelöst, zogen uns i.d. Nacht unter fortwährendem Feuer zurück in einen kl. Talkessel etwa 1000 Schritte hinter d. Front.

4. als Res. n. bes.

5. August: In der Reserve. Die Cholera trat auf. Heute bis Mittag gingen von unserem Zug schon ca. 15 Mann weg als Choleraverdächtige. Ich bin schon marod.

6. August: Viele Erkrankungen. Die Cholera. Von unserer K. sind schon 100 Mann erkrankt, auch der Major und der Hauptmann sind marod.

7. August: Heute sind wir gesünder. Die Maroden und Gesunden, bereits alle sind krank. Der Hauptmann ist auch ins Spital. Unsere Komp. geht auch in Schwarmlinie, weil wir schon zu schwach sind.

8. August: Immer dasselbe. Wir liegen im Talkessel. Tausende Gewehr- und Kanonenkugeln pfeifen […] über uns. Heute Abend wurde das ganze Terrain um uns schrecklich beschossen und mit Schrappnell, Granat- und Stinkbomben. Es war nicht so gefährlich. Gestern sind von der 4. Kompanie 4 Mann zu den Italienern übergegangen, wahrscheinlich haben sie uns erraten, weil wir so arg beschossen wurden.

9. August abends gingen wir in Schwarmlinie. Kaum hatten wir abgelöst, so erhielten wir ein fürchterliches Granat- und Luftfeuer, hatten aber wenig Schaden.

10. August: Lagen den ganzen Tag bei fürchterl. Hitze hinter Steinhaufen. Der Durst war schrecklich und die Italiener schossen den ganzen Tag wie verrückt.

11. August: Dasselbe wie gestern. Durst, Hitze und Kugel Misfits. Gg. Abend wurde die 1. Schwadron m. Gran. fürchterl. beschossen. Eine Deckung nach der anderen flog auseinander. Eine Granate schlug neben uns ein, ich und der Zugführer Pertschi lagen beisammen und wur mit Gras, Grund und Steinen überschüttet, eine zweite hinter uns. Ich bekam einen Stein an die Stirn. Es war nur eine leichte Hautabschürfung. Endlich eine dritte zerschlug unsere Deckung. Ein Haufen Steine flog zwischen uns. Ein kopfgroßer fiel mir in die linke Hüftengegend, fürchterl. Rauch und Gestank, dass man bald nicht aushalten konnte. Der ganze Schwarm lief davon. Ich aber blieb ruhig liegen, denn die was davonliefen, wurden stark durch Gewehr beschossen. In d. Nacht war Gewitter und wieder starkes Feuer. Die Kanonen flogen zu Hunderten, viell. nicht einmal 1 m hoch nur so über unsere Köpfe etwa 200 Schritte hinter uns in die B[unleserlich].

12. August gingen wir i.d. hint. Deckung, denn dort wo wir gestern waren, ist es nicht zum Aushalten. Heute gingen wir hinter einer Steinmauer in Deckung. Hier haben schon gr. Kämpfe stattgefunden, denn allerlei Rüstzeug liegt herum und hier und da eine verweste Leiche unter den Steinen, die einen fürchterlichen Geruch verbreiten. Abends wird wieder abgelöst. Gott sei Dank. Das waren drei heiße und harte Tage.

13. August in Reserve. Nichts Besonderes.

14. August in Reserve. Nichts Besonderes. Als Reserve trugen wir abends das Nachtmahl zur 5. Komp. Da kam ein Gewitter mit Hagel und furchtbarem Regen. Wir lagen in einem Tal um 100 Schritt hinter uns die Front. Bei der Komp., hunderte von Granaten flogen um unsere Köpfe ohne Schaden. Als wir die Kochkisten aufnehmen wollten und abmarschierten, kam eine Gewehrkugel, ging meinem Nebenmann durch den Fuß und schlug dann in eine Kochkiste.

15. August abends lösten wir die 5. Marschkomp. wieder ab, gingen in unsere vorherige Stellung.

16. August ging unser Schwarm in Reserve, da diese Stellg. am Tag nicht mehr besetzt wird.

17. August ging der ganze 1. Zug in die Unterkunft. Gegen Abend kamen 3 6mm-Schrappnells von unseren eigenen, da die Distanz zu kurz war, in unsere Reserve. Ein Geschoss flog auf die Deckung, wo ich und der Zugführer Pertschi waren, durchschlug am rechten Eck über dem P. seinem Kopf die Deckung, überschütte uns mit Staub und Grund [Anm.: Grund ist Erde]. Weiter kein Schaden. Gott sei Dank, wieder mal Glück.

18. August lagen wir wieder i.d. Stellung, hat sich aber nichts bes. ereignet, gingen wir in Reserve.

19. August dasselbe.

20. August mit Granaten beschossen, 2 Mann wurden durch Gew.-Feuer verwundet, einer abends im Schlaf.

21. August abends gingen wir wieder in Stellung.

22. August lagen wir in Schwarmlinie, hat sich aber nichts besonderes ereignet. Ich hatte Zahnschmerzen und auch Scheißerei. Nachts ging ich auf den Hilfsplatz nach Doberto.

