Die Heroisierung der Rückzüge – Aufsatz von Dr. Joseph Goebbelsm (8. Juni I941)

Dr. Joseph Goebbels

(Entnommen aus: „Die Zeit ohne Beispiel“ von Dr. Joseph Goebbels, Seite 497 – 502)


Bei einer späteren historischen Darstellung der Geschichte dieses Krieges wird die englische Nachrichtenpolitik zweifellos am allerschlechtesten abschneiden. Man mag über die Haltung des britischen Volkes und über die Tapferkeit der Empire-Soldaten verschiedener Meinung sein, fest steht, daß sie eine so miserable Presse, einen so dilettantischen Rundfunk und eine so geradezu stümperhafte Propaganda wie die gegenwärtig in London betriebene nicht verdient haben. Der Fall Kreta ist dafür ein beredtes Zeugnis mehr.. Noch klingen uns die bramarbasierenden Sprüche Mr. Churchills in den Ohren, die er im Unterhaus von sich gab, als die ersten Nachrichten von der Landung deutscher Fallschirmtruppen auf Kreta der Weltöffentlichkeit die Sprache verschlugen: es handele sich um relativ kleine Trupps, die keinerlei militärische Bedeutung beanspruchen könnten, sie seien zum weitaus größten Teil entweder schon getötet oder gefangengenommen, soweit sie aber noch nicht geschnappt seien, könne es sich nur um Stunden handeln, daß sie sich in Händen der Engländer befanden. Und im übrigen werde London die Verteidigung dieser Insel zu einer Ehrenfrage machen. Hier gelte es Kreta oder das Leben. Mr. Churchill machte also ohne jeden ersichtlichen Grund den Kampf um diese Insel zu einer Angelegenheit des englischen Prestiges. Wußte er denn gar nicht, welche Kräfte wir anzusetzen in der Lage waren? Oder gebrauchte er bei Beginn des Unternehmens so starke Worte, bloß um wenigstens einmal für zwei oder drei Tage prahlen und die unzerstörbare Macht des britischen Empire wenigstens zum Schein aufrechterhalten zu können?

Wir wissen es nicht. Das aber wissen wir, daß, wenn Mr. Churchill seine so gänzlich falsche Prognose bezüglich Kretas wider besseres Wissen aufstellte, er vom englischen Volke beseitigt werden müßte; weil er ihm ohne zwingenden Grund schwersten moralischen Schaden zugefügt hat, und daß, wenn er selbst tatsächlich an diese Prognose glaubte, er von ihm beseitigt werden mußte, weil er als Führer des britischen Empire in seinem Schicksalskampf auch nicht einmal eine schwache Vorstellung von den gegebenen Machtverhältnissen besitzt.

Wir können es uns ersparen, auf die geradezu perversen Absurditäten der englischen Propaganda im Verlauf des Kreta-Unternehmens noch einmal einzugehen. Sie sind so widersinnig, so kurzsichtig und gerade vom britischen Standpunkt aus gesehen so schädlich, daß sie selbst in den Augen eines denkenden Engländers gar keiner Kritik mehr bedürfen. Mr. Churchill erklärte bei seiner eben erwähnten ersten Auslassung im Unterhaus, deutschen Fallschirmjäger hätten neuseeländische Uniformen getragen. Er wußte selbst genau, daß das eine Lüge war. Aber er hat mit dieser Lüge das Signal zu den bestialischen Grausamkeiten gegeben, die sich britische Soldaten an deutschen Gefangenen haben zuschulden kommen lassen. Er konstatierte weiterhin, daß die deutschen Fallschirmjäger versuchten, sich mit Gewalt auf Kreta festzusetzen. Wie dumm, wie blödsinnig dumm ist doch eine derartige Phrase! Das dürfte doch auch wohl Mr. Churchill bekannt sein, daß der Krieg sich vom Frieden in der Hauptsache dadurch unterscheidet, daß man Gewalt anwendet.

Seine Propagandabüros machten die Welt erschauern mit der Nachricht, bei den deutschen Fallschirmjägern handele es sieh in der Hauptsache um blutjunge, 15jährige Burschen, die zum Kriegsdienst gepreßt worden seien und bei ihrer Gefangennahme flehentlich darum baten, gleich erschossen zu werden, damit der Krieg für sie zu Ende sei. Ist die englische Propaganda sich denn nicht im klaren darüber gewesen, daß sie damit dem britischen Soldaten einen Bärendienst erwies, zumal er nach ein paar Tagen vor diesen 15jährigen Jungen, die um ihre sofortige Erschießung baten, die Insel räumen mußte? In London sind in den letzten Tagen deutsche Verlustziffern angegeben worden, die weit aber das hinausgehen, was von uns überhaupt in Kreta eingesetzt worden ist. Die Gefangenenzahlen, die von Mr. Churchills Soldschreibern zusammengerechnet wurden, können überhaupt nur erklärt werden, wenn man sich das Kreta-Unternehmen etwa folgendermaßen vorstellt:

