Die Moral der Reichen – Aufsatz von Dr. Joseph Goebbels (25. März 1939)

Dr. Joseph Goebbels

(Entnommen aus: „Die Zeit ohne Beispiel“ von Dr. Joseph Goebbels, Seite 84 – 89)


Die Reichen haben es erfahrungsgemäß immer leichter, moralisch zu sein, als die Armen; der Reichtum ist vielfach ein Schutzwall, die Armut dagegen ein Anreiz zum Vergehen.

Zum Beispiel wird ein Reicher niemals auf den Gedanken kommen, Brot zu stehlen. Brot stiehlt immer nur einer, der Hunger hat und kein Geld besitzt, um sich Brot zu kaufen. Wenn der Reiche Hunger hat, so steht ihm ausreichend Brot und tausenderlei anderes zur Verfügung, um seinen Hunger zu stillen.

Ein Reicher, der sich im Besitz eines Autos befindet, wird auch niemals der Versuchung verfallen, ohne Fahrkarte mit der Straßenbahn zu fahren. Denn abgesehen davon, daß es ihm ein leichtes ist, eine Fahrkarte zu kaufen, wartet vor seiner prunkvollen Villa ein ebenso prunkvolles Auto, das ihn befördert, wohin er will.

Auch die Gesetze des familiären oder sozialen Zusammenlebens müssen unter den Armen viel strenger sein als unter den Reichen. Die Armen sitzen in großer Zahl in den Mietskasernen zusammengepfercht, während die Reichen in geräumigen Villen wohnen mit so viel Zimmern, daß einer sich dem anderen entziehen kann und damit auch nicht Gefahr läuft, ihm lästig zu fallen. In den Mietskasernen muß deshalb, wenn die Menschen dort überhaupt einträchtig nebeneinander wohnen wollen, zu einer gewissen Zeit abends der Rundfunk abgestellt werden, weil sonst der Nachbar in der Nebenwohnung nicht schlafen kann, und er hat den Schlaf nötig, da er am anderen Morgen zeitig zur Arbeit muß. In einer großen Villa kann der Lautsprecher die ganze Nacht durch dröhnen, denn die nächste Villa liegt 30,40 oder 100 Meter entfernt, und man hört dort gar nicht mehr, was in der Nebenvilla vor sich geht.

Die Armen müssen also viel disziplinierter leben als die Reichen, denn sonst können sie überhaupt nicht miteinander und nebeneinander auskommen. Es ist aber doch gelinde gesagt eine Unverschämtheit, wenn die Reichen den Armen einen Vorwurf daraus machen, daß bei ihnen Gesetze gelten und gewissermaßen aus Zwang auch als selbstverständlich hingenommen werden, die unter den Reichen gar nicht notwendig sind.

Was nun die Moral selbst betrifft, so sind meistens die Menschen am moralischsten, die bereits ein bewegtes Leben hinter sich haben. Der Volksmund sagt ja schon, daß die schlimmsten Huren im Alter meistens auch die frömmsten Betschwestern werden. Die Natur macht ihnen dann die Moral verhältnismäßig leicht, und es ist zu verstehen, daß sie in einem betagteren Lebensalter versuchen, eiligst das nachzuholen, was sie in einer wilden Jugend offenbar versäumt haben. Sie wollen eine anrüchige Vergangenheit vergessen machen, und darum lieben sie es, mit Moralsprüchen über die herzufallen, die noch im Leben stehen oder gar noch ein Leben vor sich haben. Auf einmal ist nun alles umgekehrt, was früher selbstverständlich war. Das Alter fördert die Moral, vor allem, wenn man eine lange Jugendzeit ausgiebig dazu benutzt hat, sich auszuleben.

Das ist nun nicht nur so unter den Privatmenschen, das ist auch so unter den Völkern. Und hier liegt der eigentliche Grund, warum wir uns im Augenblick mit der Demokratie und vor allem mit England nicht verständigen können.

Die Engländer tun sich leicht, von politischer Moral zu reden. Sie besitzen alles, was sie zu ihrem nationalen Leben gebrauchen. Sie haben sich in einer Zeit, in der in der Politik noch nicht viel von Moral gesprochen wurde, ein Weltreich zusammengezimmert. Und nun verteidigen sie ihr Empire mit moralischen Sprüchen.

Sie kämen bildlich gesprochen nie auf den Gedanken, Mundraub zu begehen, denn sie haben keinen Hunger. Sie besitzen genügend Brot, um ihren Hunger jeweilig zu stillen. Sie können auch leicht über unseren Vierjahresplan spotten, da ihnen ein unermeßliches Weltreich als Rohstoffbasis zur Verfügung steht. Die Gesetze ihres nationalen Zusammenlebens dürfen sehr lax, um nicht zu sagen demokratisch sein, da sie nationalpolitisch gesehen von keiner Gefahr bedroht sind.

