Xanten 1891

Wohl selten hatte ein Ritualmordprozeß eine derartig umfangreiche Literatur und Berichterstattung zur 
Folge, wie die Verhandlungen vor dem Klever Schwurgericht anläßlich des Knabenmordes von Xanten. 
Gibt uns diese Literatur auch wichtige Aufschlüsse über den dominierenden jüdischen Einfluß und die als 
Reaktion hierauf immer stärker werdenden, aber mangels einheitlicher Führung einflußlos gebliebenen 
antijüdischen Strömungen in weiten Schichten der Bevölkerung, so wollen wir, da jene schriftlichen 
INiederlegungen auch heute noch für eden leicht erreichbar sind, bei Abfassung dieses Kapitels in erster 
Linie die stenographischeu Berichte der Schwurgerichtsverhandlung zu Kleve 1} benutzen. 

Am 29. Juni, dem Peter- und Pauls-Tage des Jahres 1891, an einem Montag, vermißte der Schreiner 
Hegmann zu Xanten am Niederrhein seit einhalb elf Uhr vormittags sein fünfeinhalbjähriges Söhnchen 
Johann. Die Mutter des Kindes, später vom Gerichtspräsidenten darüber befragt, erzählte am zweiten 
Verbandlungstag (5. Juli 1892) folgendes: "Ich weckte das Kind, ehe ich zur Kirche ging (am Peter-und- 
Pauls-Tage 1891) und holte es aus seinem Bettchen, ich ließ es dann heruntergehen; dann gin- ich zur Kirche. 
Wie ich zurückkam, habe ich ihm dann ein Schürzchen umgetan, dann ist es weggegangen, und ich habe es 
nicht mehr gesehen. Wir haben um einhalb elf zum Frühstück Kaffee getrunken. Da ich die Butterbrote für 
die anderen Kinder fertig gemacht, sagte ich: Wo bleibt nur Schängchen', so nannten wir Johann. ... Nun 
wurde es Mittag ... es wurde zwei Uhr, da war es immer noch nicht da. Das Kind ist niemals über die Zeit 
ausgeblieben." 

Sie suchte den ganzen Tag ihr Kind - ihr Mann war noch, schwer erkrankt; hier und da brachten ihr die Leute 
einen Stuhl, daß sie sich ausruhen könnte. Am Abend, gegen sechs Uhr, erschien die Frau des Schächters 
Buschhoffund sagte auf die Klagen der Mutter: "Betet mal ein Vaterunser, es wird wohl wiederkommen." - 
Wir erinnern uns an den Zynismus der Judenfamilie Scharf in Tisza-Eszlär! 

Die Mutter begibt sich wiederum in die Kirche: "Ich habe dann eine Kerze angesteckt in der Kirche vor dem 
heiligen Antonius, die war noch nicht ausgebrannt, da hörte ich, daß Leute kamen und sagten, das Kind wäre 
gefunden. Ich ging nach Haus, da strömte es auch schon voller Menschen. Buschhoff und seine Frau kamen 
auch." - Frau Hegmann war in hoher Schwangerschaft. Das Judenweib ruft: "Tröstetsie doch, sie kriegt ja 
Ersatz dafür..." 

In zudringlichster Weise machten sich die Buschhof fs in der Hegmannschen Wohnung zu schaffen. Der 
Schächter Buschhoff stützte den Vater Hegmann, der wenige Monate vorher von einem Nervenschlag 
getroffen worden war, daß er nicht aus seinem Stahl fiele: "Mein Mann wehrte sich schrecklich, er wollte 
nicht gehalten werden, er sagte, es sei ihm so vorgekommen, als wenn Buschhoff blutige Hände gehabt und 
ihn damit beschmutzt hätte." Der Vater Hegmann vor Gericht (zweiter Verhandlungstag): "Sowie Buschhoff 
die Hand auflegte, hatte ich das Gefühl, als wenn mir eine blutige Hand im Rücken käme.... Buschhoff hielt 
mich fest, was ich nicht annehmen wollte, ich wollte immer von seiner Seite fort. ..." - Der 
Gerichtsvorsitzende: "Sie bekamen wohl den Gedanken, er hätte das Kind getötet, und da bekamen Sie eine 
Abneigung gegen ihn?" - Zeuge: "Ja. Er (Buschhoff) war sehr zudringlich..." 

Die Buschhoffs besorgten auf ihre Rechnung noch ein Brausepulver in der Apotheke und wollten f ür die He- 
manns einen starken Kaffee kochen. Frau Buschhoff mauschelt: "Ich will eine gute Tasse Kaffee kochen, und 
so wahr wie Gott im Himmel lebt, habe ich drei Lot auf ein Kännchen genommen!" Frau Hegmann dankte: 
"Nein, ich will erst mein Kind wiederhaben, ich trinke nicht. ..." Endlich gehen die Juden. Hegmanns atmen 
auf: "Gott sei Dank, daß wir jetzt allein sind!" (Zweiter Verhandlungstag.) 

An diesem Abend, gegen einhalb sieben Uhr, hatte die Magd des Stadtverordneten Küppers, Dora Moll, in 
einem Durchgang der Scheune des Küppers die Kindesleiche gefunden, mit gespreizten Beinchen auf der 
Seite liegend, verblutet infolge eines furchtbaren Schnittes durch den Hals, der im Zirkel von einem Ohr 
zum andern reichte und die Weichteile bis zu den Halswirbeln durchtrennt hatte. "Ich sah etwas daliegen", 
führte diese Zeugin dann vor Gericht aus, "ich meinte, es wären Hühner gewesen und wollte sie fortjagen. 
Als ich näher zusah, sah ich die Leiche Hegen. ... Sie lag da mit den Beinchennach der Scheunentür zu und 
mit dem Köpfchen nach der Wannmühle. ... Als ich näher hinzukam, sah ich gleich, daß es das Kind von 
Hegmann war..." (Erster Verhandlungstag.) 

Allen herbeigerufeuen Augenzeugen fiel es sofort auf, daß, von geringfügigen Blutspuren abgesehen, 
nirgends eine Blutlache oder Blutspritzer zu bemerken waren! 

Der Stabsarzt a. D. Dr. Steiner, der in Gegenwart des Gerichtsassessors Buchwald und des Bürgermeisters 
Schieß die Leiche an demselben Abend noch untersucht und festgestellt hatte, daß der Blutkuchen (das 
geronnene Blut) sehr gering war, etwa soviel, wie ein kleines Ei, gab vor Gericht folgendes Gutachten ab: 

1. Sämtliche Weichteile des Halses waren durchschnitten, vom rechten Ohr durch die Gurgel bis zum linken 
Ohr, sogar die Muskeln, die auf den Halswirbeln liegen, waren durchschnitten, der Schnitt ging bis auf die 
Halswirbel durch. 

2. Dieser Zirkelschnitt ist von zweifelsohne geübter Hand mit einem sehr scharfen und großen Instrument 
geführt worden. 

3. Ein Blutstrahl, eine scharf markierte Blutwelle, schien sich über die Kleider ergossen zu haben. 

4. Die vorhandenen Blutspuren waren außerordentlich gering: "Nach meiner Meinung fand sich an der 
Stelle nicht alles Blut, was aus der Leiche herausgeflossen sein kann. Ich halte es für das Blut, welches, 
nachdem das erste Blut ausgeflossen ist, nach eingetretenem Tode noch ausgeflossen ist." 

5. IrgendwelcheAnzeichen einer widernatürlichen Vergewaltigung waren nicht vorhanden. (Dr. Steiner am 
ersten Verhandlungstag in Kleve.) 

Die beiden anderen Zeugen äußerten sich wie folgt: 

"Nachdem das Besichtigungsprotokoll der Leiche selbst aufgenommen war, wurde die nächste Umgebung 
der Leiche aufgenommen; weder an der Wannmühle, noch an einem Pfosten, der in der Nähe lag, konnte ich 
Blutspuren entdecken... Wir haben mit einer Laterne und zwei Lampen nachgesehen, um einzelne Blutspuren 
unbedingt sehen zu können, haben aber keine gefunden." (Ass. Buchwald am ersten Verhandlungstag.) 

"Bei der Besichtigung der Leiche fanden wir diesen grausamen Schnitt; wir fanden das Kind mit 
durchschnittenem Halse von einem Ohre bis zum andern. Es sah schrecklich aus, es machte einen furchtbaren 
Eindruck, ich muß sagen, daß ich im ersten Augenblick mir sagte: 'Das kann nur von einer gewandten Hand 
geschehen sein, die mit dem Messer umzugehen weiß; es muß ein sehr großes Messer gewesen sein.' Ich 
darf nicht verschweigen, daß ich damals Verdacht hatte auf die in der Nähe wohnenden jüdischen Metzger 
Buschhoffund Bruckmann... "(Bürgermeister Schieß am dritten Verhandlungstag.) 

Auch das Obduktionsprotokoll der Gerichtsärzte Bauer und Nüninghoff vom 30. Juni 1891 bestätigte die 
absolute Blutleere der inneren Organe der Kindesleiche. Es stehen da Punkt für Punkt die Bezeichnungen: 
"Vollständig blutleer", "außerordentlich blutleer", "blaß und leer", "blutleer", "absolut blutleer" usw. 

Weiterhin mußte das gesonderte Gutachten des Dr. Bauer vom 25. Juli 1891 in seinen wesentlichsten 
Punkten zugeben, daß die Blutmasse des Kindes in kürzester Zeit, etwa innerhalb einer Minute, durch die 
Pumpkraft des Herzens ausgetrieben wurde, so daß Aie Leiche in der Tat blutleer war... Es ist 
höchstwahrscheinlich ein langes, starkes und scharfes Metzgermesser gewesen, mit welchem die Schnitte 
geführt sind." 

Quer über das Kinn fand sich ein kleinerer Schnitt, die rechte Kinnseite war in der Fläche durchschnitten, der 
Schnitt fand seine Fortsetzung an der rechten Schulter des Kittels und der überschürze, die an dieser Stelle 
haarscharf Jaden um Faden" durchschnitten war. - Man hat sich besonders über diese sonderbaren Merkmale 
damals den Kopf zerbrochen, obwohl die Erklärung sehr nahe lag: Das Kind hat, als es das Messer auf sich 
zukommen sah, sich in seiner Todesangst instinktiv dadurch zu schützen versucht, daß es den Kopf in der 
Umklammerung des hinter ihm stehenden Mörders ruckartig bewegte und dabei die Schultern hochzog, so 
daß das angesetzte Schächtniesser zunächst in das Kinn und den durch die Kleidungsstücke geschützten 
rechten Schulterteil einschnitt! 

Das Fehlen des Blutes am Fundort hatte bei allen Augenzeugen sofort die Überzeugung greweckt, daß das 
Kind an einem anderen Orte getötet und erst nach erfolgter Ausblutung in die Scheune geschaf ft wurde, 
nicht zuletzt in der Absicht, die Spuren des Verbrechens zu verwischen und womöglich andere mit dem 
Morde zu belasten. - Ein teuflischer Plan! 


Der Amtsrichter Riesbroeck von Xanten sagte später vor dem Schwurgericht in Kleve aus: "Die Leiche 
machte mir den Eindruck, daß sie dort nicht getötet, sondern dahin gebracht worden war." (Erster 
Verhandlungstag.) 

Nun hatte aber der zehnjährige geweckte Gerhard Heister - vom Oberstaatsanwalt selbst als "intelligenter 
Junge" bezeichnet - bemerkt, wie am Mordtage gegen zehn Uhr vormittags ein weißer, unbekleideter Arm 
den kleinen Hegmann von der Straße weg in den Buschhoffschen Laden hineinzog. Die entscheidende Stelle 
seiner Vernehmung wollen wir der besonderen Wichtigkeit wegen hier wörtlich einfügen. 

