Antwort an England – Aufsatz von Dr. Joseph Goebbels (14. Juli 1939)

Dr. Joseph Goebbels

(Entnommen aus: „Die Zeit ohne Beispiel“ von Dr. Joseph Goebbels, Seite 193 – 204)


Sie, Herr Stephen King-Hall, versuchen sich in einem Pamphlet, mit dem Sie eine Unmenge von deutschen Anschriften bedenken, wie Sie sagen, an das deutsche Volk zu wenden. Wenn wir Ihnen auf Ihre Stilübungen überhaupt eine Antwort erteilen, so glauben Sie bitte nicht, daß wir Sie deshalb wichtiger halten, als Sie in Wirklichkeit sind. Wir hätten von der Tatsache, daß Sie sich das Recht herausnahmen, mit der deutschen Öffentlichkeit einen Disput zu beginnen und antideutsche Propagandaschriften, als englische Liebesgaben verpackt, an weite Kreise des deutschen Volkes zu senden, überhaupt keine Notiz genommen, wenn Sie in der Tat, wie Sie schreiben, ein Privatmann wären. Nun aber hat ein für Sie unglücklicher, für uns aber um so glücklicherer Zufall uns Kenntnis davon gegeben, daß Sie im Dienste des englischen Foreign Office stehen, daß Ihre Briefe im Auftrage und unter gütiger geistiger Mithilfe von Lord Halifax selbst geschrieben, gedruckt und versandt werden. Sie sind also, fast möchte man sagen, offiziellen Charakters, und diese Tatsache gibt allerdings der ganzen Sache eine andere Bedeutung. Nicht, daß damit die kindische Albernheit, die in ihren propagandistischen Schülerarbeiten zutage tritt und hier im Gewande einer pietistischen Frömmelei einherschreitet – wie übrigens bei Engländern noch immer dann, wenn sie jemand übertölpeln wollen -, abgemildert würde; im Gegenteil, sie wirkt angesichts der Tatsache, daß sie direkt aus der Propagandawerkstatt Downingstreets stammt, nur um so krasser und widerlicher. Aber Sie sagen, Sie wollten zum deutschen Volke reden, und wünschen und erbitten von den Empfängern Ihrer Briefe Antwort. Dafür allerdings kann man nur dankbar sein. ,Nehmen Sie kein Blatt vor den Mund!“ schreiben Sie. Dieser freundlichen Aufforderung kann kein fühlend Herz widerstehen. Also:

Sie wenden sich gleich in Ihrer Anrede an den „lieben deutschen Leser“. Daß er deutsch ist, steht fest; ob er lieb ist, wollen Sie bitte nach Lektüre dieser Antwort entscheiden.

Sie schreiben, Sie sind britischer Marineoffizier und haben 21 Jahre, von 1906 bis 1928, in der Königlichen Marine gedient. Das ist schon sehr wichtig und aufschlußreich! Dann dienten Sie also auch in jener Königlichen Marine, die von 1914 bis 1918 eine Lebensmittelblockade gegen Deutschland durchführte und damit, getreu den Prinzipien der altbewähr-ten britischen Politik im Burenkrieg, der 27000 Burenfrauen und -kinder in englischen Konzentrationslagern zum Opfer fielen, den Weltkrieg auch gegen wehrlose Frauen und Kinder exerzierte und viele Hunderttausende von ihnen – entgegen allen geschriebenen und ungeschriebenen Regeln des Völkerrechts – dem Hungertode preisgab. Eine wirklich überzeugende moralische Qualifikation gerade für Sie, um von Recht und Menschlichkeit zu sprechen.

