Klassenkampf der Völker? – Aufsatz von Dr. Joseph Goebbels (3. Juni 1939)

Dr. Joseph Goebbels

(Entnommen aus: „Die Zeit ohne Beispiel“ von Dr. Joseph Goebbels, Seite 157 – 163)


In der internationalen Diskussion haben sich in den letzten Wochen und Monaten immer stärker Schlagworte und Vorstellungen ausgeprägt, die bislang nur auf dem Felde innerpolitischer Auseinandersetzungen gebräuchlich waren und verständlich wirkten.

Wir meinen hier Begriffe wie etwa „Plutokratie“ oder „Besitzende und Habenichtse“ oder „proletarische Nationen“ oder „Klassenkampf der Völker“ und ähnliche.

Es ist das außerordentlich charakteristisch für die internationale Entwicklung und Frontenbildung, die in den letzten Jahren eingesetzt hat, und gerade deshalb erscheint es uns notwendig, diese Begriffe einer näheren Untersuchung zu unterziehen, weil wir fürchten, sonst Gefahr zu laufen, sie abzunutzen und in ihrer Prägnanz und Verständlichkeit allmählich zu zerstören.

Die Tatsache, daß diese Begriffe in der internationalen Diskussion immer gebräuchlicher werden, ist ein Beweis mehr dafür, daß die Auseinandersetzungen, die heute Europa durchzittern, durchaus nicht etwas Einmaliges oder gänzlich Neuartiges darstellen, daß sie vielmehr in ihrem eigentlichen Wesen die gleichen geblieben sind, die ehedem im Rahmen unseres Volkes und heute noch im Rahmen vieler anderer Völker ausgetragen werden, daß sie sich in ihrer internationalen Ausweitung nur in den Dimensionen geändert bzw. verschoben haben. Denn das, was sich augenblicklich in Europa abspielt, ist tatsächlich eine Art von Völkerklassenkampf, und dieser Völkerklassenkampf findet seine eigentliche Ursache in der Tatsache, daß die einen Nationen augenblicklich alles besitzen, während die anderen nichts ihr eigen nennen können.

Die einen sind gar nicht in der Lage, alles das zu verzehren, was ihnen gehört, die anderen dagegen haben deren Überfluß zu wenig und müssen deshalb hungern oder sich doch mindestens nach der Decke strecken. Daraus ergeben sich die krisenhaften Spannungen, die heute Europa bewegen.

Der Vertrag von Versailles war nicht nur eine Art moralischer und materieller Entwaffnung der unterlegenen Völker, sondern gewissermaßen auch eine drakonische Steuergesetzgebung der reichen siegreichen Staaten über die unterlegenen armen Nationen.

Auch die in Verfolg der Durchführung des Versailler Vertrages einsetzende psychologische Behandlung der Besiegten war außerordentlich charakteristisch sowohl für die geistige und moralische Haltung der Sieger wie auch für die innere Einstellung reicher Nationen zu armen Völkern überhaupt. Wir sind gewohnt, diese Gesinnungsart als kapitalistisch zu bezeichnen.

Man hätte beispielsweise nach den Leiden und Schmerzen des Großen Krieges die Möglichkeit gehabt, in Versailles einen wirklichen Völkerfrieden herzustellen. Der mußte beruhen auf der Basis der Gerechtigkeit und der Beseitigung all jener Ungerechtigkeiten, die die Ursache des Ausbruchs des Großen Krieges gewesen waren. Man ließ aber diese Ungerechtigkeiten, weil man auf Grund eines Scheinsieges die Macht dazu besaß, nicht nur weiterbestehen, sondern man verschärfte sie noch und legte damit eigentlich die Grundlagen zu dem daraus sich entwickelnden Klassenkampf der Völker untereinander.

Die armen Nationen mußten sich das gefallen lassen, weil sie wehrlos waren; die reichen aber taten noch ein übriges, indem sie ihre Macht triumphierend ausnutzten und den armen Quälereien und nationale Demütigungen auferlegten, die zwecklos, dumm und gemein waren und in sich schon die Wurzel neuer machtpolitischer Auseinandersetzungen trugen. Man tat das aus dem einzigen Grunde, um die armen Völker zu provozieren. Man glaubte, sich das leisten zu können. Man leitete die Berechtigung dazu lediglich aus der Macht ab. Selbst die natürlichsten und elementarsten Forderungen der armen Völker wurden höhnisch in den Wind geschlagen. Man nahm sie meistens gar nicht zur Kenntnis.

