Nochmals: Die Einkreiser – Aufsazt von Dr. Joseph Goebbels (27. Mai 1939)

Dr. Joseph Goebbels

(Entnommen aus: „Die Zeit ohne Beispiel“ von Dr. Joseph Goebbels, Seite 150 – 156)


Europa bietet immer mehr das Bild eines Erdteils, der in zwei feindliche Lager zerfällt. Diese beiden feindlichen Lager erhalten ihr charakteristisches Gepräge durch die Tatsache, daß das eine sich im fast ausschließlichen Besitz aller Reichtümer und Rohstoffquellen der Welt befindet, während das andere von diesem Besitz ausgeschlossen ist. Daraus ergeben sich auch die ständig zunehmenden Spannungen, die diesen zerrissenen, von tausend Leiden und Sorgen gequälten Kontinent erfüllen.

Es ist nicht unsere Schuld, daß diese beiden feindlichen Lager sich sowohl ideologisch als auch politisch in vollkommener Verständnislosigkeit, um nicht zu sagen Feindschaft, gegenüberstehen. Wir haben das nicht gewollt, und es entspricht auch nicht den Tatsachen, daß die zwischen ihnen vorhandenen Differenzen etwa auf die Verschiedenheit ihrer politischen Anschauungen zurückzuführen wären. Wenn von einer Verschiedenheit der Grundsätze überhaupt die Rede sein kann, so besteht diese in ausgesprochenstem Maße etwa zwischen England und Sowjetrußland, zwei Staaten, die sich heute zweifellos zum selben Lager rechnen. Wesentliche Unterschiede zwischen den beiden europäischen Fronten sind vielmehr in ihrem Anteil an den Besitztümern der Welt festzustellen; das heißt die einen sind die Besitzenden, und die anderen sind die Habenichtse.

Die englische Politik hat sich seit jeher bemüht, der Öffentlichkeit einzureden, daß sie eine Aufspaltung Europas in zwei entgegengesetzte Blocks für unerwünscht halte. Immer schon war es stehende Redensart in der englischen Publizistik, Europa dürfe nicht in zwei feindliche Weltanschauungslager geschieden werden, da sonst ein kriegerischer Konflikt auf die Dauer unvermeidlich sei. Trotzdem aber hat zwecklos die englische Politik zu diesem bedauerlichen Ergebnis geführt. Es hat das im Grunde genommen gar nichts mit den verschiedenen Ideologien zu tun. Der Nationalsozialismus trägt keinerlei aggressiven Charakter in sich. Er ist sowohl als Idee wie als politische Weltanschauung durchaus für den inneren Gebrauch bestimmt. Ihm ist jede Exporttendenz fremd. Wie sollten wir Nationalsozialisten auch dazu kommen, den Nationalsozialismus, in dessen Zeichen Deutschland nach einer Periode tiefsten Verfalls einen kühnen und steilen Weg zur Höhe beschritten hat, ausgerechnet in Länder zu exportieren, von denen wir wissen, daß sie uns Deutschen weder das Leben noch eine würdige, unserem Rang und der Größe unseres Volkes entsprechende nationale Existenz gönnen!

Allerdings kann andrerseits nicht bezweifelt werden, daß der Nationalsozialismus, weil er dem deutschen Volk eine ungeheure politische und willensmäßige Überlegenheit verschafft hat, eben deshalb von den liberal-demokratischen Staaten gehaßt und bekämpft wird. Denn der Nationalsozialismus hat Deutschland diese Überlegenheit der Idee gegeben, während die – Staaten uns überlegen sind im Reichtum, im Besitz und in den materiellen Hilfsmitteln. Aber es ist nun einmal so, daß die Rohstoffe keine Ideen, die Ideen aber zuweilen Rohstoffe erzeugen können und damit also der Vorsprung, den das nationalsozialistische Deutschland und das faschistische Italien den westlichen Demokratien gegenüber errungen haben, immer größer wird und kaum noch einzuholen ist.

Vor allem England befindet sich heute in der bedauernswerten Lage, kein klares politisches Ziel mehr zu besitzen. Seine Diplomatie erschöpft sich absolut im Negativen. Sie ist ausschließlich auf den Angriff aus Angst eingestellt.

