Die Hand auf der Bibel – Aufsatz von Dr. Joseph Goebbels (22. August 1941)

Dr. Joseph Goebbels

(Entnommen aus: „Die Zeit ohne Beispiel“ von Dr. Joseph Goebbels, Seite 561 – 566)


Man nehme einmal an, wir hätten vom Beginn des Krieges an alles darauf angelegt, die Fragen des Ostens. so zu lösen, wie es England für richtig hält. Wir würden heute einsehen müssen, daß es eine solche Möglichkeit überhaupt nicht gegeben hat und auch nicht gibt. Als das Reich mit Moskau einen Nichtangriffspakt abschloß, erklärte man in London, das sei das größte Verbrechen gegen Europa, seine Kultur und Zivilisation sowie gegen das Christentum. Als die Sowjetunion Finnland angriff, schrieben die englischen Blätter, man sähe am Verlauf dieses Krieges, wie wenig die bolschewistische Wehrkraft tauge; Moskau sei eine quantité négligeable. Als der Führer den Befehl zur Abwehr der bolschewistischen Bedrohung gab, war das genau umgekehrt: da wies die Sowjetunion plötzlich das größte Kriegspotential Europas auf, und die vorherigen Mörder eines kleinen Volkes wurden nun plötzlich zu Pionieren der Freiheit und Bahnbrechern menschlicher Gesittung. Als unsere Wehrmacht in den ersten Wochen des Feldzugs alles darauf anlegte, den Feind möglichst in der Nähe der Grenzen zu fassen und in gigantischen Vernichtungsschlachten seine Armeen zu zerschlagen, bemitleidete man in London unsere gänzlich falsche Strategie und kommentierte den Verlauf der militärischen Operationen dahin, daß es im Kampf gegen die Sowjetunion gar nicht darauf ankomme, Gefangene und Beute zu machen, denn Menschen und Material habe Moskau genug und übergenug. Es handele sich vielmehr darum, Raum und Gelände zu gewinnen; solche Erfolge aber blieben den Deutschen versagt. Und nachdem wir jetzt nach der Vernichtung der bolschewistischen Stoßarmeen dabei sind, an der ganzen Front beträchtlich vorzurücken, stellt man in London triumphierend fest, daß hierin der eigentliche Fehler unserer Kriegführung zu erblicken sei, denn wichtig erscheine es nur, Streitkräfte zu zerschlagen; Land habe die Sowjetunion im Überfluß. Man kann die Sache drehen wie man will, es wird uns kaum gelingen, in den Augen unserer englischen Kritiker keinen Fehler zu machen.

Wie schlecht es um die Sache der Bolschewisten in Wirklichkeit steht, mag man daraus ersehen, daß London nun dazu übergegangen ist, ihre katastrophalen Niederlagen mit dem Begleittext zu versehen, den wir aus britischem Munde bisher bei allen Feldzügen vernahmen, wenn die Sache anfing zu stinken. Es gibt hier eine Art von umgekehrter Beweisführung; und wie man bei gewissen Menschen feststellen kann, daß sie die Unwahrheit sagen, wenn sie rot werden, so hat man auch bei den Engländern dafür ein untrügliches Zeichen: wenn sie plötzlich anheben, ein Loblied auf den glänzenden strategischen Rückzug zu singen, dann tut der also mit Preis Bedachte gut daran, seine Sache verloren zu geben. Der bolschewistische Marschall Budjenny, der unseren und den verbündeten Truppen in der Ukraine gegenübersteht, ist jetzt an der Reihe. Er hat alles Zeug dazu, als neuer Marschall Rückwärts in die Geschichte der britisch-jüdischen Kriegsbeschreibung einzugehen. England aber schickt sich an, eine neue, noch so lange Hoffnung im Buch seiner Illusionen zu streichen. Die Siegesfanfaren sind verstummt. Man schaut mit ernüchterten Augen in eine Welt harter und unabänderlicher Tatsachen, die dadurch allein nicht besser werden, daß min sie nicht wahrhaben will.

Unterdes ist Mr. Churchill von seinem Trip über den Atlantik zurückgekehrt. Die Londoner Blätter wissen zu berichten, daß er auf seiner Fahrt zum König den Menschen auf den Straßen mit einem Brief Roosevelts an den King zugewinkt habe. Man kann sich nur schwer der Komik einer solchen Szene verschließen, und wenn wir boshaft wären, dann würden wir daran erinnern, daß schon einmal ein britischer Premier den Londonern mit einem Zettel Papier zugewinkt hat. Es war jener Mr. Chamberlain – Gott hab‘ ihn selig! -, der von München mit der deutsch-britischen Friedenserklärung zurückkehrte, die England dann, als es darauf ankam, so schmählich brach und verriet. Papier ist geduldig, und das scheinen auch die Engländer zu denken, die Mr. Churchill nach seiner Rückkehr eher mit Mißmut und Enttäuschung als mit lodernder Begeisterung empfingen. Sie haben auch allen Grund dazu, denn nach dem Propagandatheater, das der neue englische Informationsminister um das Atlantiktreffen gemacht hatte, glaubte man in London mit Recht annehmen zu können, daß Mr. Churchill wenigstens eine Kriegserklärung Roosevelts mit nach Hause bringen würde. Und jetzt nur einen Brief des amerikanischen Präsidenten an Seine Britische Majestät? Es ist zu dumm.

