Bajonette als Wegweiser – Aufsatz von Dr. Joseph Goebbels (13. Mai 1939)

Dr. Joseph Goebbels

(Entnommen aus: „Die Zeit ohne Beispiel“ von Dr. Joseph Goebbels, Seite 135 – 143)


Wir haben uns vor einigen Tagen an dieser Stelle mit Ausschreitungen der polnischen Presse beschäftigen müssen, die eine schärfere Zurückweisung verdient hätten, als wir sie ihnen angedeihen ließen. Aber unsere Polemik dagegen sollte gewissermaßen eine Mahnung zur Vernunft und Mäßigung sein, und wir haben uns deshalb redlichst bemüht, uns in unseren eigenen Darlegungen einer möglichst sachlichen und objektiven Schreibweise zu befleißigen.

Wir sahen uns dazu veranlaßt aus der Sorge heraus, daß eine wild gewordene politische Publizistik sonst auf die Dauer jede vernünftige weitere Behandlung der Probleme, die augenblicklich die Weltöffentlichkeit bewegen, unmöglich machen würde. Denn daß solche Probleme zwischen Berlin und Warschau schweben, wird niemand mehr bestreiten wollen. Der Führer hat sie in seiner letzten großen Reichstagsrede in aller Ausführlichkeit dargestellt. Er hat sich dabei größte Zurückhaltung auferlegt und die zur Debatte stehenden Fragen mit einer staatsmännischen Überlegenheit behandelt, die selbst vom Ausland mit Genugtuung anerkannt worden ist. Auch die deutsche Presse hat, wie jedermann feststellen konnte, Polen gegenüber, wie man so sagt, kurz getreten. Sie sah bisher ihre Aufgabe viel eher darin, die vorhandenen Spannungen abzumildern, anstatt sie durch Erweckung der Volksleidenschaften weiter zu verschärfen.

Nun müssen wir mit Bedauern konstatieren, daß diese Haltung der deutschen Öffentlichkeit auf der Gegenseite gänzlich falsch verstanden worden ist. Man hält dort offenbar Mäßigung für Schwäche und folgert daraus, daß es notwendig sei, ein um so aufreizenderes und provokatorischeres Gebaren zur Schau zu tragen, um uns damit, wie man glaubt, ins Bockshorn zu jagen.

Nun mag man uns entgegenhalten, daß das die Schuld der polnischen Presse sei, demgegenüber aber die polnische Diplomatie doch im großen ganzen im Rahmen des Erträglichen geblieben wäre. Wir wissen, daß die Presse nicht die Politik ist. Aber meistens stellt sie ein ziemlich genaues Spiegelbild der Politik dar. In der Presse pflegt man das zu sagen, was die Diplomatie nicht sagen will oder im Augenblick noch nicht sagen kann. Und deshalb darf auch der Ton der Presse auf die Dauer selbstverständlich nicht überhört werden; vor allem dann nicht, wenn die Presse den Ton angibt und das Echo dieses Tones von der Straße aufgenommen wird. Die Straße manifestiert sich dann in wilden und unüberlegten Reden, in lauten Boykottforderungen, Mißhandlungen wehrloser Menschen, eingeschlagenen Fensterscheiben, zerstörten Geschäftshäusern und ähnlichem. Aus alledem entsteht auf die Dauer das, was man Atmosphäre nennt. Und wir verraten wohl kein Geheimnis, wenn wir erklären, daß die Atmosphäre zwischen Berlin und Warschau im Augenblick alles andere als gut ist. Unsere kürzlichen Darlegungen haben demgemäß auch in der polnischen Öffentlichkeit nicht das Gehör gefunden, das wir uns nach Lage der Dinge eigentlich davon hätten versprechen dürfen. Ein Teil der polnischen Presse hat merkwürdigerweise darauf mit einem wilden Haßgesang geantwortet. Warum, das ist uns eigentlich gänzlich unerfindlich; und auch die Argumente, die von der polnischen Presse gegen unseren Standpunkt vorgebracht werden, sind für den vorurteilslosen Beobachter vollkommen sinnlos und unverständlich.

