Der Krieg als soziale Revolution – Aufsatz von Dr. Joseph Goebbels (1. November 1942)

Dr. Joseph Goebbels

(Entnommen aus: „Der steile Aufstieg“ von Dr. Joseph Goebbels, Seite 53 – 60)


In der vergangenen Woche fand in London eine Sitzung der beiden Häuser des Parlaments statt, vor der der südafrikanische
Ministerpräsident Smuts das Wort ergriff. Mr. Churchill hatte ihn eigens nach England kommen lassen, um der britischen Gentry in ihrer politischen Lethargie und Müdigkeit eine Sensation zu bieten und sich selbst auch etwas an der Person des streitbaren Buren-generals emporzuranken. Es lohnt kaum, sich auch nur einen kurzen Augenblick mit dem zu beschäftigen, was Smuts sagte.

Es waren die alten angelsächsischen Gemeinplätze, die England den Völkern schon während des Weltkrieges bis zum Erbrechen oft vorpsalmodiert hat: daß Großbritannien noch nie einen Krieg verloren habe, daß die Zeit eigens dazu da sei, um für England zu arbeiten, daß die Achsenmächte einen hinterhältigen Angriff auf die Freiheit des Geistes planten, der mit Waffengewalt nieder-geschlagen werden müsse, daß Großbritannien in diesem Kampf wie immer noch in seiner Geschichte nur uneigennützige Ziele verfolge und ihm nichts ferner liege, als für seine Interessen und für den Geldbeutel seiner Plutokratie Krieg zu führen, und was derlei dumme und abgeschmackte Lügen noch mehr sind.

Wie man sieht, bei aller schuldigen Hochachtung vor dem biblischen Alter dieses Burenrenegaten: man kann nicht sagen, daß er sich bei seiner Rede zum britischen Empire in geistige Unkosten gestürzt hätte. Die Londoner Presse konstatiert das auch mit einer gewissen Beklemmung. Man hatte eine Fanfare erwartet, und es wurde eine Chamade.

Allerdings müssen wir sagen, daß uns bei diesem Zusammentreffen auch weniger das interessierte, was gesagt wurde, als die Umstände, unter denen der Londoner Propagandarummel vor sich ging. Geleitet wurde er von Lloyd George. Er sprach mit zitternder, altersschwacher Stimme, genau wie Smuts, und seine Eröffnungsrede war von tiefster Resignation getragen.

Mit Betroffenheit stellte die britische Presse am anderen Tage fest, daß er sowohl wie Smuts kein aufmunterndes Wort fanden, und wenn Mr. Churchill nicht zum Schluß noch die Geistesgegenwart besessen und auf den südafrikanischen Gast ein Hoch ausgebracht hätte, dann wäre diese Festsitzung ausgelaufen wie ein Staatsbegräbnis erster Klasse. Beim Lesen der Berichte darüber hatte man das Empfinden, einer Trauerversammlung beizuwohnen. Das Ganze machte einen fast gespensterhaften Eindruck, und es wirkte geradezu wie die Faust aufs Auge, wenn Smuts am Schluß seiner Rede von einer sozialen Revolution sprach, die diesen Krieg beenden werde.

Er hat nicht einmal unrecht, wenn er in ihr nicht den Ausgang, sondern den Ursprung dieses gigantischen Ringens erkennen wollte. Der Krieg hat längst die ihm von seinen Urhebern eigentlich zugedachten Dimensionen und Begrenzungen gesprengt. Er hat sich sozusagen selbständig gemacht und geht seine eigenen Wege. Man kann das nicht nur von unserem Standpunkte aus, sondern überhaupt und allgemein feststellen. Die Völker selbst haben bei seiner längeren Dauer in seinen Verlauf unmittelbar eingegriffen. Er könnte enden wie er mag, England wird ihn nicht so verlassen, wie es ihn begonnen hat. Kein Wort aus der letzten Rede des Führers im Sportpalast hat in der plutokratischen Welt aller Kontinente so alarmierend gewirkt wie das, es werde kein bürgerlicher Staat diesen Krieg überleben. Es wirkt geradezu absurd, wenn die Engländer heute noch mit dem Plan schwanger gehen, ihn dadurch zu beenden, daß sie in Deutschland eine Revolution entfesseln. Eine Londoner Zeitung bemerkte kürzlich sehr richtig zu diesem Vorhaben, das deutsche Volk habe seine Revolution schon hinter sich, das englische Volk sie jedoch noch vor sich.