Sie haben sich danach, wie Sie mit vielem Wortaufwand berichten, ,,auf das öffentliche Leben vorbereitet“. In sehr unvollkommener Weise, wie Ihr Brief dartut! Sie arbeiteten „sieben Jahre in der Wissenschaftlichen Forschungsabteilung des Königlichen Instituts für Auswärtige Angelegenheiten“. Da hatten Sie, wie wir annehmen müssen, auch hinreichend Gelegenheit, die englische Kolonialgeschichte zu studieren, und haben da gewiß einiges von den Greueltaten des englischen Empire gegen wehrlose Völker gehört und erfahren, die, auf englische Versprechungen bauend, entweder dumm genug waren, sich selbst in die Botmäßigkeit Londons zu begeben oder sonst brutal unterjocht wurden.

Ist Ihnen dabei beispielsweise aufgefallen, daß Liverpool 1771 zum Haupthafen für die Verschiffung farbiger Menschenmassen in alle Welt bestimmt wurde? Daß Liverpool damals 105, London 58, Bristol 25 Sklavenschiffe besaß? Daß damals unter englischer Flagge jährlich bis zu 30 000 Schwarze verschleppt wurden, und daß auf diese Tatsache ein gutes Stück des heutigen englischen Reichtums zurückzuführen ist? Erinnern Sie sich des englischen Bombardements auf die Insel Sansibar aus dem Jahre 1896, in dem 20 000 Granaten auf eine völlig wehrlose Stadt geschossen wurden? Haben Sie eine Ahnung, wie die Eroberung des ehemaligen Königreichs Birma im Jahre 1896 vor sich ging? Wenn nein, dann hören Sie zu: Durch eine einseitige englische Erklärung wurde ganz Birma in das Indo-Britische Reich einbezogen; wer dage-gen Wider stand leistete, wurde als Aufständischer behandelt und als Räuber erschossen. Kennen Sie das englische Blutbad von Amritsar aus dem Jahre 1919? Spitzen Sie Ihre Ohren! Am I 1. April 1919 eröffneten englische Soldaten ein Schnellfeuer auf eine Versammlung von 5000 Menschen. In zehn Minuten gab es 500 Tote, 1500 Schwerverwundete und 261 Personen wur-den zur Auspeitschung verurteilt. Haben Sie bei Ihren Studien auch die Niederschlagung des Aufstandes von Waziristan aus dem Jahre 1937 nicht übersehen, bei der 720 Aufständische getötet, fast gleich viel schwer verwundet und zehn Dör-fer bombardiert wurden? Und wissen Sie auch, wie angesehene Engländer aber diese Segen spendenden Methoden der britischen Kolonialgeschichte urteilen? Der englische Staatsmann William Ewart Gladstone wird Ihnen kein Unbekannter sein. Er sagte am 8. April 1840 im Unterhaus aber den Opiumkrieg: „Ich bin nicht zuständig zu beurteilen, wie lange dieser Krieg noch dauern kann… Aber das kann ich sagen, daß ich keinen Krieg kenne und noch nie von einem solchen gelesen habe, der ungerechter in seinem Ursprung war und in seinem Verlaufe mehr dazu angetan, dieses Land (England!) mit Schande zu bedecken.“ Der englische Historiker James Anthony Froude ist genug berühmt, um auch Ihrem Forschertrieb nicht entgangen zu sein. Er schreibt in seinem Werke „Oceana“ aber die Eindrücke seiner Weltreise 1884 bis 1885: ,Wir Engländer sind dreimal in Afghanistan eingefallen, haben den Basar in Kabul niedergebrannt und viele tausend Menschen getötet, um ihnen beizubringen, uns zu lieben. Erst vor sieben Jahren hatten wir einen wohl erwogenen Plan ausgearbeitet, einen Aufstand in Turkestan zu entfesseln. Wir sind befriedigt mit der Auffassung, daß, wenn wir diese Dinge tun, es für das Wohl der Menschheit ist, aber wenn andere es tun, ist es gottlos und darf nicht erlaubt werden. Solch eine Ausrede wird kaum im Verkehr der Nationen untereinander als gültig angenommen werden.“