Präsident: "Weißt du noch, an dem Sonntag Peter und Paul vorigen Jahres, was hast du da gesehen?" 

G. Heister: "Ich lag auf dem Stein an der Ecke von der Klever und Kirchstraße." 

Pr.: "Kamen da ein paar Kinder in die Kirchstraße?" 

G. H.: Ja. Sie kamen vom Portenweg." 

Pr.: "Wohin wollten sie gehen, nach der Klever Straße zu?" 

G. H.: "Ja. Es waren zwei Knaben." 

Pr.: "Und da zogen sie eins mit dem Arm bei Buschhoff herein? Weißt du, was für ein Kind?" 

G. H.: "Das Schängchen Hegmann." 

Pr.. "Hast du auch nicht gesehen, was die anderen taten?" 

G. H.: "Die liefen fort. Der Stephan Kernder lief auf sein Haus zu, und der Peter Venhoff ging auch auf sein 
Haus zu." 

Pr.: "Wie war der Arm, der aus dem Haus herauskam?" 

G. H.: "Er war nackt. Er kam bis zur Schulter heraus." 

Pr.: "Ist er aus der Haustür gekommen?" 

G. H.: "Ja, aus der Türe." 

Pr.: "Weißt du, aus welchem Hause der Arm herauskam?" 

G. H.: "Aus Buschhoff sein Haus." 

Pr.: "War es das Schängehen, was hereingezogen wurde?" 

G. H.: "Ja. - Ich habe das Schängchen nicht mehr gesehen.Die Mutter des Heister war durch den Kommissar 
Verhülsdong vernommen worden. Sie erzählte ihm, daß ihr Söhnchen ganz gemütlich geplaudert habe, er 
habe am Peter-und-Pauls-Tage auf dem Prellstein an der Klever und Kirchstraße gesessen und sehen wollen, 
ob Papa wohl zur Kirche ginge, und bei dieser Gelegenheit habe er seine beiden Bekannten Stephan Kernder 
und Peter Venhoff mitdem Schängeheii Regmann auf Buschhoffs Haus zugehen sehen, und dann habe er auf 
einmal bemerkt, wie eine Hand aus diesem Hause herausgekommen sei, und das Schängchen war weg... 

Der erwähnte kleine fünfjährige Kernder war mit dem gleichaltrigen Hänschen auf der Straße vor 
Buschhoffs Haus Hand in Hand gegangen. Er erzählte einige Tage nach der Ermordung des Hänschen seiner 
Mutter, er wäre über die Straße gekommen, da hätte Frau Buschhoff hinter der Tür gestanden und gerufen: 
"Schängchen, willst du 'mal für mich ausgehen? Komm 'mal herein!" Der kleine Hegmann sträubte sich aber, 
darauf zog sie ihn ins Haus. "Ich und Peterchen Venhoff, wir blieben stehen, da hat die Frau Buschhoff 
gesagt: 'Geht ihr nur spielen.'" - Der kleine Stephan erzählte dann, die Frau Buschhoff habe das "ganz frech" 
gesagt! (Aussage des Vaters Heinrich Kernder am vierten Verhandlungstage.) Der dritte Spielgefährte, das 
Peterchen Venhoff, machte einen derart eingeschüchterten Eindruck, daß dieser ebenfalls sehr wichtige 
Zeuge nicht vernommen werden konnte!

Ein Gärtner mit Namen Mölders war um dieselbe Zeit am Buschhoffschen Grundstück vorbeigegangen; er 
hatte gesehen, wie aus dem Judenladen sich ein Arm herausstreckte und einen kleinen Jungen hereinzog. 
Jedoch konnte er das Kind selbst nicht erkennen, da er es vom Rücken sah. "In der Richtung auf den Dom, da 
waren die Kinder vor mir, und wie ich bei Buschhoff war, da kam dort ein weißer Arm heraus. Ein Kind 
wurde hereingezogen. Das habe ich deutlich gesehen..." 

Am 'rage der Beerdigung des Opfers versuchte das Ehepaar Buschhoff in der Wohnung der Hegmanns 
anscheinend wieder "tröstende" Worte anzubringen; gleich darauf hörte man aber einen Schrei. - "Baschhoff 
und seine Frau kamen an unserer Tür vorbei und waren ganz verwirrt, sie kamen bei Regmanns heraus, sie 
waren ganz blaß und sagten gar nichts..." (Zeugin Venhoff am zweiten Verhandlungstage.) Der Vater 
Hegmann hatte Buschhoff einen einzigen Satz entgegengeschteudert: "Sie sind der Mörder meines 
Kindes!" - Buschhoff hatte sich nicht verteidigt... 

Da keine weiteren Anhaltspunkte über den Verbleib des Kindes vorlagen, mußte sich der Verdacht auf die 
Familie Buschhoff lenken. Buschhoff selbst war Schächter und gleichzeitig "Vorbeter" in der Synagoge - 
seinVater war vor einer Reihe von Jahren eines Ritualverbrecheris dringend verdächtig gewesen! 

Vom Schlachthause des Juden aus konnte man direkt durch eine Hintertür in die Scheune des Küppers 
gelangen, die Buschhoff auch regelmäßig als Durchgang benützte. 

Die gerichtliche Untersuchung litt von vornherein an großer Lässigkeit. Der erste Staatsanwalt von Kleve, 
Baumgardt, sandte vorläufig einen ihm zur Ausbildung übergebenen Assessor als Inquirenten; erst eine 
Woche später kam Baumgardt selbst. Bereits kurze Zeit später erschienen plötzlich und unangemeldet in der 
Wohnung des Amtsrichters Riesbroeck in Xanten der Vorstand der jüdischen Gemeinde mit dem 
Oberrabbiner aus Krefeld und erkundigten sich mit jüdischer Frechheit "über den Stand der Dinge". Der 
Richter fertigte sie jedoch kurz ab mit der Erklärung, daß er nichts sagen könne, die Akten befänden sich in 
Händen der Staatsanwaltschaft (Amtsrichter Riesbroeck als Zeuge am ersten Verhandlungstage). Baumgardt 
nun hielt von vornherein die Annahme aller Kreise der Bevölkerung Xantens, daß ein ritueller Mord 
vorliege, für ausgemachten Unsinn, eines "Gebildeten" unwürdig, und - wie er später sagte -, für "ländlichen 
Aberglauben". Für diesen Staatsanwalt war demzufolge der beschuldigte Judenmetzger gleich nach den 
ersten Berichten völlig unschuldig, gegen Buschhoff aussagende Zeugen wurden grob angefahren - dieselbe 
Einschüchterungstaktik wurde später im Polnaer Ritualmordprozeß durch den jüdischen 
Untersuchungsrichter Reichenbach wie auch in Konitz angewandt! Dagegen wurde bei Buschhoff nicht 
einmal eine ordnungsmäßige Haussuchung vorgenommen - trotz äußerst gravierender Momente! 
Wahrscheinlich auf höheren Wink hin hatte Buschhoff selbst seine Verhaftung gefordert, "um seine 
Unschuld beweisen zu können"! Dieses Manöver erscheint uns nicht neu, denn schon die Juden einiger 
früherer Ritualmordprozesse hatten ja diesen schlauen Gedanken gehabt! 

Staatsanwalt Baumgardt schien nichts sehen zu wollen. Er verlor kostbarste Zeit, indem von vornherein 
aussichtslose Verdachtsspuren verfolgt wurden. 

Am 30. Juli, also einen vollen Monat nach dem Blutmorde, wurde der Kriminalkommissar Verhülsdong 
nach Xanten beordert. Er kam völlig unvoreingenommen zu der Überzeugung, daß das Kind im Anwesen des 
Judenmetzgers verschwunden sei, und stellte bei der Staatsanwaltschaft Antrag, die Familie Buschhoff zu 
verhaf ten. Baumgardt lehnte ab! Nachdem wiederum fast zwei Monate vergangen waren und das ganze 
Verfahren in der Bevölkerung Erregung und Erbitterung verursacht hatte so hatten die Juden eine eigene 
"Geheimpolizei- aufgezogen erschien der Kriminalist Wolff aus Berlin. Auch er hielt das vorgefundene 
Material sehr bald für hinreichend - wie er später in dem Prozeß Oberwinder 2) als vereidigter Zeuge selbst 
aussagte -, um die Verhaftung der Buschhoffs durchzusetzen. 

In seinem Bericht vom 6. Oktober 1891 sprach Wolff u. a. davon, daß die Durchf ührung des 
Indizienbeweises nur bei einer sofortigen Verhaftung des Buschhoff möglich sei, da letzterer über die nahe 
Grenze flüchtig werden würde, "sobald er durch Vorhaltungen und weitere Nachforschung von der neuen 
Sachlage Kenntnis erhält" . 

Die Juden, die mit dieser Wendung, ein Vierteljahr nach dem Morde, nicht mehr gerechnet hatten, um so 
weniger, als ja die Xantener Judengemeinde selbst die Entsendung dieses Kriminalkommissars beantragt 
und - finanziert 3) hatte, setzten Himmel und Hölle in Bewegung. Der Synagogenvorsteher Abraham Oster 
war an der Spitze der Judenschaft aufs eifrigste bemüht, den befreundeten Buschhoff zu entlasten. Nach 
kurzer Zeit waren sie ihrer Sache so sicher, daß in der Hochburg des Judentums, Frankfurt a. M., Geld 
gesammelt wurde, um der Familie Buschhoff ein "neues Heim" zu beschaffen - und tatsächlich wurde noch 
am Weihnachtsabend desselben Jahres (1891) Buschhoff aus der Haft entlassen, ohne daß durch ein 
ordentliches Gerichtsverfahren die Sache aufgeklärt worden wäre! 

 


Unter dem 20. Januar 189.2 schrieb die "Kreuzzeitung": "Nebenbei aber treiben sich hier in Kleve und 
Mayen unter anscheinend amtlicher Maske aber unzweifelhaft im Auftrag der Synagoge, allerlei Personen 
umher, welche ebenfalls bei der Entgleisung des Verfahrens mitgewirkt haben. Über diesen Punkt und über 
den Verkehr des Rabbiners in Crefeld mit dem Oberstaatsanwalt in Köln 4) und anderen Personen in Kleve 
sollen gelegentlich noch weitere Enthüllungen folgen." 

Mit reichen Geldmitteln versehen war Buschhoff nach Köln abgeschoben worden. Protestversammlungün in 
allen größeren Städten des Reiches erreichten schließlich, daß die Untersuchung gegen Buschhoff von neuem 
aufgenommen wurde. Eine deutschsoziale Eingabe jener Tage an den Justizminister von Schelling lautete: 

"Der des Mordes dringend verdächtige Schächter Buschhoff in Xanten ist aus der Untersuchungshaft 
entlassen worden, obschon die Ermittlungen des Kriminalkommissars Wolff ein erdrückendes 
Beweismaterial für seine Schuld ergeben haben. Der Deutschsoziale Verein zu Elberfeld spricht sein 
Bedauern über diese Freilassung aus, da sie geeignet sein könnte, die durch die Fälle Paasch, Manchö, 
Bleichröder, Liebmann, Morris de Jonge 5) und andere veranlaßte Erschütterungen des Rechtsbewußtseins in 
noch größere Schichten des Volkes hineinzutragen. Deshalb richtet der Deutschsoziale Verein zu Elberfeld 
an Euer Exzellenz die dringende Bitte, Euer Exzellenz wolle Ihren Einfluß dahin geltend machen, daß' die 
Untersuchung dieses Falles Buschhoff wieder aufgenommen wird. Das deutsche Volk hat Anspruch darauf, 
zu verlangen, daß jeder Schein der Rechtsunsicherheit und Rechtsungleichheit vermieden wird. ..." 

