Wofür? – Aufsatz von Dr. Joseph Goebbels (31. Mai 1942)

Dr. Joseph Goebbels

(Entnommen aus: „Das eherne Herz“ von Dr. Joseph Goebbels, Seite 330 – 336)


Je länger der Krieg andauert, desto stärker macht sich auf der Feindseite das Bestreben geltend, ihre Kriegsziele wenn nicht tatsächlich, so doch wenigstens propagandistisch denen der Achsenmächte näherzuführen und anzugleichen. Während man noch in den Jahren 1939 und 1940 sein Genügen darin fand, lediglich Hitler und sein Regime zu bekämpfen und für die Aufrechterhaltung der Weltdemokratie einzutreten, gibt es heute kaum noch eine englische oder amerikanische Zeitung, die nicht mit heiligem Eifer für eine vernünftigere Weltordnung, für gerechte Verteilung der Rohstoffe, für die Freiheit der Meere und .Transportwege, für eine soziale Neugliederung der Völker sowie gegen kapitalistische und plutokratische Ausbeutung, gegen imperialistischen Machthunger und egoistische Profitjägerei eintritt. Der bekannte englische Schriftsteller Bernard Shaw erklärte kürzlich in einem Interview, kein Volk werde vermutlich ohne starke nazistische Infektion aus diesem Kriege hervorgehen, und selbst die Sowjetunion habe nur da Erfolge zu verzeichnen, wo sie unsere Art des Führens und Regierens nachahme. Wir könnten also, wenn diese Entwicklung nicht nur auf dem Papier stände, mit ihr außerordentlich zufrieden sein.

Aber sie steht nur auf dem Papier. Man hat in den Feindstaaten offenbar das dumpfe Empfinden, daß man mit den alten Weltkriegsparolen keinen Hund mehr hinter dem Ofen hervorlocken kann; und da auf dem eigenen geistigen Beet nichts Genießbares wächst, pflückt man den Salat in unserem Garten. Wenn das so weitergeht, so wird vermutlich in einiger Zeit der Mann von der Straße in England und USA. erstaunt fragen, warum denn überhaupt noch kämpfen, da das, was die Churchill und Roosevelt durch Krieg zu erreichen versuchen, Hitler im Frieden ja immer schon gewollt und angestrebt habe.

Ganz genau so verfuhren unsere innerpolitischen Gegner in den Jahren 1931 und 1932, als der Nationalsozialismus anfing, die Massen in Bewegung zu setzen und die parlamentarischen Parteien ihre Existenzberechtigung überhaupt nur noch durch geistige Anleihen bei uns nachzuweisen in der Lage waren. Keiner wollte mehr etwas von der bis dahin so gerühmten Demokratie wissen. Alle traten gegen die Parteienmißwirtschaft auf, aus der keine nationale Führung mehr hervorgehen könne. Jede politische Gruppe schrieb die Volksgemeinschaft an die Spitze ihres Programms, und die Versöhnung der Klassen war von den Kommunisten bis zu den Deutschnationalen das selbstverständliche und allgemein anerkannte Hochziel aller politischen Bestrebungen. Sie unterschieden sich von uns nur durch die schlichte Tatsache, daß wir den neuen Staat mit Hitler erkämpfen wollten, sie dagegen den Standpunkt vertraten, daß Hitler und seine Partei zuerst vernichtet werden müßten, damit dieser Staat aufgebaut werden könne.