Seit jeher nun ist es die Tendenz der englischen Politik gewesen, die Interessen des britischen Empire nach Möglichkeit von anderen Nationen beschützen zu lassen. England setzt für sein Weltreich nur ungern und nur unter stärkstem Zwang eigenes Blut ein. Im allgemeinen läßt es lieber andere Völker für Glück, Wohlstand und Sicherheit des Empire Seiner Majestät kämpfen. Diese Tendenz zieht sich sozusagen wie ein roter Faden durch die ganze englische Geschichte. Ihre Motivierungen haben im Laufe der Jahrhunderte oftmals gewechselt; aber die Absichten, die damit verfolgt wurden, sind immer dieselben geblieben.

Auch heute sind sie noch die gleichen. Der Ring, den England mit höchster diplomatischer Betriebsamkeit um Deutschland zu legen Versucht, hat gar keine andere Aufgabe, als den Aufstieg des Reiches niederzuhalten und damit in Europa jene berüchtigte balance of power wiederherzustellen, von der England glaubt, sein Glück und seine Sicherheit sowohl im Mutterlande wie in seinem Weltreich abhängig machen zu müssen.

Als Partner ist den englischen Einkreisungspolitikern jeder willkommen, der ein Glied in dieser Kette bilden kann und bilden will. Da spielen weder Moral noch Weltanschauung, noch Religion und ähnliche Vorstellungen überhaupt eine Rolle. Sie sind dabei von einer höchst untergeordneten Bedeutung.

Das sieht man vor allem an dem Bestreben Englands, die Sowjetunion in diesen Ring der Einkreiser hineinzuziehen. Denn es kann wohl nicht bezweifelt werden, daß es stärkere weltanschauliche, religiöse, soziale und wirtschaftliche Unterschiede als die zwischen London und Moskau kaum gibt. Aber, wie gesagt, diese Unterschiede spielen keine Rolle, wenn es sich darum handelt, Deutschland niederzuhalten und es als mehr als lästige Konkurrenz vom internationalen Weltmarkt zu entfernen.

Daraus ist auch die sonst gänzlich unverständliche Haltung der englischen Publizistik zu erklären. Man nimmt beispielsweise keinerlei Notiz davon, daß in Rußland Zehntausende von Geistlichen gequält, gepeinigt, gemartert und getötet worden sind. Wenn jedoch in Deutschland ein rebellierender Pfarrer, der sich gegen Gesetz und Ordnung vergangen hat, mit Recht eingesperrt wird, dann gerät die englische öffentliche Meinung in eine siedende Empörung. Das hat, wie man zugeben wird, nichts mit Moral und noch viel weniger mit Humanität zu tun. Den Engländern sind diese Begriffe innerlich vollkommen fremd. Sie benutzen sie nur mit einer bewundernswerten Skrupellosigkeit in ihrem politischen Kampf, machen sie sich zu eigen, wenn sie sie nötig haben, und werfen sie zynisch über Bord, wenn sie ihnen hinderlich erscheinen.

Es ist deshalb wohl die Frage erlaubt, was denn eigentlich die sogenannte demokratische Front in Europa überhaupt noch mit Demokratie zu tun hat. Sie kann sich weder auf die hinter ihr stehenden Völker noch auf die Menschlichkeit, noch auf die Freiheit des Geistes, noch auf irgendeinen anderen Grundsatz des sogenannten Liberalismus berufen. Trotzdem aber werden die Prinzipien der Freiheit und der Brüderlichkeit in dieser Front über Gebühr strapaziert; man braucht also kein Weiser zu sein, um festzustellen, daß hier irgend etwas nicht stimmt.

Und so ist es auch.

Die Front, die uns heute gegenübersteht, ist weniger durch die Weltanschauung als vielmehr ausschließlich durch politische Interessen bestimmt. Während sie sich aus den heterogensten Bestandteilen zusammensetzt, ist die Front der autoritären Staatsauffassung durchaus einheitlich sowohl weltanschaulich als auch politisch eingestellt. Es handelt sich bei ihr um zwei kühne Revolutionen, die sich im Verlaufe der Neuordnung Europas begegnet sind, und um zwei durchaus gleichgerichtete politische und geistige Haltungen.