Am 9. Februar 1892, als die Wolken sich um Buschhoff wieder zusammenzogen, unternahm unvermittelt in 
einer Sitzung des Preußischen Abgeordnetenhauses, die eigentlich für ganz andere Dinge angesetzt war, der 
Abgeordnete Rickert, der Vorsitzende des ,Vereins zur Abwehr des Antisemitismus", Herausgeber des 
berüchtigten "Antisemiten-Spiegels", seines Zeichens "Landesdirektor a. D. aus Danzig", Aer verdiente 
General der Judenschutztruppe," eine bestellte und inspirierte "Entlastungsoffensive". Auf seine 
"tiefschürfenden" Ausführungen soff hier nicht näher eingegangen werden. Jedoch geben wir diese Rede, die 
als Zeitdokument nicht ohne Interesse sein dürfte, im Anhang auszugsweise wieder 6). 

Am 8. Februar 1892 war Buschhoff zum zweitenmal "verhaftet" worden - das ganze Verfahren machte auf 
die Bevölkerung den Eindruck einer bestellten und dreist gespielten Komödie! Untersuchungsrichter war der 
hochbetagte Brixius. Als es aber durchsickerte, daß er ausgerechnet seinen Schwiegersohn, den 
Rechtsanwalt Fleischhauer, zum Verteidiger 'Buschhoffs bestellt hatte, wurde die Verfolgung des angeblich 
so schwierigen Rechtsfalles dem Landgerichtsrat Birk übergeben. Die ganze Untersuchung verlief von 
vornherein geradezu unheimlich verworren. Wegen dieser Vorgänge wurde der preußische Justizminister von 
Schelling im Abgeordnetenhause mehrfach interpelliert und namentlich von konservativer Seite scharf 
angegriffen; schwere Vorwürfe wegen des schwankenden und unsicheren Prozeßverfahrens blieben aber 
unbeantwortet. 

Ein volles Jahr nach der Tat - analog zum Skurzer Fall - begann die Verhandlung vor dem Schwurgericht 
Kleve (4./ 14. Juli 1892). Vorsitzender des Gerichtshofes war Landgerichtsdirektor Kluth, die Anklage sollte 
vertreten der Staatsanwalt Baumgardt, also derselbe, der ursprünglich die Verhaftung des Buschhoff 
abgelehnt hatte und im Verlauf des Prozesses als dessen eifriger Verteidiger auftrat. Ihm hatte man überdies 
als Helfer bei Lösung dieser Aufgabe den Kölner Oberstaatsanwalt Hamm beigegeben, so daß es eigentlich 
überflüssig war, daß dem Mörder noch drei "berühmte" Verteidiger (Stapper/Düsseldorf, 
Gammersbach/Köln, Fleischhauer/Kleve) zur Seite standen. 

So wohl ausoerüstet ging Buschhoff in den Prozeß! Die Anklageschrift vom 20. April 1892 hatte noch 
einmal alle belastenden Momente zusammenge faßt, die zur Verhaftung Buschhoffs führten und sagte an 
entscheidender Stelle: "Die Familie Buschhoff muß daher angeben, wo der Junge Hegmann weiter geblieben 
ist. Daß sie dies nicht kann und daß sie überpaupt bestreitet, den Knaben Hegmann an dem Morgen in das 
Haus gezogen und im Hause gehabt zu haben, macht sie auf das höchste verdächtig." 

Vernommen wurden 167 Zeugen. Alle gegen Buschhoff vorliegenden Verdachtsgründe wurden vollauf 
bestätigt! Von den Aussagen des Mölders und der Kinder Heister und Kernder, die bereits in anderem 
Zusammenhang wörtlich wiedergegeben wurden, abgesehen, erbrachte die vieltägige 
Schwurgerichtsverhandlung erdrückendes Material! 

Kurz vor dem Verschwinden des kleinen Hegmann beobachteten mehrere Zeugen, wie Buschhoff mit einem 
fremden, auff allend häßlichen Juden, der eine schwarze Ledertasche trug, vom Bahnhof kommend in seinem 
Hause untertauchte. 

Präsident: "Am Peter-Pauls-Tage vorigen Jahres sind Sie durch die Kirchstraße, gegangen? Wann war das?"



Zeuge Peter Dornbach: "Ungefähr fünf Minuten vor Zehn. Ich ging zum Hochamt. Buschhoff kam mir 25 
Schritte vor seinem Hause entgegen mit noch einem fremden Mann, anscheinend einem Israeliten. Dieser 
hatte einen defekten Anzug, der Hut war eingedrückt. Er war mit Buschhoff im intimsten, Gespräch." 
(Fünfter Verhandlungstag.) 

Zwischen elf und zwölf Uhr verließ dieser Jude, der nach anderen Zeugenaussagen wiederum als "fremd" 
und "häßlich" bezeichnet wurde, das Buschhoffsche Anwesen und ging nach dem Bahnhof zurück! 

Am Mordtage, kurz vor zehn Uhr, vernahm der Nachbar Buschhoffs, Wilhelm Küppers, durch die etwas 
sperrende Tür des Schlachthauses ein auffälliges Stimmengewirr; einer anderen Zeugin war dieses Getriebe 
"unheimlich". Der vorbeikommende Klosterbruder van den Sandt hörte ebenfalls mehrere Stimmen. 

Nachdem der fremde Jude Xanten verlassen hatte, irrte Buschhoff anscheinend ziel- und planlos in 
furchtbarer Aufregung durch die Straßen'. Vielen Zeugen, die sonst Buschhoff als ruhigen Mann kannten, fiel 
diese außergewöhnliche Erregung auf. Kurz nach elf Uhr begegnete ihm zuerst der Zeuge Brandts: 
"Buschhoff ist mir entgegengekommen; da muß etwas Außerordentliches vorgefallen sein, er sah geradezu 
verrückt aus..." (Zweiter Verbandlungstag.) 

Der 72jährige Peter Kempkes traf auch auf Buschhoff: "Er (Buschhoff) kam so schnell gelaufen, so rasig, er 
schüttelte so mit dem Kopfe. Ich dachte bei mir, der kann es wohl getan haben..." (Vierter Verhandlungstag.) 

Einige Stunden später mußte Buschhoff etwas Geschäftliches unterschreiben. Er zitterte so am ganzen 
Körper, "daß ihm die Hand geführt werden mußte". - Am Abend, kurz vor Auffindung der Leiche, hatte er 
sich jedoch so weit wieder in der Gewalt, daß er, was bis dahin nicht vorgekommen war, in eine 
Gastwirtschaft kegeln ging und dort auch etwas spendierte ("Buschhoff, was sind Sie flott?"), um in 
gespielter Gleichgültigkeit die Nachricht von der Auffindungeiner geschächteten Kindesleiche aufnehmen zu 
können. 

Am zeitigen Nachmittag, etwa gegen dreiviertel drei Uhr, machte sich ein fremder, jüngerer, jüdisch 
aussehender Mann in dem Garten von Küppers gegenüber dem Hause Buschhoffs zu schaffen. Leider konnte 
die betreffende Zeugin diese Gestalt vor Gericht nicht näher beschreiben. Sie sagte aber mit Bestimmtheit 
aus, daß es ein Fremder gewesen sein müsse, der ihr völlig unbekannt war, sich lange Zeit in dem Garten 
aufhielt und beständig wie eine Waclie auf und ab ging; als er sich durch die Zeugin beobachtet fühlte, 
,verbarg er sich hinter den Latten des Zaunes. "...Nach meinem Mutmaßen war es eher ein Jude als ein 
Christ; ich wollte sehen, wer das war, es war mir dies unterm Gottesdienst ganz auffällig." (Zeugin 
Windhues am sechsten Verhandlungstage.) Das Individuum, zweifelsohne ein Jude, der für das, was dann 
kam, "Schmiere zu stehen" hatte, war aber plötzlich wie vom Erdboden verschwunden! 

Kurze Zeit später ging Hermine Buschhoff, die erwachsene Tochter des Schächters, über den Torweg nach 
der Scheune zu und zwar so, daß sie die rechte Seite auffällig nach dem Hause ihrer Eltern zu hielt; auf dieser 
Seite trug sie sehr schwer an einem länglichen, nach unten spitz verlaufenden Gegenstand, der in einen 
großen, grauen Sack eingewickelt war. (Zeuge Mallmann am dritten Verhandlungstage.) 

Dreieinhalb Monate nach der Tat fand der Polizeidiener Schloer, der gelegentlich auch einmal die Wohnung 
der Buschhoffs durchsah - von einer systematischen Durchsuchung konnte überhaupt keine Rede sein -, in 
dem Küchenschrank zuunterst einen Sack, der auf fallend große und dunkle Flecke trug. Er wurde neben 
anderen Dingen aufs Rathaus gebracht und auf einem Tisch ausgebreitet. Bürgermeister Schieß sagte darüber 
folgendes (am sechsten Verhandlungstage): "Wie Frau Buschhoff später in den Saal trat, um vernommen zu 
werden, durch Herrn Amtsrichter Riesbroeck, war sie sichtlich erregt, und das fiel mir auf, daß sie sagte: 
'Herr Bürgermeister! Gott, haben Sie auch den alten Sack mitgenommen, den haben wir gebraucht, um ihn 
über die Tonne zu legen, wenn geräuchert wird.' Sie war aber dabei sehr auf geregt, und ich habe es dem 
Herrn Kommissar Wolff gleich gesagt. Ich habe ihr den Sack nicht vorgezeigt, sie hat ihn selbst gefunden 
unter den Gegenständen, die auf dem Tisch lagen." - Dem Bürgermeister kamen die großen dunklen Flecken 
verdächtig vor; er selbst hielt sie für Blutfleckel In der Verhandlung behauptete dann Buschhoff, das seien 
"Pökelfleckei" Ein Gerichtschemiker und ein Professor sprachen davon, daß es keinen Zweck mehr habe, den 
Sack zu untersuchen, es könne höchstens festgestellt werden, daß überhaupt Blut drin sei... Eine eingehende 
Untersuchung wurde tatsächlich nicht vorgenommen! 

Am späten Nachmittag ging Buschhoff in die Synagoge, an schließend zum Kegeln in eine benachbarte 
Gastwirtschaft. Noch ehe seine Kegelbrüder erfuhren, daß man den kleinen Hegmann in der Scheune 
aufgefunden habe, wußte der Jude darum Bescheidder dreizehnjährige Judensproß Siegmund kam gelaufen 
und flüsterte seinem Vater etwas ins Ohr!



Auf dem Heimwege erkundigte sich Buschhoff in auffallender Weise bei seinem Nachbar Küppers, ob da in 
dessen Scheune "nicht ein scharfer Gegenstand wäre, wo das Kind hereingefallen sein könnte, ein Messer 
oder sonst was?" Am folgenden Tage wurde das Anwesen Buschhoffs, besonders aber die Kellerräume, einer 
gründlichen Reinigung unterzogen, verschiedene Wäschestücke wurden gewaschen. Die hintere, nach dem 
Torweg gehende Tür des Schlachthauses war am Abend vor dem Morde zugenagelt worden, was besonders 
den Küppers aufgefallen war; jetzt wurden die Nägel wieder entfernt... 

