Das kommende Europa – Rede von Dr. Joseph Goebbels (11. September 1940)

Dr. Joseph Goebbels

(Entnommen aus: „Die Zeit ohne Beispiel“ von Dr. Joseph Goebbels, Seite 314 – 323)


Rede an die tschechischen Kulturschaffenden und Journalisten

Ich begrüße es, daß ich Gelegenheit habe, vor Ihnen eine Reihe von Fragen zu besprechen, die meiner Ansicht nach zur Bereinigung des Verhältnisses des Reiches zum Protektorat einmal in aller Offenheit ausgesprochen werden müssen. Und zwar halte ich es trotz der kriegerischen Ereignisse für nötig, daß dies zum jetzigen Zeitpunkt geschieht. Denn es steht zu befürchten, daß, wenn der Krieg zu Ende ist, diese Fragen nicht mehr mit der Sachlichkeit besprochen werden können, wie das jetzt der Fall ist.

Sie werden sich als geistige Menschen darüber im klaren sein, daß sich augenblicklich das größte historische Drama abspielt, das die Geschichte der europäischen Menschheit überhaupt kennt. Ich bin fest davon überzeugt — wie sollte es anders sein! —, daß dieses Drama sich zu unseren Gunsten entscheidet.

In dem Augenblick, in dem die englische Macht zu Boden stürzt, ist uns die Möglichkeit gegeben, Europa neu zu organisieren, und zwar nach Gesichtspunkten, die den sozialen, wirtschaftlichen und technischen Möglichkeiten des zwanzigsten Jahrhunderts entsprechen. Unser Deutsches Reich hat vor etwa hundert Jahren einen ähnlichen Prozeß durchgemacht. Es ist damals genau so in viele Teile, größere und kleinere, zerspalten gewesen, wie das heute mit Europa der Fall ist. Diese Kleinstaaterei war so lange erträglich, als die technischen Hilfsmittel, vor allem die Verkehrsmittel, noch nicht so weit ausgebaut waren, daß der Übertritt von einem kleinen Land ins andere eine zu kurze Zeit beansprucht hätte. Durch die Erfindung der Dampfkraft aber wurde der alte Zustand unmöglich gemacht. Denn, wenn man bisher, um von einem kleinen Land ins andere zu kommen, etwa vierundzwanzig Stunden brauchte, so benötigte man nun nach der Begründung der Eisenbahn für diesen Weg sagen wir nur noch drei oder vier Stunden. Wenn man also vor Erfindung der Dampfkraft immerhin vierundzwanzig Stunden reisen mußte, bis man an eine neue Zollschranke kam, dann brauchte man jetzt zuerst fünf, dann drei, dann zwei, schließlich eine halbe Stunde, so daß dieser Zustand dann auch für den föderalistischsten Fanatiker ein Nonsens wurde.

Es hat auch damals Kräfte im Reich gegeben, die versuchten, diesen Zustand auf dem Verhandlungswege zu überwinden. Diese Kräfte sind durch die geschichtliche Entwicklung widerlegt worden, und zwar auf eine Weise, wie sie häufiger festzustellen ist. Die Geschichte vollzieht sich doch nach härteren Gesetzen, als sie im allgemeinen am Verhandlungstisch zu gelten pflegen. Sie kennen vielleicht das Wort Bismarcks aus den damaligen Jahren, daß nicht durch Reden und Beschlüsse die deutsche Einheit vollzogen würde, sondern daß sie einmal mit Blut und Eisen geschmiedet werden müsse. Dieses Wort ist damals viel umstritten worden, es hat aber später seine geschichtliche Berechtigung erhärtet. Tatsächlich ist ja auch die Einheit des Reiches in den Schlachten geschmiedet worden. Es wurden dabei eine ganze Menge von Eigentümlichkeiten der einzelnen Länder, von Vorurteilen, Beengtheiten, kirchturms-politischen Vorstellungen überwunden. Sie mußten überwunden werden; denn sonst wäre das Reich nicht in der Lage gewesen, seine Einheit zu vollziehen, um in dem großen Konkurrenzkampf der Mächte in Europa mit anzutreten. Daß wir überhaupt eine Staatspolitische Einigung vollziehen konnten, ist darauf zurückzuführen, daß wir damals diese beengenden Schranken überwunden haben.