Nun wird man zugeben, daß es mindestens unklug wäre, zum Schuster zu gehen, um sich einen neuen Anzug anfertigen zu lassen. Genau so unklug aber war es damals, mit den parlamentarischen Parteien den Parlamentarismus zu bekämpfen, wie es heute unklug ist, mit Churchill und Roosevelt gegen den Imperialismus und die Plutokratie und für eine neue kontinentale Ordnung zu Felde zu ziehen. Sie und ihre Systeme sind ja die Nutznießer des Übels. Sie wollen ja gar keine neue Welt, sie mögen noch so begeistert davon schwärmen. Denn hätten sie sie gewollt, wozu haben sie uns den Krieg erklärt, da wir sie ja mit ihnen im Frieden herbeizuführen bereit waren? Es bedarf also keiner langatmigen Argumente, um darzutun, daß die Plutokratie hier die Absicht verfolgt, ein großangelegtes Plagiat zu versuchen, daß sie überhaupt nur vom geistigen Diebstahl an uns lebt und ihre wirklichen Kriegsziele allgemein so diskreditiert sind, daß sie sie öffentlich gar nicht mehr auszusprechen wagt.

So ist es! Man hat den Krieg vom Zaune gebrochen, weil man sich mit unserer Art zu leben, wie man behauptete, nicht aussöhnen konnte, und schon im Verlauf dieses Krieges haben wir den Triumph zu verbuchen, daß die Feindseite den Krieg geistig überhaupt nur durchhalten kann, indem sie unsere Art zu leben für das eigentliche Ziel ihres Krieges erklärt.

Welch eine seltsame Wandlung und welch eine erstaunliche Umkehrung der politischen Stoßrichtung des Krieges! Welch eine historische Rechtfertigung aber auch für die Zielklarheit unseres Wollens und für die Berechtigung unseres politisch-militärischen Kampfes! Wir sind während des ganzen Krieges noch nicht einen Zentimeter von dem Standpunkt abgewichen, den wir einnahmen, als er uns aufgezwungen wurde, ganz zu schweigen etwa, daß wir unseren Feinden hätten entgegengehen müssen. Sie aber sind gezwungen, geradezu mit Siebenmeilenstiefeln auf uns zuzurasen, weil sie sonst Gefahr laufen, den Anschluß zu verpassen und bei ihren eigenen Völkern hinten herunterzufallen.

Auch bei uns wird vielfach die Wendung gebraucht, daß dieser Krieg ein Volkskrieg sei und deshalb auch in einem Volkssieg sein Ende finden müsse; was nebenbei bemerkt für Lord Halifax Grund genug war, sie für sich zu okkupieren und zu behaupten, das sei ausgerechnet auch die englische Auffassung. Davon abgesehen sagt dieser Satz genau das, was gemeint ist. Noch niemals in der Vergangenheit wurde ein Krieg so wie dieser vom ganzen Volke getragen und geführt. Er geht uns alle an. Er schneidet zuweilen mit härterem, zuweilen mit weicherem Schnitt in das Leben eines jeden Einzelnen von uns ein. Er fordert von der ganzen Nation so schwere Opfer, daß es eine schreiende geschichtliche Ungerechtigkeit wäre, wenn der Sieg nicht auch der ganzen Nation zugutekommen würde. Es gibt keine Schicht in Deutschland von irgendeinem politischen Einfluß, die das nicht wollte. Das ist die Meinung aller, die etwas zu sagen haben, vom Führer angefangen bis zum letzten Amtswalter und Soldaten.

Uns allen soll es nach dem Siege besser gehen, als es uns vor dem Kriege gegangen ist. In einer neuen Ordnung muß Europa so gegliedert und organisiert werden, daß es sich selbst ernähren kann. Die materiellen Voraussetzungen seines Wohlstandes und seines sozialen Glückes werden so gesichert sein, daß sie nach menschlichem Ermessen keiner Gefährdung mehr ausgesetzt sind. Dies muß der letzte Krieg um die europäische Neuordnung sein, und sein Ergebnis wird darin bestehen, daß unser Erdteil unter der Führung der Achsenmächte seine wirtschaftlichen, geistigen und kulturellen Kräfte frei entwickeln kann, ohne durch plutokratische antikontinentale Interesseneinflüsse daran gehindert zu werden.