Ein armseliger Schreiberling beispielsweise in der Redaktion des „Warszawski Dziennik Narodowy“ schreibt, „man wisse nicht, worüber man sich in unseren Äußerungen mehr wundern solle, ob über die Naivität der Entrüstung oder den Zorn darüber, daß Polen sich mit den Westmächten auf eine Stufe stelle und einen bewaffneten Damm errichte, den ersten in der Welt, der sich seit 1933 gegen die deutsche imperialistische Expansion in Europa richte“. Nun müssen wir besagtem Schreiberling in aller Offenheit gestehen, daß wir weder naiv noch entrüstet sind, und daß der Zorn sich bei uns immer noch in solchen Grenzen hält, daß wir ihn leicht verbergen könnten, wenn wir das wollten. Auf welche Stufe sich Polen selbst stellt, ist uns gänzlich gleichgültig. Ausschlaggebend für unsere Beurteilung der Situation ist nur, auf welcher Stufe Polen in unseren Augen steht. Daß ausgerechnet Polen den bewaffneten Damm errichtet hat, den ersten, wohlverstanden, in der Welt, der sich gegen eine deutsche angeblich imperialistische Expansion in Europa richtet, ist ein ausgezeichneter Witz.

Diese deutsche imperialistische Expansion hat bisher nur Handlungen vollzogen, die zur Konsolidierung des Friedens in Mitteleuropa unumgänglich notwendig waren. Es ist auch nicht wahr, wenn besagter Schreiberling erklärt, daß „zwischen unseren Zeilen die Erregung hervorsehe, die recht ungeschickt verhüllt sei und sogar in Worten ausgedrückt werde“; denn erstens sind wir gar nicht erregt, zweitens besitzen wir die Gabe, eine Erregung, wenn wir sie schon verhüllen wollen, auch geschickt zu verhüllen, und drittens wußten wir nicht, wie anders als in Worten wir sie im Rahmen einer publizistischen Auseinandersetzung ausdrücken sollten. Diese angebliche Erregung ist auch nicht, wie der „Warszawski Dziennik Narodowy“ ausführt, dadurch veranlaßt worden, „daß Deutschland im Osten seinen tiefsten Erwartungen zum Trotz ein Partner erwachsen sei, der der Macht Frankreichs und Englands gleichwertig ist“. Diese Behauptung wird natürlich den chauvinistischen Polen wie Öl herunterrinnen; ob sie in den Tatsachen irgendeinen Rückhalt findet, möchten wir im Interesse von Frankreich und England vorläufig dahingestellt sein lassen. Es war auch nicht das Ziel unserer Darlegungen, wie das genannte Warschauer Blatt schreibt, „den polnischen Partner zu besänftigen und ihn von seiner Absicht, Land und Ehre zu verteidigen, abzubringen“. Wir wollten weder besänftigen noch aufwiegeln. Wir hielten es nur für unsere Pflicht, in einer gespannten Atmosphäre die Dinge wieder auf das Maß der Vernunft zurückzuführen.

Dabei dürfen wir nicht unerwähnt lassen, daß besagte Äußerungen des „Warszawski Dziennik Narodowy“ immerhin noch eine milde Eruption der gegenwärtig in Polen herrschenden politischen Mentalität darstellen. Es gibt da andere publizistische Ausschreitungen, die aber auch jedes Maß von Realismus und sachlicher und objektiver Einschätzung der eigenen Kraft vermissen lassen. Was soll man beispielsweise dazu sagen, wenn die „Polska Zachodnia“ am 2. Mai schreibt, „man müsse sich dessen erinnern, daß die Oder von ihrer Quelle bis zu ihrer Mündung ein polnischer Fluß, daß Pommerellen, Westund Ostpommerellen ein integraler Teil des Piastenstaates, man müsse daran denken, daß Ostpreußen eigentlich ein Lehen der Polnischen Republik sei, das man in etwas leichtsinniger Weise aus der Hand gegeben habe“. Leichtsinnigerweise, das ist sehr drollig. Warum wird nicht gleich ganz Deutschland als Lehen der Polnischen Republik reklamiert, und warum schickt sich die Polnische Republik nicht an, dieses deutsche Lehen, das sie so leichtsinnig aus der Hand gegeben hat, ebenso leichtsinnig wieder in die Hand hineinzunehmen?

