Die große Zeit – Aufsatz von Dr. Joseph Goebbels (18. März 1939)

Dr. Joseph Goebbels

(Entnommen aus: „Die Zeit ohne Beispiel“ von Dr. Joseph Goebbels, Seite 70 – 76)


Wir überprüfen im Geiste noch einmal eine geschichtliche Woche: Am vergangenen Sonnabend haben wir uns an dieser Stelle wiederum mit einer gewissen Clique von verständnislosen und engstirnigen Querulanten auseinandersetzen müssen, die der großen Zeit gegenüber, die wir heute durchleben, keinerlei Ohr besitzen und deshalb bei jeder Schwierigkeit gleich die Nerven und die innere und äußere Haltung verlieren. Es ist dabei ganz gleichgültig, in welcher Frage sie im einzelnen zu Fall kommen. Ausschlaggebend ist vielmehr, daß sie unserer Zeit gegenüber nicht die nötige Aufgeschlossenheit besitzen und gerade deshalb in Wirklichkeit denen gegenüber, die diese Zeit mit wachen Sinnen erleben, arm und bemitleidenswert sind.

Wir haben am vergangenen Sonnabend noch einmal bei Gelegenheit der Erörterung der Kaffeeknappheit an ihnen unseren Unmut und unseren Unwillen ausgelassen. Man bedauert dabei immer nur, daß solche Menschen ausgerechnet in dieser Zeit leben, weil sie diese Zeit eigentlich gar nicht verdienen.

Unser Appell an die nationale Disziplin nahm sich allerdings allzu sonderbar und merkwürdig aus in dem schon beginnenden Grollen, das aus dem Gebiet der ehemaligen Tschecho-Slowakei stündlich vernehmbarer nach Deutschland herüberdrang und ganz Europa in Spannung und Aufregung versetzte.

Am vergangenen Sonntag und Montag begannen sich die damit verbundenen politischen Konflikte mehr und mehr zu verstärken. Das deutsche Volk fing an, aufmerksam zu werden. Wir Deutschen sind in den vergangenen sechs Jahren insbesondere in außenpolitischen Fragen außerordentlich hellhörig geworden. Schon die feinsten Reaktionen auf dem internationalen Kraftfeld veranlassen unser Volk, die außenpolitischen Vorgänge mit besonderer Aufmerksamkeit zu verfolgen. Und das war auch hier der Fall. Von Montag ab schon standen bis in die tiefe Nacht hinein die Menschen in Berlin auf dem Wilhelmplatz und vor der Reichskanzlei und harrten der Dinge, die da kommen sollten. Das ist immer ein sicheres Barometer dafür, daß das Volk anfängt, an den außenpolitischen Vorgängen erhöhten Anteil zu nehmen. Hier hatte es offenbar den Eindruck, daß die Zeichen wiederum auf Sturm standen; und dieser Eindruck war ein durchaus richtiger. Die Nation wartete wie immer in eherner Ruhe auf die Entscheidungen und Entschlüsse des Führers.

Der Dienstag war in allen dafür in Betracht kommenden Behörden der Reichshauptstadt mit einer nervenaufreibenden Arbeit ausgefüllt. Von Stunde zu Stunde zerfiel die ehemalige Tschecho-Slowakei zusehends mehr in ihre einzelnen Bestandteile. Diese Versailler Fehlkonstruktion, die gar keinen anderen politischen Zweck hatte, als ein militärisches Aufmarschgebiet gegen Deutschland zu bilden, lag in den letzten Zügen. Die ihr noch im Herbst 1938 von der westeuropäischen Demokratie zugedachte Aufgabe konnte seit längerem bereits als nicht mehr erfüllbar angesehen werden. Man hatte in Böhmen, wie man sagte, „einen vorgeschobenen Posten gegen den germanischen Block“ errichten wollen. Noch am 27. September 1938 schrieb die Pariser „Epoque“, „die Tschecho-Slowakei sei ohne Zweifel im französischen Spiel eine großartige strategische Karte, die mit dem Auftreten der Luftwaffe einen beträchtlichen Wert gewonnen habe. Das böhmische Land mit seinen weiten Ebenen sei ein wunderbarer Ausgangspunkt für die Luftwaffe.

