Die Angeber – Aufsatz von Dr. Joseph Goebbels (14. September 1941)

Dr. Joseph Goebbels

(Entnommen aus: „Die Zeit ohne Beispiel“ von Dr. Joseph Goebbels, Seite 573 – 578)


Unter einem Angeber versteht der Berliner einen Menschen, der mehr scheinen will, als er ist, dessen ganzes Bestreben darauf hinausläuft, aus einem Nichts oder aus nur wenig viel zu machen, der bildlich gesprochen sich ein Ritterkreuz umhängt, wenn er den OKW.-Bericht gelesen hat, und bei seinem Vorgesetzten als gern gesehener Gast ein- und auszugehen behauptet, bloß weil der ihm einmal freundlich guten Tag gesagt hat. Es gibt verschiedene Nuancen des Angebens: es kann einer angeben wie ein Sack Flöhe oder wie tausend nackte Neger, es kann einer schaurig angeben oder auch nur schlicht und einfach angeben.

Die Engländer sind Angeber. Es fehlt dem Berliner Sprachschatz vorläufig der charakteristische Ausdruck für ihre Art von Angabe. Dafür ist noch kein Wort erfunden. Die bisherigen Unterscheidungsmöglichkeiten reichen hier nicht aus; denn erstens geben die Engländer nicht allein aus Renommiersucht an, sondern auch aus Angst, und zweitens tun sie das in einer Lautstärke, die bislang noch nicht bekannt war. Man kann das nur an Beispielen erklären. Wir haben schon des öfteren betont, daß sie gar keine Möglichkeit mehr besitzen, in den Verlauf der Operationen im Osten irgendwie einzugreifen. Sie sind aus Europa vertrieben, auf ihre Insel verbannt und müssen zuschauen. Nun möchten sie ihren bolschewistischen Bundesgenossen im Kreml wenigstens Aktivität vortäuschen, und das geschieht dann so: sie erklären bei Beginn des Ostfeldzuges, nun sei für sie die Stunde des Handelns gekommen, und stellen dann in ihrer Presse tiefsinnige Betrachtungen darüber an, wo auf dem weiten Kontinent nun am besten die britische Invasion angesetzt werden soll. Daß sie stattfinden wird, darüber lassen sie gar keinen Zweifel; ja, sie legen sogar das Datum fest: den 20. Juli. Und die Folge davon ist, daß an diesem Sonntag die Kanalküste in Holland und Belgien vollkommen menschenleer ist, weil die Holländer und Belgier in ihrer Naivität erwarten, daß nun, wie versprochen, die Invasion beginnt. Wer nicht kommt, das sind die Engländer. Kein Aas läßt sich sehen. Und am andern Tag erklären die Londoner Zeitungen ganz ungeniert, man habe es sich anders überlegt; man wolle die Invasion nicht zu Lande, sondern in der Luft unternehmen. Eine Offensive ganz großen Stils stehe hier bevor, und da sie ohne Pause auf das Reich und die besetzten Gebiete herniederprasseln werde, nenne man sie am besten Non-Stop Offensive. Es braucht nur am Rande vermerkt zu werden, daß die Engländer natürlich auch ohne Ostfeldzug ihre gemeinen und heimtückischen Nachtangriffe auf deutsche Wohnviertel fortgesetzt hätten. Sie wären nicht schwerer und nicht leichter gewesen, als sie augenblicklich sind. Aber die Engländer tun jetzt so, als seien sie erst durch unseren Krieg gegen die Sowjetunion auf den Gedanken gebracht worden, Deutschland aus der Luft heraus anzugreifen. Es ist heute noch nicht an der Zeit, die Ergebnisse dieses englischen Luftkrieges der Öffentlichkeit zu unterbreiten. Geschieht das eines Tages, dann -wird die Welt sehen, wie schaurig die Engländer auch hier wieder angegeben haben, als sie z. B. behaupteten, ganze Stadtviertel in Berlin zerstört zu haben, während ihre Flugzeuge meistens nicht einmal bis über den Stadtrand vordrangen.

Jeder Ausländer, auch der wohlwollendste, der nach Berlin kommt, wundert sich, die Stadt in einem so unversehrten Zustand vorzufinden. Es wäre natürlich für uns ein leichtes, durch geeignete Maßnahmen auch vor der Welt den Beweis für diese Tatsache, die ja jedem Berliner hinreichend bekannt ist, anzutreten. Wir tun das nicht, weil wir das im Augenblick für unzweckmäßig halten; warum, darüber wird später einmal zu reden sein. Wir lassen die Engländer in dem Glauben, daß, wie Radio London noch am 28. August zu melden wußte, die Bahnhöfe Westkreuz, Ostkreuz, Halensee, Potsdam, Moabit, Köpenick, Neubabelsberg, Charlottenburg, Grunewald, Stettiner, Lehrter und Anhalter dem Erdboden gleichgemacht seien. Daß die Engländer das behaupten, schadet uns nur wenig und nützt ihnen nichts. Im Gegenteil!

