Kaffeetanten – Aufsatz von Dr. Joseph Goebbels (11. März 1939)

Dr. Joseph Goebbels

(Entnommen aus: „Die Zeit ohne Beispiel“ von Dr. Joseph Goebbels, Seite 64 – 69)


Wir fühlen uns wiederum veranlaßt, eine aktuelle Zeitfrage auf die Schippe zu nehmen. Es handelt sich um das Problem der kürzlich in einigen Teilen des Reiches aufgetretenen Kaffeeknappheit, die auch heute noch nicht ganz überwunden ist.

Es ist bei Licht besehen eigentlich entwürdigend, daß man über diese Frage in der Öffentlichkeit überhaupt auch nur ein Wort verlieren muß. Aber es gibt eine bestimmte Kategorie von Zeitgenossen, die sich ein Vergnügen daraus machen, aus jedem aus der deutschen Zwangslage entstehenden Notstand Kapital zu schlagen und ihn zu ihren eigenen Gunsten bzw. zuungunsten des nationalsozialistischen Regimes, wie sie meinen, auszuschlachten.

Es kann nun keinem Zweifel unterliegen, daß der Kaffee kein lebensnotwendiges Nahrungs- oder Genußmittel darstellt. Er ist sehr angenehm als Zutat zu einem behaglichen Dasein. Bei einem Täßchen Kaffee plaudert und klatscht es sich so gut, nicht wahr! Aber den Kaffeeverbrauch einzuschränken oder auf ihn zeitweilig ganz zu verzichten, heißt nicht der Gesundheit etwa Schaden, sondern im Gegenteil ihr Nutzen zufügen. Im übrigen hat der Nationalsozialismus mit dem Faschismus, wie Mussolini in seiner Rede auf dem Berliner Maifeld erklärte, vor allem das eine gemeinsam, ein bequemes und damit ein angenehmes Leben zu verachten.

Wenn der Kaffee also zeitweilig im Haushalt mangelt, so ist das für die Gesundheit aller Familienmitglieder außerordentlich zuträglich. Etwas anderes wäre es, wenn die Kartoffeln oder das Brot fehlten; denn das sind Lebensmittel, die zum täglichen Bedarf notwendig sind. Beim Kaffee aber handelt es sich um einen reinen Luxusartikel, den man gerne hinnimmt, wenn man ihn besitzt, auf den man aber ebenso gerne und ohne ein Wort darüber zu verlieren verzichtet, wenn eine nationale Notwendigkeit oder eine wirtschaftliche Zwangslage das gebietet oder vorschreibt.

Wird also der Kaffee knapp, so müßte eigentlich jedermann in Deutschland wissen, daß das nicht auf die Böswilligkeit der Regierung zurückzuführen ist, die dem Volke den Genuß einer Tasse Kaffee nicht gönnt, sondern vielmehr auf eine nationale Notlage, die aus der wirtschaftlichen Zwangssituation, in der Deutschland sich befindet, entspringt und mit der sich deshalb jeder irgendwie abfinden muß.

Pflicht jedes nationaldenkenden Menschen sollte es also sein, in einer solchen Situation von sich aus schon auf ein derartiges Genußmittel zu verzichten oder seinen Verbrauch doch wesentlich einzuschränken und es sich erst dann wieder in ausreichendem Maße zugute kommen zu lassen, wenn diese Notlage behoben ist.

Die Gründe der kürzlichen Kaffeeknappheit, die, wie betont, auch heute noch nicht ganz überwunden ist, liegen auf der Hand. Sie sind devisen- und exportpolitischer Art. Sie ist in den ersten Tagen des Januar zum ersten Male sichtbar geworden. Es muß demgegenüber aber betont werden, daß der Kaffeeverbrauch an sich seit 1933 in Deutschland um rund 50 vH. gestiegen ist. Im Jahre 1933 wurden 2 160000 und im Jahre 1938 3290000 Sack Kaffee nach Deutschland importiert. Der Kaffeeverbrauch in Deutschland ist also nach der Machtübernahme durch den Führer nicht etwa geringer, sondern ungleich viel größer geworden; nur weitere Volksschichten nehmen seitdem an ihm teil.