Wenn der böhmische Ausgangspunkt zur Verfügung Frankreichs stehe und von den Russen besetzt werde, so sei das alliierte Geschwader in der Lage, Deutschland ins Herz selbst zu treffen“.

Diese dem Prager Chauvinismus zugedachte militärische Mission war nun hinfällig geworden. Die Stunde der Tschecho-Slowakei hatte geschlagen. Neue Kräfte waren in Europa in die Erscheinung getreten, und sie schickten sich nun an, das Leben in diesem Raume nach neuen Gesetzen zu ordnen und zu bestimmen. Es lag deshalb in der inneren Logik dieses Vorgangs, daß die alten morschen Formen, die in Versailles künstlich aufgerichtet und zusammengeleimt worden waren, in sich selbst zerbrachen. Doch schon blühte neues Leben aus diesen Ruinen. Die alte Zeit wurde abgelöst von einer jüngeren und auch zukunftsträchtigeren Zeit.

Als am Dienstagabend kurz nach Mitternacht der Staatspräsident Hacha zu seiner geschichtlichen Unterredung beim Führer erschien, war der Weg, den die uralten deutschen Länder Böhmen und Mähren nun in Zukunft zu beschreiten hätten, eigentlich schon vorgezeichnet. Er war vorgezeichnet von der geschichtlichen Notwendigkeit selbst, die hierin einer klaren und überhaupt nicht mehr überhörbaren Sprache das Wort ergriffen hatte.

Eine Nacht voll von nervenaufreibender Spannung vergeht. Als der Führer morgens um 5 Uhr seine Proklamation an das deutsche Volk beendet, ist die geschichtliche Entscheidung gefallen.

Kurz danach verkünden es die Rundfunksender in alle Welt: Die historischen Länder Böhmen und Mähren sind wieder in den Verband des großen Deutschen Reiches zurückgekehrt. Staatspräsident Hacha selbst hat den Führer darum gebeten, den Schutz dieser Länder zu übernehmen und damit die Erklärung verknüpft, daß er „das Schicksal des tschechischen Volkes und Landes vertrauensvoll in die Hände des Führers des Deutschen Reiches lege“.

Damit hat die sogenannte Tschecho-Slowakei aufgehört zu existieren.

In einer einzigen Nacht löst sich ein Staat auf, der in Wirklichkeit niemals ein Staat gewesen ist. Es ist derselbe Staat, für den im Herbst 1938 London und Paris angeblich noch bereit waren, Europa in eine schwere internationale, vielleicht kriegerische Verwicklung hineinzustürzen. Noch am 4. September 1938 hatte der Londoner „Observer“ erklärt, das britische Volk würde sich gegen die hier vorgenommene Neuordnung „wie ein Block von Stahl stellen, und an seiner Seite würde eine überwältigendere Kombination als im letzten Kriege stehen“. Ähnliche Stimmen waren damals aus Paris zu vernehmen, und hätten sich in England und Frankreich nicht vernünftigere, einsichtigere und klarer denkende Staatsmänner gefunden, so wäre es den Vabanquepolitikern der Demokratie zweifellos gelungen, wegen eines künstlichen Staatsgebildes eine unübersehbare Katastrophe heraufzuführen, das nun wie ein Kartenhaus zusammenfällt.

Die Nacht vom vergangenen Dienstag zu Mittwoch hat damit auch eine weitgehende Bestätigung der Richtigkeit der von Chamberlain und Daladier in der tschechischen Frage betriebenen Politik gezeitigt, und es ist deshalb allzu erklärbar, daß die Reaktion auf die innere Auflösung der ehemaligen Tschecho-Slowakei in den westlichen Demokratien gleich Null ist. Zwar stottern die gewerbsmäßigen Volksverhetzer in der internationalen deutschfeindlichen Lügenpresse noch ein paar pathetische Deklamationen und freche Beleidigungen Deutschlands zusammen, aber die sind von keinerlei politischem Belang. An den Tatsachen kann und wird nichts mehr geändert werden, und es ist nur ein Beweis mehr für die wachsende Einsicht in den westlichen Demokratien, daß sich keine Stimme von Rang vernehmen läßt, die auch nur die Absicht verrät, irgendwie noch Einspruch zu erheben. Deutschlands Rechtsstandpunkt ist zu klar, als daß er noch bestritten werden könnte.