Ungefähr acht Wochen nach dem Mord kam Buschhoff mit Siegmund vom Rathaus durchs Mitteltor, als der 
Judenjunge seinem Vater, der schwerhörig 7) war, etwas zu verstehen gab. Die Zeugin Roelen, die wenige 
Schritte hinter den beiden ging, hörte ganz deutlich, wie Buschhoff darauf antwortete: Ach, was, wenn sie 
keine Beweise Iiaben, können sie uns niclits maclien!" - Als diese Zeugin dann später am Grundstück des 
Schächters vorbeiging, wurde sie von diesem mit schmutzigem Wasser begossenl (Boelen am vierten 
Verhandlungstag.) 

Siegmund aber entwickelte sich ähnlich wie die Kinder des Tempeldieners Scliarf in Tisza-Eszlär 
nachgerade zum enfant terrible der Judenm eute - nur, daß in Xanten kein Bary saß ! Eine andere Xantener 
Bürgerin, Anna Mauritz, ging nur zwei bis drei Schritte vor Vater und Sohn Buschhoff auf der Klever 
Straße. Plötzlich kräht der Siegmund, der anscheinend über alles sehr gut Bescheid wußte: "Papa, wenn's nur 
nicht auskommt." Der Judenvater zog höchst verlegen sein Söhnlein fest an sich, sah sich bestürzt uni und 
verschwand um die nächste Ecke! 

Kurz nach dem Mordfall fuhr die Frau Remy mit der Bahn von Goch nach Büderich zu einer Hochzeit. "Als 
ich in Xanten in den Zug stieg, stiegen zwei jüdische Herren bei mir ein. Ich way allein im Coupe; wir hatten 
da einige Minuten Aufenthalt, bie Herren sprachen darüber, daß ihnen Xanten zum Ekel würde. Der eine 
sagte: 'Ja, ich wäre schon herausgegangen, wenn es sich machen ließe. Ich wäre nicht so dumm gewesen, das 
war das Dümmste, was er getan hat, daß er es nacli der Sclieune gebraclit liat'." Als die beiden Juden dann 
aber auf einer Zwischenstation den Namen der Zeugin hörten, stießen sie sich an und sprachen in einer 
fremden Sprache weiter. 

Eine weitere schwerwiegende Aussage gab am vorletzten Verbandlungstag der Schüler Hölzgen ab. Vor 
Jahresfrist sah der Junge, wie bei einem anderen Judenmetzger in der Mühlstraße eine Kuh geschachtet 
werden sollte. Er trat ungesehen näher, um sich "die Geschichte mal anzusehen". Im Schlachthaus waren drei 
Schächter anwesend, die sich angelegentlich über den Tod des Kindes Hegmann unterhielten: "Wir müssen 
uns nur geheim halten und nichts sagen und Buschhoff einprägen, daß er sicli niclit verbabbelt." ... "Sie 
haben schon viel herausbekommen, aber das sollen sie doch nicht herausbekommen!" 

Der intelligente Junge ging sofort zum Bürgermeister, um ihm das belauschte Gespräch mitzuteilen. Dieser 
gab dem Zeugen den Rat, das Gehörte aufzuschreiben. Vor Gericht konnte der Junge den Zettel noch 
vorlegen und las seine Aussage davon abt Der Schächter Bruckmann ruft: "Gesprochen ist nichts geworden 
über den Mord. Nein, da ist gar nicht über gesprochen worden, gar nichts!" 

Die Dinge hatten sich für Buschhoff im Verlauf einer achttägigen Zeugenvernehmung trotz aller 
Verneblungen äußerst kritisch gestaltet - da wurden ihm die Ärzte zu Hilfe geschickt - dasselbe Verfahren 
war ja auch in Tisza-Eszlär angewandt worden! Ein aus vier Ärzten bestehendes gelehrtes Kollegium stellte 
nach einem Jahr den fundamentalen und den Ausgang des Prozesses wesentlich bestimmenden Satz auf, daß 
die Blutspuren, die sie zugegebenermaßen in der Küppersschen Scheune nicht einmal gesehen hatten, 
hinreichend gewesen seien, um zu behaupten, daß die Abschlachtung des Kindes in der Scheune erfolgt sei, 
daß also Fundort gleich Tatort sei, während das noch am Abend des Mordtages aufgenommene Gutachten 
des Stabsarztes Dr. Steiner den entscheidenden Befund ergeben hatte, daß bei völliger Blutleere des Körpers 
nur ganz geringfügige Blutspuren im Umkreis des Fundortes zu bemerken waren, daß das Kind also 
unmöglich in der Scheune verblutet sein konnte - nichtsdestoweniger akzeptierte das Gericht die Meinung 
des Kollegiums! Der Halsschnitt hätte mit jedem beliebigen messerartigen Instrument, selbst mit einem 
Taschenmesser (!) vorgenommen werden können - ein sogenanntes Schächtmesser, wie solche in Buschhoffs 
Wohnung vorgefunden wurden, sei dazu nicht erforderlich gewesen! 

Um nun auch noch das Judentum als solches von dem Verdachte ritueller Morde zu entlasten, wurde das so- 
,enannte "Gutachten" des Straßburger Professors Nöldeke - wir haben ihn bereits kennengelernt - angezogen. 
Dieser sonderbare "Sachverständige" erschien bereits am zweiten Verhandlungstag und gab auf Befragen zu, 
daß "in den Gesetzen des Tatmud sehr schwer zurechtzufinden ist". Nöldeke ließ zwar durchblicken, daß er 
nicht ganz belesen sei, der Talmud sei sehr umfangreich, "er besteht aus zwölf dicken Bänden, an die man 
nur höchst ungern herangeht", konnte aber dessenungeachtet doch erklären: "Soviel ich weiß, ist in 
demselben (Talmud) für den rituellen Mord gar kein Anhalt vorhanden". - Nöldeke nannte es "durch und 
durch frivol", "wenn immer und immer wiederholt werde, die Juden brauchten zu rituellen Zwecken 
Christenblut". 

Noch während der Verhandlung in Kleve richtete aber der "Professor der hebräischen Altertümer an der 
deutschen Universität zu Prag", Rohling, an den Gerichtshof unter dem 10. Juli 1892 ein energisches 
Schreiben, das die dreisten Ausführungen Nöldekes scharf angriff und die Blutmorde als historische 
Wahrheiten bezeichnete! In seinem Schreiben teilte Rohling mit, daß die Tatsachen der Geschichte nicht 
geleugnet werden könnten. Trotz der "Kastrierung" gewisser rabbinischer Werke fänden sich da und dort 
noch Texte, "welche auf den Gegenstand (der Ritualverbrechen) hindeuteten und Anspielungen enthielten, 
welche trotz aller Vorsicht der Redaktion im Lichte der geschichtlichen Begebenheiten sehr laut 
reden". - Seiner Wichtigkeit wegen wollen wir diesen Brief Rohlings im vollständigen Wortlaut im Anhang 
wiedergeben! 

Um nun schließlich noch die Aussagen des Hauptzeugen Mölders, der gesehen hatte, wie ein Arm aus dem 
Buschhoffschen Laden ein Kind hereinzog, zu erschüttern, behauptete der Staatsanwalt Baumgardt, nach 
Lage der Ortlichkeiten hätte dies Mölders gar nicht sehen können; daraufhin bezweifelte der 
Oberstaatsanwalt die Glaubwürdigkeit dieses Hauptzeugen - ein beschämendes Hand-in-Hand-Arbeiten für 
jüdische Interessen! Ein Lokaltermin in Xanten rechtfertigte aber glänzend die Aussagen des Mölders, wie 
der Staatsanwalt selbst schließlich zugeben mußte! 

Dieser Schritt zur Entlastung Buschhoffs mußte als gescheitert betrachtetwerden. 
Eswurdeaberetwasandereskonstruiert! luden späteren Plaidoyers konnte die Staatsanwaltschaft summarisch 
erklären: Das wichtigste und unverdächtigste Entlastungsmoment für Buschhoffs Unschuld ist der 
Alibibeweis! 

Wie stand es nun mit diesem "Beweis"? - Er war gestellt worden! Ein zweifelhaftes Subjekt, der Nachbar 
Buschhoffs, UUenboom, von einem auswärtigen Bürgermeister und verschiedenen Zeugen als Lügner und 
notorischer Schwätzer, als Prahler und Dieb bezeichnet, von Kriminalkommissar Wolff als ausgesprochener 
Lügner erklärt, "er hat sich überall herumgetrieben in allen möglichen Fabriken am Rhein; ich hatte auch den 
Eindruck, daß es geschlechtlich bei ihm nicht ganz in Ordnung war", von einem Geschworenen für 
"halbverrückt" gehalten, trat als "Schutzzeuge" für Buschhoff auf, indem er angab, daß er sich in der 
fraglichen Zeit mit seinem Pflegekind - es hätte ja das Kind sein können, das in dem Laden der Buschhoffs 
verschwand! - bei Buschhoff aufgehalten habe. Obwohl er sich mit dieser Aussage heillos in Widersprüche 
verwickelte, so daß der Gerichtsvorsitzende selbst konstatieren mußte, einer der Zeugen müsse meineidig 
geworden sein, und von allen Seiten Zweifel an der Zuverlässigkeit bzw. Zurechnungsfähigkeit Ullenbooms 
geäußert wurden, akzeptierte die Staatsanwaltschaft seine Aussagen, hielt ihn lediglich für "leicht nervös", 
aber trotzdem für "zuverlässig" - und konstruierte den Alibibeweis! 

Ganz geheuer schien aber selbst dem Staatsanwalt Baumgardt dieses Meisterwerk nicht gewesen zu sein! 
An einer entscheidenden Stelle seines Plaidoyers stehen die vielsagenden Worte, aus denen man sich 
allerhand ableiten könnte: "Es ist Ihnen wohl nicht entgangen, daß der Zeuge UUenboom ein Hauptzeuge, 
vielleicht der wesentlichste Zeuge ist, und es war für diejenigen, die dem UUenboom nicht recht glauben 
wollten, sehr darum zu tun, den Beweis zu führen, daß er auch in der Tat nicht glaubwürdig sei. Der Zeuge 
UUenboom ist als durchaus unglaubhaft hingestellt worden. Ja, wenn dem so wäre, dann wäre allerdings 
der Beweis des Verbleibs und Treibens Buschhof fs, wie er sich im wesentlichen unter der hauptsächlichen 
Unterstützung des Zeugen UUenboom darstellt, arg erschüttert worden..." 

Es liegt nun die Frage nahe: wie verhielt sich derselbe Gerichtshof gegenüber Belastungszeugen? Einige 
wenige Beispiele mögen genügen: Der Zeuge Mallmann belastete den jüdischen Schächter. Damit erregte er 
den höchsten Unwillen des Oberstaatsanwaltes: "Der unglaubwürdigste aller Zeugen ist Mallmann, dieser 
eigentümliche Mensch, der immer so hastig spricht und niemals mit seinen Behauptungen auf einem Punkte 
festgehalten werden kann, der mit einer so regen Phantasie behaftet ist, der sich für berufen hält, die Anklage 
gegen Buschhoff zu stützen... Dieser Zeuge verdient nicht den geringsten Glauben..." - Diese Erklärungen 
bedürfen keines Kommentars! Anläßlich einer zermürbenden Zeugenvernehmung riß aber Mallmann 
schließlich der Geduldsfaden und erklärte dem Präsidenten: "Es scheint, Sie wollen mich verwirren. Ich 
ersuche, mir das Protokoll vorzulegen!" (Sechster Verbandlungstag.) 