Und damit wären wir am Kernpunkt der ganzen Kriegsdebatte überhaupt. Die britische Propaganda begeht einen kardinalen Fehler, wenn sie zu den Achsenmächten in einer Sprache spricht, die sie gar nicht mehr verstehen. Sie trifft auf Gehör nur in winzig kleinen Teilen unserer Völker, die durch unsere Revolutionen nicht erfaßt worden sind und auch gar nicht erfaßt werden konnten. Sie stellen einen Bodensatz dar, der politisch ohne Einfluß und ohne Bedeutung ist. Was unsere Völker anbetrifft, und wir meinen hier in der Hauptsache die kämpfende Front und die arbeitende Heimat, so sind sich diese über die geschichtliche Bedeutung der zur Entscheidung stehenden Fragen unserer nationalen Zukunft ganz und gar im klaren. Es gibt bei uns keinen denkenden Menschen mehr, der nicht wüßte, was wir diesmal zu gewinnen, aber auch, was wir diesmal zu verlieren haben. Wenn eines außerhalb allen Zweifels steht, dann die allgemeine Überzeugung, daß wir nicht nur siegen können und werden, sondern daß wir auch, und koste es was es wolle, siegen müssen.

Das ist unsere öffentliche Meinung. Sie hat gar nichts zu tun mit den zeitweilig schwereren, zeitweilig leichteren Belastungen, die dieser wie jeder Krieg für uns alle mit sich bringt. Er hat uns trotzdem und vielleicht auch deshalb zu einer bisher noch nie dagewesenen Reife unseres nationalen Urteils gelangen lassen. Wir sind durch unsere Revolutionen als Völker umgewandelt worden. Wir sehen die Probleme unseres nationalen Lebens in einem neuen Licht, und da wir uns durch unsere völkische Wiedergeburt erst wieder unserer Kraft bewußt geworden sind, ist jeder Versuch, uns an unserem Selbstbewußtsein irre zu machen, von vornherein zum Scheitern verurteilt.

Man vergleiche beispielsweise eine Zusammenkunft des Volkes in unserem politischen Leben, auf der der Führer oder ein Sprecher des Staates oder der Bewegung das Wort ergreift, mit der Londoner Zusammenkunft von Greisen, auf der der alte Smuts mit zitternder, weinerlicher Stimme seine Gemeinplätze vom Manuskript ablas, um den Unterschied ganz handgreiflich vor Augen zu haben. Eine verbrauchte Welt versinkt, und eine neue steigt herauf. Die Engländer mögen sich drehen und winden, sie mögen in ihrer geistigen Armut und Hilflosigkeit unseren Ideen- und Gedankenschatz ausplündern und uns mit den unverschämtesten Plagiaten an uns selbst überfallen, es nutzt ihnen alles nichts. Sie werden der Welt nicht klarmachen können, daß sie im vierten Jahr des Krieges für das kämpfen, wogegen sie an seinem Beginn zu Felde gezogen sind.

Dieser Krieg unterscheidet sich von allen ihm vorangegangenen dadurch, daß er einen ausgesprochen sozialen Charakter trägt.
Er ist von Seiten unserer Feinde eine Kampfansage gegen unsere Revolution, und zwar in der Hauptsache gegen ihre sozialistische Seite. Die plutokratischen Mächte wissen nur allzu gut, daß der Sozialismus die Kraft der Völker nicht lahmt, sondern stärkt. Wir führen diesen Krieg aus einer gesicherten geistigen Position heraus. Wir brauchen bei unseren Gegnern keine ideelichen Anleihen zu machen; und wenn man manchmal den Eindruck hat, als hätten sich die Kriegsziele der beiden Seiten im Verlauf dieses Ringens etwas angeglichen, so nicht, weil wir die unseren aufgegeben hätten, sondern weil die Engländer ihnen zum Schein nähergerückt sind.
Eine gute Theorie ist manchmal die praktischste Sache der Welt. Wir stehen in diesem Kampf der Giganten auf einem festen weltanschaulichen Boden, und das gerade gibt uns die Kraft zu unserem Sieg. Der Nationalsozialismus als Idee und Bewegung hat im Kriege nicht, wie die Engländer vermuteten und hofften, eine Schwächung, sondern eine ungeheure Stärkung erfahren.

