Der Führer als Staatsmann – Aufsatz von Dr. Joseph Goebbels (1935)

Dr. Joseph Goebbels

Alle menschliche Größe hat ihren Ursprung im Blut. Der Instinkt ist ihr Wegweiser und die Intuition ihre große Gnade. Der Verstand ist immer nur bedingt an den Werken wahrer Genialität beteiligt; er ist mehr damit beschäftigt, ihnen in ihrer Richtung und Sinngebung nach zu spüren und sie für das Auge des späteren Beobachters bloßzulegen. Diese Gesetze gelten vor allem für die Kunst, die höchste und edelste Betätigung unter den Menschen, die sie ihrem göttlichen Ursprung naherückt.

Sie haben in gleicher Weise Wert und Bedeutung für das Gebiet der großen Politik; denn sie, die wir nicht umsonst mit dem Titel Staatskunst belegen, ist in der Tat eine Kunst, da sie alle wesentlichen Merkmale des künstlerischen Schöpfertums an sich trägt. Der Bildhauer setzt Meißel und Hammer an den ungefügen Stein, um ihm göttlichen Odem einzublasen; aus dem, was roher Marmor war, wird künstlerische Gestalt. Der Maler benutzt den Urstoff der Farbe, oben mit ihr die edlen Gebilde der Natur nach zu schaffen und sie gewissermaßen ein zweites Mal zu formen. Der Dichter reiht Satz an Satz er an sich gestaltlosen Sprache zum Gedicht, zum Drama oder zur epischen Darstellung, darin er in die menschlichen Leidenschaften des Guten und Bösen abwandelt.

Der Staatsmann hat den rohen Urstoff der Masse zur Verfügung. Mit der Kraft seines Wortes und Werkes knetet er sie um zum lebenden und atmenden Volkskörper; seine großen, genialen Projekte stellen dem Volke das Ziel der Nation auf. Alle schöpfen sie einheitlich aus der genialen Schau, die im letzten Ursprung eine Eingebung ist, als deren Instrument der wahre Künstler sich immer empfindet. Es gibt daneben auf allen diesen Gebieten auch Handwerker ihres Faches, die sein müssen und in Abgrenzung ihrer Aufgaben und Pflichten auch bestehen können. Sie erlernen mit Fleiß und Betriebsamkeit ihr Geschäft, eignen sich, wenn sie zu den Besseren ihres Berufs gehören, ein wertvolles und umfangreiches Fachwissen an, daß sie bei Bedarf zweckmäßig verstehen; aber das, was sie tun, ist ihnen eben Beruf und nicht Berufung. Sie sind die Talente der künstlerischen Betätigung. Der echte Künstler jedoch wirkt als Genie.

Denn darin unterscheidet sich Talent von Genie; das Talent schöpft aus der Erfahrung, aus dem Wissen, vielleicht auch aus dem phantasievollen Verstand, daß Genie dagegen aus der Gnade. Es wirkt in Ausführung eines höheren Auftrages und erfüllt damit das Gesetz, nachdem es antritt. Genies stürzen Welten um und bauen neue Welten. Sie sind die großen Wegweiser der Völker; nach ihnen richten sich die Zeiten aus. Sie stellen die Weichen, in denen die Geschichte verläuft.

Das Wort, daß in jeden Mann ein Kind verborgen ist, trifft vor allem für das Genie zu; denn es handelt und wirkt aus der kindlichen Unbefangenheit heraus und steht den Dingen mit der selbstsicheren Unbewußtheit gegenüber, mit der Kinder an sie heranzutreten pflegen.

Der geniale Staatsmann wagt das Unmögliche, um das Mögliche möglich zu machen. In der Vereinfachung unlösbar scheinender Zusammenhänge liegt seine eigentliche Stärke. Ehe der Durchschnittsverstand die der Lösung harrenden Aufgaben überhaupt gesehenen oder erkannt hat, ist der große Führer schon in ihrer Lösung begriffen.

Das Problem, daß uns Deutschen nach dem Kriege vordringlich aufgegeben war, bestand darin, aus dem Konglomerat von Ländern, Parteien, Organisation und Individuen eine einheitlich denkende, fühlende und handelnde Nation zu formen. Dies Problem war nicht erst durch den Krieg angerührt worden; aber seine Ungelöstheit hatte uns am Ende den Krieg verlieren lassen. Viele Jahrhunderte hindurch war Deutschland infolge seiner inneren Zerrissenheit vom weltpolitischen Handeln ausgeschlossen. Wir Deutsche haben innere Meinungsverschiedenheiten, sie mochten nun religiöser, wirtschaftlicher oder sozialer Art sein, unter furchtbarsten Opfern ausgetragen, während andere Nation, die früher als wir ihre weltpolitische Bestimmungen erkannten, unterdessen den Erdball in Besitz nahmen.