23. August: Bei der Marodenvisite. Als gesund befunden, doch ließ ich mir Zahn ziehen. Der Oberarzt verstand vom Zahnreißen sehr wenig. Mit großer Anstrengung riss er mir zuerst einen gesunden Zahn heraus, dann minder so den kranken. Abends schickte er mich zur Kompanie. Dort ging ich wieder in Schwarmlinie.

24. August: Morgens ging unsere Schwadron zurück in die Res. Stellung. Eben richten wir unser Lager in der Deckung ein. Ich kniete und der Zugführer Pertschi stand neben mir und dann kam eine Kugel von der Flanke und der Pertschi ging ihm auf der linken Rückseite hinein und vorne auf den Rippen heraus. Verbandsanis und die Sanität trug ihn auf den Hilfsplatz. Die Verwundung schien schwer zu sein. Er konnte aber noch schnaufen und auch sprechen. Mein guter Kamerad, mit Gottes Hilfe wird er ja mit dem Leben davonkommen. Abends wurden wir v.d. 5. Komp. abgelöst.

25. August: In der Reservestellung. Wir wurden stark m. Granat und Schrappnell beschossen. 1 Toter, 3 Verwundete durch Schrappnell.

26. August: Am Tag und bes. Abends bringen wir Nachtmahl zur 5. Kompanie. Da erhielt 1 Mann einen Bauchschuss. Ich verband ihn. Er ward schwer verwundet und wird schwerlich mit dem Leben davonkommen. Später trugen wir Drahthindernisse vor d. ital. Stellung. Da erhielt ein Mann einen Kopfschuss. Ich half, ihn zurückzutragen. Er war bewußtlos, wird

auch sterben. Beim [unleserlich] wurde auch ein Mann verwundet. Bauchschuss.

27. Abends 5. Kompanie abgelöst.

29. Nachts stark beschossen.

30. August; Abends wurden wir durch die 5. Komp. abgelöst. Bei dieser Gelegenheit traf ich mein Geschwisterkind ihr Sohnkind India. Der Schwarm-Kommandant rief „Mattes, gehts in diese Deckung“ und wies auf die Deckung, wo ich lag. Ich frug den Mann, wo auf mich zukam, wer er ist und kannten wir uns dann bei finsterer Nacht im feindlichen Kugelhagel.

31.8. – 3. September: In der Kaserne Scheißerei war wie immer fürchterlich. Hat sich nichts ereignet. Dann und wann gabs höchstens ein „Verwundet?“. Abends wurden wir durch das 37. Regiment abgelöst, nachdem wir 34 Tage auf dem berühmten Plateau von Doberdo zugebracht haben. In dieser Zeit hatten wir schwere Verluste. Als wir die Stellung bezogen, hatte unsere Kompanie komplett 270 Mann. Jetzt haben wir noch 160. Bei den anderen Komp. ist es auch so Abends gegen 12 Uhr marschierten wir ab von Doberdo. Es regnete, war stockfinster und mit schrecklicher Mühe arbeiteten wir uns durch die Steine bis vier Kilometer.

4. September 1915: Den ganzen Tag in Siet, von dort marschierten wir bis Voiscice. Dort ward Mittagsmahl gehalten, weiter von dort bis Bing über Komen nach Skrebina, dort schlugen wir unser Lager in einem Wald auf.

5. September: Sonntag hatten wir Kirchgang, wurde eine Messe gelesen und danach erhielten wir die General-Absolution. Nachmittag besuchte ich meinen Kameraden, den Zugführer Pertschi, der in ds. Dorf im Feldspital als Verwundeter lag.

8. September 1915: Fest Maria Geburt besuchte ich wieder die Kirche. Es wurde eine Messe gelesen zur Ehre Marias. Mit Aussetzung des Allerheiligsten. Es ist ein schönes Kirchlein mit schön klingender Orgel wie überall in dieser Gegend. Heute wurde unsere Komp. durch die 2. Marschkomp. ergänzt.

9. September kam die 13. Marschkomp. zu unserem Batt. Viele Landsleute sind dabei. Der Pertschi wird ins Hinterland abtransportiert. Unsere Montur wurde ausgedämpft wegen den Läusen, Rüstung und Schuhe geschwefelt wg. Cholera. Beschäftigung ist täglich ein bis zwei Stunden Gelände-Übung.

12. September: Sonntag besuchte ich noch die Messe, wurde gelesen, und die Österr. Volkshymne wurde in slowenischer Sprache gesungen.

