Eine andere Welt – Aufsatz von Dr. Joseph Goebbels (22. Dezember 1940)

Dr. Joseph Goebbels

(Entnommen aus: „Die Zeit ohne Beispiel“ von Dr. Joseph Goebbels, Seite 336 – 341)


Den Herren Engländern geht es augenblicklich nicht gut. Das hat sich allmählich auch überall herumgesprochen. Sie hatten sich vorgenommen, den Krieg sozusagen vom Kamin aus zu führen und zu gewinnen. Sie wollten im Reich nach dem Muster von 1918 eine
Revolution entfachen, die das Volk in zwei Teile aufteilte. Diese ist nun, wie nicht anders zu erwarten war, ausgeblieben. Dann hofften sie, nach dem Modell von 1917/18 die deutsche Kriegs- und Ernährungswirtschaft durch eine Neuauflage der damals so wirksamen Blockade vernichten zu können. Diese Blockade ist durch entsprechende deutsche Maßnahmen in eine Gegenblockade umgewandelt worden, mit dem Erfolg, daß der britische Ernährungsminister vor ein paar Tagen ankündigte, die Butter- und Fleischrationen in England müßten weit unter die in Deutschland auch im Kriege üblichen heruntergesetzt werden.

Die Aushungerer werden also mehr und mehr in die Rolle des Ausgehungerten hineingedrängt. Wenn England seit Jahrhunderten keinen Feind mehr auf seinem eigenen Boden sah, so muß es heute erleben, daß Nacht für Nacht und Tag um Tag deutsche Kampfflugzeuge Tod und Verderben in seine Industrie-, Hafen- und Rüstungszentren hineintragen. Europas Tore sind ihm für eventuell geplante kontinentale Aktionen verschlossen; die Aufschrift darüber lautet: „Eintritt nur auf eigene Gefahr!“ Seine Betteleien um Hilfe finden in der ganzen Welt nur taube Ohren und werden bestenfalls mit ein paar unverbindlichen, zu nichts verpflichtenden Phrasen beantwortet.

Angesichts dieser Tatsachen interessiert es, wie Großbritannien auf diese verzweifelte Situation reagiert. Wir schalten das englische Volk dabei vollkommen aus, denn das hat in England im Zeichen der Demokratie, die bekanntlich nur eine Funktion der herrschenden Plutokratie ist, nur sehr wenig zu melden. So weit es eigene Meinungen besitzt und diese unter normalen Umständen auch geäußert werden können, stehen sie heute unter einer rücksichtslos durchgreifenden Zensur jener Herrenschicht, die aus dem Abenteuer Krieg, in das sie mit so bequemen, aber auch so gänzlich falschen Vorstellungen frivol hineinstieg, nicht mehr heraus kann.

Sie versucht nun, sich selbst, dem eigenen Volke und vor allem der Welt etwas vorzumachen. Das fing schon an, als bei Beginn des Krieges Lord Derby in England ankommende australische Einheiten mit dem Satz begrüßte: „Ihr werdet einen reizenden Krieg erleben!“ Später wurde die katastrophale Niederlage der Engländer und Franzosen in der Flandernschlacht zu dem gloriosen Rückzugssieg von Dünkirchen umgefälscht. Der berüchtigte englische Informationsminister Duff Cooper hatte die Stirn, nach dem ersten
Bombenangriff auf Paris, bei dem er sich zufällig in der französischen Hauptstadt befand, gleich ans Mikrophon zu eilen und triumphierend der aufhorchenden Welt zu verkünden, daß er sich nicht im geringsten in seinem Frühstück habe stören lassen, das nach dem Bombardement mit einer stattlichen Anzahl von Gängen fortgesetzt worden sei. Was würde bei uns mit so einem Stück Minister geschehen? Heute hausieren die Engländer in der öffentlichen Weltmeinung mit unverbindlich hingemurmelten Phrasen herum, sie hätten die Absicht, bei sich bietender günstiger Gelegenheit einen Einbruchsversuch nach Europa zu machen. Jedermann weiß Selbstverständlich, daß sie froh sind, die letzten Reste ihrer Truppen auf dem Kontinent aus Dünkirchen heraus gerettet zu haben. Aber was macht das einem englischen Legendenerzähler aus? Es ist fast imponierend, mit welch einer dummdreisten Frechheit die britischplutokratische Oberschicht das eigene Volk und die Welt hinters Licht zu führen versucht.