Der Zeuge Mölders, ein biederer, bejahrter Arbeitsmann mit bestem Leumund, sollte, da man ihn beim 
besten Willen nicht als geistesgestört erklären konnte, durchaus zum Säufer gestempelt werden, um seine 
Aussage entwerten zu können! Das infame Verfahren, das diesem allerdings sehr wichtigen 
Belastungszeugen gegenüber eingeschlagen wurde, kann man nur als schamlos bezeichnen! Eine kurze Szene 
aus dem Verhandlungssaal soll das beleuchten. Mölders gibt seine Aussage ab, wie das Kind zu Buschhoffs 
hereingezogen wurde. 


Präsident; "In welches Haus wurde das Kind hineingezogen? In Buschhoffs?" 

Mölders: "Ja." 

Pr.: "Haben Sie das deutlich gesehen?" 

M.: "Ja." 

Pr.: "Sie müssen bedenken, Ihre Aussage ist sehr wichtig, Sie müssen das vor Gott und Ihrem Gewissen 
verantworten können. Haben Sie das mit aller Bestimmtheit gesehen?" 

M.: "Ja!" 

Pr.: "Waren Sie damals noch ganz nüchtern?" 

M.: "Ja, ich hatte nur einen Korn getrunken." 

Pr.: "Davon sind Sie doch nicht betrunken, von einem Schnaps?" 

M.: "Nein. Es ist selten, daß ich morgens nüchtern einen Schnaps trinke; ich trinke erst morgens Kaffee." 

Pr.: "Das will ich hoffen, daß Sie nicht schon nüchtern einen Schnaps trinken. Ich meine, wenn Sie einen 
Schnaps trinken, dann sind Sie doch noch so völlig bei Bewußtsein... ?" 

Ein anderer Zeuge, Anton de Groo, der als ehemaliger Dienstherr UUenbooms über diesen ein sehr 
ungünstiges Urteil abgibt, wird vom Oberstaatsanwalt Hamm mit den taktvollen Worten unterbrochen: "Der 
Mann scheint krank, er scheint apoplekt (zu Schlaganfall neigend) zu sein..." Andererseits waren jüdische 
Zeugen 'Herren': Der Jude Isaac wird vernommen; er ist für den Gerichtsvorsitzenden nicht nur der."Isaac" 
wie "Mölders", "Mallmann" und alle übrigen nichtjüdischen Zeugen, sondern "Herr Isaac": "Herr Isaac! 
Erinnern Sie sich dessen noch?" 

Selbst dem unbefangensten und harmlosesten Leser der Protokolle muß es auffallen, mit welch ausgesuchter 
Höflichkeit die ganze Judenbande in diesem Drama vor Gericht behandelt, ja sogar in ihrer Kriminalität 
bestärkt wird! 

Zu Beginn der Nachmittagssitzung des fünften Verhandlungstages ist der Gerichtsvorsitzende Kluth darüber 
entrüstet, daß ihm unter anderem ein Brief zugegangen sei, in dem gesagt werde, man möchte nun endlich 
gegen den Juden Buschhoff schneller und nicht so freundlich verfahren! 

Der Kaplan Bresser wollte in Xanten auf die erregte Bevölkerung beruhigend wirken, um es zu keinen 
unüberlegten Exzessen kommen zu lassen. Vor Gericht sagte er, diese Bemühungen hätten ihm den 
Spitznamen "Judenkaplan" eingebracht. Für unsere Feststellung wäre dies an sich völlig bedeutungslos, aber 
der Gerichtsvorsitzende entgegnete hierauf: "Sie (Kaplan Bresser) können sich da auf den heiligen Bernhard 
berufen, der hat auch die Juden geschützt..." 

Der Einwohner Beckmann soll eines Nachts aus der Scheune des Synagogenvorstehers Oster in Xanten 
herausgekommen sein und sei am nächsten Tage sinnlos betrunken gewesen. Eine seiner Angehörigen soll 
gesagt haben: "Gott, wenn das nur gut geht, der Mann hat das viele Geld..." - Der Oberstaatsanwalt 
verzichtete auf die Ladung dieses Zeugen unter der ebenso unvorsichtigen wie ungeheuerlichen Begründung: 
"Wenn der Beckmann etwas bekunden soll und von jüdischer Seite hierfür Geld gegeben wird, für die 
Sache hat das gar keinen Wert!" 

Mehrere Zeugen hatten am Tage des Mordes einen fremden Juden bemerkt. Diese Zeugen betonten seinerzeit 
ausdrücklich, daß es ein fremder war, denn die wenigen Judenfamilien, die in Xanten, einer Kleinstadt von 
damals knapp 4ooo Einwohnern lebten, waren natürlich allen bekannt. Es erscheint uns heute unbegreif lieh, 
daß die Staatsanwaltschaft diese Spuren nicht verfolgt hat. Höchstwahrscheinlich hat es sich bei diesem 
Subjekt um den holländischen Betteljuden Vellemann gehandelt, der das Blut des Opfers in der bekannten 
schwarzen Tasche in Verbindung mit einigen Mittelsmännern über die Grenze schmuggelte. 

Wir haben nun noch einmal alle diesbezüglichen Verhörsprotokolle miteinander verglichen. Schon äußerlich 
fällt ihr geringer Umfang auf: sie nehmen sämtlich nur wenige Zeilen ein, dann wird die Vernehmung 
unvermittelt abgebrochen - während völUg belanglose Dinge viele Seiten füllen! Man hat das peinliche 
Gefühl: 

Buschhoff soll nicht noch mehr belastet werden! 

Die Zeugin Lenzen gibt eine kurze Beschreibung des fremden Juden unter genauer Zeitangabe ab. Der 
Oberstaatsanwalt entgegnet lediglich: "Mir ist das nicht wahrscheinlich. Es war wohl am Tage vorher, da war 
ein Jude bei Buschhoff?" 

Die Zeugin bestimmt: "Nein, am Peter-und-Pauls-Tage!" 

Auch die Zeugin Bernsmann wird gefragt: "Irren Sie sich nicht, haben Sie nicht den Sonntag mit dem 
Montag verwechselt?" - Zeugin: "Ich habe ihn ganz sicher am Montag gesehen!" 

Als der Zeuge Dornbach gerade dabei ist, detaillierte Aussagen über Aen fremden Mann" abzugeben, wird 
geschickt abgebrochen und übergeleitet: "Waren Sie zufrieden beim Fleischeinkauf (bei Buschhoff)?" 

Der Bürgermeister von Xanten, Schieß, wünschte die nochmalige Vernehmung einer Zeugin, die wichtige 
Aussagen über das Auftauchen eines Fremden in Xanten am 29. Juni 1891, "den sie für einen Juden gehalten 
habe". Die Staatsanwaltschaft aber Jand keine Veranlassung, von unserer Seite aus eine nochmalige Ladung 
der Zeugin zu beantragen" ... 

Am sechsten Verhandlungstage lief beim Schwurgericht in Kleve eine Depesche der Staatsanwaltschaft 
Dortmund ein, wonach sich dort der Buchdrucker Reinhard gemeldet hatte, der bekunden wollte, daß vor 
30 Jahren in Wesel mehreren Mädchen von Juden durch Nadelstiche Blut entzogen wurde. - Staatsanwalt 
Baumgardt: "Ich finde keine Veranlassung, hierauf einen Antrag zu stellen." - "Das Gericht erachtet die 
Sache für unwesentlich und darum die Ladung des Reinhard nicht für erforderlich." 

Stabsarzt Dr. Steiner, der weit über Xanten hinaus einen Ruf als tüchtiger Arzt und Heimatforscher besaß — 
er hat sich um die Xantener Geschichtsforschung größte Verdienste erworben -, aber so "taktlos" war, die 
aufgef undene Blutmenge für viel zu geringfügig zu erklären, als daß die Abschlachtung des Kindes in der 
Scheune hätte geschehen sein können, mußte sich im Gerichtssaal den öffentlichen Vorwurf gefallen lassen, 
die "vage Annahme eines Ritualmordes" überhaupt erst ins Volk getragen zu haben! In seinem Plaidoyer am 
vorletzten Verhandlungstage ritt Oberstaatsanwalt Hamm auch eine Attacke gegen ihn: "Die ganz 
irrtümliche Volksinstruktion am Orte beruht auf dem Fehler, daß sie, verführt durch die Angaben des Dr. 
Steiner, es sei nicht alles Blut vorhanden, geglaubt hat: Das Kind ist nicht am Orte getötet, es ist als Leiche 
dahin gebracht worden..." 

An Dr. Steiner war überhaupt "kein guter Faden" mehr: "Es ist überhaupt ein Unglück (aha!) in der Sache, 
daß der erste Arzt (also Dr. Steiner!) ein nicht ausreichend forensisch gebildeter Privatarzt war. Es ist schon 
öfter in medizinischen Kreisen bedauert worden, daß die Privatärzte so wenig in der gerichtlichen Medizin 
informiert sind. Dadurch ist die ganze falsche Auffassung entstanden..." (Oberstaatsanwalt Hamm). 

Acht Jahre später wiederum, nach einem völlig gleichgearteten Blutmord in Polna, "mangelte es" - nach 
jüdischem "Urteil" - "an positivem Wissen und kritischen Fähigkeiten besonders den lokalen ärztlichen 
Gutachtern, die von den Fortschritten der Wissenschaft abgeschnitten, eine Praxis in derberem Stile 
führten..." 

Was nun das Motiv des furchtbaren Verbrechens betraf, so war der Oberstaatsanwalt der Ansicht, daß die 
Frage, ob es einen Ritualmord gäbe oder nicht, gar nicht in diesen Rahmen gehöre; für ihn war dies lediglich 
eine "Doktorfrage"! Einer der Verteidiger Buschhoffs, der Rechtsanwalt Stapper, unternahm, unterstützt, 
durch medizinische "Experten", den Vorstoß, den kleinen Hegmann als Opfer einer widernatürlichen 
Vergewaltigung hinzustellen. Nach dieser Auffassung habe sich der Attentäter "durch die große Erregung zu 
großen schweren Mißhandlungen hinreißen lassen" und dem Kinde den Hals aufgeschnitten!! - Präsident- 
"Herr Dr. Steiner, schließen Sie sich den Ansichten der Herren Professoren an?" - Dr. Steiner: "Das kann 
ich nicht!" 



Unter atemloser Spannung erwartete das Publikum die am vorletzten Gerichtstag beginnenden Plaidoyers der 
Staatsanwälte. Nach der bisherigen Haltung des Gerichtshofes glaubte niemand mehr daran, daß Buschhoff 
des Mordes für schuldig befunden und abgeurteilt werden würde. Zumindest wurde eine Stellungnahme zu 
der Frage erhofft, ob Buschhoff als Mittäter oder Mitwisser zu betrachten sei. 



Was aber die öffentlichkeit zu hören bekam, übertraf selbst die schlimmsten Befürchtungen der 
deutschbewußten Volksschichten! 

Als erster ergriff Oberstaatsanwalt Hamm das Wort. Er dachte nicht im entferntesten daran, gegen Buschhoff 
irgendeine Anklage zu erheben, sondern hielt von vornherein eine überaus geschickte und talmudistisch 
aufgezogene Verteidigungsrede. Die Gründe auf welche er seine Deduktionen stützte, standen im direkten 
Widerspruch mit den klaren und bestimmten Aussagen der bedeutendsten und glaubwürdigsten Zeugen, 
deren Erklärungen der Oberstaatsanwalt als nichtssagend mit einer Kühnheit beiseite schob, die geradezu 
verblüffend auf das Auditorium wirkte. Auf diese Weise kam Hamm zu dem Schlüsse: js ist bewiesen, daß 
Buschhoff die Tat nicht begangen haben kann, und die Staatsanwaltschaft muß (!) zu dem Antrage kommen, 
das Nichtschuldig gegen den Angeklagten zu beantragen... Es wird von meinem Kollegen Baumgardt mit 
mathematischer Genauigkeit der Beweis geführt werden, daß Buschhoff um zehn Uhr die Tat nicht begangen 
und das Kind hereingezogen haben kann..." 