Das ist ein durchaus sozialistischer Vorgang. Während im Jahre 1932 nur die Begüterten Kaffee tranken, die Arbeitslosen aber kein Geld besaßen, um sich Kaffee zu kaufen und somit schon aus Mangel an Konsumenten eine Kaffeeknappheit überhaupt nicht eintreten konnte, ist das im Jahre 1938 wesentlich anders geworden. Die sieben Millionen Arbeitslosen vom Dezember 1932 wurden wieder in den Arbeitsprozeß zurückgeführt. Sie sind also auch heute hin und wieder in der Lage, sich in gewissem Umfange an den Genüssen des Lebens zu beteiligen. Das bedingt zwangsläufig auf der anderen Seite temporär auftretende Verknappungen auf gewissen Gebieten unseres Lebens- und Genußmittelmarktes.

Es müßte also eigentlich für jeden Menschen in Deutschland eine Freude sein festzustellen, daß immer größere Teile unseres Volkes an den Annehmlichkeiten des Lebens beteiligt werden, auch wenn sich für ihn persönlich damit gewisse Unbequemlichkeiten verbinden.

Wenn wir augenblicklich unseren Kaffeeverbrauch etwas einschränken müssen und nicht mehr Kaffee nach Deutschland importieren können, als wir das tun, so ist das auf die Verknappung unseres Devisenvorrats zurückzuführen, den wir bekanntlich für andere wichtigere Dinge in Ansatz bringen müssen als für die übermäßige Einfuhr von Kaffee. Wir wollen zwar hier nicht die scharfe Antithese „Zuerst Kanonen, dann Kaffee“ zur Anwendung bringen, aber immerhin erscheint es uns notwendig, im Hinblick auf die komplizierte Weltlage eine konsequent durchgeführte deutsche Aufrüstung für richtiger zu halten als die Versorgung unserer Kaffeetanten mit ausreichendem Kaffee. Es bedarf auch kaum einer Betonung, daß wir keine Lust und auch gar keine Möglichkeit haben, den Kaffee, den wir einführen, in bar zu bezahlen. Wir wollen und müssen ihn mit deutschen Waren bezahlen, die wir dafür ausführen.

Der Kaffee stellt auch in Deutschland nur ein anregendes Genußmittel dar. Er ist keineswegs ein täglicher Trank für die breiten werktätigen Massen, da er für diese viel zu teuer ist. Das deutsche Wohlstandsbarometer aber ergibt, daß wir trotzdem auf diesem Gebiete selbst der Vorkriegszeit gegenüber eine in die Augen fallende Steigerung zu verzeichnen haben. Im Jahre 1913 kamen auf den Kopf der deutschen Bevölkerung 2, im Jahre 1932 1,6 und im Jahre 1938 2,3 Kilogramm Kaffee. Die Dinge sind also absolut in Ordnung.

Trotzdem sah man einige Wochen hindurch in den Großstädten vor den Kaffeegeschäften vielfach die Schlangen der Kaffeeliebhaber stehen. ja, eine bestimmte Sorte von Menschen, die früher niemals Kaffee getrunken hatte, fühlte sich nun plötzlich bemüßigt, ihren Bedarf an Kaffee anzumelden. Es ist das nicht nur würdelos, sondern geradezu skandalös.

Vor einigen Wochen fuhr ein bekannter Ausländer, der dem Nationalsozialismus durchaus sympathisch gegenübersteht, durch die Straßen von Berlin, bemerkte die vor den Geschäften anstehenden Kaffeeschlangen und war zuerst der Meinung, es handle sich hier um Menschen, die um Brot oder Kartoffeln anständen. Als man ihn aufklärte, es ginge um Kaffee, hatte er auf diese merkwürdige Tatsache nur ein verständnisloses Kopfschütteln zur Antwort.