Was sagen Sie dazu, Kapitän? Und wie beurteilen Sie den Ausspruch Ihres ehemaligen Ministers George Lansbury, der in seinem Buch „My England“ schreibt: „Keiner unserer Väter, die Indien eroberten, gingen dorthin, um es blühend zu machen. Sie alle gingen mit Raubabsichten, sei es mit Gewalt oder – bei den Zivilisierteren – als Handelsleute, um einen sehr großen Verdienst zu machen.“ Sie fordern von uns, daß wir selbständig nachdenken. Hierüber lohnt es sich wirklich, selbständig nachzudenken! Und auch darüber, daß Edith Sitwell in ihrem Buch ,“Victoria of England“ schreibt: „Unglücklicherweise wuchs Seite an Seite mit der zunehmenden Aufklä-rung der regierenden Schichten eine Neigung, sich in die Angelegenheiten aller Nationen zu mischen. Natürlich zu ihrem Besten, und weil Britannien nun einmal vom Himmel für diese Arbeit ausersehen ist.“

Sie werden sagen: Das sind olle Kamellen. Lesen Sie den „Daily Expreß“ vom 3. Februar 1939, in dem Lord Beaverbrook der englischen Regierung den Rat gibt, an dem Ausbau eines Kolonialreiches zu arbeiten, das England „Ehre mache, anstatt Schande über es zu bringen“.

Und diese englische Kolonialpraxis möchten Sie gern an Deutschland – zum wievielten Male versuchen Sie das – auch einmal ausprobieren, nicht wahr? Erst die Völker innerlich zersetzen und sturmreif machen und sie dann brutal niederschlagen! Das ist die klassische englische Methode. Aber bei uns nicht! Wir haben das einmal 1918/19 erlebt. Das war für uns die schrecklichste Lehre in unserer Geschichte. Das passiert dem deutschen Volke deshalb auch kein zweites Mal!

Sie sagen voller Stolz, Sie sind „als Kandidat für das Parlament ernannt“ und erwarten wohl, daß das erstaunte deut-sche Leserpublikum dies mit scheuer Bewunderung zur Kenntnis nimmt. Da lachen aber bei uns sogar die Hühner! Herr Parlaments-Kandidat!

Das Personal Ihres Nachrichtendienstes „arbeitet fünf Tage in der Woche und bekommt einen Monat bezahlte Ferien“. Sieh da, sieh da, das also gibt es in England! Und Sie fügen bescheiden hinzu: „Die Übung, in den Büros nur fünf Tage in der Woche zu arbeiten, verbreitet sich in Großbritannien immer mehr.“ Kunststück, nachdem die Engländer so viele Völ-ker haben, die für sie arbeiten! Wenn ihr Experiment der nochmaligen Niederwerfung des deutschen Volkes gelinge, brauchten die Engländer wahrscheinlich überhaupt nicht mehr zu arbeiten. Das täten dann Ihrer Meinung nach jene Deutschen für sie, die heute nur erst Ihre „Lieben Leser“ sind. Im übrigen hat sich Ihre vorbildliche soziale Haltung unse-res Wissens in den englischen Elendsgebieten noch nicht hinreichend herumgesprochen. Dort arbeiten die Arbeiter viel-fach noch weniger, nämlich gar nicht, weil sie seit Jahren arbeitslos sind. Aber sie leben auch dementsprechend. Vielleicht vergessen Sie, feiner Herr, nicht, dem „lieben deutschen Leser“ das nächstemal auch darüber etwas zu erzählen.