13. September: Früh um 5 Uhr Abmarsch nach Skrebina an die Bahnstation nach [unleserlich]. Es ist hier ein schönes Tal, umgeben von hohen Bergen. Auf einem Felshügel steht die alte Burg Greifenstein. Ankunft hier um 8 Uhr. Hier war Menage und wurde auch Montur gefasst. Abmarsch um 12 Uhr. Über Obscina, Wilsburg, Laibach 9 Uhr abends Steinbrück, Agram, Sihank. Frühstück in Brod, Mittagsmahl in Vincovce, Dalia, Sombor, Hodschag,. In India Frühstück, in Ruma Endstation, Ankunft 6 Uhr früh.

16. September früh um 7 Uhr Abmarsch von Ruma über Kraljevice, Dobrinci, Pecinec. Hier war Mittag und einstündige Rast. Dann ging es weiter nach Sabatistce [Subotica?]. Hier wurden wir einquartiert.

21. September: Abmarsch für 6 Uhr von Subotica über Vincovce über Simanovce, Barranja. Ankunft Nachmittag.

24. September nahmen wir ein Duschbad in einem Bade-Zug.

25. September: Inspizierung durch die [unleserlich]

29. September am Bahnhof Batajnica über 30 Waggons Art. Mun. allerlei Kalibers ausgeladen. Hier sind auch 30/5 Motor-Batterien.

2. Oktober bekam ich Urlaub von Babajnica nach Ludva [Budva?]. Wir gingen ab um 10 Uhr abends über Nini Pazna. Hier sind die Spuren von den Kämpfen, die sich vor einem Jahr hier abgespielt haben. Dann kamen wir nach Alt Pazna, ein sehr großer Ort. Nachm. 2 Uhr nach Sustia [India?]

3. Oktober Sonntag besuchte ich die Bekannten und auch die Kirche abends zurück nach Babajnica.

4. Oktober anlässlich des Namensfestes Seiner Majestät wurde eine Feldmesse gelesen. Auch wurde gesagt, dass wir in nächster Zeit die serbische Hauptstadt Belgrad angreifen werden.

5.Oktober wurde in B. eine Fliegerstation errichtet. Nachher flogen die Aeroplane hier herum wie Vögel.

6. Oktober 1915: Abends Abmarsch von B., um 6 Uhr abends nach Banovce, dort bleiben wir bis Morgen

7. Oktober früh 6 Uhr wurden wir in Banovce in Schiff eingeladen. Die Donau liegt hier ganz am Orte.

8.-9. Oktober lagen wir auf der Donau in Bereitschaft. Um 7 Uhr früh fuhren wir die Donau herunter bis Belgrad. Die Stadt ist am 8. eingenommen worden. Gegen Mittag wurden wir ausgeladen und marschierten durch Belgrad, das sehr zugerichtet war. Außerhalb der Stadt rasteten wir. Ganz in der Nähe ist schon Gewehrfeuer hörbar. Abends ging ich als Ordonanz zum Brigadekommando nach Belgrad. Wurde bereits von einem Posten beschossen.

10. Oktober: Abends rückten wir in die Richtung gegen Penasova vor

11. Oktober gruben wir uns oberhalb eines Dorfes ein und hier wurden allerlei Speisen und viel Wein und Branntwein requiriert. Nachm. rückten wir unter heftigem Art. Feuer vor.

13. Oktober gegen Mittag machten wir Angriff, waren bis Mitternacht in schreckl. Batt. u. MG-Feuer. Es war eine große Schlacht. Unsere ganze Brigade griff an, die Serben auch, aber wir haben große Verluste. Von unserer Kompanie fielen über 100 Mann.

14. Oktober wurde unsere Komp. wieder durch eine Marsch-Komp. ergänzt, da kamen wieder einige Landsleute zu mir.

15. Oktober marschierten wir wieder vor bei Regen, neben einem Dorfe legten wir uns in Schwarmlinie.

16. Oktober waren wir wieder im Gefecht, einige Verluste. Abends stürmten die 81. und 50. Wir waren Sturmdeckung. Die Serben wurden zurückgeworfen.

17. Oktober: Sonntag marschierten wir wieder vorwärts.

18. Oktober abends stießen wir wieder auf den Feind.

19. Oktober rückten wir in Schwarmlinie vor. Beim Morgengrauen sollten wir den Angriff machen.

20. Oktober morgens waren die Serben wieder ausgeflogen.

21. Oktober trafen wir wieder den Feind.

22. Oktober gingen wir wieder in ein serbisches Dorf. Dort war ein Keller mit sehr viel Wein und wir ließen uns Hühner, Enten und Gänse zubereiten. Es war ein regnerischer Tag, aber wir haben menschlich gelebt.

23. Oktober marschierten wir wieder vor. Wir gingen als Nachrichtenpatrouille, durchstreiften ein Dorf. Dort wurde Verschiedenes requiriert. Das Batt. kam aber nicht nach und wir marschierten bis abends 8 Uhr. Den anderen Tag trafen wir das Batt.. Abends gingen wir durch die Stadt Putyanova, 24. und 25. Vormarsch, 26. stürmten wir eine Höhe bei Topolya, besetzten sie und requirierten untersch. Sachen, auch alten Wein und Esswaren. Abends ließen wir uns Geflügel kochen und Spieß braten. Es war ein guter Tag.