Es besteht auch kein Zweifel darüber, daß gewisse Leute sich ein Vergnügen daraus gemacht haben, angesichts dieser Verknappung Kaffee zu hamstern. Sie taten das zum Teil, um sich einzudecken – als wenn vom Kaffee die Erhaltung des Lebens abhinge -, zum Teil aber nachgewiesenermaßen auch, um dem nationalsozialistischen Regime, wie sie meinten, Schwierigkeiten zu bereiten. Es wurde beispielsweise eine Frau aus den bessersituierten Kreisen aus Berlin-Wilmersdorf ertappt, daß sie sich acht Viertelpfunde Kaffee in verschiedenen Geschäften zusammengehamstert hatte. Auf Befragen erklärte sie, sie wolle sich rechtzeitig eindecken. Das ist auch ein Standpunkt!

Es handelt sich bei diesen Menschen selbstverständlich nur um eine lächerliche Minderheit, die allerdings in der Lage ist, den guten nationalen Ruf unseres Volkes auf das schwerste zu schädigen. Es sind das immer dieselben Zeitgenossen. Sie geben nur mit Widerwillen für das Winterhilfswerk, sie bestänkern den nationalsozialistischen Staat und vor allem die nationalsozialistische Bewegung, an allem, was wir tun und was wir lassen, haben sie etwas auszusetzen, bei jeder Krise fällt ihnen das Herz in die Hosen, der Blockwart ihres Hauses ist ihnen ein Dorn im Auge, sie sind überzeugte Anhänger der Bekenntnisfront, sie schwärmen für die politischen Conferenciers, ihre Nachrichtenquellen sind ausländische Sender und ausländische Zeitungen.

Aber nebenbei halten sie es selbstverständlich nicht für unter ihrer Würde, am nationalsozialistischen Staate ausgiebig zu verdienen. Ihre Dankesquittung ist dann, daß sie selbst nach einer Wahl, die den Anschluß Österreichs an das Reich vor der ganzen Welt bestätigen soll, dem Führer feierlichst ihre Nein-Zettel überreichen. Der Begriff der nationalen Disziplin ist ihnen vollkommen fremd. Sie befleißigen sich eines entwürdigenden politischen Benehmens. Alles, was aus dem Ausland kommt, ist schick, alles, was wir tun, ist shocking.

Jeder Parteigenosse hält es für seine selbstverständliche Pflicht, in einer Zeit, in der irgendein Lebens- oder Genußmittel in Deutschland knapp zu werden beginnt, seinen Verbrauch für seine Person nicht nur einzuschränken, sondern gänzlich darauf zu verzichten. Die alten Parteigenossen haben es in langen Kampfjahren gelernt, auf das Wohl des Volkes weitestgehend Rücksicht zu nehmen. Es muß diese alten Parteigenossen aber schließlich und endlich in Siedewut versetzen, wenn sie sich vergegenwärtigen, daß die Nutznießer ihrer ewigen Rücksichtnahme diese urteils- und gedankenlosen Spießer sind, die am Zustandekommen des nationalsozialistischen Staates ebensowenig Anteil hatten, wie sie an seiner Erhaltung Anteil haben.

Diese Spießer haben nicht genug Intelligenz, um sich klarzumachen, daß Deutschland heute in einem wirtschaftlichen Existenzkampf steht, der über unser Sein oder Nichtsein entscheidet. Dieser Existenzkampf braucht nur ein paar Unbequemlichkeiten mit sich zu bringen, so ist das für sie ausreichend Grund, den nationalsozialistischen Staat anzustänkern, alle seine bisherigen Erfolge zu vergessen und nur dem fehlenden Täßchen Kaffee nachzuweinen. In der deutschfeindlichen Auslandspresse erschienen vor einigen Wochen Bilder, in denen die vor den Geschäften stehenden Schlangen der Spießer und Kaffeetanten wiedergegeben wurden. Diese deutschfeindliche Auslandspresse sagte natürlich nicht, daß es sich um Kaffee, sondern sie behauptete, daß es sich um Kartoffeln oder Brot handle, und verbreitete damit in der Welt das Märchen, daß in Deutschland eine Hungersnot ausgebrochen sei.