So benahmen sich in der Vorkriegszeit auch die bürgerlich-kapitalistischen Parteien beispielsweise des alten Deutschen Reichstags den sozialen Forderungen der deutschen Arbeiter gegenüber. Bei Abstimmungen im Parlament setzten sich grundsätzlich die plutokratischen Parteien mit dem ganzen Gewicht ihres Einflusses für die Beibehaltung empörender gesundheitsgefährdender Kinder- und Schwangerenarbeit ein. Sie machten sich in geradezu scharfmacherischer Weise zum Verteidiger unsozialster und unhaltbarster Zustände, und zwar nicht einmal so sehr deshalb, weil sie einen persönlichen Vorteil davon hatten oder sich doch wenigstens davon versprachen, sondern nur, weil es ihnen eben so paßte und weil sie die Macht dazu hatten, sich gegen moderne soziale Forderungen zu sperren.

Die plutokratischen Parteien legten damit praktisch die Grundlage zum Klassenkampf, zum Marxismus und zur fortschreitenden Bolschewisierung der Arbeiterschaft; denn die marxistischen Parteien hätten in Deutschland niemals auch bei einer noch so internen Hetze des internationalen Judentums einen derartig weitreichenden Anhang in den Massen der arbeitenden Bevölkerung erringen können, wenn die Kritik, die der Marxismus an den sozialen Zuständen des Vorkriegsdeutschland anlegte, nicht wenigstens eine gewisse und manchmal sehr große Berechtigung gehabt hätte.

Es ist klar, daß die plutokratischen Parteien für solche Gedankengänge, wenn sie damals vorgebracht worden waren, gar kein Verständnis aufgebracht hätten. Wer im Gelde schwimmt, besitzt kein Organ für die Armut, und selbst der Krieg mit seinen ungeheuren gemeinschaftsbildenden Werten und Erlebnissen hat es nicht vermocht, auf diesem Gebiet einen grundlegenden Wandel zu schaffen. Im Gegenteil, die Nachkriegszeit wurde dann erst recht das praktische Erprobungsfeld klassenkämpferischer Gesinnung und Betätigung. Auch hier setzte wiederum aufs neue der Kampf der kapitalistischen Parteien gegen einen wenn auch noch so berechtigten Sozialismus ein, und daraus war eigentlich das Abwandern der breiten Massen von den nationalen Parteien zum Marxismus und seinen Parteien hin zu erklären.

Das hinderte allerdings die bürgerlichen Parteien nicht daran, in dem Augenblick mit dem Marxismus zusammenzugehen und ihm eine schimpfliche Koalition anzutragen, in dem der Nationalsozialismus auftauchte und anfing, für sie eine politische Gefahr darzustellen. Denn der Nationalsozialismus hatte seinem Programm, seinem Wesen und seiner Wirksamkeit nach die feste Absicht, diese unhaltbaren Zustände zu beseitigen, und seine Wortführer waren der Überzeugung, daß der Ausbruch eines blutigen Klassenkampfes überhaupt nur vermieden werden konnte durch Wiederherstellung geordneter sozialer Zustände.

Den plutokratischen Kapitalismus aber angreifen hieß damals den Staat angreifen, weil der Staat selbst kapitalistisch-plutokratischen Charakter trug. Die bürgerlich-kapitalistischen Parteien aber waren die Nutznießer dieses Zustandes. Es verstellt sich am Rande, daß sie ihn theoretisch ablehnten; ihr Programm quoll nur so über. von sozialen Forderungen und humanitären Einsichten. In ihren Taten aber bestätigten und verhärteten sie diesen Zustand. Und das war einerseits der Grund für die rapide Zunahme des Kommunismus, anderseits aber auch der Grund für den unhaltsamen Aufstieg der nationalsozialistischen Bewegung und ihren endlichen Sieg.