Das geht nicht nur die europäischen Völker in ihrer Gesamtheit, das geht auch jeden einzelnen ihrer Bürger an. Vor allem aber uns Deutsche. Wir haben seit 1914 nicht mehr an einem vollgedeckten Volkstische gesessen. Seit dem ersten Weltkrieg war Schmalhans bei uns Küchenmeister, und daß wir als Nation überhaupt noch existieren, das haben wir nicht einem etwaigen Reichtum unserer Mittel und Möglichkeiten, sondern nur unserem Fleiß, unserer großen Gabe, aus der Not eine Tugend zu machen, und unserem genialen Organisations- und Improvisationstalent zu verdanken. Aber ewig kann ein nahezu Hundert-Millionen-Volk nicht von der Hand in den Mund leben. Wir waren kaum noch in der Lage, uns zu vermehren, ohne Gefahr zu laufen, bei zwei oder drei aufeinanderfolgenden Mißernten vor der Hungerkatastrophe zu stehen. Das wäre noch erträglich, wenn es überall in der Welt so wäre. Unterdes aber lagen anderswo die weiten Ländereien und Rohstoffgebiete unausgenutzt. Man schüttete den Kaffee in Millionen Zentnern ins Meer hinein und heizte die Lokomotiven mit Baumwolle, weil wir sie nicht kaufen konnten und man sonst nicht wußte, wohin mit dem Überfluß. Daß dieser Übelstand einmal bereinigt werden mußte, lag auf der Hand. Deutsche Bauernburschen marschierten als Soldaten durch die Ukraine, und sie hoben am Wege schwarze, fruchtbare Erde mit den Händen auf, ungezählte Kilometer weit unbestellt, und zu Hause gab es keine Butter und zu wenig Brot, weil im April nicht genug Regen gefallen war.

Wo sollte die Weltordnung hingeraten, wenn die klugen, tapferen und intelligenten Völker, die ihre politischen Chancen in ihrer Geschichte aus hier nicht zur Debatte stehenden Gründen nicht ausgenutzt haben, auf ewig zu einem Habenichtsdasein verurteilt wären, während primitivere Völker, die; weil sie primitiver und deshalb auch brutaler und rücksichtsloser waren, im Überfluß leben, ohne überhaupt etwas damit anfangen zu können Ist es unsere Schuld, daß wir bei reicheren nationalen Möglichkeiten wahrscheinlich eine noch größere nationale Kraftentfaltung tätigen würden als heute unter den entgegengesetzten Bedingungen? Wie kann geschichtlich gesehen der Grund als durchschlagend anerkannt werden, daß man den Fleißigen und Starken mager halten müsse, damit er nicht zu mächtig werde?

Heute weiß jeder deutsche Soldat, Arbeiter und Bauer, wofür wir kämpfen und arbeiten. Das ist kein Krieg für Thron und Altar; es ist ein Krieg für Getreide und Brot, für einen vollgedeckten Frühstücks-, Mittags- und Abendtisch, ein Krieg für die Erringung der materiellen Voraussetzungen zur Lösung der sozialen Frage, der Frage des Wohnungs- und Straßenbaues, des Baues einer Kriegs-, Handels- und Reiseflotte, des Baues von Volkswagen und Traktoren, von Theatern und Kinos für das Volk bis ins letzte Dorf hinein, ein Krieg um die Rohstoffe, um Gummi, um Eisen und Erze, kurzum, es ist ein Krieg um ein menschenwürdiges nationales Dasein, das wir als verschämte Arme bisher zu führen nicht in der Lage waren.