Nach dem Oberstaatsanwalt trat mit gleichem Eifer der Staatsanwalt als Verteidiger für den Angeklaten auf. 
Er entwickelte den schon erwähnten "Alibibeweis" unter Zuhilfenahme der Aussagen des übelbeleumundeten 
UUenboom. Auch dieser Staatsanwalt stellte den Fundamentalsatz auf, daß der Fundort zugleich der Tatort, 
daß also der Mord in der Scheune von Küppers begangen seil Sein denkwürdiges und glücklicherweise 
überliefertes Plaidoyer schloß mit den Worten: "Buschhoff ist also, das erkläre ich, weder der Mörder, noch 
ein Mordgehilfe, auch kein Mitwisser des Mordes, er muß (!) ganz außer Verdacht gelassen werden. Ich 
komme daher zu dem Schlüsse, daß wir es durchaus nicht mit einem non liquet zu tun haben; klar liegt das 
eine, daß Buschhoff der Täter nach keiner Richtung hin sein konnte, unklar liegt bedauerlicherweise, wer es 
getan hat... Nach Pflicht und Gewissen kann ich den Antrag auf Schuldigsprechung des Buschhoff nicht 
sprechen. Ich beantrage dessen Freisprechung." 

Alle stenographischen Berichte notieren hierbei das vielsagende Wort "Bewegung". 

Die drei eigentlichen Verteidiger brachten, da die Staatsanwälte sich dieser Aufgabe schon unterzogen 
hatten, in ihren langen Ausführungen tatsächlich nichts wesentlich Neues vor - ihre Hauptaufgabe schien 
darin zu bestehen, um Buschhoff eine Art Heiligenschein zu verbreiten; sie alle bewegten sich genauestens in 
der von der Staatsanwaltschaft gewiesenen Richtung! 

Rechtsanwalt Stapper: "Meine Herren Geschworenen! Der Ausgang des Prozesses wird nicht zweifelhaft 
sein, und Sie selbst, meine Herren, werden Ihr Leben lang an diesen Tag mit Befriedigung zurückdenken, an 
den Tag, wo Sie berufen wurden, einem armen, unglücklichen Mann die Freiheit, einer verfolgten Familie, 
welche monatelang dem Haß und der Verhetzung eines urteilslosen Pöbels preisgegeben war, ihr 
Oberhaupt, den Kindern ihren Vater, der Gemeinde ihr Mitglied wieder zurückzugeben... Am 29. Juni 1891 
abends stieg das blutige Gespenst des Ritualmordes aus der Finsternis hervor, in welche es Jahrzehnte 
gebannt gewesen... Dahinter liegt System, meine Herren, es ist der Kampf des Antisemitismus, der sich des 
Falles Buschhoff bemächtigte... Ja, meine Herren, es wurde riskiert, daß ein unschuldiger Mensch um Hals 
und Kragen kam, wenn wir nicht die pflichttreuen Beamten gehabt hätten..." 

Rechtsanwalt Fleischhauer: "Meine Herren! Ich habe die Verteidigung übernommen, durchdrungen von der 
edlen Aufgabe des Anwaltes, Schutz und Beistand zu leisten ... ich freue mich, nach meinen Kräften 
mitgewirkt zu haben an dem Werke, dessen Schlußstein sie heute setzen sollen. Ich darf sagen, daß ich in 
dem Angeklagten einen Mann kennengelernt habe, vor dem jeder Mensch, sei er Christ oder 
Andersgläubiger, die höchste Achtung haben muß. Buschhoff kann nie und nimmer der Täter sein..." 

Die Frau Buschhoff, die in Gegenwart der Frau Hegmann gerufen hatte- "Tröstet sie nur, sie kriegt ja Ersatz 
dafür" und sich in der widerwärtigsten Weise aufgedrängt hatte, erfährt durch diesen Anwalt folgende 
"Beurteilung": "...In welch ergreifender Weise hat Frau Buschhoff die Tat beklagt, wie hat sie den rechten 
Ton getroffen, den Ton innigsten Mitgefühls und echter Mutterliebe! Meine Herren! Diese Äußerungen 
menschlicher Teilnahme, wahren ungeheuchelten Mitgefühls, wagen Zeugen zu kritisieren, diese Töne eines 
guten Herzens..." 

"Meine Herren Geschworenen! Wenn ich Sie bitte, nach dem heutigen Tage das Bild dieser Verhandlung mit 
sich zu nehmen, dann bitte ich Sie auch, das Bild des Mannes mitzunehmen, der bescheiden, aber friedlich 
und ruhig lebte mit seiner Familie und seinen Nachbarn, der von allen bisher Freundschaft genossen und 
ihnen Freundschaft geschenkt hat ..., der fortan das boittere Brot des Almosens essen muß, da seine 
bürgerliche Existenz, die er in einem tadellosen Leben 8) begründet hat, für lange Zeit vernichtet ist... Diese 
Verhandlung ist für uns, die wir sie erlebt, und hoffentlich auch für weitere Kreise unseres Volkes für viele 
Jahre, wenn nicht für immer, eine wohltuende Erlösung aus der lieblosen Hetze, die die Geschichte des 
vergangenen Jahres befleckt! " 


Rechtsanwalt Gammersbach begab sich auf das Gebiet der Religion: "Meine Herren Geschworenen, es 
würde keine schärf ere Waffe gegenüber dem Vorwurf des rituellen Mordes geben, als jenes Grundgesetz: 
'Du sollst nicht töten!' Aber wenn wir uns auf dieses Gebot berufen können, das für uns seit 1800 Jahren gilt, 
so sind die Juden in der Lage, sich auf dieses nämliche Gebot berufen zu können, das für sie seit mehr als 
3000 Jahren gilt, und auf das Gesetz, daß den Juden, der Genuß des Blutes verboten ist..." - "Was hat 
Buschhoff aufrecht erhalten? Sein festes Gottvertrauen! Als ich dem Angeklagten Buschhoff sagte: Sie 
kommen jetzt vor Ihren Richter', da antwortete er: 'Ich vertraue auf Gott! Gott wird mich nicht unschuldig 
verurteilen lassen!' Meine Herren Geschworenen! Dieses Gottvertrauen hat der Angeklagte bewahrt bis auf 
diese Stunde... Ich bin überzeugt, daß wir alle uns vereinigen werden in dein Spruche: Auf Ehre und 
Gewissen vor Gott und den Menschen: Der Angeklagte Buschhoff ist nicht schuldig!" 

Der Vorsitzende erklärte vor der Verkündung des Urteils: "In der Hinschlachtung eines fünfjährigen 
unschuldigen Kindes schreit das Blut zum Himmel empor" (nur vergaß er hinzuzusetzen, daß es nicht zum 
Himmel schreien Jkonnte, da es nicht mehr vorhanden war)... 

Die Geschworenen nun wurden von vornherein auf eine unter heuchlerischer Verbrämung raffiniert 
formulierte Frage festgenagelt; als solche bedeutete dieselbe schon die Katastrophe in der Tragödie zu Kleve. 
Sie lautete: "Ist der Adolf Buschhoff schuldig, den Knaben Johann Hegmann in Xanten am 29. Juni 1891 
vorsätzlich getötet und diese Tötung mit Überlegung begangen zu haben?" Der Geschworene Graf Loe 
beantragte eine sachliche Teilung der Frage, so daß sich die Geschworenen auch über Beihilfe oder 
Anstiftung zur Tat aussprechen könnten. Der Gerichtsvorsitzende verwarf dies, da Beihilfe und Anstiftung 
nicht in Betracht kämen; der Staatsanwalt habe keine darauf bezügliche Frage gestellt! "Sie haben nur das 
Recht, die Ihnen gestellte Frage nach Mord zu beantworten. Sollten Sie der Ansicht sein, es liege kein Mord 
vor, sondern etwa Beihilfe oder vielleicht eine Mißhandlung mit tödlichem Ausgange, so müssen Sie 
freisprechen, weil Ihnen eine dahinlautende Frage nicht vorgelegt worden ist..." 

Das Verdikt der Geschworenen mußte demzufolge auf "Nichtschuldig" lauten! 

Der Präsident: "In Erwägung, daß der Angeklagte Buschhoff durch den Wahrspruch der Geschworenen für 
nichtschüldig erklärt worden ist, wird aus diesem Grunde für Recht erkannt: 

Der Angeklagte Buschhoff ist freizusprechen, der Haftbefehl aufzuheben und der Staatskasse sind die 
Kosten des Verfahrens aufzulegen. Die Sitzung ist geschlossen." 

Buschhoff wurde sofort in Freiheit gesetzt. Juden und freimaurerische Judengenossen aller Fakultäten hatten 
sich zusammengefunden, um in dem Netz, das sich trotz ihrer verzweifelten Gegenbemühungen immer enger 
um das ihnen anvertraute Jüdlein zusammenzog, diesem ein Löchlein zu weisen, durch welches es 
entschlüpfen konnte! 

Dieser letzte und entscheidende Schachzug zugunsten Buschhoffs erregte in allen Kreisen, auch in 
juristischen, höchstes Erstaunen! Im Preußischen Abgeordnetenhause sagte Stoecker auf den Skandal von 
Kleve weisend: "Gewiß, es ist eine ungemeine Beunruhigung auch in juristischen Kreisen über diese 
Zunahme des jüdischen Elementes im Richterstande, weil man fürchtet, daß Einflüsse, wie ich sie hier 
charakterisiert habe, desto mehr wachsen werden, je mehr das jüdische Element unsere Justiz durchdringt. 

Auch unter einem anderen Gesichtspunkt ist es notwendig, über diese Dinge zu reden und Klarheit zu 
schaffen, weil es in unserem Volke - vielleicht einzig auf Erden und in der Weltgeschichte - Leute gibt, die 
heute, wo das Judentum einen unerträglichen Einfluß auf unser Volk sich anmaßt und ausübt, sich 
veranlaßt fühlen - ich weiß nicht, aus welchen Gründen -, als Schützer des übermächtigen Judentums 
aufzutreten und der Welt das trostlose Schauspiel zu bieten, daß eine Nation von ihren eigenen Bürgern, 
darunter angesehenen Bürgern, im Stich gelassen, nicht beschützt wird. So handelt die sogenannte 
Schutztruppe, dieser Verein zur Abwehr des Antisemitismus. Gegenüber dieser Verblendung wollen wir die 
Dinge auf die Tagesordnung bringen, und, Herr Abgeordneter Rickert, seien Sie überzeugt, ich weiß, ich 
kenne mein Volk, in unserem deutschen Volke werden dreiviertel auf unserer Seite sein, nicht auf der 
Ihrigen. (Lachen links. Lebhaftes Bravo rechts.) 

"Daß eine Nation von ihren eigenen Bürgern nicht beschützt wird" - die Freimaurerei hatte ja eben jene 
"Bürger, darunter angesehene", geistig und moralisch so verjudet, daß diesen gar nicht mehr zum Bewußtsein 
kam, daß sie den elementarsten Lebensinteressen ihres Volkes zuwiderhandelten und zuwiderhandeln 
mußten, daß sie ihr Volk verrieten - sie waren willenlose, entnervte Werkzeuge des internationalen Juden 
geworden! 