Und dabei nimmt sie gar keinen Anstand, mit einer Naivität, die ebenso arrogant wie englisch ist, ihre Tricks zu verraten oder aber auch ihre amüsante Unbeholfenheit modernen politischen und militärischen Fragen gegenüber öffentlich in ihren Zeitungen zu diskutieren. Es redet beispielsweise ein bekannter Radioredner, mit Namen Priestley, monatelang im englischen Rundfunk. Plötzlich überrascht er das englische Volk mit der Mitteilung, er habe
den Eindruck, daß er seine Hörer nur langweile, und er werde deshalb in Zukunft von seinen Reden Abstand nehmen. Großbritannien hat einen Luftmarschall mit Namen Joubert, sozusagen ein Oldenburg-Januschau der Royal Air Force. Er hat sich in den letzten Wochen des öfteren in öffentlichen Verlautbarungen gestellt. Zuerst erklärte er, es sei nun notwendig, daß die englische Luftwaffe rücksichtslos deutsche zivile Ziele angreife.

Als ihm dann durch die deutschen Vergeltungsangriffe entsprechende Antwort erteilt wurde, meinte er ebenso unbefangen, er hasse den Luftkrieg, der nur von den Deutschen zu Zwecken des Terrors erfunden worden sei, und ein paar Tage später erschien er wieder vor dem Mikrophon, um seinen Landsleuten den tröstlichen Rat zu geben, wenn sie angesichts der verheerenden Verwüstungen in London von Trauer und Hoffnungslosigkeit befallen seien. Weihnachtseinkäufe zu machen, um sich zu zerstreuen. Das erinnert an jene französische Prinzessin, die, als bei Ausbruch der Französischen Revolution die Massen vor dem Königsschloß erschienen, eine Hofdame fragte, was diese Menschen eigentlich wollten, und, als man ihr zur Antwort gab „Brot!“, naiv meinte: „Wenn die Menschen kein Brot haben, so sollen sie doch Kuchen essen!“

Der englische Unterstaatssekretär Cranborne hat dieser Tage über den Luftkrieg gesprochen. Er tat das sinnigerweise in einer Kirche in vollem Talar als Priester verkleidet von der Kanzel herab. Wir können uns so etwas überhaupt gar nicht vorstellen. Wir haben
dazu keine Vergleichsmöglichkeiten. In Deutschland würde die Rede eines politischen Heuchlers vom Schlage des Mr. Cranbome im Gelächter unseres ganzen Volkes erstickt. In England findet man anscheinend nichts dabei. Die Heuchelei ist der herrschenden Schicht in Fleisch und Blut übergegangen. Sie ist so eine Art nationaler Passion, der man, durch jahrhundertelange Übung daran gewöhnt, heute ganz unbewußt zu fronen pflegt. Gebt euch keine Mühe, die englische Oberschicht ganz zu verstehen; es wird euch nie gelingen. Sie lebt in einer anderen Welt. Von der Sicherheit ihrer bisher unbedrohten Insel aus sieht sie in Europa nur so eine Art von Kolonialgebiet, und wir wetten zehn gegen eins, daß sie bisher die inneren Streitigkeiten auf unserem Erdteil ungefähr so ansah und einschätzte wie die zwischen verschiedenen religiösen Sekten, sagen wir in Indien, die man klug gegeneinander ausspielen muß, um sie um so besser beherrschen zu können.

Diesmal nun tritt das Schicksal selbst mit unerbittlicher Härte vor das Leben der britischen Inseln. Dumpf beginnt es in den englischen Gehirnen zu dämmern, daß es sich hier um etwas mehr als um einen Kolonialkrieg handelt, daß England um seine Existenz kämpft, und daß dieser Kampf keinerlei Chance mehr zum Siege bietet. Daher die Verwirrung und die vollkommene Ratlosigkeit in der englischen öffentlichen Meinung. Eine alte Welt stürzt vor den Augen des Durchschnittsengländers zusammen. Man muß etwas tun, denken die Herren Plutokraten. Und da sie zu phantasielos sind, um sich etwas Neues und Originelles auszudenken, greifen sie in die alten Weltkriegskarteien, putzen längst verbrauchte Schlagworte neu auf und wundem sich dann, wenn sie gar nicht mehr ziehen wollen. Sie hatten beispielsweise die Absicht, bei Beginn des Frankreich-Feldzuges die altbewährte Greuelpropaganda des Weltkrieges wieder aufleben zu lassen. Mit ein paar wohlgezielten Hieben haben wir ihnen diese Waffe aus der Hand geschlagen. Als die Vergeltungsflüge gegen englische Industrie- und Rüstungszentren begannen, spielten sie zuerst den Harmlosen, steckten wahrhaft vernichtende Schläge, nach außen hin wenigstens, ohne mit der Wimper zu zucken ein und erklärten, daß sie noch lebten und mithin alles in bester Ordnung sei. Dann pulverisierten sie zur Auffrischung der öffentlichen Meinung im eigenen Lande auf dem Papier Hamburg, zerstörten in Kommuniques einen Berliner Bahnhof nach dem anderen, spielten mit längst vergessenen Potentaten und abgetakelten Ministem nicht
mehr vorhandener Länder, die sie aus Dekorationsgründen in den letzten noch heil gebliebenen Londoner Hotels durchfüttern, Europa im Sandkasten, erhoben Griechenland, das seit über vier Jahren diktatorisch regiert wird, zum Vorkämpfer der Demokratie, machten die Kirchen und die Juden und die Intellektuellen und die Kapitalisten in aller Welt mobil, um das Auge der Öffentlichkeit von ihrer eigenen hoffnungslosen Lage abzulenken.