Selbstverständlich hat sich damals der Bayer oder der Sachse oder der Württemberger oder der Badener oder der Schaumburg-Lipper irgendwie übervorteilt gefühlt; bis dann am Ende doch unter der Dynamik dieses neuen Zustandes sich die Vorurteile mehr und mehr abschliffen und die Blicke der Menschen sich stärker auf die großen Ziele hin richteten, die nun dem Reich gestellt waren. Es ist selbstverständlich, daß der Bayer ein Bayer blieb, der Sachse ein Sachse, der Preuße ein Preuße. Aber sie haben über diese stammesmäßigen Beengtheiten hinaus eine Gemeinsamkeit gesehen und dann auch im Laufe der Jahrzehnte verstehen gelernt, daß erst
unter Berücksichtigung dieser Gemeinsamkeit eine ganze Reihe Fragen wirtschaftlicher, finanzieller, außenpolitischer und militärischer Art gelöst werden konnten. Die Größe des Reiches ist auf diesen Prozeß zurückzuführen — einen Prozeß, der uns heute fast selbstverständlich erscheint, den damals aber die Zeitgenossen nicht immer verstehen wollten und konnten. Sie waren so in der Zeit und ihren Vorurteilen verhaftet, daß sie nicht die Kraft besaßen, über diese Zeit hinauszublicken und sich einen Zustand konstruktiv
vorzustellen, der einmal kommen würde, den aber nur die Seher der damaligen Zeit vorausgesehen und auch vorbereitet haben. Heute nun ist nicht mehr die Eisenbahn das moderne Verkehrsmittel unserer Zeit, sie ist mittlerweile vom Flugzeug abgelöst worden. Den Raum, den wir ehedem mit der Eisenbahn in zwölf Stunden durchquerten, durchqueren wir heute in einem modernen Flugzeug in anderthalb oder einer Stunde. Die Technik hat nicht nur Stämme, sondern auch Völker viel näher zusammengerückt, als das früher überhaupt vorstellbar war. Während man früher vierundzwanzig Stunden benötigte, um auf dem Umweg über die Presse von Berlin nach Prag zu sprechen, brauche ich heute dafür nicht eine Sekunde. Wenn man an dieses Mikrophon herantritt, kann man im selben Augenblick in Prag, in der Slowakei, in Warschau, in Brüssel und Den Haag gehört werden. Während ich früher zwölf Stunden brauchte, um mit der Eisenbahn nach Prag zu fahren, fliege ich heute im Flugzeug in einer Stunde dorthin. Das heißt: die Technik hat wiederum einmal ein Jahrhundert später nun die Völker näher zusammengerückt. Es ist gewiß kein Zufall, daß diese technischen Hilfsmittel gerade jetzt entstanden sind. Denn es sind ja der Menschen mehr geworden in Europa, und die Vielzahl von Menschen hat die europäische Gesellschaft vor ganz neue Probleme
gestellt — Probleme ernährungs- und wirtschaftspolitischer, finanzieller und militärischer Art.

