Pseudosozialisten – Aufsatz von Dr. Joseph Goebbels (26. Januar 1941)

Dr. Joseph Goebbels

(Entnommen aus: „Die Zeit ohne Beispiel“ von Dr. Joseph Goebbels, Seite 370 – 374)


Wir müssen es tiefbewegten Herzens eingestehen: die britischen Lords, sonst nur damit beschäftigt, ihre Riesenbesitzungen abzugrasen und ihren märchenhaften Reichtum auf eine möglichst amüsante Weise zu verjuxen, sind neuerdings unter die Sozialethiker gegangen.

Sie schlagen in ihren Reden und Zuschriften an die „Times“ ein Tönchen an, das einem waschechten Kapitalisten das Blut in den Adern gefrieren macht. Das hallt nur so wider von Lobpreisungen des goldenen sozialen Zeitalters, das nach Beendigung des Krieges in England und den näheren und weiteren dazugehörigen Kolonialgebieten anbrechen wird. Dagegen sind wir nur Anfänger auf diesem Sektor, und die Welt wird offenbar in Zukunft noch allerhand zu staunen haben. Man werfe seinen Reichtum ab und verteile ihn unter die Armen! Nun ist es eine alte Regel, daß einem das Hemd immer näher sitzt als der Rock, und daß im Krieg ein warmes Essen und ein Dach über dem Kopf besser tut als die Vertröstung auf Kaviar und Austern im Frieden. Man könnte also mit Fug und Recht die Frage aufwerfen, warum die Herren Plutokraten, die mit bebender Ungeduld das Ende des Krieges erwarten, um mit ihren weltbeglückenden sozialen Umwälzungen einzusetzen, nicht schon jetzt ein bißchen damit anfangen, und, sagen wir, vorläufig einmal zugunsten der Armen, die sie zu
Objekten ihrer menschenfreundlichen Tätigkeit ausersehen haben, statt 120 nur 80 Prozent Dividende auf ihre Rüstungsaktien nehmen. Das wäre zwar nicht viel, aber doch schon etwas; man sähe wenigstens den guten Willen, und das ist auch nicht zu verachten.

So aber sägen sie nur zum Schein den Ast des reichbehängten Pflaumenbaumes ab, auf dem sie sitzen. Sie spielen aus lauter Angst und Beklommenheit Karl Marx, überschreien sich gegenseitig in radikalen Sozialphrasen und denken sich das ihrige dabei. Ihre Welt ist ins Wanken gekommen. Es beginnt ihnen dumpf zu dämmern, daß eine neue Zeit im Anbruch ist, und daß man ihr irgend etwas, und seien es auch nur ein paar gute Worte oder joviale Gesten, zum Opfer bringen muß. Die Öffentlichkeit hat mit verständnisinnigem Schmunzeln zur Kenntnis genommen, daß zur selben Zeit, in der die englischen Zeitungen der Bevölkerung Mohrrüben und ungeschälte Kartoffeln als Ersatz für das fehlende Fleisch empfehlen, die führenden britischen Minister in den Londoner Luxusrestaurants sitzen und ihren Bäuchen mit den auserlesensten Genüssen Vergnügen bereiten. Das hat auch in England nicht gut gewirkt. Also begibt sich Mr. Churchill am anderen Tag ins Savoy und bestellt für 3 Shilling inklusive ein mageres Hühnerbein mit einer Wassersoße und drei Erbsen dazu. Es fehlt natürlich nicht an den dazugehörigen Fotografen und Filmoperateuren, die dieses im wahrsten Sinne des Wortes einmalige Ereignis auf die Platte und auf das Zelluloidband nehmen, um es für die Welt und Nachwelt zu erhalten.

Reuter funkt es in alle Länder und Erdteile, und die Plutokratie auf den fünf Kontinenten beugt sich vor der Last solcher antiken Größe.
Da kann sich auch der Londoner Rundfunk nicht lumpen lassen. In einem hochtrabenden Vortrag erklärt er seinen erstaunten Hörern, die zwischen Tür und Angel sitzen, um beim ersten Ton der Luftschutzsirenen in die Keller und U-Bahn-Schächte zu retirieren, daß sich der Lebensstandard in England — seit dem vorigen Jahrhundert gewaltig gebessert habe.