Sie wollen uns „völlig unabhängige Informationen“ geben. Die Frage lautet nur: Wovon unabhängig? Wahrscheinlich von der Wahrheit, von der die englischen Informationen sich in letzter Zeit immer mehr emanzipiert haben! Ihr Nach-richtendienst ist eine „privat geleitete öffentliche Einrichtung“. Hahahaha! Das ist ausgezeichnet gesagt. Ihr Auftragge-ber, Lord Halifax, kann an dieser Ihrer Schülerarbeit seine helle Freude haben. Und dann legen Sie dem lieben deutschen Leser die etwas skurrile Frage vor: ,Warum schreibe ich Ihnen?“ jetzt fangen Sie, bezahlter Herr Propagandamacher, nur noch mit der Menschlichkeit und der Verständigung an! Und richtig: ,Ich schreibe deshalb, weil ich den Frieden will.“ Da haben wir es! Das ist wohl dieselbe Friedensmission, die England in Versailles veranlaßte, ein wehrloses Volk abzuwür-gen, es 14 Jahre lang zu unterdrücken, auszurauben und auszuplündern. Aus diesem Geiste hat man uns außer der Kriegs- auch die Handelsflotte genommen, unsere Kolonien geraubt und uns obendrein gequält und gedemütigt, wo man nur konnte. Warum haben Sie, feiner Gentleman, in dieser langen Zeit nicht ein einziges Mal für den Frieden und für die Verständigung gesprochen und geschrieben? Warum haben Sie die Blitze Ihres Zornes nicht auf Ihre eigenen englischen Staatsmänner geschleudert, als sie Deutschland und damit letzten Endes ganz Europa in seine schwerste Katastrophe hineinstürzten? Da dienten Sie in der Königlich Britischen Marine oder saßen im Königlichen Institut für Auswärtige Angelegenheiten. Da haben Sie mitgemacht; wahrscheinlich, weil es eine feine Sache war, weil es Ihnen gefiel, und weil Sie es damals auch für richtig hielten, dem ,Lieben deutschen Leser“ von heute das Brot vom Munde wegzustehlen, unser Volk in Inflation und Wirtschaftskrise hineinzustürzen, ihm scheinheilig und mit öligen Phrasen ein Lebensrecht nach dem anderen zu nehmen. Oder haben Sie damals zur Moralisierung Ihrer Brutalitäten auch schon von Humanität und Zivilisation gefaselt?

Sie schreiben, Sie wüßten „wie der Krieg aussieht“. Das weiß der Führer sicher noch viel besser als Sie, denn er hat ja nicht den Krieg gegen Frauen und Kinder geführt, sondern lag als Soldat fast vier Jahre lang Engländern gegenüber. Deshalb hat er dafür gesorgt, daß Sie und die englischen Gentlemen uns nicht mehr überfallen können.

Sie sind „ein Mann in den mittleren Jahren“, 46 Jahre alt, mit drei Kindern und wollen den Frieden, wenn Sie ihn unter ehrenvollen Bedingungen haben können“. Wer hat Ihnen einen nicht ehrenvollen Frieden denn überhaupt zugemu-tet? Stammt Versailles von uns oder von Ihnen? Oder ist etwa das Versailler Diktat ein ehrenvoller Friede gewesen? Nein: England hat uns bis zum heutigen Tage den ehrenvollen Frieden vorenthalten. Sie haben uns zum Überfluß entgegen den feierlichen Versicherungen unsere Kolonien weggenommen. Sie wollen sie als Mandate verwalten. Sie nutzen Ihnen gar nichts. Ihr Land ist – wie viele Engländer zugeben – selbst unfähig, sie nützlich zu verwenden. Sie haben weder die Menschen, ja vielleicht überhaupt gar nicht die Lust dazu. Trotzdem geben Sie sie Deutschland nicht zurück. Warum nicht? Weil Sie Deutschland aus lauter Machthunger nicht nur jene für England geforderten ,ehrenvollen Friedensbedingungen“ vorenthalten wollen, sondern weil Sie unser Volk zugrunde richten möchten. Und dabei fragen Sie sich noch, ob wir Frieden haben werden, und antworten dann, Sie zweifelten sehr daran und wollen uns auseinandersetzen, warum Sie daran zweifeln ?