Auch diejenigen, die vor dem Kriege nicht immer einzusehen vermochten, was er eigentlich zu bedeuten habe, verspüren heute
auf Schritt und Tritt seine zeitformende Kraft. Man könnte sich gar nicht vorstellen, wohin wir geraten würden, wenn wir die politische und militärische Entwicklung der Gegenwart nicht zuletzt immer wieder auf seine Wurzel zurückführten.

Und das ist es, was England fehlt. Es hat keine Idee, nach der es kämpft. Man braucht nur ein paar Tage lang britische Zeitungen zu lesen, um festzustellen, daß drüben nicht nur jeder andere Methoden der Kriegführung vorschlägt, sondern auch etwas anderes will und als Ziel dieses Krieges sieht. Das britische Empire hat seine Selbstsicherheit verloren. Es taumelt von einer Illusion in die andere, findet vor lauter Zweckoptimismus nicht die Gelegenheit zum Handeln und verpaßt damit die günstigsten Chancen seiner Kriegführung. Das ist auch der Grund seiner militärischen Niederlagen. Es beruft sich auf seine materielle Kraft, auf den Reichtum und auf die Weite seiner Hilfsmittel und übersieht dabei gänzlich, daß der Sieg nicht allein von den Waffen errungen wird, sondern auch, und meistens in der Hauptsache, vom Geist, der die Waffen führt.

Wer sich heute der Mühe unterziehen wollte, die Geschichte der allmählichen Zerbröckelung des alten römischen Weltreichs
nachzulesen, würde hier eine verblüffende Ähnlichkeit finden mit dem Schicksal, das augenblicklich wie ein dunkles, noch
unausgesprochenes Fatum über dem britischen Empire steht. Der Kenner historischer Vorgänge und Entwicklungen kann in den englischen Großsprechereien dafür nur eine Bestätigung sehen. Die Briten vergnügen sich zur Zeit mit Plänen, wie sie nach einem angeblichen Sieg ihrer Seite die Staatsmänner und Generäle der Achsenmächte als Kriegsverbrecher aburteilen wollen. Abgesehen davon, daß sie damit in der Hauptsache Sicherheit vortäuschen wollen, die nicht vorhanden ist, sehen wir darin nur ein Zeichen ihrer Lebensangst. Sie glauben natürlich ebenso wenig wie wir an solche Möglichkeiten: aber sie spielen sich selbst eine Tragikomödie vor und wissen anscheinend gar nicht, wie lächerlich sie dabei wirken. Eine Londoner Zeitung, die sich vor den anderen Organen der britischen öffentlichen Meinung dadurch auszeichnet, daß sie hin und wieder einmal gegen den Stachel zu locken wagt, goß kürzlich die Schale ihres Spottes über dieses englische Satyrspiel aus und erinnerte dabei an das deutsche Sprichwort, daß auch die Nürnberger keinen henkten, es sei denn, sie hätten ihn.

Aber das ist offenbar nicht das Wesentliche. Wesentlich ist hier vielmehr, daß die Engländer, je weiter sie sich vom Sieg entfernen, um so weiter auch Abstand von der Wirklichkeit nehmen. Sie leben in einer Scheinwelt, die genau so gespensterhaft wirkt wie die Greisenversammlung der beiden Parlamente, auf der der über siebzigjährige Smuts, als Vertreter eines von den Engländern auch einmal auf die brutalste Weise niedergeschlagenen Volkes, von den Segnungen der Humanität sprach und für das Ende des Krieges eine soziale Revolution prophezeite. Er hatte damit recht, allerdings in einem anderen Sinne, als er und seine Zuhörer das glaubten. Er lispelte mit seiner dünnen Stimme in den Wind hinein, und ein millionenfach verstärktes Echo der unterdrückten, ausgeplünderten, verarmten und um ihr Glück betrogenen Völker, die heute um ihre elementarsten Lebensrechte kämpfen, wird ihm antworten.