Am 4. Mai fand in der Aula der Posener Universität eine Studentenkundgebung statt. Dort erklärte ein Redner, „Deutschland sei aus einem ehemaligen Vasallenstaat Polens, nämlich aus Preußen, entstanden. 1410 habe man die Deutschen bei Tannenberg geschlagen, jetzt aber werde man sie bei Berlin zusammenhauen“. Er proklamierte als außenpolitische Ziele der polnischen Jugend die Rückgabe Danzigs, die Einverleibung Ostpreußens und Schlesiens als Mindestforderungen, deren Erfüllung die gerechte Odergrenze für Polen mit sich bringen würde. Über dieses Minimum hinaus forderte der Redner zur Abrundung auch noch das Lausitzer Gebiet für Polen. Für besagte Schlacht bei Berlin wünschen wir den Polen Hals- und Beinbruch. Nachdem wir die erste Schrecksekunde überwunden haben, warten wir nun mit stoischem Fatalismus darauf, von diesen unreifen Großmäulern vor Tempelhof zusammengehauen zu werden, um dann das uns abverlangte Lausitzer Gebiet andie Polen abzutreten. Das sind Zeiten!
Ein anderer Redner erklärte, daß „nach der Besetzung Ostpreußens und nach der Errichtung der Odergrenze bis Stettin die polnische Grenze Deutschland gegenüber nur 700 Kilometer lang sein werde, aber nach dem Siege von Berlin würde sie kaum mehr als 400 Kilometer betragen. Durch diesen gewaltigen polnischen Sieg, der den unvermeidlichen Krieg mit Deutschland, das Europa unterwerfen wolle, krönen solle, werde Polen ganz Europa beherrschen“. Man faßt sich an den Kopf und fragt sich verzweifelt, ob dieser polnische Wahnsinn Methode werden soll. Die Polen als die Beherrscher Europas! Es wäre zum Weinen, wenn es nicht zum Lachen wäre, und es fällt schwer, darauf keine Satire zu schreiben. Der gewaltige polnische Sieg bei Berlin wird schon als etwas Selbstverständliches ausposaunt, und die neue Grenze, die nur 400 Kilometer betragen wird, zieht man mit einer so souveränen Sicherheit, daß einem das Gruseln kommt.

Glückliches England, das sich solch einen pausbäckigen Schreihals an die nährende Mutterbrust gelegt hat! Dieselbe Gesinnung kommt zum Ausdruck in einer Rede des Stabschefs des Lagers der Nationalen Einigung, Oberst Wenda, der auf einer Kundgebung auf dem Pilsudskiplatz in Warschau am 7. Mai erklärte, „die preußischen Herrscher hätten einmal den polnischen Königen gehuldigt. Die Erinnerung hieran sollte eine Warnung für die Nachbarn sein, die durch leichte Eroberungen übermütig geworden seien und Lebensraum auf uraltem polnischem Boden suchten“. Das ist offenbar ein großartiger Aspekt für den vollkommen aus den Fugen geratenen polnischen Chauvinismus. Warum sollten nicht, wie ehemals die preußischen Herrscher, nun auch die nationalsozialistischen Volksführer der polnischen Regierung in Warschau einmal huldigen müssen? Warum sollte nicht das polnische Volk, das sich ja anschickt, die Herrschaft über ganz Europa anzutreten, die Deutschen schon jetzt wie einen unterworfenen Barbarenstamm behandeln? Jedenfalls stimmt das durchaus mit der Tatsache überein, daß in Polen eine Landkarte in einer Volksausgabe verbreitet wird, auf der eine rote Linie das Gebiet der angeblich geschichtlichen Ausdehnung des polnischen Staates umreißt.

Danach liegen Rostock und Berlin hart an der polnischen Grenze, während Leipzig und Dresden endgültig für uns verloren sind. Nun wissen wir ja, was uns blüht. Wir brauchen uns über unsere nationale Zukunft keinerlei Illusionen mehr zu machen. Die Polen werden uns mit Haut und Haaren verzehren. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, wann sie an die Aufteilung der Beute gehen. Wiederum versagen wir uns jede nähere Kommentierung dieser publizistischen Exzesse. Wir wollen auch gar nicht dabei verweilen, daß sie zum Teil von Persönlichkeiten begangen werden, die in außerordentlich maßgeblichen Stellungen des öffentlichen Lebens in Polen stehen. Wir registrieren für heute nur die Folgen, die aus dieser chauvinistischen Amokläuferei entstehen. Denn es ist klar, daß die polnische Öffentlichkeit durch eine solcherart lärmende Publizistik vollkommen aus der Fassung gebracht, nun jedes Maß für die tatsächlichen Machtverhältnisse verliert und in Ermangelung der Schlacht bei Berlin, bei der wir bekanntlich zusammengehauen werden, vorläufig einmal ihren Tatendurst in haarsträubenden Ausschreitungen gegen wehrlose deutsche Minderheiten stillt.

