Pro Tag werden in Deutschland 50 Kinder sexuell missbraucht!

Kriminalstatistik 2014: Zahl der misshandelten Kinder gestiegen

 [Dies ist die Statistik des vergangenen Jahres. Die für dieses Jahr wird gewiss nicht positiver ausfallen!]

Das Ausmaß der Gewalt gegen Kinder in Deutschland ist erschreckend hoch. Zwar sind im vergangenen Jahr weniger Kinder getötet worden als 2013. Doch die Zahl der misshandelten Mädchen und Jungen ist gestiegen. Das geht aus der Polizeilichen Kriminalstatistik 2014 hervor. Der Präsident des Bundeskriminalamtes, Holger Münch, sagte: „Täglich wurden fast 50 Kinder misshandelt oder sexuell missbraucht. Und das sind nur die bekannt gewordenen Fälle.“ Experten gehen von einem großen Dunkelfeld aus.

Insgesamt starben 108 Jungen und Mädchen, weil sie Opfer von Gewalt oder Vernachlässigung wurden. Das waren fast 30 Prozent weniger als im Jahr zuvor (153). Die Zahl der Jungen und Mädchen, die Opfer von sexuellem Missbrauch wurden, ging leicht zurück – allerdings blieb sie auf hohem Niveau: Die Polizei registrierte im vergangenen Jahr 14.395 Fälle von sexuellem Kindesmissbrauch. Das sind umgerechnet fast 40 Fälle pro Tag. Die Zahl der misshandelten Jungen und Mädchen nahm zu. Gemeldet wurden 4233 Fälle und damit fast fünf Prozent mehr als im Jahr zuvor.

Die Deutsche Kinderhilfe mahnte, auch wenn in einigen Bereichen die Opferzahl sinke, sei dies keineswegs ein Grund zur Entwarnung. „Jedes betroffene Kind ist eines zu viel“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Kinderhilfe, Rainer Becker.

Zwar können Richter bei Straftätern eine Sicherungsverwahrung anordnen, damit diese in Haft bleiben müssen, falls sie noch als gefährlich gelten. Doch laut Gesetz kann sich jeder Kinderschänder grundsätzlich mindestens zwei schwere Sexualstraftaten erlauben, bevor die Sicherungsverwahrung überhaupt verhängt werden darf!

In jeder Klasse sitzen zwei Opfer sexueller Gewalt

Als Kind im Sinne des Gesetzes gelten Jungen und Mädchen unter 14 Jahren. 1754 der sexuell missbrauchten Jungen und Mädchen 2014 waren sogar jünger als sechs Jahre. Auch für Pornofilme und Nacktbilder werden Kinder missbraucht und gedemütigt. Im vergangenen Jahr wurden knapp 6600 Fälle registriert, in denen sich Menschen Kinderporno-Material beschafften oder verbreiteten.

Jeder Deutsche habe ein betroffenes Kind in seinem Umfeld, erklärte Becker. Wenn ein Lehrer in seine Schulklasse schaue, habe er dort statistisch betrachtet ein bis zwei Jungen oder Mädchen vor sich, die schon sexuelle Gewalt erfahren hätten. Die Täter sind oft Vertrauenspersonen aus dem nahen Umfeld. Die Folgen sind kaum zu ermessen. „Das ist eine biografische Wunde, die sich in ein Kind schlägt“, sagt die Rechtsanwältin Manuela Liane Groll, die viele Missbrauchsopfer vertritt. „Das ist eine Wunde, die nie wieder heilt.“

Misshandlungen werden öfter angezeigt

Die Zahl der Misshandlungen von Jungen und Mädchen hat in den vergangenen beiden Jahren in der Polizeistatistik zugenommen. BKA-Chef Münch sieht darin ein Indiz für eine zunehmende Sensibilisierung der Gesellschaft und für eine allmähliche Aufhellung des Dunkelfeldes. „Man sieht mit dem Anstieg mehr und mehr das wahre Ausmaß.“

Kinderhilfe fordert höheres Strafmaß

Die Deutsche Kinderhilfe verlangt unter anderem ein höheres Mindeststrafmaß für Verbrechen an Kindern, Kinderschutz-Hotlines in ganz Deutschland und einen unabhängigen Kinderbeauftragten im Bund, außerdem eine bessere Aufklärung für Kinder und mehr Präventionsprojekte, um die Menschen für Anzeichen von Gewalt gegen Kinder zu sensibilisieren.

Wo Eltern Hilfe finden

Viele Kinder verschweigen sexuelle Übergriffe oder Gewalterlebnisse. Haben Eltern einen Verdacht, können sie sich bei verschiedenen Beratungseinrichtungen Hilfe holen. Einige dieser Stellen sind auf Missbrauchsfälle spezialisiert, andere helfen Kindern mit Gewalterfahrung:

  • Unabhängiger Beauftragter für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs: Diese Stelle wurde von der Bundesregierung 2010 geschaffen. Unter www.beauftragter-missbrauch.de finden Betroffene von sexueller Gewalt und Angehörige kostenfrei und anonym Hilfe. Eingerichtet ist außerdem ein Hilfetelefon (0800/22 55 530) für Menschen, die sich um ein Kind sorgen oder einen Missbrauchsverdacht haben.
  • N.I.N.A: Die „Nationale Infoline, Netzwerk und Anlaufstelle zu sexueller Gewalt an Mädchen und Jungen“ ist eine Initiative des Bundesvereins zur Prävention von sexuellem Missbrauch an Mädchen und Jungen. An diese Stelle können sich auch Kinder und Jugendliche selbst wenden. Unter www.save-me-online.de finden sie eine Seite zu.Missbrauch oder Sexting.
  • Zartbitter: Dieser Verein in Köln informiert über sexuellen Missbrauch an Mädchen und Jungen. Es gibt spezielle Broschüren für Kinder, aber auch Infos für Eltern (www.zartbitter.de).
  • Kinderschutzbund: Der Kinderschutzbund informiert zu gewaltfreier Erziehung und bietet Familien frühzeitige Unterstützung, bevor sie in Krisen geraten (www.dksb.de).
  • Jugendamt: Bei einem Verdacht auf Kindesmisshandlung helfen auch das Jugendamt sowie regionale Familien- und Erziehungsberatungsstellen weiter. Informationen werden auf Wunsch vertraulich behandelt, das Jugendamt ist nicht zur Anzeige verpflichtet.


(Quelle: http://www.t-online.de/eltern/familie/id_74062480/kriminalstatistik-2014-fast-40-faelle-von-kindesmissbrauch-pro-tag.html)

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