10 Gedanken zu “Befreundete Blogs

  1. Hallo,
    vielleicht ist es ja schon jemandem aufgefallen, aber die Metapedia lässt sich seit heute nicht mehr aufrufen… Nun wollte ich fragen, ob jemand Näheres weiß oder ob es jemanden gab, der so vernünftig war und sich eine Kopie davon angelegt hat… Ich könnte mich ohrfeigen, weil ich nämlich genau das vor hatte, aber jetzt nicht mehr dazu komme, wenn die Netzseite auch weiterhin offline bleibt.

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  2. Vor 100 Jahren: Verkündigung des Königreichs Polen

    Von mir abgeschrieben aus:

    Hermann Stegemann – Die Geschichte des Krieges, Band 4, Seite 282 ff.

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    Am 5. November 1916 verkündeten die Militärgouverneure Deutschlands und Österreich-Ungarns in Warschau und Lublin ein Manifest, das den Polen die Errichtung eines selbstständigen Staates mit erblicher Monarchie und konstitutioneller Verfassung versprach, Die genaue Bestimmung der Grenzen des Königreichs Polen blieb vorbehalten. Gleichzeitig erging der Befehl zur Bildsung eines polnischen Heeres, daß unter eigenen Fahnen und Farben mit den Armeen der Mittelmächte gegen Rußland kämpfen sollte.

    Die Verkündigung des Königreiches Polen, der folgenschwerste politische Schritt, den die Kaisermächte seit der Überschreitung der belgischen Grenze getan, war eine Frucht des Koalitionskrieges und das Ergebnis der militärischen Zwangslage. Sie ging auf eine Vereinbarung zurück, die Bethmann (deut. Reichskanzler) am 11. August mit dem österreichisch-ungarischen Minister des Äußeren, Baron v. Burian, in Wien getroffen hatte. Diese Vereinbarung war das Ergebnis endloser Besprechungen, in denen preußische, deutsche, österreichische, ungarische und polnische Ansprüche, Befürchtungen und Hoffnungen und dynastische Velleitäten wirr und phantastisch verknäult lagen. Die deutsche Politik sträubte sich länger gegen die Schaffung eines Polenstaates als die österreichische, die sich mitten im Daseinskampf um die Erhaltung der alten, von zentrifugalen Kräften zerrissenen Donaumonarchie mit dem Plane trug, den Erben Franz Josephs die polnische Krone als drittes Diadem aufs Haupt zu setzen. Hindenburg und Ludendorff wurden mit der Aussicht auf polnische Waffenhilfe für den Plan gewonnen. Man hoffte, den nationalen Eifer der Polen durch die Erweckung des Polenreiches so zu entflammen, daß sie zur Aufstellung eines großen Heeres bereit sein würden. Man rechnete darauf, nicht weniger als 800.000 Bajonette zu erhalten. Nur einer warnte vor solchen ausschweifenden Hoffnungen, Conrad v. Hötzendorf, der kluge Skeptiker, dessen feiner politischer Instinkt gegenüber Serben, Bulgaren, Italienern, Rumänen und Polen niemals versagte. Ludendorff kannte Conrads Skepsis, stellte sich aber, von politischen Einschlag völlig frei, auf den militärischen Standpunkt, daß man Streiter in größerer und geringerer Anzahl nehmen müsse, wo man sie finde, und befürwortete die Schaffung einer polnischen Armee und dadurch mittelbar die Gründung eines polnischen Nationalstaates.

    Die Verkündigung des Königreiches Polen machte allen (deutschen) Bemühungen, Russen der Entente cordiale zu entfremden, und jedem Versuch Rußlands, sich selbst auf die Beendigung des Krieges zu besinnen ein jähes Ende. Fester als je schloß sich der Zar, schloß sich die russische Intelligenz, vom panslawistischen Ideal neu entflammt, an die Westmächte an.

    Die Mittelmächte hatten die polnische Frage in einen Augenblick hervorgezogen, da in der Umgebung des Zaren wichtige Veränderungen vorgegangen waren. Sassonow war im Juli unter der Last der Verantwortung für den endlos sich hinschleppenden, Blut und Geld verzehrenden Krieg zusammengebrochen und durch den Ministerpräsidenten Stürmer ersetzt worden. Stürmer fand zerrüttete Verhältnisse vor, glaubte aber, die Siege Brussilows zur Stärkung der Zarengewalt und zur Beilegung der Gärung in Volk und Duma bentzen zu können.