Sie brauchen uns gar nicht mitzuteilen, was sie in Großbritannien denken, das wissen wir längst, und auch nicht hinzuzufügen, Sie wollten damit nicht sagen, daß Sie unbedingt recht haben müßten. Denn in diesem Lande weiß jeder, daß Sie unrecht haben. Entzückend Ihr Nachsatz: „Es möge sein, daß Sie unrecht hätten, aber es sei wirklich wichtig, daß wir Deutschen wissen sollten, was Sie als Engländer für wahr halten.“ Ach, Sie liebe Plaudertasche Sie! Mit Speck fängt man Mäuse. Diese Methode kennen wir. Die objektiven Herren Engländer: Ich weiß nicht, ob wir recht haben, ich weiß nur, daß ich nichts weiß! Das kleidet Sie gut.

Der Durchschnitts-Engländer ist, wie Sie uns mitteilen, ,so entrüstet aber die nach seiner Ansicht schandbare Art, in der die deutsche Regierung das Abkommen von München verletzte, daß er immer mehr zu der Überzeugung kommt, daß ihre Führer – wenigstens Ribbentrop Goebbels und Himmler – ganz unmögliche Menschen sind, mit denen man nie ir-gendwelche Abkommen treffen kann, die gehalten werden“. Dann müßten diese Herren eigentlich zu Engländern honoris causa ernannt werden; denn das, was Sie ihnen zu Un-recht vorwerfen, ist ja doch seit einigen Jahrhunderten das wesentlichste Merkmal der englischen Politik gewesen. Viel-leicht haben Sie bei Ihren Studien im englischen Institut für Auswärtige Angelegenheiten auch das Buch von John Bigelow, Major aus der USA.-Army, aber englisch-amerikanische Verträge gelesen, der bei seinen Untersuchungen zu dem Ergebnis kommt, daß von dreißig Verträgen und Vereinbarungen zwischen USA. und England in der Zeit von 1783 bis 1913 acht von England gebrochen und davon wieder fünf von USA. nach dem englischen Vorgang gebrochen wurden. Bigelow zieht daraus die Lehre:

„Die englische Diplomatie versteht es immer, den Wortlaut von Verträgen so zu formulieren, daß, wenn es der britischen Regierung einmal nützlich erscheint, sie zum Schaden der anderen Partei ihre eigene willkürliche Auffassung geltend machen kann.“ Daß das sehr deutlich ist, werden Sie nicht bestreiten. Woher nehmen Sie dann aber die moralische Berechtigung, Deutschland etwas, was Sie nicht beweisen können, weil es, wie Ihr ganzer Brief, erlogen ist, zum Vorwurf zu machen, was in der englischen Politik seit Jahrhunderten gang und gäbe ist?

Sie nehmen an, daß es schrecklich für uns klinge, aber Sie müssen es uns sagen, „daß Hitlers Wort heute in England recht geringen Kurswert hat“. Das klingt für uns gar nicht schrecklich. Schrecklich würde es nur sein, wenn es umgekehrt wäre. Denn: Hitlers Wort gilt in Deutschland. Vielleicht hängt sogar das eine mit dem anderen zusammen. Der Führer hat die deutsche Nation groß und stark gemacht. Er wird deshalb von Engländern Ihres Schlages aus vollem und tiefstem Herzen gehaßt., Darauf sind wir nur stolz. Dieser Haß ist nicht nur für den Führer selbst außerordentlich ehren-voll. Er stärkt unsere Liebe zu ihm. Denn Sie, Herr Propagandakandidat, können natürlich doch nur jene Deutschen lieben, die an unserem Volk Verräter sind.