27. Oktober früh marschierten wir wieder weiter den ganzen Tag bei Regenwetter bis in die Nacht. Es war ein harter Tag bis wir in die Knie gingen und manchmal in den Dreck.

28. Oktober ging es wieder weiter. Gegen Mittag hatten wir ein kleines Gefecht. Unsere MG vertrieben den ohnehin schwachen Feind und er zog sich wieder zurück gegen Kragujevac, wo er eine Stellung bezog. Abends entwickelten wir uns gegenüber in Schwarmlinie und gruben uns auch ein. Immer ist noch Regenwetter und Nebel.

29. Oktober rückten wir gegen Mittag vor. Es regnete und in einem Kugelregen war ich heute wie noch nie. Wir besetzten einen Weg, wo ein kleiner Anwurf war, etwa 300 Schritt vor dem Feind. Wir lagen im Dreck und Wasser und schossen fortwährend bis in die Nach hinein. Dann wurden wir abgelöst. Wir hatten so ziemliche Verluste. Hier ist auch unser Landsmann, der Peres Jakob gefallen.

30. Oktober marschierten wir wieder vor. Den ganzen Tag regnet es. Kein Brot hatten wir schon gestern nicht gefasst. Zum Glück wurden wir hier einquartiert. Dann wurde gekocht und dann gut geschlafen.

31. Oktober, Sonntag marschierten wir wieder weiter.

1. November: Am Fest Allerheiligen wurde ich zum Gefreiten befördert. Wir marschierten mit dem gz. Zug am Kragujevac vorbei, das heute Nacht v. d. 2. Brig. besetzt wurde und Brot fassten wir heute wieder nicht, doch man kann manchmal ein Stück requirieren.

2. November rückten wir wieder vor, vertrieben den Feind, der die Höhen hinter Kragujevac besetzt hatte. Unter fortwährendem Feuer wurde Schnaps und Aquavit gesoffen und wie durch ein Wunder traf mich keine Kugel, obwohl ich mich nicht deckte.

3. November wurden wir wieder zum Marsch kommandiert, bekamen wieder Landsleute zur Kompanie.

4. November hatten wir wieder großen Vormarsch. Hier wurden die Berge schon steinig u. erreichen schon eine Höhe gegen 1000 Meter. Hier beginnt das Balkan-Gebirge. Kragujevac ist schon weit hinter unserem Rücken

5. November marschierten wir von morgens bis Nacht, den gz. Tag.

6. November rasteten wir bis Mittag, da wurden Schweine, Schafe, Ziegen und was gefunden, geschlachtet und gebraten und Kukuruz dazu, das war fein, denn Brot konnte man nicht machen. Mittags marschierten wir weiter bis in das Morava Tal. Nachts kamen wir an.

Die Serben zogen sich eben über die Morava zurück und sprengten die Brücke hinter sich in die Luft. Unsere Batt. verfolgte sie mit Kanonenschüssen.

7. November lagen wir am diesseitigen Ufer der Morava. Die Pioniere schlugen eine Brücke, die aber nicht fertig wurde. Heute sind wir in einem Wirtshaus einquartiert. Abends fassten wir Brot. Es ist seit 8 Tagen das erste. Für ein Paket Tabak wollen einige vier Kronen zahlen.

8. November wurde auf der Bachmühle Kukuruz geschrotet, abgekocht und gegessen. Es war sehr fein.

10. November gingen wir auf einem Holzsteg, der über die gesprengte Eisenbrücke gelegt wurde über die Morava in das Städtchen Irstenik.

11. November früh marschierten wir weg von Irstenik nach dem Städtchen Brnjacka Banja. Es ist ein Kurort mit kohlensaurem bad. Hier trafen wir schon viele Gefangene, die beim vorjährigen Rückzug zurückgeblieben sind. Das ist ein ganz schönes reines Städtchen, das habe ich nicht getroffen in Serbien.

12. November zwei Uhr früh gingen wir von Banja nach Irstenik und dann in südl. Richtung über riesige Berge und tiefe Schluchten. So ging es auch am 13., 14., 15. Am 16. haben wir requiriert und schlachteten ein Schwein, bis wir zurückkamen, war die Kompanie fort. Wir fanden sie nicht mehr. Abends legten wir uns in einen Heuschober. Es fing an zu regnen und am 17. morgens waren wir eingeschneit. Jetzt sind wir in einer Hütte von einem Feind. Es schneit mir aber auf Papier [ist verwischt].

17., 18., 19.November lagen wir auf einem Hang. Es war sehr kalt.

20. November marschierten wir weg gegen Westen. Abends kamen wir zur 19. Brigade, 59. Div. dazu. Wurden wir eingeteilt. Wir schlugen Zelte im Schnee.

21. November ging es weiter über einen 2900 m hohen Berg. Oben war es sehr kalt. Nachmittags kamen wir an die Grenze von Alt-Serbien. An mehreren Grenz-Wachhäuschen vorbei kamen wir in Sandschak an. Abends hörten wir, dass neue Gefechte in der Nähe sind.