Der Führer hat, als er die Macht besaß, nicht nur die klassenkämpferischen Parteien marxistischer und bürgerlicher Prägung aufgelöst, er hat auch die sozial unhaltbaren Zustände beseitigt, die diesen Parteien überhaupt erst eine Existenzberechtigung gaben. Er begründete den inneren Volksfrieden auf dem festen Fundament der sozialen Ordnung. Dieser Zustand erscheint deshalb auch für die Dauer haltbar, weil aus ihm von vornherein schon alle Krankheiten und Verfallskeime ausgeschieden sind.

Einen ähnlichen Prozeß erleben wir nun auf internationalem Gebiet. Die Auseinandersetzungen, die von 1933 ab bis zum heutigen Tage zwischen den sogenannten autoritären und den sogenannten demokratischen Staaten stattgefunden haben und noch stattfinden, sind fast gleicher Art. Als beispielsweise Deutschland anfing, seine allerelementarsten nationalen Forderungen anzumelden, begegnete es in der kapitalistisch-plutokratischen Welt, die sich eine demokratische nennt, derselben Verständnislosigkeit, der die sozialen Forderungen der Arbeiterschaft in der Vor- und Nachkriegszeit bei den plutokratischen Parteien begegnet waren.

In den Jahren 1934 und 1935 beispielsweise waren die Forderungen wehrpolitischer Art, die der Führer an die westeuropäischen Mächte stellte, außerordentlich bescheidenen Umfangs. Sie wurden nicht nur höhnisch zurückgewiesen, man weigerte sich, sie überhaupt zu diskutieren. Die Folge war die Wiedereinführung der absoluten deutschen Wehrfreiheit. Darauf reagierten die demokratischen Staaten dann mit hysterischem Geschrei von drohender Kriegsgefahr. Die deutschen Forderungen auf Beteiligung unseres Volkes an den Reichtümern der Welt wurden schroff und kalt vom Auslande abgelehnt. Man hatte darauf nur Phrasen zur Antwort. Die Folgen waren die Einführung des Vierjahresplanes, das Auftauchen der deutschen Konkurrenz in der Welt nach dem Grundsatz: „Exportiere oder stirb!“, der Abschluß konstruktiver Handelsverträge mit den verschiedensten Staaten und ein rapid zunehmender Güteraustausch [Export] zwischen dem Reich und Ländern, in denen noch die Vernunft zu Hause war. Wiederum begannen die Plutokratien zu kreischen, Deutschland bemächtige sich des Weltmarktes, um dann die entsprechenden Gegenmaßnahmen in Form von Boykott, Errichtung unübersteigbarer Zollmauern und ähnlichem zu treffen.

Deutschland hatte in der loyalsten und verbindlichsten Form die Beseitigung der ehrenrührigen Punkte des Versailler Vertrages verlangt. Von der Aufrechterhaltung dieser Punkte hatten die westeuropäischen Demokratien überhaupt nichts. Es war das nur noch eine Angelegenheit des Eigensinns und einer penetranten, engstirnigen Boshaftigkeit. Die Ablehnung dieser Forderungen allerdings zog dann die plötzliche Militarisierung des Rheinlandes und die feierliche Aufhebung der Kriegsschuldlüge nach sich. Wiederum erklärte man in London und Paris, man könne mit Deutschland nicht verhandeln, weil es nicht loyal sei und sich nur auf das brutale Faustrecht stütze. Wohin wären wir mit dieser sogenannten Loyalität gekommen? Wir würden heute noch um ein 200 000 Mann-Heer feilschen.

Genau so war es bei dem Anschluß Österreichs an das Reich und der Wiedereingliederung der Sudetenlande. Ähnlich verständnislos stehen die westeuropäischen Demokratien der Errichtung eines deutschen Protektorats über Böhmen und Mähren gegenüber.

Wie die kapitalistischen Parteien des Deutschen Reichstags in der Vorkriegszeit für die Kinder- und Schwangerenarbeit eintraten, ohne selbst einen Vorteil davon zu haben, genau so traten und treten die plutokratischen Staaten des europäischen Westens für die Aufrechterhaltung unmöglicher und von allen auch als unmöglich erkannter mitteleuropäischer Zustände ein.. nur aus Eigensinn, aus Trotz, aus Boshaftigkeit und Mangel an Einsicht. Genau so aber auch wie ein vernünftig und sozial denkender Mensch die Kämpfe im Deutschen Reichstag der Vorkriegszeit um die Kinder- und Schwangerenarbeit heute überhaupt nicht mehr verstehen kann, genau so werden vernünftig und national denkende Menschen in allen Staaten und Ländern in einigen Jahren die machtpolitischen Auseinandersetzungen beispielsweise über die Militarisierung des Rheinlandes oder den Anschluß Österreichs und der Sudetenlande an das Reich und die Errichtung des Protektorats über Böhmen und Mähren nicht mehr verstehen können.