Durch die Zuhilfenahme dieser technischen Errungenschaften sind nun selbstverständlich auch die Kontinente einander näher gerückt. Unter den europäischen Völkern aber bricht sich mehr und mehr das Bewußtsein Bahn, daß vieles von dem, was wir untereinander auszumachen haben, im Grunde doch nur Familienstreitigkeiten sind, gemessen an den großen Fragen, die heute die Kontinente zu lösen haben. Ich bin nun fest davon überzeugt: genau so, wie wir heute nur noch mit einem gewissen Lächern auf die kirchturmshorizontartigen Auseinandersetzungen der deutschen Stämme aus den vierziger und fünfziger Jahren des vorigen Jahrhunderts zurückschauen, werden sich in fünfzig Jahren unsere nachfolgenden Geschlechter mit einer gewissen Belustigung die Auseinandersetzungen vor Augen führen, die sich augenblicklich politisch in Europa abspielen. Sie werden in den „dramatischen Völkerkonflikten“ mancher kleinen europäischen Staaten nur noch Familien-Streitigkeiten sehen. Ich bin überzeugt, in fünfzig Jahren wird man nicht mehr nur in Ländern denken — viele unserer heutigen Probleme sind dann vollkommen verblaßt, und es wird nicht viel mehr von ihnen übriggeblieben sein, man wird dann auch in Kontinenten denken, und ganz andere, vielleicht viel größere Probleme werden auch das europäische Denken erfüllen und bewegen. Sie dürfen nun keineswegs glauben, daß wir, wenn wir einen gewissen Ordnungsprozeß in Europa vollziehen, das tun, um einzelnen Völkern das Leben abzuschneiden. Es muß meiner Ansicht nach der Freiheitsbegriff eines Volkes in Übereinstimmung gebracht werden mit den Gegebenheiten, vor denen wir heute stehen, und mit einfachen Fragen der Zweckmäßigkeit.

Wie in einer Familie nicht ein Familienmitglied das Recht haben kann, dauernd durch seine Eigensüchte den inneren Frieden zu stören, so darf auch ein Einzelvolk in Europa auf die Dauer nicht die Möglichkeit haben, sich einem allgemeinen Ordnungsprozeß
zu widersetzen. Wir haben nun an sich niemals die Absicht gehabt, diesen Ordnungs- oder Umorganisationsprozeß Europas mit Gewalt durchzuführen. Wenn wir als großdeutsch denkende Menschen kein Interesse daran haben, die wirtschaftlichen, kulturellen oder
sozialen Eigenheiten etwa des bayerischen oder des sächsischen Stammes zu verletzen — so kann es ebensowenig in unserem Interesse liegen, die wirtschaftlichen, kulturellen oder sozialen Eigenheiten, sagen wir des tschechischen Volkes zu verletzen. Nur muß dann doch zwischen diesen beiden Völkern eine klare Verständigungsbasis geschaffen sein. Wir müssen uns entweder als Freunde oder als Feinde begegnen. Und ich glaube, so weit kennen Sie uns nun schon aus unserer Vergangenheit; die Deutschen können furchtbare Feinde, aber auch sehr gute Freunde sein. Wir können einem Freund die Hand reichen und wirklich loyal mit ihm zusammenarbeiten, wir können aber auch einen Feind bekämpfen bis zur Vernichtung.

Die Völker, die sich in diesen Ordnungsprozeß schon hineingefügt haben oder noch hineinfügen, stehen nun vor der Frage, ob sie diesen Einfügungsprozeß gern und aus willigem Herzen, sozusagen aus Loyalität mitmachen, oder ob sie sich ihm innerlich widersetzen wollen. An den Tatsachen selbst ändern sie dadurch nichts. Sie dürfen überzeugt sein, daß die Achsenmächte, wenn England zu Boden geworfen ist, an den machtpolitischen Tatsachen einer Neuorganisation Europas nach großen politischen, wirtschaftlichen und sozialen Gesichtspunkten nichts mehr ändern lassen werden. Wenn England daran nichts zu ändern vermag, wird das auch das tschechische Volk nicht fertigbringen. Wenn Sie aus der Geschichte der jüngsten Zeit gelernt haben, dann werden Sie wissen, daß an dem machtpolitischen Zustand von heute nichts mehr geändert werden kann und auch nichts mehr geändert werden wird. Deshalb also, meine Herren —und ich spreche jetzt einmal ganz realpolitisch, ohne jeden Appell an das Sentiment —: Ob Sie diesen Zustand billigen oder nicht, ist gleichgültig; ob Sie ihn mit dem Herzen begrüßen oder nicht, ist unerheblich; an dem Zustand selbst ändern Sie nichts. Nun bin ich der Meinung: wenn man an einem Zustand nichts ändern kann und die gewiß auch vorhandenen Nachteile dieses Zustandes sowieso in Kauf nehmen muß, dann würde man töricht sein, wollte man sich nicht auch seine Vorteile sichern. Wenn Sie sowieso Bestandteil des Reiches geworden sind, dann sehe ich nicht ein, weshalb das tschechische Volk sich in eine innere Oppositionsstellung zum Reich stellen und nicht lieber die Vorteile des Reiches für sich in Anspruch nehmen sollte.