22. November gingen wir südlich gegen Mitrovica, kamen wir auf das Gefechtsfeld von heute Nacht. 6 Kanonen mitsamt Ochsen und viele Pferde und abgeschlachtetes Vieh und ungeheuer viel Artel.-Munition lag herum, was der Feind im Stich ließ, Gewehre und 1000 Gefangene.

23. November ging es weiter gegen Mitrovica.

24. November kamen wir nach M.. Der Feind schoss noch außerhalb der Stadt. Über 200 Gefangene waren voriges Jahr hier. Auch Serben sollen hier gewesen sein.

27. November: Haben östl. Mitrovica Deckung gegraben bei grimmiger Kälte. Die Serben kommen zu Tausenden freiwillig zu uns herüber.

28. November: Dasselbe, viele Gefangene, grimmige Kälte und Arbeit. Abends wurde alarmiert, da die Serben haufenweise mit Train nach Mitrovica kamen.

29. November ging die Komp. mit paar Tausend Gefangenen weg. Es ist große Kälte.

30. November marschierten wir weg von Mitrovica mit 1320 Serben. Es ist grimmige Kälte. Auf der Straße liegen viele erfrorene Zivilisten und auch Militär.

1. Dezember 1915: Weitermarschiert. Die Kälte ist etwas gebrochen.

2. Dezember kamen wir nach Raska. Dort übergaben wir die Gefangenen und wurden einquartiert. Hier ist die Grenze von Alt-Serbien.

3. Dezember kamen wir zum Bataillon, das ca. 3 km von Raska lagerte.

4. Dezember: Früh ging es wieder weiter, den ganzen Tag, ca. 70 km. Ohne Brot, es wurde halt wieder gebratener Kukuruz gegessen.

5. Dezember: Marsch den ganzen Tag. Heute haben wir nicht einmal Kukuruz. Die Hauptsache, daß wenigstens schönes Wetter ist.

6. Dezember: Mittags kamen wir nach Alexandrowac, da gab es mal wieder einen guten Wein.

7. Dezember kamen wir nach Brugg zur 6. Brigade. Außerhalb der Stadt wurde gewartet. Hier blieben wir vier Tage, wurden neu ausgerüstet und am

12. Dezember morgens ging es um 5 Uhr wieder in östl. Richtung, heute ca. 30 km.

13. Dezember ging es 20 km. Nachmittags wurde Lager geschlagen und mal requiriert.

14. Dezember kamen wir nach Prokuple, eine große Stadt von Bulgaren besetzt. Einige km außerhalb Prokuple in einem Dorf Rast. Hier schlachtete ich ein Schwein.

15. Dezember wieder Abmarsch in ein Dorf nicht weit von Nisch. Dort wurden wir einquartiert.

18. Dezember wieder Rückmarsch nach Prokuple, dort einquartiert. Die Fleischkonserven wurden visitiert. Es fehlte jedem Mann, jedem Infanteristen, dem fehlten von der Konserven Notration wurden 10 Stockstreiche erteilt. Die Chargen wurden z. Btt.-Rapport bestimmt.

19. Dezember ging es wieder weiter. Wir kamen zum Rapport. Einen tüchtigen Putzer gabs, es wurde auch von Desertierung gesprochen. Abends kaufte der Oberleutnant für die Komp. Fünf Schweine um 1000 Kronen. Es waren aber nur 50.

20. Dezember kamen wir in das Städtchen Krusumbye. Hier blieben wir, die 1. u. 2. Kompanie.

23. Dezember ging unser halber Zug als Patrouille, etwa 4 Stunden ins Gebirge in das Dorf Schegvova, das immer von Kroaten belästigt wurde.

24. Dezember 1915 ging ich mit 2 Mann als Verbindg.Patroul. nach Banja, ein schönes Bad, von uns etwa vier Stunden ins Gebirge. Es ist eine wildromantische Gegend. Erste Weihnachtsstimmung. Es ist etwas Schnee gefroren und die Bäume sind schön weiß vom Duft [Anm.: Duft ist Tau, hier Raureif]. Während ich Patr. war, kamen etliche Kroaten Schegvova und wollten etliche 10 Stück Rinder forttreiben. Es wurde unseren gemeldet. Die sind dann vertrieben worden.

25. Dezember 1915: Am Heiligen Weihnachtstag lagen wir in einer elenden serbischen Hütte. Wir hatten ein Schwein geschlachtet. Auch Kukuruz wurde gebraten. So hielten wir Weihnachten im Kriegsjahr 1915.

26. und 27. 12.: Dasselbe Fleisch hatten wir, da wurde halt gekocht und patroulliert und requiriert was zu finden war.

28. Dezember wurden wir abgelöst vom 3. und 4. Zug und gingen zurück nach Kusuntje, wo die Patrouillen einrückten. Eine Patr. hatte bittere Kämpfe mit den [unleserlich] Wir hatten aber auch zwei Verwundete.