Die deutsche Wehrmacht ist augenblicklich dabei, die Operationen im Osten siegreich fortzusetzen; wir haben schon aus diesem Grunde keine Zeit und auch keine Lust, uns mit Radio London über die Frage zu unterhalten, ob überhaupt ein Berliner Bahnhof von Bomben zerstört worden ist. Es genügt vollkommen, daß wir das wissen. Die Engländer selbst sollen sich ruhig in Illusionen wiegen, aus denen sie ja doch eines Tages grausam erwachen werden. Wir geben auch nichts auf ihre Sprüche, daß sie nun das Reichsgebiet mit neuerfundenen Stratosphärenflugzeugen angreifen würden. Das sind nämlich fliegende Festungen, die sich in derartige Höhen erheben, daß man sie von der Erde aus auch mit dem besten Glas und dem modernsten Horchapparat nicht wahrnehmen kann, während der Pilot seine befohlenen Ziele nicht nur genau sieht, sondern auch genau trifft. Diese Flugzeuge sind eigens dazu erfunden, uns gruseln zu machen. Und wenn die Engländer in den letzten Wochen häufig im Verlauf eines einzigen Tages 25 oder 30 Flugzeuge über der Kanalküste verloren, so wollten sie damit nur ins besetzte oder ins Reichsgebiet einfliegen, um unsere Aufmerksamkeit von diesen Superbombern abzulenken, die heimlich aus der Stratosphäre ihre verderbenbringende Last abwarfen, ohne daß wir das überhaupt bemerkten.

Es ist übrigens geradezu grotesk, mit welch einer Naivität sich die Engländer Wunschbilder über die zerschmetternde Wirkung entwerfen, die ihre mehr als dilettantische Zersetzungspropaganda beim deutschen Volke erzielt. Sie machen eine wahre Weltsensation aus der Tatsache, daß sich ein aus Deutschland emigrierter Jude ein paarmal aus Moskau auf die Welle unseres Deutschlandsenders eingeschaltet hat, um einige Brocken frecher und witzloser Lügen zwischen unsere Nachrichtensendungen zu werfen. Sie nennen diesen Hebräer, dem eher, als er denkt, die Lust zu weiteren Zwischenrufen vergehen wird, die geheimnisvolle Stimme aus dem Dunkel und tun so, als hätten wir uns aus Sorge und Ratlosigkeit über diesen Unfug schon sämtliche Haare ausgerauft. Überhaupt muß einmal festgestellt werden, daß es ganz gelinde gesagt eine Unverschämtheit ist, wie diese verlogenen Plutokraten in London das deutsche Volk einschätzen. Wenn sie auch bei ihrem eigenen Volke nicht durch eine allzu hohe politische Intelligenz verwöhnt werden, so wäre es doch wohl angebracht, uns Deutsche nicht mit Engländern zu verwechseln. Die Churchill und Roosevelt glauben anscheinend im Ernst, sie brauchten sich nur auf dem Atlantik zu treffen, eine ungereimte Erklärung zusammenzustottern und -uns ein paar schale Phrasen aufzutischen, und das deutsche Volk würde gleich, wie ein Berliner Komiker sagt, das Gewehr ins Getreide werfen.

So einfach ist das denn doch nicht. Mit Bangemachen soll man uns doch nicht kommen in einer Situation, in der wir die stärkste Militärmacht der Welt darstellen. Und der alte Trick, Uneinigkeit in die Reihen der nationalsozialistischen Führerschaft zu säen dadurch, daß man einen gegen den andern auszuspielen versucht, zieht bei uns schon lange nicht mehr. Das geschieht etwa so: Göring hat sich mit Hitler entzweit und ist in ein KZ. abgeführt worden. Goebbels wurde verhaftet, hat aber in München das Wort ergriffen, um zu beweisen, daß er nicht in Ungnade gefallen sei. Daß Göring Hausarrest habe, hätte in deutschen Industrie und Finanzkreisen Unzufriedenheit hervorgerufen. Außerdem habe er beide Beine verloren, während Himmler persönlich Generalfeldmarschall Milch erschossen habe. Keitel und Rundstedt seien ihrer Posten enthoben worden, Udet habe sich der Einfachheit halber gleich selbst erschossen, nicht ohne einen Brief zu hinterlassen, den die Engländer, fix, wie sie nun einmal sind, gleich eine Stunde nach seinem Tode im Londoner Rundfunk verlesen können. Klar, daß dieser Brief alles das enthält, was die Herren Plutokraten augenblicklich aus unserem Munde hören möchten. Die USA.-Presse entblödet sich nicht, aus jeder einzelnen dieser Albernheiten eine Weltsensation mit Riesenschlagzeilen zu machen, ein Beweis mehr dafür, daß es sich hierbei nicht um Phantasien aus einem Tollhaus, sondern um Produkte der britischen Kriegspropaganda handelt, von der die Londoner Hyperkapitalisten so sehnlich wünschen, daß das deutsche Volk ihr allabendlich andächtig zuhört, um sich dadurch das Gehirn vernebeln zu lassen.