Augenblicklich beginnen sie nun eine neue Masche in Arbeit zu nehmen. Sie wollen, wie sie pompös verkünden, der staunenden Mitwelt ihre Kriegsziele verraten. Zwar hat Churchill noch vor ein paar Wochen erklärt, England kämpfe, um überhaupt zu leben, aber nun haben sie es sich anscheinend anders überlegt. In ihren Zeitungen diskutieren sie ganz offen und mit einer wahrhaft beneidenswerten dummdreisten Dickfelligkeit darüber, ob man es noch einmal mit Aussicht auf Erfolg genau so wie Wilson im Weltkrieg machen könne, ob die Möglichkeit bestände, sich über den Kopf der deutschen Führung an das deutsche Volk zu wenden, es für die englischen sogenannten Kriegsziele einzufangen und damit das Reich aufs neue zu spalten.

Sie haben also, wie man sieht, keine blasse Ahnung davon, daß die Welt und vor allem Deutschland seit 1918 einen gewaltigen Schritt vorwärts gegangen ist. Sie versprechen wie 1917 und 1918 so auch 1940 für das Ende dieses Krieges alles das, was sie am Ende des
Weltkrieges hätten tun sollen, aber damals in der Eile des Sieges anscheinend vergessen haben. Sie handeln dabei heute genau so wie unsere innerpolitischen Gegner im Jahre 1932, die auch versuchten, uns die Parolen zu stehlen, um, wenn es nun auf gar keine andere
Weise ging, dann doch den Nationalsozialismus wenigstens durch den Nationalsozialismus zu töten. Und da die Churchill und Genossen ganz genau wissen, daß sie in der Welt keinen Kredit mehr genießen, lassen sie ihr soziales Europa, das sie nach dem Kriege aufrichten wollen, durch ihre bezahlten Lohndiener aus der Labour Party proklamieren.

Unterdes aber zahlen sie sich lustig weiter 30, 40 und bis zu 130% Dividende für ihre Rüstungsaktien aus. Sie finden gar nichts dabei. Das ist alles in bester Ordnung; so will es die Demokratie, und so gehört es sich für die Plutokraten. Und das Volk, das arme kleine
Volk, das in England, im freiesten Lande der Welt, weniger zu sagen hat und erbärmlicher lebt als in irgendeinem anderen Lande, das Volk steigt Nachmittag für Nachmittag in die UBahnschächte hinunter, sitzt dort 14 Stunden in Schmutz, Elend, Jauche und Epidemien und wartet auf das Wunder, das die Churchill ihm versprochen haben, oder irrt weinend zwischen den Trümmern von Coventry, Bristol, Birmingham oder Sheffield herum, nur von dem einen Gedanken beseelt, wie es zu einem Stück Brot und zu einem Dach über dem Kopf kommt.

Wie gesagt: Bemüht euch nicht, das alles mit unseren Maßstäben zu messen oder nach unseren Gewohnheiten zu verstehen. Es ist eine andere, eine fremde, böse Welt, die sich da vor unseren Augen auftut. Wann der Tag kommt, an dem sie plötzlich und wie von einem Erdbeben erschüttert zusammenbrechen wird, das wissen wir nicht; aber daß er kommt, das wissen wir. Denn diese Welt ist reif, sie ist überreif zum Sturz. Arbeiten und kämpfen wir also für diese Stunde, die Europa sein Glück und unserem Volke den Frieden zurückgeben wird. Es soll die Stunde unseres stolzen Sieges sein.


Weitere seiner Aufsätze und Reden sind >>>HIER<<< zu finden.


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