Am Mittwoch früh eilt der Führer zu seinen in Böhmen und Mähren einrückenden Truppen, und am Abend dieses ereignisreichen Tages trifft er in Prag ein. Auf dem Hradschin geht die Führerstandarte hoch. Das deutsche Volk hält für einen Augenblick den Atem an. Der letzte Mann in der Nation ist sich in diesem Augenblick im klaren darüber, daß hier Geschichte gemacht worden ist, daß ein historischer Akt von symbolhafter Bedeutung eine Entwicklung beendet, die in gleicher Weise die Möglichkeit zu Krieg und Frieden in sich schloß, und daß es der Klarheit, dem Mut und der Kühnheit des Führers zu verdanken ist, daß der Zeiger der Entscheidung auf Frieden und nicht auf Krieg hinwies.

Das Reichsprotektorat für die historischen Länder Böhmen und Mähren wird proklamiert. Damit findet eine geschichtliche Entwicklung ihren Abschluß, die schon um das Jahr 1000 ihren Anfang genommen hatte, als der älteste Chronist Böhmens, der Slawe Cosmas, bereits Böhmen zu Deutschland rechnete, was ja auch durch die Tatsache erwiesen wird, daß Böhmen und Mähren durch 1000 Jahre hindurch Lehensstaaten und wichtige Glieder des alten Deutschen Reiches gewesen sind. Prag selbst beherbergt die älteste deutsche Universität; die 1 schönsten Baudenkmäler dieser Stadt stammen von Deutschen: der Veitsdom, die Karlsbrücke, die Teyn- und die Niklaskirche. Wohlstand und wirtschaftliche Blüte dieses Volkes und Landes waren immer am stärksten und sichtbarsten ausgeprägt, wenn es unter dem Schutz des Reiches stand.

Diese Entwicklung setzt nun aufs neue ein. Mitteleuropa hat seinen Frieden zurückgewonnen, und zwar deshalb, weil nun eine Ordnung geschaffen wurde, in der der stärkere der beiden in diesem Lebensraum nebeneinander wohnenden Partner für den Frieden besorgt ist und der schwächere sich in seinen Schutz begibt und nicht umgekehrt. Es ist das auch eine durchaus logische und vernünftige Regelung des Verhältnisses der beiden Völker zueinander. Gibt man das Gesetz der Entscheidung in die Hand des Schwächeren, so muß er notwendigerweise den Versuch machen, den Stärkeren zu unterdrücken und zu entnationalisieren, weil er nur auf diese Weise das Gesetz der Entscheidung in seiner Hand behalten kann. Der Stärkere dagegen hat das nicht nötig. Eben weil er der Stärkere ist, kann er es sich leisten, großzügig zu sein und ein Statut des Zusammenlebens in Funktion zu bringen, das beiden Nationalitäten gerecht wird.

So ist es hier der Fall. Es ist das eine wahrhaft geschichtliche Entscheidung, und unser deutsches Volk hat sie auch als solche entgegengenommen.