Dieser Krieg ist die soziale Revolution. Sie braucht nicht mehr zu kommen, wir stehen schon längst in ihr. Sie verficht nicht mehr die Interessen verarmter und proletarisierter Klassen, sondern die lebenshungriger Völker. Sie wird und muß zum Ziele führen, wenn es überhaupt einmal Frieden unter den Nationen geben soll. Am Ende dieses Krieges wird man nicht zu Gericht sitzen über die, die diesen Kampf tapfer auf sich nahmen, sondern über die, die ihn herausforderten und notwendig machten. Einige neutrale Zeitungen ereiferten sich kürzlich darüber, daß wir in einer unserer letzten Reden die Wendung gebrauchten, das deutsche Volk kämpfe diesmal nicht für Thron und Altar, sondern für sein tägliches Brot. Sie sahen darin ein Zeichen für die ihrer Ansicht nach zunehmende Materialisierung unseres öffentlichen Lebens und beschworen demgegenüber wieder einmal das deutsche Volk als ein Volk der Dichter und Denker, dem es immer in seiner nationalen Geschichte um Ideale und nie um irdische Interessen gegangen sei. Wir bestreiten das nicht, sehen aber gerade in diesem Umstand die eigentliche Ursache unseres nationalen Unglücks. Wir Deutschen glauben, für den Kampf um Thron und Altar im 17. Jahrhundert durch einen dreißigjährigen Krieg einen ausreichenden Beitrag zugesteuert zu haben. Wenn es einen neutralen Staat gelüstet, diesen Beitrag durch einen eigenen zu übertrumpfen, so steht dem von unserer Seite aus nichts im Wege. Was aber unter deutschen Nationalinteressen zu verstehen ist, darüber haben wir uns ein Urteil ausschließlich selbst vorbehalten.

Wir sehen das höchste aller Ideale darin, unserem Volke sein tägliches Brot zu sichern. Daraus folgt zwangsläufig das Glück
eines reichen Kindersegens. Kinder aber sind die Träger der Ewigkeit eines Volkes. Wir haben es endgültig satt, von habgierigen Reichen zur Rolle eines Vorkämpfers für sogenannte Weltideale degradiert zu werden. Für uns geht es in diesem Kriege wesentlich darum, uns die Voraussetzungen zur Vollendung der sozialen Revolution unseres Volkes zu erkämpfen. Wir glauben uns dabei in Übereinstimmung mit der ganzen deutschen Nation, wenn wir darin eine höchst ideale, sittlich berechtigte und notwendige Zielsetzung dieses Krieges erblicken; und was die Hauptsache ist, sie wird nicht nur von jedem kämpfenden Soldaten verstanden, sondern auch gebilligt.

Wir wollen also mit unseren Gegnern und den neutralen Zuschauern nicht um Worte feilschen. Unsere Ziele sind klar abgesteckt. Sie können durch die Länge des Krieges und die dadurch bedingten schwereren Opfer unseres Volkes nur vergrößert, nicht verkleinert werden. Sie gehen die ganze deutsche Nation an.

Der Nationalsozialismus hat nur die Ehre, diesen Schicksalskampf unseres Volkes politisch zu führen. Seine Geschichte und seine
Tradition bürgen dafür, daß er nicht nur mit Sieg gekrönt, sondern daß dieser Sieg auch alles das enthalten wird, was sich unser Volk davon verspricht und wofür es heute Last auf Last willig auf seine Schultern nimmt.

Die ganze Erde ist in Gärung geraten. Am Ende des Weltkrieges fielen die Dynastien, am Ende dieses Krieges werden die Plutokratien fallen. Nicht die Schuldigen sind zum Gerichthalten berufen, sondern die Völker, die um ihr Lebensglück betrogen würden und es sich nun unter schwersten Blutopfern erkämpfen. Wenn wir den Weltkrieg verlieren mußten, um mit der Revolution zu beginnen, so müssen wir diesen Krieg gewinnen, um die Revolution zu Ende führen zu können. Während die plutokratisch bestimmten Imperien langsam zerbröckeln, bilden sich neue Weltreiche, die Resultate der sozialrevolutionären Bewegungen der jungen Völker sein werden. Dafür kämpfen die Soldaten der Achsenmächte an allen Fronten, in den Lüften und auf den Meeren. Dieser Kampf ist eine soziale Revolution. Sie legt eine alte feindliche Welt in Trümmer; aber hinter ihren Rauchschwaden erhebt sich schon eine neue, bessere Welt. Es ist jene Welt, für die heute Tausende sterben, damit noch in fernster Zukunft ungezählte Millionen darin leben können.


Weitere seiner Aufsätze und Reden sind >>>HIER<<< zu finden.


Deutscher lies die Bücher von Dr. Joseph Goebbels!


Noch mehr Bücher anderer nationalsozialistischer Autoren findet ihr in der Bibliothek des 3. Reichs. Einige der Bücher sind auch als Hörbuch verfügbar!

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s