Sie haben gewiß eine ganze Reihe von politischen Zugeständnissen machen müssen. Ich weiß, daß das für Sie nicht angenehm gewesen sein mag, niemand kann das besser verstehen als ich. Ich weiß, daß Sie auf gewisse Dinge, die Sie in der Vergangenheit geliebt und geschätzt haben, verzichten mußten, und ich weiß, daß man sich an einen so neuen Zustand nicht von heute auf morgen sozusagen über Nacht angleichen kann. Da sind gewisse Reibungsflächen, die sich an Ort und Stelle viel härter und schärfer ansehen als etwa aus der Perspektive des Reiches heraus.

Aber nochmals: Wenn Sie die Nachteile nun einmal für sich in Kauf nehmen müssen, bin ich der Meinung, daß Sie dann auch die Vorteile in Anspruch nehmen sollten. Ich möchte das an einem Beispiel erklären: Wir haben 1933 vor der Frage gestanden, die Judenfrage zu lösen. Daß wir Judengegner waren, hatte sich auch schon bis 1933 allgemein in der Welt herumgesprochen. Die Nachteile des Antisemitismus in der Weltpropaganda bekamen wir also sowieso zu spüren; da konnten wir uns also getrost auch die Vorteile sichern und die Juden heraussetzen. Wenn wir sowieso in der Welt als Judengegner bekämpft und verleumdet wurden — warum sollten wir da nur die Nachteile für uns in Kauf nehmen müssen, nicht aber zugleich auch die Vorteile, nämlich den Ausschluß der Juden aus dem Theater, dem Film, dem öffentlichen Leben und der Verwaltung. Wenn wir dann noch weiter als Judengegner angegriffen wurden, konnten wir wenigstens mit gutem Gewissen sagen: Es lohnt sich, wir haben ja etwas davon.

Sie, meine Herren, haben jetzt einen Einblick in das Reich getan, und ich habe großen Wert darauf gelegt, daß Sie diese Reise machten, bevor ich mit Ihnen zusammenkam. Sie haben das Reich im Kriege gesehen, und Sie werden sich ungefähr eine Vorstellung davon machen können, was es im Frieden bedeuten wird. Dann wird unser großes volksstarkes Reich neben Italien praktisch die Führung Europas übernehmen. Daran ist gar nichts mehr zu drehen und zu, deuteln. Das heißt also für Sie: Sie sind jetzt schon ein Glied eines großen Reiches, das sich eben anschickt, Europa eine neue Ordnung zu geben. Es will die Schranken, die die europäischen Völker noch voneinander trennen, niederreißen und ihnen den Weg zueinander ebnen. Es will einen Zustand beenden, der auf die Dauer selbstverständlich die Menschheit nicht befriedigen kann. Wir vollziehen hier also ein Reformwerk, von dem ich überzeugt bin, daß es einmal mit ganz großen Buchstaben in das Buch der europäischen Geschichte eingeschrieben werden wird. Können Sie sich vorstellen, was das Reich dann nach dem Kriege bedeuten wird?