31. Dezember 1915: Abends wurde das Jahr 1915 mit großem Lärm und Schnaps beschlossen, ich legte mich schlafen.

1916

1. Jänner 1916 gratulierten wir unseren Offizieren zum neuen Jahr.

2. Jänner ging ich mit zweien Patroulieren in ein Dorf unweit Kursumye, holte zwei Fuhren Holz.

3. Jänner gingen wir wieder hinaus ins Gebirg über die Altserbische Grenze nach Prbadac als Wache.

4. Jänner : Patr. mit vier Mann in banatischen und serbischen Orten. Requirierte 7 Hühner, Eier und ein Schaf u. Verschiedenes. Es war stürmisch und schneite.

5. Jänner 1916 ging ich wieder mit 3 Mann zu den Banatern und requirierte 12 Hühner, Eier u. Tabak.

6. und 7. Jänner wurde die serbische Weihnacht gefeiert. Geflügel und Schaffleisch ist genug.

9. Jänner gingen wir wieder Patr. bei gr. Schneegestöber. Wir gingen auch nicht weit. Die türkischen Sitten werden nicht beachtet, ein paar Häuser durchstöbert, einige Hühner, 2 Schafe und etwas Honig requiriert, dann ging es zurück.

11. und 12. Jänner requirierte ich wieder 20 Hühner, einer u.d.g. Bei Kälte und Schneegestöber marschierten wir weg von Prebalac gegen Pristina. Bei Kälte übernachteten wir in einem türkischen Dorf.

14. Jänner marschierten wir bei großer Kälte und Schneegestöber ca. 40 km über Pristina in ein Dorf, dort Nachtlager. Schmutz und Unordnung wie bei den Türken überall.

15. Jänner wieder weiter gegen Prisren, bei gr. Kälte, Schnee und eisigem hartgefrorenem Weg ca. 50 km von früh bis abends und dann kein Quartier. Es war der größte und schwerste Marsch, den ich bisher gemacht habe. Es war etwas Unmenschliches. Die Leute fielen nur in den Schnee hinein nach ein paar Schritten. Es konnte fast kein Mensch mehr gehen.

16. Jänner ging es nur ein paar km, dann Rast in einem Dorf. Es ist auch schönes Wetter heute.

17. Jänner: Marsch. Wir nach Priszren. Eine sehr gr. türkische Stadt. In der Nähe lagen noch jetzt bei 20 Stück zertrümmerte serbische Kanonen, die sie schon vor mehr als einem Monat hier im Stich ließen. Hier wurden wir einquartiert. Beschäftigung vorläufig keine. Ein provisorisches Kino wurde hergerichtet. Da gingen wir abends ins Theater. Das Wetter ist kalt.

25. Jänner: Noch nichts Neues. Vormittag Ausrückung, nachmittags 1 Stunde Schule.

31. Jänner Abmarsch von Priszren. Es heißt nach Belgrad.

2. Februar: Ankunft a.d. Bahnstation Perizavic. Hier trafen wir den Landsmann Kupferschmidt.

4. Februar. Einwaggoniert in Pr., Abmarsch abends über Ürkub, Leskovac. Nisch, Belgrad, Semlin, India und einquartiert. Abmarsch von India am 10. über Karlovitza, Peterwardein nach Neusatz. Einwaggoniert in den Baracken. Abends Ankunft meiner Frau.

11. Februar wurde ein guter Rasttag auf ungarischem Boden gehalten.
Hier endet das erste Tagebuch
Zweites Kriegstagebuch von Peter Mattes (14. Februar 1916 – 15. Mai 1916)

14. Februar: Abmarsch von Ijordek abends 6 Uhr über Strabadka, Kaja , Dombovar, Kaposvaros, Leibach, Villach, Spittal, Franzensfeste bis Trient in Süd-Tirol. Es war eine schöne Fahrt durch die Alpenländer.

18. Februar: Früh um 4 Uhr Ankunft in Trient. Es ist eine wunderschöne Stadt. Es ist hier im Tag schön und eine ganz andere Vegetation als in Ungarn. Man sieht hier besonders grüne Bäume und Sträucher, sogar Palmen gedeihen hier im Freien.Das Batl. marschierte gegen 6 Uhr etwa 4 km östlich von Trient in den einige 100 m höher als Trient gelegenen kleineren Ort Olttrecastello. Hier wurden wir einquartiert. Ich blieb mit 5 Mann als Train-Bedeckung in Trient zurück. Unterhielt mich im Bahnhofsrestaurant bei gutem Tiroler. Gegen Nachmittag marschierten auch wir nach Otrecastello. Alles war fröhlich gestimmt, denn man bekommt überall guten und billigen Wein. Die Bevölkerung ist hier italienisch. Sehr selten ist jemand, der deutsch spricht.