Die Straße gibt Antwort! Der Verkauf und das Auslegen deutscher Zeitungen ist seit dem 4. Mai in den meisten polnischen Städten verboten. In Kattowitz wurden am 5. Mai in einem großen Zeitungsvertrieb sämtliche vorhandenen reichsdeutschen Zeitungen und Zeitschriften, insgesamt 20 000 Stück, beschlagnahmt und in Polizeikraftwagen fortgeschafft. Während eines nächtlichen Appells am Vorabend des polnischen Nationalfeiertages verbrannten polnische Aufständische in Romanshof auf einem Scheiterhaufen eine Strohpuppe, die den Führer darstellte. In Schmährufen wurde diese schwerste Beleidigung des deutschen Volkes gefeiert. In Posen fand in der Nacht zum 5. Mai eine Hetzversammlung statt, bei der die Menge eine Puppe mitführte, die den Führer am Galgen darstellte. Aus der Menge ertönten wilde Beleidigungen gegen Deutschland und Haßgesänge auf das Reich und seinen Führer. Am 29. April wurden in Gnesen neun Mädchen aus der deutschen Volksgruppe zu Gefängnisstrafen von zwei bis zehn Monaten verurteilt; sie hatten sich das Verbrechen zuschulden kommen lassen, Schriften des BDM. zu besitzen.

Bis zum 8. Mai wurden über 400 Volksdeutsche Einwohner aus Kreis und Stadt Neutomischl, zum größten Teil für dauernd, ausgewiesen. In Strasburg hielt der Starost eine Rede vor eingezogenen jungen Burschen des Dorfes Grabowiec, wobei er betonte, „daß die Deutschen ihr Recht verloren hätten, und daß jeder mit ihnen machen könne, was er wolle. Die Deutschen könnten beschimpft, mißhandelt und sogar totgeschlagen werden; es werde deshalb keiner zur Verantwortung gezogen“. Am Morgen des 2. Mai fanden einige deutsche Bauern in Lasznisitz ihre Hofhunde erschossen vor. Am Hoftor eines der Betroffenen war ein Zettel befestigt, der die Inschrift trug:

„Hunde und Vaterlandsverräter haben nichts in
Polen zu suchen, raus mit der deutschen Schweinerei aus Polen.“

Der Volksdeutsche Lüttkeaus Samotschin wurde vom Amtsgericht in Margunin zu eineinhalb Jahren Gefängnis und 150 Zloty Geldstrafe verurteilt. In der Urteilsbegründung erklärte der Richter wörtlich:


„Polnisch sprechen können Sie nicht, aber polnisches Brot fressen und die polnische Luft verpesten, das können Sie.“

Das sind nur einige Blütenlesen aus einem unübersehbar umfangreichen Material, das uns zur Verfügung steht, und das wir bisher im Interesse der allgemeinen Beruhigung der internationalen Atmosphäre der deutschen und der Weltöffentlichkeit noch vorenthalten haben. Jetzt aber müssen wir in aller Deutlichkeit die Frage aufwerfen: Wo haben sich in Deutschland Vorgänge auch nur annähernd ähnlicher Art gegen polnische Minderheiten abgespielt? Wo sind in Deutschland der polnische Staatspräsident oder andere führende Männer des polnischen öffentlichen Lebens so beleidigt und verunglimpft worden wie der Führer und das Reich bei diesen Vorgängen in Polen? Wo hat man bei deutschen Gerichten ähnlich gemeine und niederträchtige Urteilsbegründungen bei Strafen gegen Angehörige der polnischen Minderheit gefunden? Man wird uns vielleicht entgegenhalten, das seien Vorgänge, die sich im Volke selbst abgespielt hätten und die nicht die Billigung der verantwortlichen Kreise fänden. Wir müssen darauf erwidern, daß nach einem alten Sprichwort es aus dem Walde herausschallt, wie man hineinruft.

Es stände jederzeit in der Macht und in der Möglichkeit der polnischen Regierung, ihrer eigenen Presse jene Mäßigung aufzuerlegen, die notwendig ist, um die vorhandenen Spannungen zu zerstreuen. Die jüngste Rede des polnischen Außenministers Beck hat darüber kein Wort verloren. Im Gegenteil, sie erschöpfte sich in fadenscheinigen Argumenten, mit denen der polnische Standpunkt in der Frage Danzig und Korridor untermauert werden sollte. Diese Argumente sind von der deutschen Presse sachlich und ohne jede Erregung zurückgewiesen worden. Erwähnung verdient nur die Tatsache, daß selbst Herr Beck zugeben mußte, daß Danzig eine überwältigende Mehrheit deutscher Bevölkerung aufweist. Und das ist der springende Punkt. Alle anderen Fragen sind von sekundärer Bedeutung. Wenn Polen in Danzig seinen wirtschaftlichen Einfluß wahren wollte, so gab das Angebot des Führers ihm dazu hinreichend Möglichkeit. Deutschland hat niemals daran gedacht, Polen, wie Herr Beck behauptet, von der Ostsee abzudrängen. Der Vorschlag des Führers wurde trotz des in ihm enthaltenen weitgehenden Angebots wirtschaftlicher Art von der polnischen Regierung abgelehnt.