Sie fügen hinzu, es bestehe „nicht die geringste Aussicht dafür, daß Großbritannien irgendwelche Konzessionen an Deutschland mache, bevor das Vertrauen an Deutschlands Wort wiederhergestellt sei“. Sie verkennen in gründlichster Weise die Situation! Niemand bittet Sie um Konzessionen 1 Niemand erwartet solche! Wir fordern von Ihnen keine Gnade, sondern unser Recht! Wir stehen nicht als Bettler oder bittende Habenichtse vor Ihren kapitalistischen Demokrati-en. Verweigert man uns unser Recht, so werden wir uns dieses Recht selbst zu sichern wissen, nur soll man sich dann nicht scheinheilig darüber beklagen, daß Europa von einer Krise in die andere stürzt. Die Schuld daran tragen Ihre Auf-traggeber, Herr Propagandakandidat. Sie wollen plötzlich um die ,Freiheit“ der Tschechen besorgt sein. Sie weinen also Krokodilstränen um Völker, denen nichts geschieht und die Sie nichts angehen. Sie bleiben aber hart und ungerührt angesichts des nationalen Leides anderer Völker, die von England selbst gequält und blutig unterdrückt werden, wie z. B. jetzt in Palästina die unglücklichen Araber. Was würden Sie wohl erst sagen, wenn wir im Protektorat ähnlich wie Sie in Palästina verfahren wollten ? Wir tun es nicht, denn wir sind Deutsche und keine Engländer.

In vielen Punkten, so sagen Sie, ist Ihnen ,die Politik Deutschlands unverständlich“. Deshalb, werter Herr, sind Sie ja auch erst Kandidat, also Anfänger. Man kann in Ihrem Alter anscheinend eben noch nicht alles begreifen! Um so ver-ständlicher ist die Politik des Führers dafür dem deutschen Volk; und es wirkt deshalb beinahe belustigend, wenn Sie die Frage aufwerfen, ob es uns unbekannt sei, daß ,bis zum Raub der Tschechei die ganze Frage unserer Kolonialansprüche in Großbritannien ernsthaft erörtert wurde?“ Und ob uns das bekannt ist, sogar hinreichend bekannt. Diese ernsthaften Erörterungen kennen wir auch an anderen Beispielen. Sie haben ebenso ernsthaft unsere Abrüstungsforderungen erörtert, bis Deutschland sich endlich gezwungen sah, selbst aufzurüsten. Sie haben wohl auch ernsthaft die Vergrößerung der deutschen Wehrmacht erörtert, so lange, bis Deutschland genötigt war, die allgemeine Wehrpflicht einzuführen. Sie haben ernsthaft die Militarisierung des Rheinlandes erörtert, bis die deutschen Truppen über die Rheinbrücken marschier-ten und eine fertige Tatsache schufen. Sie haben ernsthaft das Österreich-Problem erörtert, bis der Führer in Wien seine großdeutsche Mission kraft seines geschichtlichen Auftrages vollzog. Sie haben ernsthaft die sudetendeutsche Frage erörtert, bis Sie vor ein „fait accompli“ gestellt waren. Machen Sie sich doch nicht dümmer als Sie sind, halten Sie jeden-falls sonst aber das deutsche Volk nicht für dümmer, als Sie es selbst zu sein scheinen.

Und nun plötzlich verwahren Sie sich dagegen, wenn wir England zum Vorwurf machen, daß es den Versuch unter-nimmt, Deutschland einzukreisen. Das sagen wir nicht nur, das sehen und erleben wir. Werfen Sie also nicht scheinhei-lig die Frage auf, warum England wohl wünschen sollte, uns einzukreisen; denn die Antwort liegt allzu nahe: um uns zu erledigen! Weil wir mit unseren Forderungen nach unserem Lebensrecht England lästig sind! Weil Sie im Verlauf Ihrer ganzen Geschichte mit einem ohnmächtigen und wehrlosen Deutschland rechnen konnten und das heute nicht mehr der Fall ist! Weil Sie uns also das Leben nicht gönnen, weil wir in Ihren Augen Habenichtse sind und Habenichtse bleiben sollen!