Uns Deutschen wird das alles nicht so leicht gemacht. Wir haben unsere nationalpolitische Einigung im letzten Sinne erst in den vergangenen sechs Jahren erlebt. Sie ist also noch jung und trägt an sich noch alle Narben unserer ehemaligen Zerrissenheit. Wir müssen sie also vorsichtig und unter Umständen auch streng bebändern, damit die Wunden nicht wieder aufs neue aufbrechen.

Die Engländer können sich beispielsweise den Luxus der sogenannten Freiheit der Meinung leisten. Der kostet sie nichts. Die Geschlossenheit des Empire kann dadurch in keinem Augenblick gefährdet werden. Ihr ganzes englisches Volkstum ist in einem Reich vereint. Sie brauchen deshalb auch keine Überraschungshandlungen zu vollziehen, um „fait accomplis“ zu schaffen; denn sie besitzen ja alles, was sie nötig haben oder auch nur wünschen könnten, ganz zu schweigen davon, was ihnen zusteht.

Wie sollte England auf den Gedanken kommen, Volk zu Volk zu holen, wo das englische Volk seit Jahrhunderten in einem geschlossenen Reich vereint ist?

Wir aber waren zu solchen Handlungen gewissermaßen gezwungen. Wir konnten gar nicht anders. Wir tun das nicht aus Übermut, sondern nur, weil wir leben wollen. Aber mit Moral hat das weder auf der englischen noch auf der deutschen Seite irgend etwas zu tun. Man soll sich überhaupt in der Politik davor hüten, Begriffe ins Feld zu führen, die im politischen Leben eine gänzlich andere Bedeutung haben als im privaten.

In diesen Tagen wurde in London von sehr autoritativer Stelle aus erklärt, daß zwar England auch Protektoratsgebiete besitze, daß die englischen Protektorate aber nur die Aufgabe hätten, die Freiheit und die Kultur der in ihnen lebenden Völker höher zu entwickeln.

Als diese tiefgründige Weisheit der Öffentlichkeit mitgeteilt wurde, ging ein breites Grinsen über das Gesicht Europas. Die Engländer haben eine Art, die Wahrheit zu verschleiern und mit moralischen Phrasen allen bekannte und manchmal auch sehr zweifelhafte Zustände zu überdecken, die geradezu Bewunderung erregen muß.

Sie sind heute so moralisch, weil sie ihr Schäfchen im Trockenen haben und nun ihre geschichtliche Vergangenheit vergessen machen möchten. Sie finden nichts dabei, daß die europäischen Völker in Besitzende und Habenichtse eingeteilt werden. Sie haben offenbar gar kein Empfinden dafür, daß das eine geradezu aufreizende Beleidigung für die Habenichtse darstellt. Sie würden aus eigenem Entschluß niemals auf den Gedanken kommen, diesen Zustand zu ändern. Im Gegenteil, sie fassen ihn sozusagen als gottgegeben auf. Eine höhere Ordnung hat das so eingerichtet, daß die Engländer alles besitzen und die anderen Völker von den Reichtümern der Welt ausgeschlossen und deshalb der Gnade der Engländer ausgeliefert sind.

Es gibt in London eine Zeitung, die geradezu den Prototyp des englischen Charakters darstellt. Diese Zeitung nennt sich „Times“. Sie tut meistens sehr vornehm und seriös und würde nur gezwungenermaßen schimpfen oder mit Injurien um sich werfen. Sie ist außerordentlich moralisch und hält es für ihre gottgegebene Aufgabe, in der ganzen Welt politische Betragenszensuren auszuteilen. In alles, was unter der Sonne vor sich geht, mischt sie sich als berufene Instanz ein und verkörpert damit die typisch englische Auffassung von der göttlichen Ordnung der Dinge. Und das Sonderbare dabei ist, daß es manchmal den Anschein hat, als glaubten die Engländer selbst das, was sie sagen. Ihre Presse versteht es, in einer derartig frechen und dummdreisten Weise zu schwindeln, daß einem manchmal direkt die Spucke wegbleibt. Und sie beharrt, auch wenn sie widerlegt wird, so impertinent auf ihrem Schwindel, daß der Laie, der die Mentalität dieser Presse nicht kennt, auf den Gedanken kommen könnte, sie sei selbst auf ihren eigenen Schwindel hereingefallen. Das ist aber keineswegs der Fall. Das ist nur ein Zeichen für die geradezu verblüffende nationale Disziplin, die die englische Publizistik auch im Zeichen der Freiheit der Meinung auszuzeichnen pflegt.

Allerdings steht die englische Presse damit heute so ziemlich allein auf weiter Flur. Außer ihr selbst glaubt ihr niemand mehr. Überall sonstwo in Europa zwinkert man sich mit den Augen zu, wenn die Engländer in politischen Spannungszeiten anfangen zu beten. Sie fordern dann jeden zu gemeinsamen moralischen Morgen- und Abendandachten auf, mit dem sie gerade ein kleines Geschäft oder einen politischen Kuhhandel vorhaben.