Polen hat dabei den uneingeschränkten Beifall der Pariser und Londoner Kriegshetzer gefunden. Diese ganze Clique von Panikmachern hatte ihre letzte Hoffnung darauf gesetzt, daß es ihr am Ende doch noch gelingen werde, Deutschland und Italien auseinanderzumanövrieren.

Die in Mailand ausgegebene Ankündigung des Abschlusses eines politischen und militärischen Paktes zwischen Deutschland und Italien hat nun auch diese Hoffnung zunichte gemacht. Es besteht keine Aussicht mehr darauf, die Achse Berlin—Rom zu zerstören oder auch nur zu gefährden. Die Macht, die sich um diese Achse konzentriert, ist groß und achtunggebietend. Wir haben es deshalb nicht nötig, uns in chauvinistischen Phrasen zu ergehen. Wir stehen Gewehr bei Fuß und warten der Dinge, die da kommen sollen.
Die polnische Öffentlichkeit aber täte gut daran, allmählich wieder aus ihrer nervösen Überhitzung zu erwachen und den Blick auf die gegebenen Realitäten zurückzulenken. Allerdings sind dafür im Augenblick leider noch keine Anzeichen zu entdecken. Das beweist auch jener besagte Schreiber des „Warszawski Dziennik Narodowy“, der sich am Schluß seiner Ausführungen in etwas nebulöse Geschichtsbetrachtungen verliert und dabei erklärt:

„ebenso wie wir hätten auch die deutschen Ordensmeister den litauischen Fürsten von Bündnissen mit Polen abgeraten und damit Zwietracht zwischen die natürlichen Verbündeten gesät. Wenn sie sich schon entzweit hatten, überfielen sie die Geschwächten, verbreiteten Feuersbrünste und Vernichtung und rotteten den verhaßten Volksstamm mit Stumpf und Stiel aus, um in das verwüstete Land Kolonisten aus Deutschland zu bringen. Damals habe die Geschichte jene Tatsache verzeichnet, daß ein Ordensritter Litauern, die sich bei ihm über die Bestialität der Ritter und Knappen beschwerten, höhnisch in litauischer Sprache erwiderte: „Ne suprantu!“ (Ich verstehe nicht!) Wenn nun der Großmeister der deutschen Propaganda (damit sind offenbar wir gemeint) heute das polnische Volk zum Verrat seiner eigenen Interessen zu bewegen suche, so werde er die eine Antwort hören: „Ne suprantu!“ Und wenn er frage: „Quo vadis, Polonia?“, so werde er die Antwort hören:

„Dorthin, wohin das polnische Schwert, das polnische Bajonett den Weg weisen!“

Wir ersparen es uns, auf die reichlich wirren Geschichtsbetrachtungen des Warschauer Blattes näher einzugehen, und schreiben nun unsererseits darüber das Wort: „Ne suprantu!“ Auch die hohlen, kriegsklirrenden Phrasen einer ärmlichen Schreiberseele aus der Redaktion des „Warszawski Dziennik Narodowy“ vermögen uns nicht aus der Ruhe zu bringen. Das polnische Volk soll in Gottes Namen weiter seine eigenen Interessen vertreten, und niemand von uns wird es daran zu hindern versuchen. Daß das polnische Bajonett ihm dabei den Weg weisen wird, interessiert uns im Augenblick nicht über Gebühr. Wir sprechen nur die Hoffnung aus, daß der dem polnischen Volk vom polnischen Bajonett gewiesene Weg nicht etwa in jener Richtung verläuft, die auf den in Polen verbreiteten neuen Landkarten
eingezeichnet ist und die die polnische Presse kurz vor den Toren Berlins enden läßt.

Denn in diesem Gebiet haben wir bereits unsere deutschen Bajonette als Wegweiser aufgestellt; und die werden im Bedarfsfalle keinen Zweifel darüber lassen, wo Polen aufhört und wo Deutschland anfängt.


Weitere seiner Aufsätze und Reden sind >>>HIER<<< zu finden.


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