Daß ein wohlhabendes Deutschland ein Aktivposten für den Welthandel sei, ist eine ganz neue englische Theorie die wir aus Ihrem Munde zum ersten Male vernehmen. Vor dem Weltkrieg behaupteten Sie das Gegenteil. Jedenfalls wird diese Ihre neue Erkenntnis auf das wirksamste unterstützt durch einen großangelegten englischen Warenboykott gegen Deutschland in der ganzen Welt. Sie würden uns wirtschaftlich den Hals zuschnüren, wenn Sie könnten. Aber Sie kön-nen es Gott sei Dank nicht mehr. Und dann verbreiten Sie sich aber das Thema Krieg. Sie werden lachen, aber es ist so: dieses Thema wird heute in Deutschland kaum diskutiert. Die sogenannte Nervenkrise gibt es nur bei Ihnen. Sie sagen, es müßte ein kurzer Krieg sein, ein Blitzkrieg, das geben selbst unsere Fachleute zu“. Ob ein Krieg kommt, das hingt ganz von England ab. Wie er verläuft, lassen Sie unsere Sache sein. Wir haben nicht den Eindruck, daß England gerade heute so ausgezeichnete Chancen hat, um einen solchen Krieg siegreich zu bestehen. Vielleicht wissen Sie das nicht, aber das deutsche Volk befindet sich nunmehr in einer Verfassung, in der es entschlossen ist, seine nationale Ehre und Exi-stenz bis letzten Atemzug zu verteidigen. Ohne ein 1918 hätten Sie schon den Weltkrieg niemals gewonnen. Damals wurde aber leider in Deutschland die Politik von Kandidaten gemacht. Heute machen die Kandidaten in England Propa-ganda, die Politik in Deutschland aber Meister. Wer es noch nicht wissen sollte, dem wird es vielleicht noch aufgehen.

Sie denken oft, wie Sie schreiben, ,wir sollten von Ihnen lernen, wie man Außenpolitik betreibt“. Das doch lieber nicht! Sie haben uns dafür in den letzten Jahren einen nur wenig befriedigenden Anschauungs-Unterricht gegeben; z. B. in der Erledigung des abes-sinischen Konflikts, anlässlich der Rheinlandbesetzung, der Lösung des Österreich- und des sudetendeutschen Problems usw. Uns dagegen laden Sie ein, „zu Ihnen zu kommen und Dinge zu organisieren, in denen England Ducheinander herrscht, wie z.B. im Straßentransport“. Wir danken für Ihre Güte. Aber bringen Sie Ihr Durcheinander nur selbst in Ordnung. Wir sind keine Weltverkehrspolizisten. Außerdem scheint und das größte Durcheinander augenblicklich im Gehirn englischer Propagandisten zu herrschen. Jedenfalls bringt uns Ihr Brief auf diesen Gedanken.

Und dann ziehen Sie über die Italiener los. Wir nehmen an, daß die Italiener, wenn Sie das ihnen gegenüber persönlich vorbrächten, Ihnen die nötige Antwort nicht schuldig bleiben werden. Sie sagen, die Italiener seien knapp an Rohmaterialien und hatten keine große Widerstandskraft usw. Warum haben Sie dann im Abessinien-Konflikt nicht angegriffen? Sie haben doch immer damit gedroht, Sie wollten doch! Oder konnten Sie das etwa nicht ?

Und dann winken Sie liebenswürdigerweise für einen kommenden Krieg den Sie als Schreckgespenst an die Wand malen, mit der britischen Blockade. Genau so, wie im vergangenen Krieg also, Herr englischer Menschenfreund! Und diesen Zynismus wollen Sie als Propagandaargument gegen uns verwenden, Sie Anfänger Sie? Sie sagen: „Nach einem solchen Krieg würde es einen Friedensvertrag geben, mit dem verglichen der Versailler Vertrag ein Kinderspiel sei !“ Und damit lassen Sie die Katze aus dem Sack. Wir wissen also, woran wir sind. Sie sprechen das Omen aus, was wir schon längst ahnten und vermuteten; ein Grund mehr für uns, uns für solche Fälle bereit zu machen und dafür zu sorgen, daß, wenn Sie Deutschland überfallen sollten, Ihr Angriff nicht wie 1914 ein wirtschaftlich wehrloses und militärisch schlecht vorbereitetes Volk trifft.