Beide Fronten, sowohl die Demokratie als auch die autoritäre Staatsauffassung, haben im Verlauf der vergangenen Woche je eine Handlung vollzogen, die für ihre innere Struktur wie auch für ihre für die nächste Zukunft zu erwartende Durchschlagskraft außerordentlich charakteristisch ist. Jede dieser Handlungen entspricht dem Wesenskern der jeweiligen Front. Die Demokratie hat sich bei der Genfer Liga ein Stelldichein gegeben, und die autoritäre Staatsauffassung hat in dem in Berlin abgeschlossenen Bündnispakt zwischen Berlin und Rom der Welt einen demonstrativen Beweis ihrer inneren Kraft und Festigkeit vor Augen geführt.

Apropos Völkerbund: man hatte ihn eigentlich schon längst vergessen. Hin und wieder erinnerte er die Öffentlichkeit noch einmal an seine Existenz, und jedesmal dann wenn man versucht zu fragen: Lebt der Völkerbund noch und, wenn ja, warum? Über diese mehr als merkwürdige Institution der europäischen Nachkriegszeit sind schon so viel Witze gemacht worden, daß es sich kaum verlohnt, diesem unübersehbaren Vorrat von Bonmots noch neue hinzuzufügen.

Diesmal handelte es sich in Genf darum, die englisch-französisch- sowjetrussische Allianz aus der Taufe zu heben. Der Kreml machte sich rar. Herr Potemkin, der eigentlich dazu ausersehen war, zusammen mit Lord Halifax den Schlußpunkt unter die Allianz zu setzen, ließ sich entschuldigen, weil er von den vergangenen Reisen zu ermüdet sei. Lord Halifax wartete vergebens. Er hatte zwar in Genf Gelegenheit, sich mit Herrn Maisky zu unterhalten; aber die hatte er ja auch in London. Noch einmal wurde zur Erbauung der internationalen Öffentlichkeit in Genf die Lüge eines „Bundes der Nationen“ vorexerziert, der angeblich den Frieden und die Gerechtigkeit in Europa sichern sollte, in Wirklichkeit aber nur die Aufgabe hat, die nichtshabenden Staaten weiter zu unterdrücken und niederzuhalten.

Wir haben uns aber diese Institution niemals Illusionen gemacht. Wichtig aber ist, daß nun auch die Welt einzusehen beginnt, daß die Genfer Ära längst der Vergangenheit angehört. Die Einkreiser, die sich in der vergangenen Woche in Genf ein Stelldichein gaben, sind sich in ihrer ganzen Haltung keineswegs klar oder einig. Übereinstimmung besteht nur in der Absicht, die autoritären Staaten zu ersticken. Fraglich ist dabei noch, wer im Bedarfsfalle aus diesem Lager kämpfen und wer den Gewinn davontragen soll. England verfolgt zweifellos den Plan, nach altbewährtem britischem Nationalbrauch die anderen für sich kämpfen zu lassen und am Ende selbst den Gewinn einzustreichen. Ist es erstaunlich, daß der Kreml wenigstens versucht hat, diese englische Absicht zu durchkreuzen ?

Demgegenüber erhebt sich in Deutschland und Italien ein Block von 150 Millionen Menschen, die bereit und entschlossen sind, ihre nationale Existenz, wenn es notwendig wird, bis zum Letzten und unter Einsatz aller Kräfte und Reserven zu verteidigen. Hier stellen wir eine absolute Übereinstimmung fest zwischen den Revolutionen, die diese Völker gemacht haben, und zwischen den Weltanschauungen, nach denen sie heute leben. Das ergibt im Effekt eine absolute Präzision der gemeinsamen Ziele, eine Festigkeit und Unverrückbarkeit der politischen Anschauungen sowie eine Entschiedenheit des politischen Wirkens, die gar nicht mehr überboten werden kann. Das zwischen Deutschland und Italien abgeschlossene Bündnis ist ein totales und duldet keinen Zweifel mehr. Es kann weder bagatellisiert noch verkleinert werden. Die Demokratien haben heute in keiner Weise noch die Möglichkeit, die Solidarität zwischen Berlin und Rom irgendwie zu bestreiten. Zwar gibt man sich in London, Paris und Warschau verzweifelte Mühe, aber diesen Tatbestand hinwegzureden. Dieselben Zeitungen, die noch vor ein paar Wochen schrieben, die Achse Berlin-Rom sei brüchig geworden, und es bestand damit hoffentlich die Möglichkeit, einen Keil zwischen Deutschland und Italien 154 zu treiben, tun nun so, als sei die absolute deutsch-italienische Solidarität von ihnen längst erwartet und mit in Rechnung gestellt worden. Es ist auch gut, wenn sie so verfahren; denn sie würden in ihren politischen Kalkulationen einen schweren Fehler begehen, wenn sie Deutschland und Italien nicht als eine politische und militärische Einheit auffaßten.