Es sei bei dieser Gelegenheit wiederum ein Wort an unsere nörgelnden Besserwisser, die sich augenblicklich allerdings angesichts der Wucht der vollzogenen Tatsachen klugerweise nicht in die Debatte hineinmischen, in aller Offenheit gestattet. Diese Besserwisser sind immer nur dann zur Hand, wenn sich in der Nation irgendeine Krise oder eine Mangelerscheinung bemerkbar macht. Bei jedem großen geschichtlichen Erfolg ziehen sie sich in ihre Mimikry zurück, weil der Erfolg ihnen offenbar keine Möglichkeit bietet sich am nationalsozialistischen Staat oder an der nationalsozialistischen Weltanschauung zu reiben. Sie können es nicht verstehen, warum wir Nationalsozialisten und mit uns zusammen das ganze deutsche Volk diese Zeit lieben. Es sei ihnen bei dieser historischen Gelegenheit die Antwort auf diese Frage gegeben:

Wir lieben diese Zeit, weil in ihr Geschichte gemacht wird. Diese Zeit läßt unsere Herzen höher schlagen, weil sie einen männlichen Charakter besitzt, weil uns der männliche Charakter dieser Zeit wertvoller und wichtiger erscheint als ihre temporär auftretenden Schwierigkeiten, die nun einmal mit jeder großen Zeit verbunden sind. Wir können es uns einfach nicht vorstellen, daß es Menschen gibt, die sich in dieser berauschend großen Zeit wegen einer zeitweilig knapper werdenden Kaffeeration, wegen Mangel an Freiheit der Kritik oder wegen dogmatischer oder religiöser Haarspaltereien auch nur aufregen. Wir lieben diese Zeit, weil sie Aufgaben und Bewährungen stellt, weil sie einen Mann geboren hat, der nach vielen Jahrzehnten geschichtslosen Daseins der deutschen Nation unser Volk wieder zum Zuge brachte. Wir lieben diese Zeit, weil sie in ihren großen und gesegneten Stunden Probleme löst, an denen sich vielfach Jahrhunderte umsonst versucht haben; weil diese Probleme dann meistens, so scheint es wenigstens, mit einer fast spielerischen Leichtigkeit gelöst werden, die auf den laienhaften Beobachter geradezu wie zwangsläufig oder selbstverständlich wirkt.

Diese Zeit ist unsere Zeit. Wir leihen ihr alle Kräfte unseres Herzens und unseres Verstandes, weil sie Konfliktstoffe beseitigt und damit den wahren Frieden bringt, weil sie ein Bewährungsfeld für echte Talente und männliche Begabungen darstellt, weil diese Zeit unsere große deutsche Chance ist, die wir als die gehorsamen Diener des Führers wahrnehmen und ergreifen helfen. Wir lieben diese Zeit, weil sie uns im Erfolg und Sieg alle mit ihr verbundenen Sorgen und Unbequemlichkeiten vergessen läßt, weil sie uns gelehrt hat, ein ruhiges, gefahrenloses und bequemes Leben zu verachten, weil diese Zeit groß ist und sich deshalb auch an große und unlösbar scheinende Probleme heranwagen darf. Und wir Nationalsozialisten bekennen es offen und mit Freimut, daß wir nur mit Mitleid und stoischer Gelassenheit auf jene kleinen und verständnislosen Zeitgenossen herabblicken, die des Geistes der geschichtlichen Epoche, die wir durchleben, keinen Hauch verspürt haben. Wie arm und leer muß es in ihren Herzen und Gehirnen aussehen, daß sie eine solche Zeit nicht erkennen und nicht begreifen, daß sie bei jeder lächerlichen Lappalie, die ihnen Unbequemlichkeiten verursacht, die großen geschichtlichen Triumphe dieser Zeit vergessen und Zustände bekommen möchten, weil einmal der Kaffee für ein paar Tage rar geworden ist.

Es ist nicht ihre Zeit, die wir durchleben. Sie haben sie nicht heraufgeführt, und sie gestalten sie nicht.

Uns aber bindet an diese Zeit das Gesetz, nach dem wir angetreten sind. Wo immer der Führer es erfüllt, da stehen wir alle in treuem Gehorsam um ihn herum und danken dem Schicksal, daß es uns in seine große Zeit hineinwachsen ließ. Darum durchleben wir diese Zeit mit vollen Sinnen und empfinden in ihren gesegneten Stunden immer aufs neue das tiefe Glück, ihre Kinder sein zu dürfen.


Weitere seiner Aufsätze und Reden sind >>>HIER<<< zu finden.


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