Aber erst der Krieg hatte die weitere Unmöglichkeit dieses Zustandes offenbar gemacht. Ohne indes aus dieser furchtbaren Lehre zu lernen, taten die Deutschen genau das Gegenteil von dem, was die Geschichte von ihnen verlangte. Nie hat in Deutschland der Partikularismus jederlei Art von Orgien gefeiert wie in der Zeit, da wir am stärksten auf unsere innere Geschlossenheit angewiesen waren.

Es machte in den Jahren nach den Krieg manchmal den Eindruck, als sei Deutschland im Begriff, endgültig das Feld des großen Wechselspiels der Weltmächte zu verlassen und sich in eine provinziale Isolierung zurückzuziehen. Zur Vereinheitlichung des gesamtnationalen Denkens fehlten alle Voraussetzungen, ja, die damalige sogenannte Weimarer Verfassung stellte gewissermaßen die Verewigung dere inneren Zerrissenheit dar, deren schmatzende Nutznießer die parlamentarischen Parteien waren. Der Staat entzog sich dieser Aufgabe, da er seine Wachsamkeit mehr nach innen als nach außen richtete. Sein Ziel bestand in der Erhaltung und Konservierung des kleinen Restes, der uns an innerer Freizügigkeit und äußerer Souveränität noch übrig geblieben war.

Für ein staatsmännisches Genie, das in dieser Zeit in die Erscheinung trat, bestand deshalb die erste und schwerste Prüfung darin, zu erkennen, daß innerhalb des Staates selbst ein Kampf um die Wiederherstellung der deutschen Weltgeltung von vornherein aussichtslos war und deshalb erst gar nicht angefangen zu werden brauchte. Denn der Staat selbst hatte durch Unterschrift seiner Vertreter unter das Versailler Dokument diese Weltgeltung ein für allemal aufgegeben und tat noch ein übriges, indem er eifersüchtig über die Erhaltung dieses Dokumentes wachte und jede nationale Regungen dagegen als Angriff auf seine eigene Existenz empfand und ahndete.

Der wahre Staatsmann durfte also damals nicht in den Parteien, nicht beim Staat, sondern außerhalb des Staates gesucht werden. Denn dieser Staat mußte fallen, um den Prozeß der moralischen, sozialen und wirtschaftlichen Wiederaufrichtung des deutschen Volkes und damit verbundenen der Konsolidierung eines waren, seinem Wesen entsprechenden Staates überhaupt möglich zu machen. Es galt also, im Kampf gegen den Staat einen Staat im Staate zu bilden, an dem alle die Gesetze schon praktisch und organisationsmäßig erprobt werden mußten, die späterhin die tragenden Gesetze des neuen Staates werden sollten. Es war nicht damit getan, die Weimarer Theorie lediglich eine neue Theorie entgegenzusetzen, sie mochte noch so wohl durchdacht und gut gemeint sein. Um die neue Theorie herum mußte sich ein Verband von Menschen sammeln, die dieser Theorie erst Leben, Farbe und reale Existenz gaben. Die Idee gegen den Weimarer Unstaat schloß im Kerne die Notwendigkeit eines wenn auch oppositionellen Staates im Unstaate und eines darum sich bildenden Volkes im Volke in sich. Nach diesen Grundsätzen allein konnte der Neubildungsprozeß der deutschen Nationen mit Erfolg angesetzt werden. Hier begann die staatsmännische Arbeit des Führers.