Statt der ausgefallenen Sensation – denn die „Potomac“-Erklärung kann ja wohl kaum als eine solche angesprochen werden, da sie verbrauchtestes Weltkriegsklischee darstellt – haben die Engländer nun wenigstens die Freude, einen Filmstreifen von dem historischen Zusammentreffen Churchill-Roosevelt zu bewundern. Die Londoner Zeitungen wissen davon mit ehrfürchtigem Staunen zu berichten, und Schmock hat bereits einen Dithyrambus um dieses Zelluloidband gedichtet. Er erzählt uns in aller Breite, wie die beiden Oberplutokraten sich zum erstenmal Auge in Auge gegenüberstehen und Mr. Churchill, überwältigt von der Größe der geschichtlichen Stunde, in die denkwürdigen. Worte ausbricht: „How do you do?“ Er habe eine Marinemütze getragen und vor Mr. Roosevelt militärisch salutiert, unseres Erachtens eine durchaus angebrachte Geste, die in feinsinniger Weise das augenblickliche Verhältnis des britischen Weltreichs zu den Vereinigten Staaten symbolisiert.

Dann streichle er im Bilde eine schwarze Katze, die der Regisseur des Films allem Anschein nach mitgebracht hatte, um dem englischen Publikum ein glückverheißendes Omen sichtbarlich vor Augen führen zu können, da Mr. Churchill in dieser feierlichen Situation ja wohl schlecht einen Schornsteinfeger streicheln konnte. Und dann seien die beiden Welterneuerer zuerst einmal zu einem gemeinsamen Gottesdienst in der Schiffskapelle niedergekniet, bei dem man sie in inbrünstigem Gebet für den Sieg des Bolschewismus versunken im Bilde bewundern könne. Eine Szene zeige in Großaufnahme, wie Mr. Roosevelt seine Hand auf die Bibel lege und beide Gottesstreiter dann zusammen einen Choral anstimmen.

Wir ersparen es uns, diesen ergreifenden Vorgang durch einen weltlichen Kommentar zu entweihen. Es gehört schon eine Nilpferdnatur dazu, im Schein der Jupiterlampen zum Gebet niederzuknien und im surrenden Geräusch Dutzender von Filmkameras die Hand auf die Bibel zu legen, zu zweien Choräle zu schmettern und also einer erstaunten Welt sowohl wie dem lieben Gott, der ja möglicherweise diese Szene beschämt übersehen haben könnte, zu zeigen, wie fromm man ist und wie ehrlich man sich den Sieg verdienen will. Was die Herren gesungen haben, verschweigt der Chronist leider, wie er es sich auch versagt, über die vermutbare Reaktion des lieben Gottes auf diese Anrufung irgendwelche Spekulationen anzustellen. Der wird wahrscheinlich sein Haupt verhüllt und bitterlich geweint haben.

Und dann gingen die frommen Zwillingsbrüder, noch ganz erfüllt von religiöser Verzückung, ans weltliche Werk. Es wird vermutlich nicht lange gedauert haben, bis sie zu der Feststellung kamen, daß weit und breit keine Möglichkeit zu erblicken sei, dem verhaßten Nazideutschland auf den Pelz zu rücken. Mr. Churchill wird seinen USA.-Partner beschworen haben, etwas zu tun, da das englische Volk nun endlich neue Tatsachen sehen wolle, Möglichkeiten, wie man dem so leichtfertig vom Zaune gebrochenen Krieg eine entscheidende Wendung geben könne; und Mr. Roosevelt wird wahrscheinlich geantwortet haben, daß er zu einer Kriegserklärung weder die Befugnis noch die Voraussetzungen mitbringe. Und so einigte man sich denn mangels jeder realen Möglichkeit zum Eingreifen auf eine Erklärung. Resolutionen werden nach altem demokratischem Brauch immer dann gefaßt, wenn keine Entscheidungen fallen. Wir brauchen uns gar keinen Film vorführen zu lassen, um jene Szene leibhaftig vor Augen zu sehen, in der die beiden vom Gebet Gestärkten an der Formulierung der Propagandaerklärung von der „Potomac“ herumknobeln, von der sie sich einen so großartigen Erfolg ausgerechnet beim deutschen Volk versprachen, das allerdings diesen aufgewärmten Weltkriegstrick merkwürdigerweise nur mit einem mitleidigen Lächeln zur Kenntnis nahm.

