Das schreckliche Wort von der Einkreisung – Aufsatz von Dr. Joseph Goebbels (1. Juli 1939)

Dr. Joseph Goebbels


(Entnommen aus: „Die Zeit ohne Beispiel“ von Dr. Joseph Goebbels, Seite 188 – 192)


Die Engländer sind ungehalten und sehr böse auf uns. Sie ergehen sich in den letzten Tagen in ihren Zeitungen und Rundfunksendungen in larmoyanten Klagen über Deutschland, seine Politik und vor allem seine, wie sie sagen, antibritische Polemik in der Presse. Sie bedauern unsere Barschheit und den rauhen Ton unserer Sprache. Mit vielen „Huchs“ und „Nein, wie kann man nur!“ spielen sie, wie immer, wenn es ihnen schlecht geht, die Gouvernante der gesitteten Menschheit.

Sie schrecken dabei auch gar nicht davor zurück, uns Dinge und Redewendungen zu unterschieben, die in keiner Weise den Tatsachen entsprechen, nur damit sie besser dagegen polemisieren können und ihre pikfeine Moral um so drastischer in die Erscheinung tritt. Sie schlagen die Hände über dem Kopf zusammen und jammern, Großbritannien genieße in Deutschland nicht einmal mehr Achtung. Aber auch diese Tour kennen wir, und auch darauf fallen wir nicht mehr herein. Der britische Premierminister Chamberlain erklärte kürzlich in einer Rede, er wünsche den Augenblick herbei, wo man mit vernünftigen Leuten wieder vernünftig reden könne. All right, das kann geschehen! Die Engländer mögen uns allerdings verzeihen, wenn wir darauf etwas barsch und laut antworten. Denn wir befinden uns in der wenig beneidenswerten Rolle des in einem finsteren Walde bis aufs Hemd ausgeplünderten harmlosen Passanten, der nun von einem, der ihm die Uhr weggenommen hat und sie ihm zu allem Überfluß noch
provokatorisch vor der Nase herumtanzen läßt, zu einem freundschaftlichen Gespräch aufgefordert wird. In einer solchen Situation legt man im allgemeinen auf gute Umgangsformen keinen gesteigerten Wert.

Die Engländer sagen, wir hätten sie als Idioten beschimpft. Davon kann natürlich überhaupt keine Rede sein. Schon die Höflichkeit verbietet uns eine so drastische Charakterisierung. Wir haben auch nicht, wie sie behaupten, darüber frohlockt, daß man, wie ihre eigenen Zeitungen meldeten, ihren feinen Gentlemen in Tientsin die gebügelten Hosen ausgezogen hat. Da sei Gott davor! Wir haben
das nur wiedergegeben. Sollte es nicht den Tatsachen entsprechen, so nehmen wir das gebührend zur Kenntnis; aber wir haben es, wie gesagt, in der Hauptsache in englischen Blättern gelesen, und wir können doch nicht glauben, daß die Engländer sich selbst die Hosen ausgezogen haben in der Meinung, sie würden, so nackt dastehend, bei uns und bei anderen Völkern Mitleid erregen. Ein Mann, dem man auf offener Straße die Hosen auszieht, wirkt immer lächerlich, auch wenn es sich um einen Engländer handelt; und im übrigen kann man das bei ausgezogenen Hosen meistens gar nicht feststellen, höchstens nur, daß er ein Mann, nicht aber, daß er ein Engländer ist. Wir sind auch darüber in keiner Weise etwa in ein Triumphgeheul ausgebrochen; wir haben das nur schlicht und sachlich festgestellt und daraus gefolgert, daß es um die Macht des Empire jedenfalls nicht mehr so bestellt sein kann wie vor etwa zwanzig Jahren, da gleich eine kleine englische Rotte auszulaufen pflegte, wenn einem Sohne Albions irgendwo in der Welt auch nur ein Haar gekrümmt, geschweige die Hosen ausgezogen wurden. Und dann lasen wir in den Zeitungen die drohenden Anfragen und tönenden Reden englischer Parlamentarier und Staatsmänner im Unterhaus, so, als wenn die Flotte schon unterwegs wäre. Aber der Dampf, den wir sahen, kam nicht aus den Schornsteinen auslaufender Kriegsschiffe Seiner Majestät; es handelte sich vielmehr nur um den Dampf, den die Engländer selbst hatten, und zwar vor den Komplikationen, vor die sie durch ihre eigene —ferne sei es von uns zu sagen, idiotische — Politik gestellt waren.