Im voraus sind einige prinzipielle Entscheidungen zu klären, die gewissermaßen eigentlicher Ursprung seines gesamtpolitischen Handelns wurden. Schon als unbekannter Gefreiter des Weltkrieges, der in den Revolutionswirren als Bildungsoffizier vor bayerischen Garnisonen sprach, traf der Führer eine Reihe von Entschlüssen, die auf den absolut sicheren und souveränen Instinkt des staatsmännischen Genies schließen lassen, und die gerade durch die Tatsache, daß sie damals fast von niemandem verstanden, später aber die eigentliche Ursache seines märchenhaften und phantastischen Aufstiegs wurden, die Bestätigung für die Richtigkeit des Weltbildes erbringen, das sich in seinem Kopf abmalte. Er hätte es leicht gehabt, sich einer der bestehenden Parteien anzuschließen. Es winkten ihm dort ein ruhiges und gesichertes Leben. Aufstiegsmöglichkeiten aller Art. Er hätte das quälende Gewissen mit dem Einwand besänftigen können, daß man retten müsse, was noch zu retten sei, und es deshalb notwendig erscheine, das kleinere Übel zu wählen. Er tat das alles nicht. Er tat es deshalb nicht, weil keine der bestehenden Parteien die Gewähr und auch nur die Möglichkeit in sich trug, die innere deutsche Aufspaltung zu überwinden, ohne Zusammenschluß der Deutschen aber eine Lösung des nationaldeutschen Problems im staatsmännischen Sinne von vorn herein ausgeschlossen war. Hier schon zeigt sich die instinktive Witterung eines begnadeten Menschen, der lieber die scheinbare Aussichtslosigkeit eines verzweifelten Kampfes aus dem Nichts heraus gegen Staat, Geld, Presse und Parteien auf sich nimmt, als den Anfang seines Werkes mit einem Kompromiß zu belasten.

Es war damals Mode, mit dem Staat zu gehen. Zwei Gründe wurden dafür ins Feld geführt; der eine identifizierte sich mit dem Staate, der andere meinte, ihn von innen heraus reformieren zu wollen und zu können. Der Führer berief sich auf keinen von beiden; denn er wußte, daß dieser Staat in seiner Anlage verfehlt war, daß man ihn deshalb nicht umgestalten könne, daß man ihn viel mehr beseitigen müsse, um der Bildung eines waren Staates die Möglichkeit freizugeben. Es hat dann späterhin Menschen und Parteien gegeben, die, als sie die Unmöglichkeit der inneren Reform des Weimarer Systems erkannt hatten oder erkannt zu haben vorgaben, sich dagegen von außen in Front stellten; aber sie waren von vornherein mit dem Kompromiß eines wenn auch zeitweiligen Friedensschlußes mit der Weimarer Demokratie belastet. Nur der Führer konnte sich vom ersten bis zum letzten Tage seiner Opposition darauf berufen, daß er mit dem parlamentarischen Regime niemals einen Pakt abgeschlossen habe und deshalb als einziger dazu bestimmt erscheine, ihr in der letzten Stunde den Gnadenstoß zugeben.

Parteien und Menschen sprachen damals niemals zum Volk als Volk; sie wandten sich immer nur an einzelne Teile des Volkes. Die Arbeiterparteien sprachen zu Arbeitern, die bürgerlichen Parteien zu Bürgern, die konfessionellen Parteien zu Konfessionen und die Bauernparteien zu Bauern. Es mag in den ersten Versammlungen der nationalsozialistischen Arbeiterpartei in München, in denen sich der Führer kaum an hundert Menschen werden konnte, für den oberflächlichen Beobachter manchmal grotesk gewirkt haben, daß der Anruf trotzdem immer an das Volk ging. Man sprach weder zu den Gebildeten noch zu den Proletariern, man hatte den Mut, das Unpopuläre zu sagen, und verschmähte es, sich durch billige Schmeicheleien den Beifall der Masse zu erkaufen. Man muß heute auf diese Ursprünge der nationalsozialistischen Bewegung und des eigentlichen Führertums Adolf Hitlers zurückgreifen, um das Wunder seiner staatsmännischen Schau, die schon in diesem Ursprüngen begründet liegt, zu erfassen. Denn nicht die Zeit hat den Führer, sondern der Führer hat die Zeit geändert. Was damals noch paradox erschien, ist heute längst selbstverständlich geworden. Und zwar wurde es nicht von selbst selbstverständlich, sondern es bedurfte einer klaren und kompromißlosen Entscheidung durch einen Mann und eines zähen und unerbittlichen Kampfes, ist es sich durchgesetzt hatte.