Sie wissen, daß wir uns auf das eifrigste bemühen, neben dem politischen Aufstieg des Reiches auch einen solchen auf kulturellem und wirtschaftlichem Gebiet durchzuführen. Sie wissen, daß wir das Volk selbst an diesen Maßnahmen und ihren Ergebnissen teilnehmen lassen wollen. Ich nehme ein Beispiel: Während wir bisher mit dem deutschen Film unsere 86 Millionen Deutschen versorgten, steht uns in Zukunft ein Absatzgebiet von unermeßlicher Ausdehnung zur Verfügung. Es liegt bei Ihnen, ob Sie daran teilhaben oder ob Sie sich in eine stille Passivität zum Reich stellen wollen. Sie werden uns zutrauen, daß wir im zweiten Falle genügend Mittel und Möglichkeiten hätten, um beispielsweise den tschechischen Film zu unterdrücken. Das wollen wir aber gar nicht. Im Gegenteil, wir möchten ihn an unserem großen Absatzgebiet teilnehmen lassen. Ebensowenig wollen wir Ihr Kulturleben unterdrücken. Im Gegenteil, wir möchten, daß Ihnen ein reicher Austausch ermöglicht wird.

Das kann natürlich nur auf der Basis der Loyalität geschehen.Sie müssen sich also innerlich zu dem heutigen Zustand bekennen und dürfen sich nicht ein Hinterpförtchen offenlassen und dabei denken: „Wenn es mal schiefgeht, kann ich dadurch entschlüpfen.“ Nehmen Sie ein Beispiel aus der Geschichte der nationalsozialistischen Bewegung als Vergleich: Eine Anzahl von Mitgliedern unserer Partei trägt ein besonderes Abzeichen mit einem goldenen Kranz darum; damit dokumentieren sie: „Ich habe schon zum Nationalsozialismus gestanden, als es da noch nichts zu erben gab; ich habe für diese Bewegung gekämpft, als sie noch nicht an der Macht war.“ Sie haben ihr Bekenntnis zu ihr schon zu einer Zeit vollzogen, in der der Sieg der Bewegung noch nicht ganz eindeutig war.

Denn sich zu einer Sache bekennen, wenn sie eindeutig ist, ist keine Kunst. Wenn Sie also Ihre Loyalität erst bekunden wollen, wenn der Sieg endgültig errungen ist — meine Herren, dann werden uns so viele ihre Loyalität versichern, daß wir dann daran kein sonderliches
Interesse mehr haben. Ich bin der Meinung, daß Sie sich mit diesem Problem auseinandersetzen müssen. Auch ich habe das getan. Ich habe beispielsweise in der letzten Zeit eine ganze Reihe von tschechischen Büchern gelesen, eine ganze Reihe von tschechischen Filmen gesehen, ich habe eine ganze Reihe von Berichten über tschechische Kulturarbeit entgegengenommen; und ich habe es eigentlich bedauert, daß ich diese Ergebnisse Ihres Kulturlebens nicht in größerem Umfang dem deutschen Volke zur Kenntnis bringen konnte. Aber zunächst muß diese Bereinigung stattfinden. Von einer Reihe von tschechischen Filmen zum Beispiel wünschte ich, daß ich sie dem deutschen Volk zeigen könnte. Wollen Sie sich für Ihre Filme mit Ihrem tschechischen Volk als Absatzgebiet begnügen, oder wollen Sie sie nicht lieber im ganzen Reich verbreitet sehen? Erfüllt es nicht auch Sie mit Stolz, daß Sie, wenn Sie nach Hamburg kommen, sich sagen können: „Das ist auch meine Hafenstadt.“ Und wenn Sie die deutsche Flotte sehen: „Das ist die Flotte, die auch unser Leben beschützt!“, und wenn Sie die heroischen Heldentaten der deutschen Wehrmacht verfolgen: „Das ist die Wehrmacht, die auch unser Volk beschützt, die auch um uns die eiserne Klammer ihres Schutzes gelegt hat!“ Das würde ich für viel nutzbringender und befriedigender halten, als zu sagen: „Na, wir müssen zwar mitgehen!“, aber in der letzten, tiefsten Falte Ihres Herzens noch Vorbehalte zu machen. Darüber müssen Sie sich und muß auch das tschechische Volk sich entscheiden.