Und das fanden wir lächerlich; rund heraus gesagt, lächerlich fanden wir das. Das wird doch wohl noch erlaubt sein. Und beschämend zugleich kam uns das vor. Die Engländer forschen, wie sie selbst sagen, nach einem Weg, um zum deutschen Volke zu sprechen. Es gibt einen solchen: den über den Führer. Alle anderen Wege aber sind versperrt. Die englischen Wahrheitsfanatiker, die noch einen zweiten suchen und zu finden hoffen, wirken auf uns etwas zurückgeblieben. Sie kommen uns vor wie jemand, der vor zehn Jahren einbalsamiert wurde, jetzt plötzlich wieder zum Leben erwacht und gar nicht verstehen kann, daß sich in der Welt mittlerweile einiges geändert hat. Die Engländer können das nicht verstehen, oder sie tun nur so, als verständen sie es nicht, Sie empören sich darüber, daß wir eine Einkreisung auch Einkreisung nennen. „Dieses schreckliche Wort“, so sagte kürzlich noch einer ihrer maßgebendsten Männer, „ist von der deutschen Propaganda erfunden worden, um unsere friedliche Gesinnung zu diskreditieren.“

Gut gebrüllt, Löwe! „Plötzlich stürzten sich auf ein Kommando Scharen Polizei auf die Vorwärtsmarschierenden, und es hagelte Knüppelhiebe mit den stahlbeschlagenen Lathis auf ihre Köpfe. Nicht einer der Demonstranten hob auch nur einen Arm, um die Hiebe abzuwehren. Sie fielen um wie Kegel. Von meinem Platz aus hörte ich das widerliche Geräusch der Schläge auf den ungeschützten Schädeln. Die wartenden Massen der Zuschauer stöhnten und zogen die Luft durch die Zähne, jeden Hieb mitempfindend. Die Erschlagenen fielen zuckend hin, bewußtlos oder sich vor Schmerzen windend, mit Schädelbrüchen oder zerschmetterten Schultern. In zwei oder drei Minuten war der Boden mit Menschen bedeckt. Große Blutflecke erschienen auf den weißen Gewändern. Die anderen schritten, ohne aus den Reihen zu brechen, schweigend und hartnäckig weiter, bis man sie niederschlug.“
So schreibt der gewiß unverdächtige amerikanische Journalist Web Miller in seinem Buch, das er vor einiger Zeit unter dem Titel „Ich fand keinen Frieden“ herausgab. Wer hier geschlagen wurde, das waren Gandhi-Anhänger, die nur Salz aus dem Meer gewinnen wollten; und wer sie schlug, das waren englische Truppen, die auf Befehl Londons verhindern mußten, daß arme indische Menschen in ihrem eigenen Lande aus ihrem eigenen Meer Salz holten, von dem die Gentlemen in London keine Steuern bekamen.

Das ist die Friedfertigkeit der feinen Kavaliere, die jetzt, wie berichtet wurde, in Tientsin die Hosen ausgezogen bekamen. Wenn es nicht stimmen sollte, dann freut uns das; wenn doch, dann hat man die Engländer wahrscheinlich nicht ohne jeden Grund entkleidet. Wir Deutschen eignen uns nicht zur Philosophie der Gewaltlosigkeit, die von Gandhi vertreten wird. Uns kann man nicht mit stahlbeschlagenen Lathis die Kopte zertrümmern, ohne daß wir auch nur einen Arm heben, um die Hiebe abzuwehren.