„Je mehr Sie aber diese Dinge nachdenken, desto stärker kommen Sie,“ wie Sie schreiben, „zu dem Ergebnis, daß Menschen wie Sie und wir gemeinsam überlegen sollten, wie dieses Ergebnis verhindert werden könnte“. Überlegen Sie nur ruhig gemeinsam, Herr! Aber ohne uns! Bei uns überlegt zur Zeit der Führer. Bei ihm wissen wir wenigstens, daß er ruhig, sachlich und in unserem Interesse überlegt. Englische Geburtshelfer sind dabei – wie es die Geschichte der letzten Jahre erwies nicht nötig.

Die endgültige Entscheidung, meinen Sie, liegt bei uns! „Es ist Ihr Führer, nicht mein alter Premierminister, der das Signal zum Angriff geben wird, wenn alle Stricke reißen, und, offen gestanden, ich fürchte, daß Goebbels und Rippentrop ihm (dem Führer) wichtige Informationen vorenthalten.“ So ungefähr stellen sich Lord Halifax, Stephen King-Hall und der kleine Moritz die deutsche Außenpolitik vor. Es wäre zum Weinen, wenn es nicht zum Lachen wäre, und es fällt schwer, darauf keine Satire zu schreiben.

Es gereicht uns zur hohen Ehre, daß Sie glauben, ,daß das deutsche Volk einen ebenso hohen Prozentsatz von intelli-genten Männern und Frauen hat wie jedes andere Volk und vielleicht mehr als einige“. Worauf Sie sich verlassen kön-nen, mein Herr! Es hat so viel Intelligenz; und es hat sie nicht nur, sondern, im Gegensatz zu früher, gebraucht es sie auch.

Sie fragen uns, „warum wir nicht einmal selbständig nachdenken wollen“, – denken Sie doch selbst einmal selbständig nach! – und raten uns an, „mit unseren Freunden zu sprechen und ihnen diesen Brief zu zeigen“. Das können wir nicht; den Brief gebrauchen wir für bessere Zwecke. Unsere Bemerkungen dazu, die Sie gewünscht haben, stehen hier. Wir haben Ihrer Aufforderung gemäß kein Blatt vor den Mund genommen. Sie wissen jetzt auch hoffentlich, ,worin Sie nach unserer Meinung unrecht haben und worin wir mit Ihnen einer Meinung sind“.

Und damit kamen wir zum Kernpunkt. Wir sind mit Absicht so ausführlich geworden; denn es erschien uns notwendig, Ihr ganzes Phrasengedresch einmal gründlichst zu demaskieren. Hoffentlich ist Ihnen danach nicht die Lust vergangen, uns mit weiteren Briefen zu beehren. Denn mit Ihnen, Herr Kandidat, zu diskutieren, ist nützlich und bringt Gewinn. Übrigens: Wenn Dummheit weh täte, dann müßte Ihr Geschrei durch das ganze englische Weltreich zu vernehmen sein; aber sie tut Ihnen wohl infolge langer Gewöhnung nicht weh. Jedenfalls lassen Sie sich folgendes gesagt sein:

Ihre englischen Propagandakunstkniffe sind lächerlich. Wir Nationalsozialisten haben einmal in einer Zeit, in der wir gar keine Macht besaßen, unsere innenpolitischen Gegner zu Boden geworfen; da haben wir gelernt, was Propaganda ist. Sie trafen 1914 bis 1918 auf ein materiell nur sehr unvollkommen gerüstetes Volk. Das ist allein schon heute anders. Darüber hinaus aber sind wir jetzt ein politisches Volk geworden. Wir wissen, wohin es geht. Mit Mätzchen, wie Ihre Briefe, benebelt man das deutsche Volk nicht mehr, Sie oller, ehrlicher britischer Seemann, Sie!


Weitere seiner Aufsätze und Reden sind >>>HIER<<< zu finden.


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