19. Februar: Wurde ein Brigadebefehl verlautbart. Wir bleiben mehrere Wochen hier. Es ist ganz angenehmes Wetter. Auf dem Berge ist aber hoher Schnee.

20. Februar ging die Beschäftigung an. Eine halbe Stunde Geländeübung.

23. Februar: Großer Schneefall. Wir haben keine Beschäftigung. Gute Verpflegung: täglich Käse, gutes, geräuchertes Schweinefleisch, Wein. Außer der Fassung wird noch Wein gekauft. Abends wird manchmal noch nach dem südlichen Dorf Povo gegangen. Im Dorf sind noch mehrere Wirtshäuser, das ist dann eine schöne Unterhaltung.

1. März: Keine Veränderung. Ein ganz gemütliches Leben, nur schlechtes Wetter mit Schnee und Regen.

5. März: Faschingssonntag waren wir in dem Ort Mattarelo, etwa 2 km südlich von Trient auf Arbeit. Beim Heimgang kehrten wir in dem Wirtshaus zum „Ponto Alto“ ein. Das Wirtshaus steht unter Otrecastello und ist berühmt durch den großen Wasserfall Ponto Alto. Wir gingen eine lange Stunde hinunter und schauten uns den Fall an. Das Wasser stürzt vor uns in einen Abgrund 300 m tief hinab.

8. März: Aschermittwoch war mal wieder große Zeremonie.

12. März waren wir wieder in Mattarella auf Arbeit. 3 mal waren wir auch schon in Trento.

13. März legten wir in Povo unsere österliche Beicht und Kommunion ab.

17. März kam der Befehl, daß unser guter Kompanie-Kommandant, der Oberleutnant Unger, weggeht von uns. Die 15. Marschkompanie wurde aufgeteilt und wir bekommen den Leutnant Gräf als Kompanie-Kommandanten. Abends Abmarsch von Ottrecastello durch Trient über die Etsch in südlicher Richtung ca. 20 km nach dem Ort Volano nördlich von Rovereto. Hier wurden wir wieder einquartiert.

20. März kommt seine Königl. Hoheit Erzherzog Thronfolger im Auto nach Volano. Er fuhr nach Rovereto an die Front und dann wieder zurück. Hier machen wir gar nichts als Tag und Nacht liegen. Auch haben wir nicht so Verpflegung als in Castello. Man ist hier schon vom Feind eingesehen.

24. März wurde unsere Kompanie kommandiert auf Arbeit in ein Dorf östlich von Volano. Wir marschierten über Calliano, wo auf einem Feld eine alte romantische Burg steht, die einstmals eine gute Talsperre war, denn von hier übersieht man das ganze Etschtal und auf die Schlucht nach östlich her zieht von [unleserlich] verläuft. Von dieser Burg marschierten wir bergauf nach Gardia, ca. 1300 m hoch gelegener kleiner Ort . Wir wurden im Pfarrhaus neben der neuen Kirche einquartiert.

26. März gingen wir das erste Mal auf Arbeit auf den Berg Tinvistio, der 2600 m hoch ist und noch 1 bis 2 m hoher Schnee liegt. Hier sollte ein Weg gemacht werden für die Artillerie.

27. März wieder oben. Das Wetter ist schön. Ein feindlicher Flieger kam. Die Abwehrkanonen, die bei uns standen, fingen zu schießen an. Es war ganz hübsch. Der feindliche Flieger machte schnell kehrt euch.

1. April: Nichts Neues als Hunger. Die Verpflegung ist sehr schlecht.

3. April: In Calliono wurden wir gründlich gereinigt in einem guten Duschbad. Auf dem Rückweg begegneten wir dem Erzherzog Thronfolger. Er fuhr im Auto ganz langsam an uns vorbei. Im zweiten Auto war ein Zivilist, angeblich Graf Tisza.

5. April rückten wir wieder ein zum Bataillon nach Volano.

8. April Kirchgang. Wir erhielten die Generalabsolution. Hier ist eine schöne große Kirche mit neun Altären.

15. April wurden wir abends alarmiert und marschierten nach Rovereto. Doch war es nur ein Probealarm und wir marschierten wieder zurück nach Volano. Rovereto ist eine sehr schöne Stadt. Schöne Häuser und Villen mit wunderschönen Parkanlagen, die so schön grün sind wie bei uns im Juni.

16. April. Palmsonntag war wieder Kirchgang in Volano.

17. April Karwoche. verbrachten wir täglich in Volano. Beschäftigung ist keine. Ein oder zweimal wird die Kirche täglich besucht. Die Trauerzeremonien werden wie bei uns im Frieden abgehalten, obwohl ab und zu die Kanonen ganz in der Nähe donnern. Die Front ist keine 10 km von hier.

21. April: Am Karfreitag kommen 7 feindliche Flieger über Trient und werfen 25 Bomben ab. 7 Personen, darunter 2 Kinder, sind tot, 5 verwundet.