Auch der Familienetat sei bedeutend größer geworden. Wie nach dem Weltkrieg eine internationale, so werde nach diesem Kriege eine soziale Ordnung geschaffen werden müssen, und zwar sollten dabei, wie der Arbeitsminister Greenwood hinzufügt, alle sozialen Übelstände zum Verschwinden gebracht werden. Es sei wenig bekannt, so psalmodiert Mr. Woodworth, daß England schon einen Fünfjahresplan für den Wohnungsbau aufgestellt habe, und Professor Harold Daskin versteigt sich gar zu der düsteren Prophezeiung, daß kein Zweifel bestehen könne, Großbritannien werde eines Tages unbedingt sozialistisch sein. Aber nicht genug damit: nicht nur das englische Mutterland, auch seine Kolonien sollen zu Pflegestätten der sozialsorgerischen Tätigkeit der englischen Plutokratie werden. Lord Lloyd, der britische Kolonialminister und einer der reichsten Millionäre des Inselreiches, sieht es als die Hauptaufgabe der englischen Kolonialverwaltung an, der Eingeborenenbevölkerung zu helfen, ihr Leben zu genießen. Großbritannien werde in seiner Mitte nicht mehr das tragische Schauspiel der abscheulichen Armut dulden. Und der King höchstselbst setzt dem allen die Krone auf mit der lapidaren Feststellung, daß England fortfahren werde, weniger an sich selbst und mehr an den Nächsten zu denken.

Das ist nur eine ganz kleine Auslese aus dem Kranz bunter Sozialblümchen, die auf den Beeten der britischen Plutokratie wachsen. Aber sie zeigen doch, was gemeint ist. Hier soll der Bock zum Gärtner gemacht werden. Mr. Churchill frühstückt für 3 Shilling, um den wohnungs- und arbeitslosen Proletariern in Coventry, Bristol und Birmingham das Hungern etwas leichter zu machen. Und daß sich der Lebensstandard Englands seit dem vorigen Jahrhundert gewaltig gebessert hat, kann ja wohl auch nicht als Ergebnis eines profunden sozialen Gewissens der führenden englischen Oberschicht geweitet werden. Sollte aber die geplante soziale Ordnung nach diesem Kriege etwa auch nur der internationalen Ordnung nach dem Weltkrieg ähnlich sein, dann gnade uns Gott! Wir können uns dann ungefähr vorstellen, wie Mr. Greenwood alle sozialen Übelstände beseitigen wird und was es mit dem schon fix und fertig in der Schreibtischschublade liegenden Fünfjahresplan für den englischen Wohnungsbau auf sich hat.
Es gibt ein französisches Sprichwort, das sagt, daß man mit Erzbischöfen keine Revolution machen kann. Seine Anwendung auf diesen Fall liegt auf der Hand. Die Herren Lords können nicht nur nicht, sie wollen auch keine Zugeständnisse an die neue Zeit machen.

Sie haben augenblicklich nur Angst, und zwar Angst vor Deutschland, Angst vor dem eigenen Volk und Angst vor sich selbst. Sie haben eine Katastrophe über England heraufbeschworen, die sie in diesem Umfang auch nicht im entferntesten haben ahnen können. Sie dachten, dieser Krieg würde so eine gemütliche Parforcejagd werden. Sie waren seit je zu hochmütig und wohl auch zu dumm, das Reich, sein Volk und seine führenden Männer zu studieren. Sie haben geglaubt, was ihnen unsere jüdischen Emigranten, denen man doch noch einmal ein Denkmal setzen muß, ins Ohr bliesen. Das war ja alles so angenehm und bequem: Deutschland sollte eine rohe Kriegsmaschine ohne Kopf sein. Das Volk seufzte unter der Last der nationalsozialistischen Tyrannei und wünschte nichts sehnlicher, als ausgerechnet von den britischen Lords davon befreit zu werden.

Die Uniformen unserer Soldaten waren aus Papier und ihre Tanks aus Pappe. Einmal gingen uns die Flugzeuge und einmal das Benzin aus. Wenn wir eine Pause machten, um nachzudenken, dann schrien sie, wir wüßten vor lauter Ratlosigkeit keinen Ausweg mehr, und wenn wir zuschlugen, schimpften sie, wir handelten unüberlegt und aus purer Verzweiflung. Sie erklärten uns den Krieg und klagten uns dann an, wir hätten sie angegriffen. Sie prügelten die Eingeborenen in ihren Kolonien, die sie sich zusammengeräubert hatten, und warfen uns vor, wir seien zu kolonisatorischer Tätigkeit nicht fähig, weil wir kein Gefühl für Humanität hätten. Machte der Führer ihnen ein großzügiges Friedensangebot, dann lamentierten sie, er wolle sie hinters Licht führen.

