Der Führer als Lyriker

  • Auf Funkwacht
Die Nacht ist schwarz, der Wind streicht leis und lind
Durch das Geäst, ringsum herrscht tiefe Ruh!
Von fern nur wimmern die MG den Takt dazu.
Die Kameraden schlafen nebenan im Zelt
Und träumen von den Lieben wohl zu Haus,
Nur ich allein sitz‘ wachend am Gerät
Und lausche in Kampfesraum hinaus.
So sitze ich die ganze Nacht und warte
Und fühle anderntags ein tiefes Glück,
Wenn mir der Spähtrupp auf dem Meldeweg meldet,
Er sei von Feindfahrt unversehrt zurück.

 


  • Es war im Dickicht des Artoiswaldes

(Flandern – im Artois – Nach einer wahren Begebenheit)

Es war im Dickicht des Artoiswaldes…
Tief im Gehölz, auf blutgetränktem Boden,
Lag hingestreckt ein wunder deutscher Krieger
Und seine Rufe gellten in der Nacht.
Umsonst… Kein Echo tönte seinem Weckruf…
Sollte er verbluten frei gleich einem Wild,
Das waidwund in der Einsamkeit verreckt?
Da plötzlich…
Schwere Schritte nah‘n von rechts.
Er hört es, wie sie in den Waldboden stampfen…
Und neues Hoffen keimt ihm aus der Seele.
Und jetzt von links…
Und jetzt von beiden Seiten…
Zwei Männer nahen seinem Schmerzenslager
Ein Deutscher ist‘s und ein Franzos.
Und beide betrachten sich mit argwohnscharfem Blick
Und halten drohend das Gewehr im Anschlag.
Der deutsche Krieger fragt:
„Was tuest du hier?“
„Mich hat des Ärmsten Hilferuf getroffen.“
„Es ist dein Feind!“
„Es ist ein Mensch, der leidet!“
Und beide senken wortlos das Gewehr.
Dann flochten sie die Hände ineinander
Und hoben sorglich mit gestrammten Muskeln
Den wunden Krieger, wie auf eine Bahre.
Und trugen ihn selbander durch den Wald,
Bis sie zur deutschen Postenkette kamen.
„Nun ist‘s geschehen. Hier wird ihm treue Hut.“
Und der Franzose wendet sich waldeinwärts.
Der Deutsche aber greift nach seiner Hand,
Blickt ihm bewegt in sorgentrübe Augen
Und sagt zu ihm mit ahnungsschwerem Ernst:
„Ich weiß nicht, was das Schicksal uns bestimmt,
Das unerforschlich in den Sternen waltet.
Vielleicht fall ich, ein Opfer deiner Kugel.
Vielleicht streckt dich meine in den Sand —
Denn wahllos ist das Ungefähr der Schlachten,
Doch wie‘s auch sei und was auch kommen mag:
Wir leben nur den geweihten Stunden,
Da sich im Menschen hat der Mensch gefunden…
Und nun leb‘ wohl! Und Gott geleite dich!“

  • Blauweiß und Schwarzweißrot
Ringsum der Feinde Heer,
Zahllos wie Sand am Meer,
Der Franzmann, Ruß‘ und Britt,
Die kleinen Kläffer mit.
Und wir — in heißer Schlacht
Wir halten Fahnenwacht
Getreu bis in den Tod
Blauweiß und Schwarzweißrot
Millionen laufen Sturm,
Und stürzen nicht den Turm,
Sie schleppten Helfer her,
Vom Roten, Gelben Meer.
Doch herrlich trotzt und stark,
Die Wacht an unserer Mark,
Getreu bis in den Tod
Blauweiß und Schwarzweißrot.

  • Stilles Heldentum
In lichten Säen ruhen still gebettet
Todwunde Krieger, die aus heißen Schlachten
Die blut‘gen Male des Verderbens brachten;
Doch aus dem Eisenhagel sich gerettet.
Und still und ernst, an ihre Pflicht gekettet,
Betreuen weiche linde Frauenhände
Die dankerfüllten Krieger, die am Ende
Ums Leben mit dem Tode schon gewettet.
In ihrer treuen Pflege wie gesunden
Die Herzen all und all die tiefen Wunden,
Wenn freundlich die oft müden Augen schauen.
Ja so sind unsre wahrhaft deutschen Frauen.
Ihr Liebstes sehen sie auf ewig scheiden
Und widmen flink ihr Leben fremden Leiden.

  • Waldehrenfriedhof in Pasewalk
Ihr habt‘s um uns verdient,
Daß wir Euch dort bestatten,
Wo deutsche Eichen Euer Grab beschatten.
Sie, das Symbol für Freiheit, Kraft und Leben
Sein als der schönste Schmuck
Um Euer Grab gegeben.
Im deutschen Wald, wo wohnt der deutsche Geist,
Dem stillen Hain, in dem ihr friedlich ruht,
Ihn werden Tausende in tausend Jahren ehren,
Gehen wir hinein in tiefe Waldesgründ‘,
Komm[n] wir dahin, wo Eure Gräber sind,
Dann hemmen wir den Schritt,
Denn Ihr sprecht zu uns allen,
So lebt Ihr ewig fort, wenn längst der Leib verfallen.

  • Denk’ es!
Wenn deine Mutter alt geworden
Und älter du geworden bist,
Wenn ihr, was früher leicht und mühelos
Nunmehr zur Last geworden ist,
Wenn ihre lieben, treuen Augen
Nicht mehr, wie einst, ins Leben seh’n,
Wenn ihre müd’ geword’nen Füße
Sie nicht mehr tragen woll’n beim Geh’n,
Dann reiche ihr den Arm zur Stütze,
Geleite sie mit froher Lust;
Die Stunde kommt, da du sie weinend
Zum letzten Gang begleiten mußt!
Und fragt sie dich, so gib ihr Antwort,
Und fragt sie wieder, sprich auch du!
Und fragt sie nochmals, steh’ ihr Rede,
Nicht ungestüm, in sanfter Ruh’!
Und kann sie dich nicht recht versteh’n,
Erklär’ ihr alles froh bewegt;
Die Stunde kommt, die bitt’re Stunde,
Da dich ihr Mund – nach nichts mehr frägt.

3 Gedanken zu “Der Führer als Lyriker

  1. Danke! Ich mag normalerweise überhaupt keine Gedichte. Wenn ich eines sehe, überblättere ich es einfach ohne zu lesen. . Aber ich habe diesmal jedes begnadete Wort einzeln gelesen!

    Meine Oma, Bj. 1889, war auch so eine Krankenschwester. Die Verwundeten nannten sie den Engel.

    Gefällt 2 Personen

    • @Roland

      Ich war auch sehr ergriffen beim Lesen. Insbesondere mit den Inhalt im zweiten Gedicht hatte ich nicht gerechnet. Da kann man mal sehen wie sehr Mensch der Führer bereits als Soldat gewesen ist. Gewiss menschlicher als ein Mr. Roosewelth welcher sich zur selben Zeit dem Spekulationsgeschäft widmete.

      Dr. Goebbels war auch literarisch aktiv. Er muss laut dieser Arbeit folgende Werke geschrieben haben:

      – Die die Sonne lieben
      – Judas Iscariot
      – Heinrich Kämpfert
      – Die Saat
      – Der Wanderer

      Ich konnte im Netz bislang jedoch noch keines dieser Werke finden😦

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