Die deutschen Fallschirmjäger und Luftlandetruppen werden kurz nach ihrem Einsatz sämtlich, wie Mr. Churchill sich ausdrückt, geschnappt. Nachdem sie sich ausgeweint und vergeblich um ihre sofortige Erschießung gebeten haben, lassen die Engländer sie, dieses ergreifenden und an den Nerven zerrenden Anblicks müde, wieder laufen. Daraufhin werden sie ein zweites Mal gefangen genommen, lediglich zu dem Zweck, die in London herausgegebenen Verlustziffern aufzufüllen. Wieder läßt man sie laufen, um sie zu verwunden oder zu töten, damit auch die Londoner Verwundeten- und Totenzahlen eine entsprechende Erhöhung erfahren. Nachdem sie nunmehr ein drittes Mal in Gefangenschaft geraten sind, setzen die Engländer sie ein drittes Mal zu den deutschen Linien im Marsch, diesmal allerdings mit der strengen Weisung, nun aber Schluß zu machen mit dem Weinen, zu kämpfen, wie sich das für anständige Soldaten gehört, und die Tommies endlich aus Kreta zu verjagen, weil diese das grausame Spiel nun nicht mehr länger mit anschauen könnten. Worauf die Engländer dann unter dem Ruf „Heraus mit uns“ die Insel verlassen.

Ist einer unter uns, der vor der im Weltkrieg so vielbewunderten britischen Propaganda auch nur noch einen Funken von Respekt besitzt? Und was würde das deutsche Volk mit uns machen, wenn wir auch nur ein einziges Mal wagen würden, seine Geduld so zu mißbrauchen und mit seinem guten und ehrlichen Namen so Schindluder zu treiben? Aber es kommt noch besser. Schließlich muß man sich ja auch in London klar darüber werden, daß es in Kreta zu Ende geht; und nun steht man vor der schweren Frage: „Wie sage ich’s meinem Kinde?“ Mr. Churchill ist zu festgelegt, als daß er in dieser Angelegenheit noch Kredit beim englischen Volke genösse. Also schickt man anonyme Schreiber und Sprecher vor, um die Pleite zu offenbaren. Es heißt jetzt: „Man erfährt“, oder „Eingeweihte Kreise wollen wissen“ oder „Ein Offizier, der dabei gewesen ist, berichtet“ u. ä. Bramarbas retiriert. Und dann folgen die faulen Entschuldigungen: den Deutschen sei das trockene Frühjahr zu Hilfe gekommen – als wenn das Frühjahr im Gegensatz dazu für die Engländer naß gewesen wäre, sie hätten durch eine rigorose Arbeitspolitik unzählige Flugplätze m Griechenland angelegt, während die Engländer mit ihren Gentleman-Methoden vierzehn Tage zu spät gekommen seien. Sie haben uns also gewissermaßen Kreta überlassen, weil sie unter allen Umständen ‚gentlemanlike handeln wollten. Bei den deutschen Gefangenen habe man 499 weiße Pillen gefunden, und bei näherer Untersuchung habe sich herausgestellt, daß es sich dabei um ein Narkotikum handelte, auf dessen Genuß allein es zurückzuführen sei, daß sie so tapfer kämpften und am Ende die Engländer, die es natürlich als Ritter ohne Furcht und Tadel weit von sich wiesen, sich solcher Mittel zu bedienen und lieber unterlagen, aus Kreta verjagten.

Schließlich aber habe man auch durch den Widerstand auf Kreta Zeit gewonnen. Die Eroberung der Insel habe Hitler nur weiter von seinem Endziel abgedrängt. Die Briten befanden sich jetzt in einer ungleich viel besseren Position als vordem. Während Kreta gehalten wurde, hätten sich die Streitkräfte in Ostafrika für anderweitigen Kampf fertiggemacht, was die Engländer offenbar sehr ermutigt habe. Und Lord Alexander fügt zu allem Überfluß noch hinzu, auch Kreta habe wieder einmal bewiesen, daß die Engländer besser seien als die Deutschen.