Sagen Sie nicht, das tschechische Volk will so oder will so. Ich glaube, ich kann auf dem Gebiet der Volksführung einige Erfahrungen für mich in Anspruch nehmen. Ein Volk denkt so, wie seine Intelligenzschicht es zu denken lehrt; es hat immer die Vorstellungen, die seine geistige Führung besitzt. Sollte Ihre geistige Führung nun nicht in allem Ernst vor das tschechische Volk hintreten und ihm klarmachen, daß es sich jetzt entscheiden muß? Sollte sie ihm nicht sagen, daß. dieses tschechische Volk vielleicht doch den besten Teil gewählt hat? — Sie haben Rotterdam gesehen; gerade Sie können jetzt den damaligen geschichtlichen Entschluß Ihres Staatspräsidenten in seinem vollen Werte ermessen.

Niemand soll sagen: „Ja, man hätte das überhaupt vermeiden können!“ Unser Handeln entspringt keineswegs einer Laune. Auch wir sind ja nur Diener eines geschichtlichen Schicksals; wir können gar nicht anders handeln, als wir es tun. Wir sind nur die Vollzieher und Vollstrecker eines geschichtlichen Auftrages. Man soll nicht sagen: „Wenn es keine Nationalsozialisten gäbe, dann wäre Ruhe in Europa.“ Nein, dann wären eben andere da, die an unserer Stelle handeln müßten. Wenn eine Zeit reif geworden ist, muß sie sich erfüllen, so wie der Apfel vom Baum fällt, wenn er reif ist. Wir können uns nicht gegen das Schicksal zur Wehr setzen, es würde uns überrennen. Mit anderen Worten: Sie stehen vor der Wahl, Ihrem Volk diesen Tatbestand klarzumachen, ihm unter größeren Gesichtspunkten, als es bisher geschehen ist, die geschichtlichen Aufgaben vor Augen zu führen, vor denen Europa steht.

Ich glaube, wenn Sie sich die Entwicklung gerade des vergangenen Kriegsjahres noch einmal ins Gedächtnis zurückrufen, werden Sie doch zu dem Ergebnis kommen: „Vielleicht haben wir Tschechen den besten Teil gewählt. So, wie es vorher war, ging es doch nicht mehr. Es wäre nur möglich gewesen, wenn Deutschland ständig zu Boden gedrückt worden wäre, das aber ist undenkbar.“ Sie haben heute die Möglichkeit, sich sämtliche Vorteile zu eigen zu machen, die das große Deutsche Reich zu bieten hat. Sie haben unseren garantierten Schutz. Niemand greift Sie an.

Sie hätten auch die Möglichkeit, nun die Vorteile Ihres Volkstums ganz Deutschland zu vermitteln. Sie hätten die Möglichkeit, Ihre Musik in das Reich auszuführen. Ihre Filme, Ihre Literatur, Ihre Presse, Ihren Rundfunk. Sie wissen, daß das deutsche Volk kulturell
immer sehr aufgeschlossen und empfangsfreudig gewesen ist. Wir wollen und können das auch gar nicht ändern. Denn wir sind keine Diktatoren, sondern Vollstrecker des Willens unseres Volkes.
Wie gesagt, wir bieten Ihnen die Möglichkeit zur Mitarbeit. Ich habe Sie hierher gebeten, um Ihnen eine Basis zu verschaffen, auf der wir uns verständigen könnten. Wir verlangen gar nicht von Ihnen, daß Sie etwas gegen die Ehre Ihres Volkstums tun, wir verlangen nicht,
daß Sie etwas tun, was Sie als Parvenüs oder Speichellecker oder was weiß ich, deklassieren würde.