    Es läßt sich heute noch nicht nachweisen, ob der Nachfolger Sassonows sich wirklich mit den Gedfanken trug, den Krieg auf eigene Faust zu beenden, doch kann kein Zweifel darüber herrschen, daß Rußland so tief in den Krieg verstrickt war, daß kein russischer Staatsmann es daraus lösen konnte, ohne die immer noch in der Ferne winkenden Früchte des Sieges preszugeben und die Revulotion heraufzubeschwören. Das polnische Manifest setzte hinter alle, wie immer gearteten und geheimen Versuche, dem Kriege zu entrinnen, ein hartes Schlußzeichen und drückte den Kriegseiferern das Heft des Schwertes in die Hand. Am 14. Nowember trat die Reichsduma zusammen und stürtzte Stürmers Regierung. Die Gegnerschaft Stürmers setzte sich aus allen Parteien zusammen, fand aber ihren fähigsten und einflußreichsten Führer in den Kulissern. Englands Botschafter Sir George Buchanan lenkte die Fäden der Oppostion, die den Nachfolger Sassonows zu Fall brachte. Vergeblich suchte Stürmer im letzten Augenblick die Duma aufzulösen. Ehe er den kaiserlichen Utas erwirken konnte, traf ihn die Entlassung. Er ließ Chaos zurück. Die Duma, das Kabinett, alle regierenden politischen Kreise waren tief zerklüftet und der Zerfall so weit vorgeschritten, daß im Dumasaal und auf der Straße der Vorwurf der Bestechung zur geltenden Münze wurde. Aber der Kriegswille siegte über alle Zerfallserscheinungen, und Stürmers Nachfolger Trepow stellte sofort wieder Konstatinopel als leuchtendes Kriegsziel hin. Neue Rüstungen waren die Folge. Man rief die 18jährigen unter die Waffen und versprach den Polen, daß alle Polen unter dem Zepter des Zaren vereinigt werden und die Autonomie erhalten sollten. Das war Rußlands Antwort auf die Versprechungen des Königreiches Polen.

    Noch ehe Stürmer fiel, lief im Kabinett zu Petrograd eine Kundgebung Englands und Frankreichs ein, die der russischen Regierung den Rücken stärken solte. Sie war am 16. November in einer Konferenz zu Paris beschlossen worden und trug die Unterschriften Briands und Asquihs. In diesem Schriftstück sprachen die Westmächte ihre Befriedigung darüber aus, daß die Regieung des Zaren den Schritt Deutschlands und Österreich-Ungarns als eine neue Verletzung des Völkerrechts und der internationalen Abmachungen bezeichne und ihren Entschluß erneuere, allen Polen die Autonomie zu verleihen. Briand und Asquihs erklärten sich mit der russischen Auffassung solidarisch und verkündeten ausdrücklich, daß die die wiederherzustellende Einigung des polnischen Volkes und die Errichtung eines polnischen Nationalstaates unter dem Zepter des Zaren ein Hauptelement des künftigen europäischen Gleichgewichtes bilden werde.

    Aus diesen Sätzen blickte ein fest umrissenes Programm, daß den in Deutschland und Österreichs Grenzen wohnenden Polen die Einigung mit Russisch-Polen versprach und das polnische Schwert früher oder später in den Dienst der Westmächte lockte.

    Deutschland erkannte bald, daß es sich in der Beurteilung der polnischen Frage bitter getäuscht hatte. Polen war zu neuem Leben erweckt, aber die Polen hüteten sich, den Mittelmächten Hilfe zu leisten. Der Aufruf zur Bildung einer polnischen Armee unter deutscher Führung blieb wirkungslos. Die polnische Frage spielte in den Plänen der österreichischen Staatsmänner und in unklaren Träumen des Nachfolgers Franz Josephs noch lange eine phantastische Rolle. In Berlin trat rasch Ernüchterung ein, und bald bezeichnete man dort die auf Polen gesetzten Hoffnungen und die daraus abgeleitete Politik als „einen Haufen von Scherben“.

    Die Beschäftigung mit der polnischen Frage nahm die Staatsmänner Kaiser Wilhelms II und Kaiser Karls nicht nur über Gebür in Anspruch, sondern zersetze auch das deutsch-östereichische Bundesverhältnis, das durch den Hinschied Kaisers Franz Joseph bereits in seinen Grundfesten erschüttert war.

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