Es mag ein guter Ruf sein, einem Volke nachzusagen, daß es auch mit Wenigem auszukommen verstehe und die spartanische Lebensführung gewissermaßen zu einer Kunst des Selbstverständlichen entwickelt habe. Aber aus diesem Ruf darf kein Beruf werden, und die nationale Armut darf nicht so weit gehen, daß sie nicht mehr die volle Entwicklung der nationalen Fähigkeiten und Kräfte erlaubt. Und das war bei uns der Fall. Mag sein, daß dadurch andere Energien in unserem Volke lebendig geworden sind, die in nicht geringem Umfange unsere heutige Macht begründeten. Aber endlich muß ein Volk ja auch einmal die Erfüllung seines nationalen Wunschbildes nähergerückt sehen. Man kann nicht ewig für Ideale kämpfen, und es ist auf die Dauer eher ein Zeichen der Gutmütigkeit eines Volkes als seiner Klugheit und politischen Weitsicht, den Kulturdünger für die Welt zu stellen. Wir jedenfalls sind dieser Rolle überdrüssig. Wir wollen nun endlich einmal als Volk einkassieren. Es ist unser heißester Wunsch, am Ende dieses Krieges in den Genuß unseres ewigen Arbeitens, Kämpfens, Mühens und Duldens zu kommen.

Neben all dem anderen, was uns als Nation in diesem gigantischen Ringen bewegt, ist die Sehnsucht nach Glück und Frieden, nach Wohlstand und gesichertem Dasein einer der Hauptantriebe unseres Willens zum Siege und unserer zähen Beharrlichkeit in der Verfolgung dieses Zieles. Ein jeder von uns malt sich in seinen geheimsten Wünschen ein zukünftiges Leben aus, das jedenfalls besser ist als dasjenige, das er verließ, als er das Gewehr in die Hand nahm oder an Pflug und Drehbank trat, um mit verdoppelter Arbeit seinem Volke für diesen Krieg das tägliche Brot und unseren Soldaten Waffen und Munition zu schaffen. Wir sehen dann im Geiste ein glückliches Volk vor unseren Augen, in einem Lande voll von blühender Schönheit, von den Silberbändern breiter Straßen durchzogen, die auch für das bescheidene Auto des kleinen Mannes freistehen. An ihren Rändern liegen schmucke Dörfer und breitgelagerte Städte mit sauberen und geräumigen Häusern, in denen kinderreiche Familien wohnen, weil sie ihnen ausreichend Platz bieten. Auf den unübersehbaren Feldern des Ostens wogt das gelbe Getreide, genug und übergenug, um unser Volk und ganz Europa zu ernähren. Die Arbeit wird uns wieder eine Freude sein, und sie wird sich die Hand reichen mit einer Fülle der Lebensbejahung, die ihren Ausdruck in rauschenden Festen und besinnlichem Frieden findet. Die Theater und Musiksäle, die Kinos und Gemeinschaftsräume in Stadt und Land füllen sich allabendlich mit fröhlich gestimmten Menschen. Die Kunst geht zum Volke, und das Volk geht zur Kunst. Nicht nur unsere Kinder sollen in den Genuß dieses schöneren Lebens kommen; wir wollen es auch für uns selbst erobern und in seinem Glücke den geschichtlichen Lohn für über ein Vierteljahrhundert Kampf, Sorge, Arbeit und Plage finden.

Wir können nur, mitleidig lächeln, wenn die imperialistischen Plutokraten vom Schlage der Churchill und Roosevelt dem Führer vorwerfen, er wolle die Welt erobern, um seinem dämonischen Ehrgeiz zu frönen. Nein, er hat die Nation aufgerufen, zu kämpfen und zu arbeiten, um damit die elementarsten Bedingungen ihres Lebens zu verteidigen, die durch ihre Feinde bedroht sind, und darüber hinaus die Voraussetzungen eines nationalen Wohlstandes zusichern, der unserem Volke so viel an irdischem Glück gibt, wie es verdient.

Das ist unser Kriegsziel. Es geht uns alle an. Wir können gar nichts verlieren als nur die Enge unseres Lebens, die die Ursache unserer nationalen und völkischen Not ist.

Fragt man uns also, wofür wir kämpfen, so brauchen wir darauf nicht mit Phrasen zu antworten. Wir sagen klar und deutlich und ohne Umschweife für ein Leben, das wert ist, von hundert Millionen gelebt zu werden.


Weitere seiner Aufsätze und Reden sind >>>HIER<<< zu finden.


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