Überhaupt die demokratische Presse! Sie ist so ungefähr das Charakterloseste, was man sich nur vorstellen kann. Sie vollführt in diesen Tagen und Wochen einen ständig sich wiederholenden Eiertanz zwischen strotzendem Mut und bebender Angst. Wir müßten sie nicht so gut kennen, um vor ihr Furcht zu empfinden. Sie vermag uns überhaupt nicht mehr zu imponieren. Wenn die hinter ihr stehenden Kriegshetzer nicht besser und tapferer sind als ihre Presse, dann können wir getrost zur Ruhe gehen.

Im übrigen tut uns die von London gegen uns geplante Einkreisung nicht weh. Jeder Schlag dieser Front wird von uns mit einem betäubenden Gegenschlag beantwortet. Augenblicklich reden sie von einem Krieg der Nerven, der ausgebrochen sei und durchgestanden werden müsse. Wir wissen nichts davon. Aber wenn das in der Tat der Fall. sein sollte, so sind wir der Überzeugung, daß wir ihn gewinnen werden, und zwar auf Grund unseres besseren Rechtes, das auch immer die besseren Nerven verleiht.

Auch die Einkreisung hat ihre zwei Seiten. England wird im Bedarfsfall nach der ersten auch die zweite zu verspüren bekommen. Vielleicht wird es eines Tages mit Goethes Zauberlehrling in die verzweifelten Worte ausbrechen: „Die ich rief, die Geister, werd‘ ich nun nicht los!“ Aber wir haben genug gewarnt. Es bleibt uns nichts mehr übrig, als den Tatsachen in die Augen zu schauen und im übrigen unsere Gegenzüge zu tun. Die erste Partie ist zweifellos zu unseren Gunsten entschieden worden. Das Bündnis zwischen Berlin und Rom ist eine Tatsache, die in der kommenden europäischen Entwicklung von ausschlaggebender Bedeutung sein wird. Die Einkreisungsfront hat dem nichts auch nur annähernd Gleichwertiges zur Seite zu stellen. Lord Halifax hat in Genf keine Lorbeeren geerntet. Unterdes aber ist in Berlin die stärkste Militärallianz, die die moderne Geschichte überhaupt kennt, unterzeichnet worden.

Wie die Dinge sich weiterentwickeln, vermag im Augenblick noch niemand zu sagen. Jedenfalls würde die demokratische Einkreisungsfront schlecht beraten sein, wenn sie auf dem bisher beschrittenen Wege weitergehen würde. Denn so weitgesteckt auch die Einkreisung geplant sein mag: gegenüber der Stärke und Geschlossenheit der Achse Berlin-Rom wird sie nichts auszurichten vermögen; es kann deshalb der Ausgang dieser Auseinandersetzung nach Lage der Dinge gar nicht mehr zweifelhaft sein.

Deshalb liest uns nichts ferner, als vor dieser Einkreisung den Mut zu verlieren. Wir stehen ihr mit gelassener Ruhe gegenüber und sagen uns auf gut Berlinisch: „Wat ick mir dafür koofe!“ Uns kann es schon recht sein, wenn London uns zwingt, ganz und ohne Einschränkung auf unsere nationale Sicherheit bedacht zu sein. Seit 1918 haben wir Nationalsozialisten keine Illusionen mehr. Wir setzen unsere Hoffnung weder auf den Völkerbund noch auf die Humanität, noch auf die Verständigungsbereitschaft der anderen. Wir vertrauen nur noch auf uns selbst und auf unsere eigene Kraft. Und darum sind wir denen zu größtem Dank verpflichtet, die uns seit 1918 ununterbrochen immer wieder durch brutale Faustschläge aus unsrer deutschen Traumseligkeit erweckten. Wir bekennen ihnen gegenüber mit Nietzsche:

Gelobt sei, was hart macht!


Weitere seiner Aufsätze und Reden sind >>>HIER<<< zu finden.


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