Es wäre damals billig gewesen, sozialer Forderungen aufzustellen, die um so ausschweifender sein durften, je weiter der Führer und seine Bewegung von der realen Einlösung der Versprechungen entfernt waren. Es kann auch zugegeben werden, daß es für die ersten paar Jahre vielleicht bequemer gewesen wäre, auf diese Weise Anhänger zu werben. Der Führer tat es nicht. Er schuf seiner Bewegung eine weltanschauliche Plattform, die gewissermaßen das tragende Fundament seiner Partei und seines Staates wurde. Das wesentlichste Merkmal dieser Weltanschauung war die Verbindung zwischen dem nationalen und sozialistischen Prinzip, die auf eine höchst einfache und auch für den Mann von der Straße verständliche Weise die eigentlichen Triebkräfte der Zeit, die in bitterer Fehde miteinander lagen, auf einer erhöhten Basis zusammen fügte. Die Tatsache, daß weder am Programm noch an der Weltanschauung, weder an der Fahnen noch am Namen der nationalsozialistischen Bewegung etwas geändert werden brauchte, als sie an die Macht kam ist ein Beweis dafür, wie weitschauend und staatsmännisch die Grundlagen für den nationalsozialistischen Aufbau schon in den Zeiten der ersten Anfänge der Partei gelegt wurden. Sie war vom Führer dazu erzogen, keine Kompromisse abzuschließen, sie verband mit der schroffsten Unversöhnlichkeit im Grundsätzlichen die höchste Elastizität des methodischen Vorgehens. Sie führte gegen den Parlamentarismus vom ersten Tage ihres Bestehens an einen Kampf auf Leben und Tod, bis sie ihn vernichtete. Sie wich dem Terror der marxistischen Parteien nicht mit faulen und feigen Redensarten aus, sondern setzte Brachialgewalt gegen Brachialgewalt. Wenn ihr erster kühner Handstreich zur Eroberung der Macht vom 8.bis 9. November 1923 mißlang, so werden spätere Geschichtsschreiber dabei nicht nur zu untersuchen haben, was dabei erreicht, sondern auch, was dabei verhindert wurde. Und es kann heute schon gesagt werden, daß ihr Urteil das Handeln des Führers vollauf rechtfertigen wird. Wie pflegen sich bürgerliche Politiker in den Zeiten der Republik nach verlorenen Putschen zu benehmen? Sie flohen entweder ins Ausland oder waren nicht dabeigewesen. Anders der Führer! Er stellte sich vor seine Mannschaft, war Erster unter den Angeklagten, trat auf keine goldene Brücke, die ihm von Gericht oder Regierung gebaut wurde, ließ sich auf keine Einrede ein, bekannte offen heraus, daß er den Staat habe stürzen wollen, und daß er es jedesmal wieder tun werde, wo sich ihm die Gelegenheit dazu bietet. Er tat also das, was offenbar für den Augenblick das Gefährlichste und Vernichtenste überhaupt sein konnte, und rettete damit eigentlich die Bewegung und sein Werk. Seine Führung des großen Prozesses vor dem Münchner Volksgericht ist ein staatsmännischer Akt ganz großen Formats. Er weist alle Elemente politischen Handelns im besten Sinne auf. Hier paarte sich Kühnheit mit Logik, Offenheit mit Mut, Verachtung der Gefahr mit höchstem Einsatz. Es war ein letztes Würfelspiel, bei dem alles gewonnen, weil alles gewagt wurde. Die Notwehr gegen den Unstaat von Versailles und Weimar wurde hier zum höheren moralischen Prinzip erhoben und riß Hunderttausende und Millionen, die bis dahin nur davon geträumt oder sich nur danach gesehnt hatten, in einem Strom von begeisterter Bewunderung mit.

Der Führer kann für den Weg der Partei während seiner Festungshaft nicht verantwortlich gemacht werden. Wie klar er die staatsmännischen Aufgaben erkannte, die seiner und ihrer nach seiner Freilassung harrten, beweist die Tatsache, daß er sich auf keine Einigungsversuche mit äußerlich ähnlichen Erscheinungen des parlamentarischen Lebens einließ, sondern die Neugründung der alten Bewegung nach den Grundsätzen ihres Anfangs vollzog. Ein zäher, opferreicher und entbehrungsvoller um die Wiedergeltung der Partei begann damit. Jahrelang schien es so, als sei das Unterfangen aussichtslos. In dieser Zeit wurde die NSDAP nicht einmal für wert gehalten, vom Haß ihrer Gegner bedacht zu werden. Was aber nach außen hin kaum in die Erscheinung trat, das entwickelte sich nach innen zu einem fruchtbaren organischen Prozeß des allmählichen Wiederaufbaus der Bewegung und ihrer einzelnen Organisationen. Wenn man einen Staatsmann danach urteilen will, wie er es versteht, Köpfe, Charaktere und Temperamente um sich und sein Werk zu versammeln, so braucht der Führer dieses Urteilen nicht zu scheuen. Wohl selten hat eine Geschichtsepoche eine derartige Fülle von wirklichen Könnern gesehen wie die unsere. Es ist heute leicht festzustellen, daß sie da sind. Schwerer aber war es, sie aus der breiten Masse der Anhänger heraus zu suchen, ihrer Begabungen instinktiv zu erkennen und ihnen die ihren Fähigkeiten entsprechenden Stellungen im Kampf der Bewegung und später im Staates selbst anzuweisen.