Auf die Dauer könnte man an einem solchen Verhältnis doch kein Vergnügen haben. Ich glaube aber, daß es nicht zuviel gefordert ist, in diesen dramatischen Stunden einer europäischen Auseinandersetzung, die zu ganz neuen Formen des menschlichen
Zusammenlebens führen wird, sich nun über diese Dinge zu verständigen, sich Klarheit zu verschaffen und darüber ins reine zu kommen, ob man nun als Freund oder als Feind miteinander verkehren will. Wir wollen wissen, wie wir zu der Intelligenz eines Volkes stehen, ob wir uns als Feind oder als Freund begegnen. Daß wir uns als Feind zu benehmen wissen, haben Sie wohl im Laufe des letzten Jahres beobachten können. Daß wir uns als Freund benehmen können, würden Sie dann beobachten können, wenn sich eine positive und aktive Loyalität zwischen den beiden Volkstümern, zwischen dem deutschen und dem tschechischen Volke entwickeln würde.

Dies Ihnen klarzumachen, habe ich heute für meine Aufgabe gehalten; ich glaube, daß wir uns auf dieser Basis verständigen könnten und auch verständigen würden. Ich bin der festen Überzeugung, daß Sie, wenn Sie dieses Fundament der Loyalität legen würden, uns selbstverständlich einen Gefallen tun, daß Sie andererseits aber Ihrem tschechischen Volk einen großen geschichtlichen Dienst erweisen. Man darf nicht nach dem urteilen, was heute die Menschen sagen. Der Durchschnittsmensch vermag nun einmal nicht weit zu sehen. Es ist aber die Aufgabe der Intelligenz, sich über den engen Gesichtskreis zu erheben und in einem weiteren Kreise Umschau zu halten, sich in der Phantasie einen Zustand vorzustellen, der einmal sein wird und gegen den nicht die Tatsache zeugt, daß er noch nicht da ist. Es ist immer Aufgabe der Intelligenz eines Volkes, Bahnbrecher eines kommenden Zustandes und nicht blinder Anbeter eines gegenwärtigen Zustandes zu sein.

Ich fordere Sie deshalb auf, in diesem Sinne zum tschechischen Volke zu sprechen. Wenn wir das täten, würde das tschechische Volk uns nicht glauben, weil es uns nicht kennt, weil es nicht weiß, wie wir Nationalsozialisten sind, weil es in uns vielleicht nationalen Egoismus vermutete, wo wir nur die Absicht haben, ein bereinigtes Verhältnis zwischen zwei Volkstümern zu schaffen, die sich ja doch miteinander verstehen müssen. Sie leben da, wir leben hier. Nur eine gigantische Naturkatastrophe, die unser Volk vernichtete, könnte eine einseitige Lösung bringen. Da das nicht zu erwarten ist, müssen wir uns irgendwie verständigen. Ob wir uns sympathisch sind oder nicht, steht gar nicht so sehr zur Debatte. Das ist unerheblich. Erheblich ist nur, daß wir den vielen Millionen in Europa eine gemeinsame Lebensbasis und auch ein gemeinsames Lebensideal geben. Gestört worden ist dieses Ideal bisher von England. England hat Europa in Unruhe halten wollen, weil es darin die beste Sicherung für seine insulare Existenz sah. Dieser Unruheherd wird jetzt durch die gigantischen Schläge unserer Wehrmacht beseitigt werden. Dann haben wir die Möglichkeit, Europa seinen Frieden zu geben. Sie sind dazu herzlich eingeladen.


Weitere seiner Aufsätze und Reden sind >>>HIER<<< zu finden.


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