Dazu noch eine kleine Illustration aus jenem Klever Schwurgerichtssaat: Ein Berliner Judenblatt, das eigene, 
Berichterstatter nach Kleve entsandt Hatte, warf - wir kennen diese Töne ja hinlänglich - der Xantener 
Bevölkerung Mangel an Bildung, Fanatismus, Aberglauben usw. usw. vor. Dem Gerichtspräsidenten wurde 
nahegelegt, dem betreffenden jüdischen Schmierfinken die Karte zu entziehen, "weil man es nicht für richtig 
hielt, daß jemand, der als Gast einen bevorrechtigten Platz genießt, die Gelegenheit dieses Prozesses dazu 
benutze, um so absprechende und wegwerfende Urteile über die hiesige Bevölkerung auszusprechen". - Was 
tat der Vorsitzende? Lassen wir ihn selbst sprechen: "Ich bin auf diesen Vorschlag nicht eingegangen, weil 
ich jedem gerne seine Ansicht lasse..." Seine gepreßten Ausführungen zur "Rehabilitierung" der 
Bevölkerung konnten auf die Zuhörer nur peinlich wirken! 

Übrigens hatte unter den Prozeßberichterstattern ebenso wie in Tisza-Eszlär auch Paul Nathan gesessen... 

Abschließend wollen wir zur Charakterisierung des Verfahrens "jener bittersten Komödie des letzten 
Dezenniums im alternden Jahrhundert" 9) folgendes festhalten: 

1. Für den Juden Buschhoff mühten sich ab - unter Auß erachtlassung der elementarsten juristischen und 
sachlichen Grundlagen - ein Präsident, zwei Staatsanwälte, drei Verteidiger, acht medizinische "Experten" 
einschließlich des "Königlichen Medizinalkollegiums" und selbstverständlich die jüdische Presse, während 

2. von selten des Gerichtshofes nicht ein einziger für das unschuldige nichtjüdische Opfer, den kleinen 
Johann Hegmann, eintrat! - Als die Mutter des Opfers heftig weinend den Gerichtssaal betrat, wurde sie 
vom Präsidenten mit den Worten empfangen: "Man muß sich in das Unabänderliche fügen, da ist nichts dran 
zu ändern..." Dann begann das Kreuzverhör! Die Familie Hegmann war jüdischen Erpressungen und 
Drohungen schutzlos ausgeliefert. Wie der Staatsanwalt Baumgardt im später anhängig gemachten 
Oberwinderschen Prozesse selbst zugeben mußte, wurde die Familie Hegmann von Drohbriefen aller Art 
heimgesucht! 

3. Die Einmütigkeit und Konsequenz, mit der alle Faktoren bei Gericht zusammenwirkten mit dem einzigen 
Ziele, alle schwerbelastenden Momente zugunsten des Angeklagten zu zerstreuen, wirken auf uns, die wir 
heute in diesen Dingen schärfer zu sehen gewohnt sind, geradezu unheimlich. 

4) Als Hauptgrund für die resultatlose Führung des Prozesses erkennen wir den ungeheuren jüdischen 
Einfluß und die geschickt suggerierte Meinung, etwas wie l,Ritualmord" könne es bei den Juden nicht geben 
und habe es auch niemals gegeben - dazu stehe das Volk der Juden als uraltes "Kulturvolk" ethisch viel zu 
hoch! 

5. Die Staatsanwaltschaft spielte die Rolle des Verteidigers! Dr. Schwindt führte im Oberwinderschen 
Prozesse aus: "...das ganze Verfahren des Herrn Staatsanwaltes sowohl in der Voruntersuchung als auch im 
Hauptverfahren zeigt, daß die Staatsanwaltschaft die Rolle des Verteidigers spielte." 



Und die Presse? Sie brach ob der Freilassung Buschhoffs - sofern sie jüdisch oder jüdisch infiziert war -in 
phrenetischen Jubel aus und überbot sich in maßlosen Ausfällen gegen alle Andersdenkenden. Die "Kölner 
Volkszeitung" beteiligte sich auch an den Geldsammlungen zur "Entschädigung", des "unschuldigen" 
Buschhoff! Wie die "Dresdener Nachrichten" unter dem 30. September 1892 berichteten, liefen bis zum 28. 
September 1892 allein bei einer Berliner Sammelstelle für die Familie Buschhoff 51 282,145 Mark ein! Nur 
wenige deutsche Blätter wie die "Kreuzzeitung" und die "Staatsbürgerzeitung" stimmten im wesentlichen 
darin überein, daß der Prozeß Buschhoff so viele Abnormitäten gezeigt habe, wie kein einziger bisher in 
Preußen. Sie plädierten deshalb auf Nichtigkeit des ganzen Verfahrens. Buschhoff selbst aber, "der 
gebeugte, halbtaube, weißhaarige Jude mit den milden Gesichtszügen," (Paul Nathan), führte, ohne daß 
jemals eine Revision eingetreten wäre, in Köln noch mehrere Jahre unbehelligt ein behagliches 
Rentnerdasein, mit Geldmitteln, die ihm die Juden aus allen Erdteilen laufend als "Märtyrersold" zukommen 
ließen, überreichlich ausgestattet; die preußischen Behörden hatten ihm bereitwilligst die Führung eines 
anderen Namens gestattet! - Später "verzog" Buschhoff nach Amerika, ins Land der auch in dieser Hinsicht 
"unbegrenzten Möglichkeiten"... 

Schon zu Beginn des Jahres 1893 sprach man von einer halben Million Mark, die den Buschhoffs überwiesen 
worden war: Nach der Prophezeiung seines Verteidigers Fleischhauer konnte also "Buschhoff fortan das 
bittere Brot des Almosens essen". Übrigens müssen die Buschhoffs schon längere Zeit vor dem Morde mit 
einer sehr wesentlichen Besserung ihrer wirtschaftlichen Lage gerechnet haben. Frau Buschhoff sagte da 
eines Tages, als über Geschäftsverhältnisse gesprochen wurde, zu Mallmann - also einem der Zeugen, die, da 
es sich um Belastungszeugen handelte, "Mißbilligt" wurden, daß sie, Buschhoffs, bald von Xanten 
wegziehen wollten, sie hätten aber erst noch ein "gutes Geschäft" in Aussicht; wenn sie das gemacht hätten. 
würden sie ihr Grundstück verkaufen und wegziehen. MaUmann erzählte dies dem Gericht und fügte hinzu: 
"Das ist doch schwerwiegend. Ist denn das kein gutes Geschäft?" - Präsident Kluth: "Was wollen Sie damit 
sagen?... Wie bringen Sie denn diese Äußerung mit dieser Sache in Verbindung? Was hat denn das damit zu 
tun, daß Buschhoffs ein gutes Geschäft machen wollten?" 

Mallmann erlebte damals wie so oft schon eine gründliche Abfuhr; der weitere Ablauf der Dinge ließ aber 
seinen Aussagen, denen das Gericht scheinbar verständnislos gegenüberstand, ganz besondere Bedeutung 
zukommen! 

1892 jubilierte der Jude Paul Nathan in seinen "Betrachtungen zum Prozeß Buschhoff": Jn Kleve kämpfte 
wieder einmal die fortgeschrittene Kultur des deutschen (!) Volkes mit den geistig und sittlich 
zurückgebliebenen Elementen der Nation. Und wer ist es nun, der die Errungenschaften, die wir 
besitzen, wieder in Frage zu stellen sucht? Scheinbar allein eine Schar skrupelloser Menschen ohne jedes 
geistige Prestige und ohne jedes moralische Ansehen, die sich an die Spitze der Dummheit und Roheit 
gestefit haben; dieser Haufen hätte in jenem düsteren Winkel bleiben müssen, in den er gehört..." 



Der Prozeß Oberwinder. 

Zu den "geistig und sittlich zurückgebliebenen Elementen der Nation", zu der "Schar skrupeNoser 
Menschen" gehörte nun nach der Auffassung des Philosophen Nathan auch der Inhaber der "Vaterländischen 
Verlagsanstalt" in Berlin, der Redakteur und Verleger Oberwinder. Nach Beendigung der Klever 
Schwurgerichtsverhandlung gab er eine selbstverfaßte Broschüre heraus unter dem Titel: "Der Fall 
Buschhoff. - Die Untersuchung über den Xantener Knabenmord", in der Oberwinder noch einmal 
zusammenfassend die Unmöglichkeit des ganzen Verfahrens angeprangert hatte. Er wurde daraufhin 
umgehend wegen Beleidigung der Staatsanwälte Brixius und Baumgardt vor ein Berliner Gericht gezogen 
und zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt! 

Dieser "Prozeß Oberwinder", der als eine Fortsetzung des Xantener Mordprozesses bezeichnet werden kann, 
warf ebenso bedeutsame wie aufschlußreiche Streiflichter auf die ganze Führung des Verfahrens gegen 
Buschhoff. 

Als "Zeugen" zu diesem Prozeß waren u. a. ausgerechnet geladen worden der Kaplan Bresser aus Xanten, der 
Oberrabbiner Horwitz "nebst Frau" (Kleye) und der Synagogenvorsteher Oster (Xanten)! 

Der Beklagte hielt vor Gericht seine Angriffe gegen den Untersuchungsrichter Brixius und den Staatsanwalt 
Baumgardt in vollem Umfang aufrecht und erklärte darüber hinaus, die Unterlassungssünden in Xanten seien 
noch viel ernsterer Natur, als er früher angenommen habe. - Oberwinder: "Ich bin allerdings der Meinung, 
daß die mit der Untersuchung des Xantener Mordes betrauten Personen befangen waren. Ich bin der 
Meinung und habe es bei meiner Anwesenheit in Xanten bestätigt gefunden, daß Baumgardt keine gründliche 
Untersuchung, sondern nur eine Promenade durch das Buschhof fsche Haus gemacht hat. Was die 
Voreingenommenheit des Untersuchungsbeamten für Buschhoff auch beweist, das ist die Behandlung des 
Belastungszeugen Mölders, der geradezu beleidigt und wohl zwanz-Igmal vorgeladen wurde, um ihn zu 
einer anderen Aussage zu bewegen. Achtbare Bürger hat man sogar beschuldigt, ihren Kindern unwahre 
Aussagen eingelernt zu haben, die einem Menschen den Kopf kosten konnten... 

Das war doch Befangenheit aus Furcht vor der Macht des Judentums. Das Verfahren ist geradezu ein 
pyramidales gewesen." Präsident: "Was Sie von den einzelnen Stell-en (der Kleyer Akten) sagen, weiß ich ja. 
Ich habe die Sache seit sechs Tagen studiert und bin beinahe verrückt darüber geworden." - Oberwinder: 
"Das glaube ich! über die Verdunklungsversuche möchte ich noch einige Worte sagen. Es sind solche 
gemacht worden. Dr. Hirsch-Hildesheimer ist beim Justizn)üüster gewesen, andere Rabbiner sind beim 
Minister des Innern gewesen. Der Rechtsanwalt Fleischhauer hatte überall seine Leute, die ihm Nachrichten 
brachten, sogar in Berlin ein Detektivbüro. Die Leute, die das ermordete Kind zuerst gesehen haben - es 
waren vierzehn -, sind in der Voruntersuchung nicht vernommen worden. Der Staatsanwalt Baumgardt wußte 
nicht einmal etwas von dem Sack, das war ihm eine Neuigkeit! - Erst vom Justizminister mußte die 
Ortshesichtigung angeordnet werden, die das Gegenteil ergab, trotz der eidlichen Aussage des Brixius. Man 
hat die Untersuchung nur mit Widerstreben geführt... Am 24. September 1891 erklärte der erste Staatsanwalt 
Baumgardt in Kleve öffentlich, daß die Untersuchung gegen Buschhoff nicht die geringsten Anhaltspunkte 
ergeben hätte. Dadurch wurde die Xantener Bevölkerung natürlich sehr erbittert." 