Während im Jahre 1928 nur erst zwölf Abgeordnete der nationalsozialistischen Bewegung ins Parlament einzogen, gelang es, diese Zahl in zwei Jahren fast zu verzehnfachen. Die Partei trat wieder vor die große Öffentlichkeit und war damit auch vor ihrer entscheidende Prüfung gestellt. Sie konnte sich, wie alle anderen Parteien bisher, mit ein paar nebensächlichen Ministerposten abspeisen lassen und am Regime teilhaben; sie konnte aber auch den einmal begonnenen Kampf bis zum Ende so oder so fortsetzen unter der Losung: „Alles oder nichts!“

Wieder traf der staatsmännische Instinkt des Führers die richtige Entscheidung. Der Kampf ging weiter und fand während des Reichswehrprozesses vor dem Leipziger Staatsgerichtshof seine besondere Note in der Proklamation des Legislationsstandpunktes durch den Führer selbst. Wohl niemand im Regime hat bei Beginn dieses Prozesses geahnt, was an seinem Ende ein Berliner Demokratenblatt mit Resignation feststellte, daß sein eigentlicher Gewinner Adolf Hitler sei, und der höchste deutsche Gerichtshof ihm obendrein noch die Möglichkeit gegeben habe, vor seinen Schranken im Angesicht der ganzen Welt sein Legalitätsprinzip eidlich zu erhärten, das ihm auf Grund der bisher mit ihm gemachten Erfahrungen keineswegs zugebilligt werden, worauf er sich nun aber bei der Fortdauer seines Kampfes gegen die Republik immerfort berufen könne. Hier lag der entscheidende Punkt, und eben darin unterschied sich der Führer von seinen Widersachern, daß er mit staatsmännischem Blick die Möglichkeiten dieses Prozesses an seinem Anfang und nicht, wie seine Gegner, an seinem Ende erkannte. Er war sich selbstverständlich klar darüber, daß er das Prinzip der Legalität gegen die Extremisten seiner eigenen Partei durchsetzen müßte, er wußte aber auch, daß das notwendig war, wenn die Bewegung überhaupt zum Streich kommen wollte.

Die allmähliche Aufbohrung und systematische Erweichung der bürgerlichen Parteien war das nächste Ziel. Zwei Jahre später gelang es nach unermüdlichen Anstrengungen, das Kabinett Brüning zu Fall zu bringen. Die Scheintolleranz gegenüber der Papenregierung führte zum 13. August 1932, und hier wieder war die große Stunde für den wirklichen Staatsmann gekommen. Es handelte sich ein letztes Mal darum, sich mit Halbem zufrieden zu geben oder das Ganze zu wollen. Jeder Handwerker der Politik wäre auf die erste Lösung eingegangen. Dutzende von Beispielen aus der deutschen Vergangenheit waren Beweis dafür. Der Führer entschied sich als wahrer Staatsmann zum zweiten. Er bezahlte seinen großen und kühnen Entschluß in der Novemberwahl 1932 mit zwei Mio. Stimmen. Er unternahm in einer bis dahin nie dagewesen Konzentration aller Kräfte einen letzten Ansturm gegen das Regime im Lipper Wahlkampf Anfang Januar 1933 und zog zwei Wochen später in die Macht ein.

Der Bund zwischen Hindenburg und Hitler war das erste Symbol des Aufbaus. Hier reichten Tradition und Revolution sich die Hände. Das staatsmännische Genie des Führers brachte das Wunder fertig, in Aussöhnung mit den echten traditionellen Kräften eine Revolution größten Ausmaßes ohne nennenswertes Blutvergießen durchzuführen.