23. April: Ostersonntag. Den ganzen Tag Regen und im Gebirge Schnee.

25. April: Heute geht die Beschäftigung an. Gefechtsübung und Spiele. Bisher war zweimal Nachtübung. Da wurde die Ersteigung steiler Felsberge geübt.

26. April: Am Mittag ging ich mit drei Mann in Dienst an ein Artillerie-Munitionsdepot. Das Wachhaus liegt schön in den Weingärten. Es ist ein schöner warmer Tag und ganz lieblich hier. Aber der Feind beschießt den in der Nähe gelegenen Bahnhof Alliano ,Straße und Etsch-Brücke mit sehr schwerer Artillerie. Wahrscheinlich sind es 21er oder gar 28er.

27. April: Abends war wieder Nachtübung.

28. April: Wir waren wieder ausgerückt, da beschoß der Feind wieder den Bahnhof von Calliano. Am 26. hatte er Schaden angerichtet: 30 Tote, darunter 6 Russen, die in Calliano gearbeitet haben.

29. April: Wieder eine Gebirgsübung. Es ist ein warmer Tag. Die Fliegertätigkeit ist sehr groß, eigene und feindliche Flieger. Abwehrkanonen schießen bereits und Schrappnellhülsen und Füllkugeln fliegen auch um uns herum.

1. Mai 1916: Keine Änderung. Abends Nachtübung.

2. Mai ging die zweite und vierte Kompanie unseres Bataillons in Stellung.

3. Mai: Ausrückung. Die Flieger gehen heute wieder stark. Unsere Abwehrkanonen donnern von allen

Seiten. Die ganze Luft ist voll von Sprengwolken.

4. Mai: Vormittag wieder großer Luftkrieg. Abends lösten wir die 2. Komp. in der Stellung bei Rovereto ab. Ich ging gleich auf Feldwache. Es ist ganz schön hier, die Feldwache ist in einer kleinen Baracke. Die [unleserlich] ist am Rand einer Schlucht ca. 300 Schritte von der fdl. Stellung. Ab und zu fällt ein Schuss.

5. Mai: Auf der Feldwache kein Ereignis von besonderer Bedeutung. Einige Kugeln fliegen über unsere Hütte. Unsere Stellung ist auf einer mäßigen Höhe südlich von Rovereto. Hinter uns liegt die liebliche Stadt im Etschtal. Die Etsch fließt durch die Stadt. Gegen Abend wurden wir mit Minenwerfern begrüßt. Drei Minen gingen auch in unserer Nähe los.

Abends wurden wir abgelöst und rückten in die Stellung ein. Die Stellung ist festungsartig ins Feld gebaut. Schöne Betten mit Matratzen in den Deckungen.

6. Mai 1916: In Stellung. Man kann bei Tag die Stellung verlassen. Oben sind Tische und Bänke unter den Bäumen. Es ist ganz schön. Abends wurden wir wieder vom 42. abgelöst und rückten nach Volano ein.

7. Mai: Filipovaer Kirchweihtag lag ich den ganzen Tag im Zimmer. Ich hatte ein Geschwür im Gesicht.

10. Mai 1916: Ich ging zum Arzt, da wurde mir das Ding aufgeschnitten und ausgeputzt.
Ende der Aufzeichnungen

Die Kameraden von Peter Mattes, der am 15. Mai 1916 bei Rovereto gefallen ist, schrieben folgende Zeilen an seine Witwe Anna und an die Kinder Anna und Rosalia:

Gute Freundin!

Da schicken wir Dir die Sachen von Deinem lieben Mann. Seine Brieftasche. Wo er ruht, werden wir Dir auch schreiben. Er ruht südlich von Rovereto bei dem Militärfriedhof. Begraben ist er auch schön und er hat auch ein Kreuz, wo sein Namen drauf ist. Seine Verwundung war ein Kopfschuss. Er hat sterben müssen, es war ihm nicht mehr zu helfen.

Das Letzte, was er noch gesagt hat, war: „Helft mir“, aber man hat ihm nicht mehr helfen können. Wenn Du willst, kannst Du auch an sein Grab gehen, aber jetzt geht es noch nicht, denn die Italiener sind noch in der Nähe. Sein Geld, das er noch bei sich gehabt hat, waren 65 Kreuzer. Die hat sein Geschwisterkind behalten.

Leider können wir Dir nicht mehr mitteilen.

Mach es Dir nicht so schwer, denn der liebe Gott hat ihn gewollt, darum lasset ihn ruhen. Der liebe Gott möge ihn in den Himmel nehmen. Oh, Herr, gib ihm die ewige Ruhe!

Gute Freundin, Du glaubst nicht, wie schwer es uns ist, weil wir Dir die traurige Nachricht schreiben müssen.

Viele Grüße an Dich und Deine Familie

von Stefan Mattes

Georg Schäffner

Joszef Jack


(Quelle: https://www.dhm.de/lemo/zeitzeugen/eleonore-zorn-aufzeichnungen-aus-den-kriegstagebuechern-von-peter-mattes-11-mai-1915-bis-15-mai-1916.html)

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