Die Beweisaufnahme im Prozeß Oberwinder begann mit der Vernehmung des ersten Staatsanwaltes 
Baumgardt. Derselbe erklärte: "Ich weise den Vorwurf der Barschheit als unwahr und unrichtig zurück. Das 
soll mir erst jemand nachweisen. Ich bin gegen jedermann kavaliermäßig, nicht nur gegen Judenmädchen.

Übrigens verwahre ich mich wegen meiner amtlichen Stellung von vornherein gegen eine etwaige 
inquisitorische Vernehmung, als ob ich mich zu rechtfertigen hätte gegen Vorwürfe..." 

Der Präsident des Berliner Gerichtshofes sprach unverhohlen sein Erstaunen darüber aus, daß an die Klever 
Geschworenen keine Unterfrage auf Beteiligung, Anstiftung oder Mitwissenschaft gestellt worden sei. 
Baumgardt, der in diesem Prozeß auf der Zeugenbank saß, gab darauf als aufschlußreichen Hauptgrund an, 
die Rücksicht auf seinen Vorgesetzten, den Oberstaatsanwalt, habe ihn davon abgehalten! 

Der Verteidiger Oberwinders, Rechtsanwalt Dr. Schwindt, sagte in offener Gerichtssitzung: "Aus der Frage 
des Grafen Loe ging hervor, daß wenigstens ein Teil der Geschworenen der Meinung war, es liege zum 
mindesten eine Beihilfe vor. In solchem Falle ist es Pflicht des Staatsanwaltes, wenn der Vorsitzende es nicht 
tut, noch den Antrag auf eine Unterfrage zu stellen." Nach Ansicht Dr. Schwindts hätte in diesem Falle die 
Unterfrage sich dem Staatsanwalt geradezu aufdrängen müssen! Dr. Schwindt führte weiterhin aus: "Es ist 
der Beweis erbracht worden, daß Staatsanwalt Baumgardt nur zögernd an die Untersuchung herangetreten 
ist und die elementarsten kriminalistischen Regeln außer acht gelassen hat... Es ist doch selbstverständlich, 
daß, wenn ein Mord passiert, der erste Staatsanwalt selbst erscheinen muß; es ist doch jedenfalls nicht zu 
rechtfertigen, daß er einen ihm zur Ausbildung übergebenen Assessor hinschickt." Die weiteren, sehr 
schweren Vorwürfe dieser juristischen Autorität wollen wir hier übergehen. 

Der Beisitzer, Landgerichtsrat Curtius, sprach sich ebenfalls sehr deutlich aus: "Die Zeitangaben des 
Alibibeweises im Prozeß Buschhoff sehen ja in den Akten sehr hübsch aus, ich halte es aber doch für sehr 
gewagt, von vornherein darauf die Unschuld Buschhoffs zu begründen. Es ist mir auffallend, daß ein 
Staatsanwalt, der doch die Anklage erhoben hat und demgemäß von der Schuld des Angeklagten überzeugt 
sein muß, von vornherein, bevor ein einziger Zeuge sich geäußert hat, über den Wert der Angaben eines 
Angeklagten ein so günstiges Urteil fällt, der doch auf Grund eines Indizienbeweises angeklagt war... 
Weshalb aber noch vor den Zeugenaussagen die Geschworenen zugunsten des Angeklagten stimmen?" - 
Baumgardt: "Sollte das in meinen Worten gelegen haben, so ist es unabsichtlich geschehen." Curtius: "Also 
unabsichtlich. Ich danke sehr... Immerhin müssen Sie doch bei der Verhaftung die Überzeugung von der 
Schuld des Buschhoff gehabt haben. Die Verhaftung kann doch nicht gegen Ihren Willen und die Anklage 
nicht gegen Ihre Überzeugung erfolgt sein... Ich möchte den Moment kennenlernen, wo Ihre Seele 
zwischen dem Zeitpunkt der Verhaftung Buschhoffs und dem Beginn der Schwurgerichtsverhandlungen von 
der Unschuld Buschhoffs überzeugt wurde, wie Sie dies gleich das erstemal, als Sie das Wort ergriffen, 
aussprachen. Sie haben auf eine Ergänzung der Vernehmung des Angeklagten nicht hingewirkt." 
Baumgardt: "Ich wollte das von Buschhoff gegebene Bild nicht verwirren..." - Trotz dieser vor einem 
anderen Gericht nachträglich bestätigten skandalösen Methoden der Kleyer Schwurgerichtsverhandlung 
wurde der Verleger Oberwinder durch die Staatsanwaltschaft des Landgerichtes Berlin I zu zwei Monaten 
Gef ängnis verurteilt! Die Höhe der Strafe wurde damit begründet, daß "die Notwendigkeit hinzugekommen 
sei, die durch den Angeklagten (Oberwinder) schwer erschütterte Autorität des Gerichtes zu schützen..." - 
Also nicht Bau-rngardt, Brixius und Genossen hatten die deutsche Rechtsprechung durch ihre 
judendienerischen Methoden aufs schlimmste in Mißkredit gebracht, sondern ein Mann, der unhaltbare 
Zustände an eben diesen Gerichten angeprangert hatte! 

Seinerzeit hatte als Antwort hierauf die "Staatsbürgerzeitung" dem deutschen Volke aus der Seele 
geschrieben: "Die Autorität und das Ansehen des Gerichtes wird am besten durch reine Sachlichkeit und 
Unbefangenheit, peinliche Genauigkeit und unerschütterliche Gerechtigkeit gewahrt. Wehe dem Volke, 
dessen Gericht durch strenge Strafen geschützt werden müßte; sein Schicksal wäre beklagenswert! 

Im Prozeß Buschhoff sind jene typischen Erscheinungen zutage getreten, deren immer häufigeres 
Vorkommen das Herz jedes Vaterlandsfreundes mit banger Sorge erfüllen muß. Das Schlimmste von allem 
ist die immer schärfer hervortretende Verschiedenheit der natürlichen Rechtsbegriffe unseres Volkes mit 
den bei uns geltenden Rechtsnormen und deren Handhabung. Das ist die Folge davon, daß unser Recht nicht 
aus nationaler Anschauungsweise heraus entstanden, sondern ein fremdes Recht auf unseren Boden verpf 
lanzt worden ist, und dieses fremde Recht, das durch einen gegenwärtig leider herrschenden fremden Geist 
noch beeinflußt und umgestaltet ist, wird unserem Volke niemals verständlich werden. Zu heller Flamme 
aber lodert die Empörung auf, wenn auf Grund dieses Rechtes Dinge vorkommen, wie sie in neuester Zeit 
immer häuilger geworden sind. Und wenn hierzu noch der Umstand tritt, daß bei diesen Vorkommnissen 
das fremde, unter uns lebende Element offenbar gegen die Angehörigen unseres Volkes im Vorteil ist, so 
kann man sich nicht wandern, daß die allgemeine Mißstimmung immer größer wird..." - Buschhoff- 
Xanten/Kleve und Oberwinder-Berlin: Zwei Prozesse, die einerseits den Freispruch eines von der Stimme 
des Volkes als Ritualmörder gebrandmarkten jüdischen Schächters und andererseits die Verurteilung eines 
Deutschen brachten, der unter Einsatz seiner Existenz unhaltbare Zustände in sachlicher Weise aufzudecken 
bestrebt war - an sich eine durchaus logische Entwicklung der Rechts"pflege" im wilhelminischen 
Deutschland! Noch einmal erhob Stoecker im Abgeordnetenhaus seine Stimme: "Ich halte diese, ganze 
Erörterung (des Falles Buschhoff) für um so notwendiger, als wir trotz dieser Beunruhigung der öffentlichen 
Meinung durch solche Prozesse der Tatsache gegenüberstehen, daß in dem Ministerium Schelling die 
Justizlaufbahn für das Judentum ungemein erweitert wird. Das Ministerium wird in der Gescliicli te als 
ein Ministerium bezeiclinet werden, unter welcliem die Juden im Widersprucli mit dem aufwaclienden 
Gefülil des deutsclien Volkes höhere Stufen der Justizkarriere beschritten haben, als je zuvor. Daß uns 
das beunruhigt, ist kein Zweifel. Das sind nicht Gedanken 'antisemitischer, hetzender Kreise', das sind 
Gedanken, die unser ganzes Volk bewegen, bis in die Kreise der besonnensten Richter und Advokaten 
hinemi. (Lebhafter Widersprach links.) Wenn Sie das leugnen, so tun Sie es gegen Ihre bessere 
überzeugang." (Unruhe und Zurufe links.) 



1} "Der Xantener Knabenmord vor dem Schwurgericht zu Kleye, 4.-14. Juni 1892. Vollständiger 
stenographischer Bericht. " Berlin, 1893. 

2) Siehe S. 260 f. 

3) Nach Aussage des Kommissars Wolff vor dem Schwurgericht Kleve am 6. Juli 1892 sprach im Berliner 
Polizeipräsidium ein jüdischer Mittelsmann vor und beantragte die Entsendung eines Kriminalkommissars, 
"da der Kindesmord den Juden, die in großer Bedrängnis seien, zugeschoben würde". Am 25. September 
reiste Wolff in amtlichem Auftrage von Berlin ab, nachdem seine Entsendung von jüdischer Seite finanziert 
worden war! Diese Dinge brachte u. a. Stoecker im Preußischen Abgeordnetenhaus am 9. Februar 1892 zur 
Sprache: "...dann hat die jüdische Presse selbst erzählt, daß der Kriminalkommissar Wolff mit 700 Mark 
bezahlt sei - etwas für meine Auffassung geradezu Unbegreifliches, das ich aber erst glauben werde, wenn 
der Herr Minister zugibt, daß sich das so verhält. " In derselben Sitzung antwortete Justizminister von 
Schelling: "Die Synagogengemeinde zu Xanten hat die Entsendung von Kriminalkommissarien zunächst 
beim Regierungspräsidenten und dann später beim Herrn Minister des Innern veranlaßt, und wenn ich recht 
berichtet bin, so hat sogar die Synagogengemeinde die Geldmittel für die Entsendung dieser Kommissarien 
zur Verfügung gestellt, und es mögen sich wohl darauf die 700 Mark zurückführen, von welchen der 
Abgeordnete Stoecker gesprochen hat. " (Lebhaftes Hört! Hört!) 

4) Es handelt sich um den Oberstaatsanwalt Hamm, Köln! 

5) Meist Bankjuden! Manche war "Hoftat" und "Kabinettschef' Kaiser Willlelns I. des betrügerischen 
Orden- und Titelhandels angeklagt, aber fteigesprochen worden! 

6) Siehe Anhang S. 428 f. 

7) Kriminalkommissar Wolff, der B. in der Voruntersuchung mehrfach vernommen hatte, charakterisierte bei 
seiner Vernehmung a-m dritten Tage diese Sch-erhörigkeit folgendermaßen: "B. hörte damals schon schwer, 
namentlich bei solchen Sachen, wo es sich um kitzlige Fragen handelte; es war schwer, sich mit ihm zu 
verständigen... " 

8) Buschhoff war bereits 1884 wegen Betruges angeklagt, in Kleve aber fteigesprochen worden! (Aus der 
Anklageschrift.) 

9) A. Fem: Jüdische Moral und Blutmysterium", S. 12.

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