Hier bewährte sich der anschauungssichere Instinkt eines souverän handelnden Menschen, der ein inneres Gesetz wie selbstverständlich zur Erfüllung bringt. Hier wurde unter Verachtung scheinradikaler Phrasen eine grandiose Umwälzung tatsächlich vollzogen, wurde eine Welt gestürzt und eine neue Welt aufgebaut.

Das Wunder der deutschen Einigung war die Folge. Wenn der Führer am 21. März 1933 die traditionsgebundenen Kräfte an den Staat heran brachte, so führte er am ersten Mai 1933 das deutsche Arbeitertum in den Staat hinein. Die Besetzung der Gewerkschaftshäuser im praktisch richtigen und einzig möglichen Augenblick war eine fast zwangsläufig eintretende Folge dieses Volksumschmelzungprozesses, die Aufstellung eines Vierjahresplanes zur Lösung der vordringlichsten Aufgaben des deutschen Lebens eine weitsichtige und umfassende Projektierung, die sich Zeit ließ, um in Ruhe und ohne Nervosität arbeiten zu können. Wenn der Führer in der Folgezeit aus der Wust von akuten Aufgaben, die der Staatspolitik gestellt waren, ein paar ganz wenige, aber entscheidende herausnahm, und sie unter Einsatz größter und letzter Mittel der Lösung entgegenführte, so handelte er damit in besten Sinne staatsmännisch. Nie war ein Revolutionär großen Formates so fernab jeder Hysterie und Überstürzung wie er. Nie hat ein Politiker, der Geschichte machte, so klar und zielbewußt, so ohne Hast und Lärm gearbeitet wie er. Und wo in der Geschichte vollzog sich solch ein Wunder unter einem außenpolitischen Druck wie hier!

Kühnheit und Wagemut standen Pate beim Entschluß des Führers. Deutschlands Austritt aus dem Völkerbund zu vollziehen. Was die Kleingläubigen mit Hoffnungslosigkeit erfüllte, das wurde hier mit souveräner Sicherheit getan, weil es notwendig war, und weil es riskiert werden mußte. Staatsmännisch war es, diesem größten Entschluß des ersten Jahres das Votum des Volkes selbst ausstellen zu lassen. Staatsmännisch war es, in der entscheidenden Stunde die deutsche Wehrfreiheit zu proklamieren und sie als fertige Tatsache der Welt zur Kenntnis zu bringen in der Überzeugung, daß die Situation reif sei, und daß man deshalb handelnden müsse. Hier beweist sich die wirkliche Berufung. Hier steht der handelnden Mensch unter einem höheren Gesetz. Hier wirkt er in einer Eingebung, die nicht aus dem Verstande, sondern aus dem Blut kommt. Ein deutsches Volk, das wieder in der Lage ist, sein nationales Leben durch eigene Kraft zu schützen, das seinen Flottenbestand in einer ehrlichen Abmachung mit England auf einer national würdigen Höhe festgelegt hat, das als Großmacht heute wieder in den Kreis der anderen Völker tritt, das in zunehmenden Maße die Bewunderung oder doch mindestens den Neid der ganzen Welt erregt, das als wichtigstes Element des Weltfriedens sichtbarer und sichtbarer in die Erscheinung tritt, das sind die Ergebnisse einer staatsmännischen Entwicklung, die von der Siebenmänner-Partei in München zu Großmacht des Deutschen Reiches führte. Eine Anzahl von Entschlüssen ist in dieser Entwicklung eingeschlossen. Sie ergebende insgesamt das Bild eines märchenhaften und phantastischen Aufstieges, der von späteren Geschichtsschreibern zweifellos als das größte politische Mirakel des 20. Jahrhunderts gepriesen werden wird. Hier wirkte sich ein untrügliches Gefühl dafür aus, was im Augenblick möglich und was im Augenblick unmöglich ist. Hier verbanden sich Klarheit der Linienführung mit zielbewußtem Handelnden. Hier wirkte sich der im Tiefsten unverdorbene politische Instinkt aus, der Wunder vollbrachte, weil er an Wunder glaubte.

Heute beherbergt Deutschland ein anderes Volk als vor zehn Jahren. Es verdankt seine Kraft und seinen Glauben der sicheren und unbeirrten Führung eines wahren Staatsmannes, der nicht nur weiß, was er will, sondern auch will, was er weiß. – Er gehört zu den wenigen Auserwählten der Geschichte. Denn er ist groß genug, um einfach, und einfach genug, um groß zu sein!


Weitere seiner Aufsätze und Reden sind >>>HIER<<< zu finden.


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