Hier liegen die eigentlichen Grundlagen und Ursachen der europäischen Beunruhigung. Und das Beängstigende an diesem Zustand ist, daß die plutokratischen Staaten in keiner Weise nach den gemachten Erfahrungen etwa in sich gehen und daraus die entsprechenden Konsequenzen ziehen, sondern sich nunmehr anschicken, das Dümmste zu tun, was sie überhaupt nur tun können, nämlich einen Block zu bilden gegen die Wiederherstellung der europäischen Ordnung und Gerechtigkeit. Sie versuchen, Deutschland und Italien einzukreisen, und genau so wie die kapitalistischen Parteien der Nachkriegszeit, so sind auch sie heute in der Gewinnung ihrer Partner keineswegs wählerisch.

Damals verbanden sich die bürgerlich-kapitalistischen Parteien mit der Sozialdemokratischen Partei, wenn es gegen den Nationalsozialismus ging. Heute paktieren die plutokratischen Demokratien mit dem bolschewistischen Sowjetrußland, wenn es gegen Deutschland und Italien geht.

Es sind das dieselben Symptome des bösen Willens und der Halsstarrigkeit. Und daraus ergibt sich eine Lage, die deshalb so verworren wirkt, weil man aus ihr den gesunden Menschenverstand vollends verbannt hat. Sie kann nur geändert werden durch Vernunft und Einsicht oder durch Gewalt. Vernunft und Einsicht aber sind auf der Gegenseite leider nur selten festzustellen. Sie spielt den Ignoranten, tut so, als hieße sie Hase, wohnte im Walde und wüßte von nichts.

Aber genau so wie die damaligen Parteipäpste nicht die Wortführer des deutschen Volkes waren, so sind heute diese Kriege- und Panikmacher nicht die Wortführer ihrer Völker. Es muß nur gelingen, den Völkern die Wahrheit zu sagen. Darum brauchen wir auch nicht alle Hoffnung aufzugeben. Die Erkenntnis von der Notwendigkeit der Neuordnung Europas bricht sich immer mehr Bahn. Sie ist unaufhaltsam. Die Plutokratien werden nicht mehr die Kraft und die Möglichkeit besitzen, Europa in Brand und Asche zu legen. Sie wären zwar gewissenlos genug dazu, aber dagegen erhebt sich heute die militärische, moralische und geistige Front der Achse Berlin-Rom.

Zwei mächtige, junge Völker haben sich zu einem unüberwindlichen Block zusammengeschlossen. Sie sind nicht nur vereint in ihren Machtmitteln, sondern auch in ihren Ideen und in ihrem Willen. Ihre Entschlossenheit, ihre nationale Existenz zu wahren und bei Bedarf mit aller Rücksichtslosigkeit zu verteidigen, braucht nicht mehr unter Beweis gestellt zu werden. Sie tragen das wirkliche Erbe des großen Krieges in ihren Händen. Und es erhebt sich in der Auseinandersetzung zwischen ihnen und den Plutokratien mit gebieterischer Notwendigkeit die Frage: Wird diese Entwicklung, wie die Väter des Versailler Vertrages es wollten oder doch vorbereiteten, den neuen Krieg bringen oder, wie Deutschland und Italien das wollen, den wahren Frieden?

Vor dieser Frage müssen sich die Völker Europas entscheiden. Wir meinen einen Frieden gleicher Rechte und gleicher Verpflichtungen, einen Frieden, der wirklich Klarheit in das europäische Chaos bringt, einen Frieden, der den Klassenkampf der Völker, der drohend über uns allen schwebt, ablöst durch eine neue Ordnung unter den Nationen, die auf der Gerechtigkeit beruht und den Wohlstand und das Glück aller zum Ziele hat.


Weitere seiner Aufsätze und Reden sind >>>HIER<<< zu finden.


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