Wir lassen es erst gar nicht soweit kommen; wir sind entschlossen, uns mit unseren eigenen Lathis zur Wehr zu setzen, und schlagen im Bedarfsfall vorsorglicherweise unserseits die Gentlemen dahin, wohin die Gentlemen uns schlagen möchten. Wenn sie könnten, wohlverstanden. Der Tatbestand ist doch folgender: Die Engländer machen die Einkreisung, und wir wehren uns dagegen. Das ist alles. Ein schreckliches Wort, die Einkreisung! Aber noch schrecklicher ist doch wohl die Sache selbst, nicht wahr? Und die ist gemeint. Daß jetzt nicht alles so klappt, wie London sich das gedacht und vorgestellt hatte, ist peinlich, und mehr als peinlich, aber doch nicht unsere Schuld. Daß die polnischen Chauvinisten sich wie freche Lausbuben benehmen und die sogenannte Nervenkrise durch ihr großsprecherisches Lärmen nur verstärken, wer anders gab ihnen die Erlaubnis dazu als England selbst? Sie sind doch nur die Stimme ihres Herrn. Daß Moskau den Engländern den Daumen auf die Kehle drückt, wer könnte es ihm verdenken angesichts der mehr als schwachen Position, in der London sich befindet? Daß Tokio dem britischen Löwen Fußtritte versetzt, nachdem er sich durch sein Engagement in allen strittigen europäischen Fragen höchstselbst an allen vieren gefesselt hat, das ist nun einmal so im Leben. Wir sollten darüber triumphieren?

Wir denken nicht daran. Wir registrieren das nur und ziehen daraus unsere Schlüsse. Uns imponieren englische Drohungen nicht mehr. Wir bleiben dabei gänzlich kalt und ungerührt. Selbst wenn wir von Natur aus ängstlich wären — wir sind das nicht! —, warum sollten wir ausgerechnet jetzt Angst vor England haben? Was London nun tun soll? Sehr einfach: das Steuer seiner Politik herumwerfen; keine Reden halten, sondern Taten zeigen! Was wir denn eigentlich von ihm wollen? Ebenso einfach: daß das uns angetane Unrecht wieder gutgemacht wird! Welches Unrecht wir meinen? Wir nehmen an, daß England nicht ein so verhärtetes Gewissen besitzt, daß es bei einigem Nachdenken nicht selbst herausfinden könnte, worüber Deutschland sich zu beklagen hat! Also frischauf zur Tat! Und vor allem nicht auf die Zeit hoffen! In Anbetracht des bei uns herrschenden Kräftemangels haben wir die längst schon für uns engagiert. Die steht in unseren Diensten und arbeitet für unsere Sache.

Die Chancen werden für die von England geführte Einkreisungsfront nicht günstiger, sondern von Tag zu Tag ungünstiger. Wir glauben auch diesmal in der Sprache wieder sehr verbindlich geblieben zu sein. Daß die Sachen hart klingen, das liegt an den Sachen selbst; das ist nicht unsere Schuld. Die deutsche Propaganda schildert nur Tatbestände. Wenn sie peinlich und unangenehm wirken, so mag das den Nerven zartbesaiteter englischer politischer Wanderprediger wehe tun, uns aber geniert das nicht. London soll also nicht die Rauheit unserer Sprache bemängeln, sondern vielmehr die Rauheit der Situation erkennen, in der England sich augenblicklich durch seine eigene Schuld befindet. Wir können uns wohl vorstellen, daß die dafür Verantwortlichen uns die Pest an den Hals wünschen. Aber auch das ist für uns kein Grund zum Weinen. „Der Versailler Vertrag war viel zu milde!“, schrieben dieser Tage die Blätter ihrer polnischen Freunde. Wir wissen also gottlob, was uns blühte, wenn sie uns noch einmal so einen Vertrag aufzwingen könnten. Und darum wird sich das nicht wiederholen. Niemals! Niemals! Niemals!

Dafür hat der Führer gesorgt, und dafür sorgt mit ihm das ganze deutsche Volk. Darum soll England keine Ausflüchte mehr machen, keine leeren Drohungen deklamieren und keine albernen Bluffs arrangieren, sondern Taten zeigen, nichts als Taten!


Weitere seiner Aufsätze und Reden sind >>>HIER<<< zu finden.


Deutscher lies die Bücher von Dr. Joseph Goebbels!

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