Sie würden in einem Existenzkampf ihr nationales Leben zweifellos mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln verteidigen. Aber sie haben es immer für klüger gehalten, ihre Kriege bis zum letzten Franzosen, bis zum letzten Russen oder bis zum letzten Amerikaner zu führen.

Ein Beweis für die Dreistigkeit, mit der in London gelogen wird, ist die jüngste Behauptung eines angeblich von Deutschland an Rumänien gestellten Ultimatums. Dieser Schwindel ist in London erfunden worden und sollte dazu dienen, in einer kritischen Stunde die Weltöffentlichkeit gegen das Reich zu alarmieren. Er wurde in kürzester Frist sowohl von Berlin wie auch von Bukarest auf das entschiedenste dementiert. Aber nach der Aufdeckung dieses Schwindels kamen die Engländer sich bei Gott nicht etwa wie ertappte Sünder vor. Im Gegenteil, sie sprachen von dieser ungeheuerlichen Unterstellung als von einer Nachricht, bei der man trotz der kategorischen Dementis noch nicht genau wüßte, ob sie nun wahr oder unwahr sei.

So sind die Engländer, so waren sie immer und so werden sie vermutlich auch immer bleiben. Sie haben also keinerlei Berechtigung, sich bei uns um eine Gouvernantenstellung zu bewerben.

Wie kämen wir auch dazu, uns von ihnen Moralpauken halten zu lassen. Wenn von politischer Moral die Rede ist, dann tut die englische Presse gut daran, sich nach besten Kräften aus der Debatte herauszuhalten.

Seit einigen Wochen senden die Engländer auf ihren Rundfunksendern Nachrichten in deutscher Sprache. Sie machen das sehr geschickt, indem sie sich den Schein der Wahrheitsliebe und einer strengen, fast wissenschaftlichen Objektivität geben. Sie tun das, weil sie glauben, sich damit in Deutschland vorerst einmal einen Hörerkreis zu sichern. Den Hörerkreis hoffen sie dann benutzen zu können, wenn es einmal hart auf hart ginge. Dann würden die Engländer nicht mehr so objektiv sein, wie sie sich heute den Anschein geben. Dann würden plötzlich wieder die alten Greuelmärchen aufgetischt werden, mit denen sie während des großen Krieges eine ganze Welt gegen Deutschland alarmiert und in Front gestellt haben.

Sie tun nun so, als wunderten sie sich, daß der deutsche Rundfunk auch seinerseits damit beginnt, Nachrichten in englischer Sprache zu senden. Es wird nicht lange dauern, dann kommen sie mit Beschwerden. Sie können sich gar nicht vorstellen, daß in Europa irgendeinem anderen Volk dasselbe Recht zusteht, das den Engländern zusteht.

Ihre Moraltrompeterei in der vergangenen Woche bei Gelegenheit des Einmarsches deutscher Truppen in Böhmen und Mähren war geradezu ein Schulbeispiel für die englische Mentalität; nur mit einem Unterschied gegen früher, daß diese Moraltrompeterei heute offenbar nicht mehr recht zieht.

Es ist gegenwärtig für ganz Europa ein mehr als ulkiges Bild, England als die etwas ältliche Moraltante Europas auf dem Plüschsofa seines Empire sitzen und aus der Sicherheit seines eigenen Reichtums heraus Betragenszensuren austeilen zu sehen. Denn dieses Europa hat sich seit dem Kriege von Grund auf geändert. Die armen Völker sind auch die jungen Völker. Sie wollen leben und werden leben. Daran wird sie im Ernst auch der Erzbischof von Canterbury nicht mehr hindern können. Die Reichen sind erkannt. Sie können die Forderungen der Habenichtse nicht mehr mit moralischen Phrasen abtun. Sie müssen heraus aus ihrer Mimikry.

John Bull täte also gut daran, die Maske zu lüften, damit Europa erkennt, daß hinter dem Schwall von Phrasen, mit dem England heute die öffentliche Weltmeinung umnebelt, ein Empire steht, das aus Krieg und Aufstand, aus Unterdrückung, Konzentrationslager, Hunger und Blut entstanden ist.

Wir Deutschen sind gern bereit, uns moralisch belehren zu lassen, aber nur von einer Instanz, die dazu eine Qualifikation besitzt. England besitzt diese nicht. Wenn von politischer Moral die Rede ist, so hat das Empire zu schweigen. Darum geben wir nach London mit freundlichem Händewinken einen guten Rat hinüber: Schreit nicht so laut, ihr seid nicht unter euch, sondern die ganze Welt hört zu und lacht sich Tränen über eine Moral, die fromme Gebete murmelt, aber nach Blut riecht.


Weitere seiner Aufsätze und Reden sind >>>HIER<<< zu finden.


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