Bekriegte und besiegte er sie, dann waren ihre Niederlagen ihre Triumphe und unsere verlorene Schlachten. Und nun sitzen sie in der Patsche. Der würgende Ring um ihre Inseln wird immer enger geschlossen. Womit sie uns erdrosseln wollten, das legt sich als tödlicher Griff auf ihre eigene Kehle. Sie begannen den Luftkrieg mit Nachtangriffen, und nun erzittert das englische Mutterland unter den vernichtenden Schlägen unserer Bombengeschwader.

Nimmt es da wunder, daß das von ihnen irregeführte und betrogene Volk nun langsam anfängt, mit lästigen Fragen zu kommen, nach den Ursachen dieses Krieges zu forschen und vor allem Vergleiche zu ziehen zwischen den Opfern, die die dafür verantwortliche Plutokratenschicht für Englands großes Unglück bringt, und denen, die es selbst bringen muß? Das geht auf die Nerven auch hartgesottener Sünder. Da muß man etwas tun. Und da man für die Gegenwart, die sowieso dunkel genug ist, nichts aufzuweisen hat, ergeht man sich in wirren Fieberphantasien über die Zukunft: man wolle das tragische Schauspiel einer abscheulichen Armut in Englands Mitte nicht mehr dulden. Wie das klingt! Vor dem lyrischen Wohllaut dieses Satzes soll der harmlose Zuhörer vergessen zu fragen, wer denn die Schuld an diesem tragischen Schauspiel in Englands Mitte habe und ob die Armut denn nur, wie bekanntlich Onkel Bräsig herausgefunden hat, von der Powerteh herrühre. Daß man mit solchen Schaumschlägereien das englische Volk dumm zu machen versucht, wundert uns nicht und geht uns auch nichts an.

Daß man uns aber damit kommt, das ist denn doch ein zu starkes Stück. Eine englische Zeitung schrieb vor ein paar Tagen, Deutschland sei ein Sozialstaat, aber es entwickele sich zum Feudalstaat; England dagegen sei ein Feudalstaat, aber es entwickele sich zum Sozialstaat. Man bringt also im Ernst das plumpe Argument gegen uns vor: du hast die Tugend hinter dir — ich habe den Vorteil, sie vor mir zu haben. Das ist die Moral der alten Vettern, die in die Kirche laufen, weil es höchste Zeit ist, Buße zu tun. Sie sind bekanntlich immer frömmer als die braven Leute, und sie haben ja auch allen Grund dazu. Aber ihre Frömmigkeit stinkt nach Heuchelei. Sie triefen von heiligen Sprüchen, weil sie den Spaß hinter sich haben und insgeheim fürchten, daß sie doch einmal dafür bezahlen müssen. So einfach geht das nicht. Die Herren Lords sollten nicht so viel von der Zukunft, sondern mehr von der Gegenwart sprechen. Sie brauchen uns gar nicht zu sagen, was sie später einmal tun wollen; wir möchten nur gern wissen, was sie bisher getan haben. Also heraus mit der Sprache! Die Zeit der faulen Ausflüchte ist vorbei. Die Völker verlangen Klarheit.

Ein ganzer Kontinent ist in Beben verfallen. Millionen Menschen in den von Englands Plutokratie verführten Völkern sehen ihr Glück und ihr Leben zerbrochen. Sie wollen von London keine Phrasen mehr hören, sie sind auch nicht gewillt, noch einmal den Bock zum
Gärtner zu machen. Darum werden wir nicht müde werden, den falschen Sozialisten in London, die da als Menschheitsbeglücker vor uns aufkreuzen wollen, die Maske herunterzureißen und sie der Welt in ihrer ganzen Erbärmlichkeit zu zeigen: seht, das sind sie, die Europa ins Unglück stürzten und nun so tun, als hießen sie Hase, wohnten im Walde und wüßten von nichts!


Weitere seiner Aufsätze und Reden sind >>>HIER<<< zu finden.


Deutscher lies die Bücher von Dr. Joseph Goebbels!


Noch mehr Bücher anderer nationalsozialistischer Autoren findet ihr in der Bibliothek des 3. Reichs. Einige der Bücher sind auch als Hörbuch verfügbar!

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s