Reden wir nicht mehr davon; es verursacht Brechreize. Wenn wir dem Londoner Rundfunk noch lange zuhören, dann beweist er uns am Ende, daß die Engländer uns mit Kreta nur in eine Falle gelockt haben, in die wir auch prompt hineingingen, daß das ganze Unternehmen ein aufgelegter Spaß war, und daß man uns dort nur beschäftigen wollte, um, sich in Ostafrika fertigzumachen – ebensogut hätte man natürlich auch sagen können, um im Mutterlande in Ruhe Kartoffeln anzubauen oder Tomaten zu ziehen; daß wir die Schlachten und Feldzüge gewännen, sei nur ein Beweis dafür, daß wir keine Gentlemen seien, und daß die Engländer die Schlachten und Feldzüge verlören, sei demgegenüber ein Beweis dafür, daß sie bessere Soldaten seien als wir, denn die Güte und Tapferkeit einer Armee zeige sich nicht in ihren Triumphen, sondern in ihren Niederlagen.

Wir halten den englischen Soldaten nicht für so schlecht, daß er eine solche Propaganda verdient. Es wäre nun eigentlich an der Zeit, daß ihn jemand gegen den verbrecherischen Londoner Dilettantismus in Schutz nähme. Er ist nämlich im Begriff,. in der ganzen Welt den letzten Rest an militärischem Ruf zu verlieren. Derartige Gewaltkuren hält auf die Dauer das beste Pferd nicht aus. Es ist keine Ehre, von weinenden fünfzehnjährigen Jungen zum Laufen gebracht zu werden,- und es trägt auch nicht zum soldatischen Ruhme bei, sich dauernd von einem Feind schlagen zu lassen, der nur siegt, weil er narkotische Mittel nimmt. Findet sich denn in der britischen Armee nicht ein Mann von Selbstachtung, der bei Gelegenheit eines kurzen Heimaturlaubs eine Stippvisite im Londoner Rundfunk macht, um den Schmocks, die dort seit Wochen und Monaten auf der Reputation des englischen Soldaten herumtrampeln, ein paar hinter die Ohren zu geben? So schlechte Verlierer wie die, die heute in England das große Wort führen, hat die Geschichte noch nie gesehen. Sie fanden seit dem September 1939 in über einundzwanzig Monaten, in denen die britischen Soldaten von den deutschen durch die ganze Welt gejagt werden, bis zur Stunde noch nicht ein Wort auch nur der Anerkennung für die deutsche Wehrmacht, die ihnen so viel Kummer bereitete. Sie wiederholen nur stumpfsinnig immer wieder dieselbe Phrase: Wir werden zwar geschlagen, aber wir sind besser. Wir verlieren zwar die Feldzüge, aber Hitler verliert den Krieg! Deutschland ist groß in den Siegen, wir aber sind viel größer und viel bewundernswerter in den Rückzügen.

Vielleicht wird bei einer späteren geschichtlichen Darstellung dieses Sieges gerade in diesem Umstand das charakteristische Merkmal für den Verfall der soldatischen Moral in England sehen. Mr. Churchill mag sich heute sagen, es sei notwendig, das Empire bei guter Laune zu halten, und dazu sei jedes Mittel recht. Wir glauben nicht daran. Man kann auf die Dauer nicht Rückzüge heroisieren, ohne daß das davon betroffene Volk dabei schwersten Schaden an seiner Seele nimmt. Wenn die Engländer sich im sportlichen Leben so viel auf ihre Fairneß einbilden, so hätten sie hier die beste Gelegenheit, der Welt zu zeigen, daß das bei ihnen nicht nur ein sportlicher, sondern auch ein moralischer Begriff ist, und daß man als Gentleman nicht nur Haltung bei Siegen, sondern auch bei Niederlagen zeigen muß. Sie wollen diese Gelegenheit offenbar nicht benutzen und beweisen damit nur, daß ihre vielgerühmte Fairneß nichts als äußere Tünche ist.

Gerade Soldaten zeichnen sich dadurch aus, daß sie Rückschläge mit Würde tragen und sich nicht mit faulen Entschuldigungen und Ausflüchten herauszureden versuchen. Wo hätten die Engländer in diesem Kriege auch nur ein einziges Mal eine solche Haltung gezeigt? Sie waren immer die Besseren und die Tapfereren und haben doch merkwürdigerweise immer die Dresche bezogen und mußten am Ende immer einen glorreichen und glänzenden Rückzug antreten. Die Londoner Strategen hätten tausend Begründungen dafür vorbringen können, die der so soldatischen Ehre der britischen Nation nicht zu nahe traten. Sie haben nur solche angeführt, die Großbritannien zur Niederlage auch noch die Schande eintrugen.

Aber das ist nicht unsere Sache. Das müßten die englischen Soldaten mit Mr. Churchill ausmachen.


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