Vom Feldzug im Osten ganz zu schweigen. Die Engländer wissen von London aus auf den Kopf genau unsere Verluste nachzurechnen. Sie steigern sie in geradezu astronomische Höhen hinauf, ohne dabei zu bedenken, daß sie damit überhaupt jede Glaubwürdigkeit verlieren. Es sei noch einmal mit aller Eindringlichkeit betont, daß unsere Verluste sich in der Tat in normalen Grenzen halten und, so bedauerlich und schmerzlich sie auch im einzelnen sind, sie dennoch keinen Anlaß zu Besorgnissen geben. Aber was kümmert das unsere Feinde! Sie wollen daraus Kapital für ihre Zersetzungspropaganda schlagen. Das haben sie noch bei jedem Feldzug so gemacht, vor allem dann, wenn sie auf keine andere Weise mehr eingreifen konnten. Und was die Operationen selbst anlangt, so ergibt sich hier nach englischen Darstellungen etwa folgendes Bild: Wir verlieren den Ostfeldzug a) weil wir ihn zu früh, b) weil wir ihn zu spät begonnen haben; a) weil wir keinen Geländegewinn verzeichnen können, b) weil wir trotz Geländegewinns keine feindlichen Armeen vernichten; a) weil wir keine Sonne, b) weil wir keinen Regen haben; a) weil wir Petersburg angreifen, b) weil wir Petersburg nicht angreifen; a) weil die Bolschewisten sich stellen, und b) weil sie zurückweichen; a) weil wir den Dnjepr überschritten haben, b) weil wir es nicht wagen, ihn zu überschreiten; a) weil der Winter kommt, und b) weil der Winter, der die Sumpfgebiete frosthart macht, noch nicht kommt. Ist jemand da, der von uns verlangt, daß wir auf all diesen blühenden Unsinn antworten? Wir haben weiß Gott Besseres zu tun.

Die englische Propaganda ist eine einzige schaurige Angabe. Sie verdient überhaupt keine ernsthafte Widerlegung. Sie ist so plump und ungeschlacht, sie stellt eine so freche Spekulation auf die Dummheit und Vergeßlichkeit der Menschen dar, daß sie eigentlich mit einer Handbewegung abgetan werden müßte. Wir glauben, einigermaßen bekannt dafür zu sein, daß wir es lieben, mit einem Gegner die Klingen zu kreuzen, der seinen Standpunkt mit guten Argumenten, mit Intelligenz, Schlagfertigkeit und überlegener Ironie verteidigt. Hier versagt unsere Weisheit. Wir gestehen das auf die Gefahr hin ein, morgen im Londoner Rundfunk zu hören, daß wir uns in aller Öffentlichkeit von der britischen Propaganda geschlagen erklärt haben. Sie ist zu dumm, und unser Volk wird wohl nicht von uns erwarten, daß wir unsere kostbare Zeit damit vergeuden, auf jeden Schwindel, der in London ausgeheckt wird, prompt eine Antwort zu geben. Es lohnt sich nicht.

Sollen die Herren Engländer weiter angeben, mit sagenhaften Stratosphärenflugzeugen die deutschen Industriegebiete in Schutt und Asche legen, den Kontinent mit dem Maul erobern, in allen europäischen Staaten Revolutionen auf dem Papier einleiten, aus der nationalsozialistischen Führerschaft eine verwilderte Bande von Mördern und Selbstmördern machen, es nutzt ihnen doch nichts. Im Kriege entscheiden nicht die Wunschträume, sondern die Tatsachen; und die sprechen ausnahmslos für uns. London hat keine Möglichkeit mehr, entscheidend in den Gang der Dinge einzugreifen. Es muß zähneknirschend zuschauen, wie der europäische Kontinent, unter Schmerzen zwar und schweren Geburtswehen, seine neue Ordnung findet. England redet, das Reich handelt. Das ist der Unterschied. Noch niemals in der Geschichte wurden große Ziele erreicht, ohne daß sich eine feindliche Unterwelt dagegen aufbäumte. Aber der Sieg blieb am Ende immer bei den tätigen Händen und bei den starken Herzen.


Weitere seiner Aufsätze und Reden sind >>>HIER<<< zu finden.


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