So wenig ernst und gewichtig wir nun im allgemeinen diese dummen und gedankenlosen Spießer nehmen, so sehr interessiert uns doch ihr Gebaren, wenn es dem deutschen Prestige in der Welt abträglich zu werden beginnt. Und das war hier der Fall.

Im übrigen haben diese Spießer keinerlei Berechtigung, sich über die wirtschaftliche Zwangslage, in der Deutschland sich zweifellos noch befindet, irgendwie zu beklagen. Sie haben, als im Jahre 1919 das Versailler Diktat unterschrieben wurde, in dem wir unsere Kolonien aufgaben, kein Wort des Protestes gefunden. Da waren wir es, die protestierten. Sie haben, als der Dawes-Plan und der Young-Vertrag, der unsere letzten wirtschaftlichen Reserven verzehrte, im Reichstag angenommen wurde, nicht im geringsten opponiert, im Gegenteil, sie haben uns, die wir dagegen Sturm liefen, als Volks- und Landesverräter gebrandmarkt.

Ihrer feigen Nachgiebigkeit also ist es mit zuzuschreiben, daß Deutschland keine Kolonien besitzt und deshalb seine Bedürfnisse nicht mehr aus Eigenem decken kann. Und es kann auch kein Zweifel darüber bestehen, daß, wenn aus der Frage der Rückgewinnung der deutschen Kolonien plötzlich eine internationale Spannung entstände, diese Spießer es wieder wären, die dann unkten, meckerten, kritisierten und einen neuen Weltkrieg prophezeiten. Im übrigen sei diesen intellektuellen Spießern mitgeteilt, daß wir nicht im geringsten beabsichtigen, aus zarter Rücksichtnahme auf ihre empfindlichen Gemüter eine Wirtschaftspolitik zu ändern, die nach den Interessen und Bedürfnissen des ganzen deutschen Volkes und vor allem seiner schaffenden Menschen ausgerichtet ist.

Darum müssen sich unsere lieben Spießer in Gottes Namen etwas gedulden und den Tatsachen anbequemen. Schlimmstenfalls können sie einmal nicht so häufig wie sonst bei einem gemütlichen Kaffeeklatsch die Partei und den Staat anstänkern etwa nach der Methode: „Haben Sie schon gehört, Frau Meyer, unser Blockwart ist zugleich unser Portier. Das sind Zeiten 1 Mein Mann sagte schon, so was nennt man Bolschewismus. Aber geben Sie es nur nicht weiter. Man will doch schließlich keine Unannehmlichkeiten haben!“

Daß sie so reden und stänkern, das ist uns alten Nationalsozialisten vollkommen gleichgültig. Es kann und darf uns aber nicht gleichgültig sein, daß diese Kaffeetanten wegen einer lächerlichen Kaffeeration, auf die in Verknappungszeiten jeder anständige Mensch, ohne ein Wort darüber zu verlieren, verzichtet, oder wenigstens doch seinen Konsum wesentlich einschränkt, an den Geschäften Schlange stehen und so tun, als sei in Deutschland eine Hungersnot ausgebrochen. Das ist aufreizend und empörend, und solche Bilder möchten wir zum letzten Male gesehen haben.

Darum haben wir für das Verschwinden dieser Kaffeeschlangen aus dem deutschen Städtebild gesorgt. Anständige Menschen trinken in Zeiten, in denen der Kaffee knapp ist – und das ist heute der Fall -,.eben einmal etwas weniger oder überhaupt keinen Kaffee. Die Spießer und Kaffeetanten aber sollen warten, bis wieder genügend Kaffee da ist. Dann können sie auch wieder zum frisch-fröhlichen Kaffeeklatsch zurückkehren, und dann lautet die Parole aufs neue: „Nun bitte ich Sie, Frau Meyer, was sagen Sie nur dazu? Das sind Zeiten, das sind Zeiten!“


Weitere seiner Aufsätze und Reden sind >>>HIER<<< zu finden.


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