Die ganze Aktion war ein Schlag ins Wasser. Man spricht selbst in England und USA. kaum noch davon, weil man sich einigermaßen blamiert vorkommt. Charakteristisch erscheint uns die Tatsache, daß beide Parteien langsam anfangen, einander die Schuld an diesem Mißerfolg zuzuschieben. Keiner will es gewesen sein; die Londoner Presse behauptet, Mr. Roosevelt, und die USA.-Presse behauptet, Mr. Churchill habe die Initiative zu diesem Treffen ergriffen. Wäre es ein Erfolg gewesen, so würde das zweifellos umgekehrt sein. Denn für so taktvoll halten wir die beiderseitigen Journalisten nicht, daß wir ihnen zutrauten, sie ließen dem Partner aus lauter Courtoisie den Vortritt. Bezeichnend ist auch, daß Mr. Beaverbrook bei seiner Ankunft in New York die ihn erwartenden Pressemänner anschnauzte, England brauche nun endlich Waffen, Tanks, Flugzeuge usw., und es denke gar nicht daran, sich Sorgen um die Bezahlung zu machen; was wohl darauf schließen läßt, daß Mr. Beaverbrook etwas die Nerven verloren hatte und ihm die ganze Sache allmählich zu dumm wurde.

Der Einzige, der etwas Greifbares vom Atlantiktreffen mit nach Hause gebracht hat, ist Mr. Hopkins. Die USA.-Presse weiß von ihm zu berichten, daß er im Besitz eines Filzhutes ertappt wurde, der im inneren Bande die Buchstaben W. C. getragen habe. Aber das braucht nicht unbedingt darauf schließen zu lassen, daß besagter Hut von Mr. Churchill stammt. Vielleicht ist es auf USA.-Kreuzern Sitte, abgegebene Garderobe aus Kontrollgründen in jedem Schiffsraum besonders signieren zu lassen. Aber das ist ja auch unerheblich. Wichtig ist nur, daß man sich in England aber die Wirkung des Atlantiktreffens in den europäischen Ländern und insbesondere in Deutschland selbst kaum noch Täuschungen hingibt. Wenn Radio London in einem Nachhutgefecht noch erklärt, daß im Reich aber tiefste Beunruhigung herrsche, so kann das bei uns nur allgemeine Heiterkeit erwecken, ebenso wie die Behauptung, die Reichsregierung sei nach Süddeutschland übergesiedelt, weil Berlin in ein rauchendes Trümmerfeld verwandelt worden sei. Diese verkrampfte Propagandamache kann uns nichts schaden, sondern höchstens dem englischen Volk, das sich in Illusionen wiegt, die über kurz oder lang wie Seifenblasen zerplatzen werden.

Da loben wir uns die Bolschewiken. Sie lassen wenigstens hin und wieder eine Propagandaente hochgehen, die einigermaßen neuartig anzuschauen ist. Sind sie da doch hinter eines unserer peinlichst gehüteten militärischen Geheimnisse gekommen, nämlich, daß wir unseren kämpfenden Truppen nackte Frauen vorausschicken, die durch Darbietung ihrer körperlichen Reize die Sowietpatrioten davon ablenken sollen, ihre soldatische Pflicht zu erfüllen und das Vaterland zu verteidigen. Schmutz über uns! Und das Unfaire an der Sache ist, daß die Sowjets nicht in der Lage sind, dieses verächtliche Kampfmittel nachzuahmen. Ihre Frauenbataillone wirken angezogen so wenig verwirrend und ablenkend, daß es einem schon den Appetit verderben kann, sie sich bei der Nachahmung besagten gemeinen deutschen Kampfmittels betätigt überhaupt nur vorzustellen. Aber wohin soll es führen, wenn die Deutschen anfangen, solche und ähnliche Geheimwaffen zur Anwendung zu bringen, die im Völkerrecht keine Stütze finden! Darauf auch wohl ist es zurückzuführen, daß die Bolschewiken nun ihre glänzenden Rückzüge antreten müssen. Die Juden in England haben beschlossen, sich am demnächstigen nationalen Gebettag zu beteiligen und den Segen Jahwes für den Sieg Israels zu erflehen. Und so haben wir denn die ganze edle Kumpanei wieder vor uns, diesmal mangels anderer Möglichkeiten, etwas Greifbares für die Wendung des Schlachtenglücks zu tun, im Gebet vereint: die Bolschewiken, die Plutokraten und die Juden. Ob Gott sich dadurch täuschen läßt? Wir haben gute Gründe, das zu bezweifeln.


Weitere seiner Aufsätze und Reden sind >>>HIER<<< zu finden.


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